16.07.2026Verein

„Bochumer Verabredung“: Für eine Stadt in der auffällt, wenn jemand fehlt

Am Donnerstag, den 9. Juli, haben Spitzenvertreterinnen und -vertreter aus nahezu allen stadtgesellschaftlichen Bereichen die „Bochumer Verabredung“ erarbeitet und verabschiedet. Auch Ilja Kaenzig, Geschäftsführer des VfL Bochum 1848, hat die Verabredung unterzeichnet. Aus einem ehrenamtlichen Impuls von Vereint Bochum e.V. wird so ein stadtweiter, zivilgesellschaftlich getragener Prozess mit konkreten Beiträgen und verbindlichem Folgetreffen zur Einsamkeitsbekämpfung in Bochum.

Entscheiderinnen und Entscheider von rund dreißig Institutionen aus Verwaltung, Wohlfahrt, Gesundheit, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Stadtmarketing, Sport und Kultur – so auch der VfL - haben auf Einladung von Vereint Bochum e.V. in einem halbtägigen Format mit Impulsen nationaler Expertinnen und Experten sowie Workshops die „Bochumer Verabredung“ erarbeitet und verabschiedet. Unter dem Leitmotiv „Für ein Bochum, in dem auffällt, wenn jemand fehlt“ verabredeten die Beteiligten, die Förderung von Verbundenheit und Einsamkeitsbekämpfung gemeinsam und konkret anzugehen. 

„Fußball lebt davon, dass Menschen zusammenkommen, egal woher sie kommen oder was sie mitbringen. Genau dieses Gefühl von Zugehörigkeit wollen wir als VfL Bochum 1848 über den Spieltag hinaus in die Stadt tragen”, sagt Ilja Kaenzig, VfL-Geschäftsführer. “Einsamkeit geht uns alle an, deshalb ist es selbstverständlich, dass wir als Verein Verantwortung übernehmen und die Bochumer Verabredung mittragen. Unser Verein war schon immer mehr als ein Sportklub. Er war und ist ein Ort, an dem man dazugehört. Diesem Anspruch wollen wir mit der Bochumer Verabredung noch stärker gerecht werden.“ 

Gesamtgesellschaftliche Initiative und politische Unterstützung 

Die Bochumer Verabredung beruht auf drei Versprechen: hinsehen und zuhören, handeln und Verantwortung übernehmen, dranbleiben und Zugänge offenhalten. Unterzeichnende Institutionen und Unternehmen bekennen sich zu diesen Werten und zur konkreten Überführung in ihren jeweiligen Wirkungsbereich. Das kann zum Beispiel ein regelmäßiges Begegnungsformat in der Unternehmenskantine, die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Kennenlern-Angebote oder die Organisation von offenen Gesprächsrunden sein. 

Oberbürgermeister Jörg Lukat, der das Treffen eröffnete, unterstützt die Initiative ausdrücklich: „Mein besonderer Dank gilt Vereint Bochum für die hervorragende Organisation, das große Engagement und das sehr gelungene Setting dieser Veranstaltung und auch der gesamten Woche. Sie machen mit Ihrer Arbeit sichtbar, was möglich ist, wenn Menschen nicht nur über Probleme reden, sondern sich gemeinsam auf den Weg machen. Gerade deshalb freut es mich sehr, dass hier so viele unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zusammenkommen. Ich freue mich sehr, dass wir heute die Bochumer Verabredung unterzeichnen.“ 

Prof. Dr. Maike Luhmann von der Ruhr-Universität Bochum, eine der führenden Einsamkeitsforscherinnen im deutschsprachigen Raum und Vorstandsmitglied von Vereint Bochum e.V., hat die Bochumer Verabredung von Anfang an mitgeprägt: „Einsamkeit ist kein persönliches Versagen. Sie kann jede und jeden treffen und sie wird dort besonders gefährlich, wo niemand hinsieht. Mit der Bochumer Verabredung sagen wir als Stadtgesellschaft: Wir übernehmen Verantwortung dafür, dass Menschen in Bochum einander wieder wahrnehmen. Jede Organisation bringt das ein, was sie kann – Räume, Wissen, Kontakte, Angebote, Zeit oder Aufmerksamkeit. Das ist ein Ergebnis, das uns als Verein und mich persönlich stolz und zuversichtlich macht.“ 

Über Vereint Bochum e. V. 

Vereint Bochum e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit Mai 2025 für mehr Miteinander und gegen Einsamkeit in Bochum einsetzt. Mit niedrigschwelligen Begegnungsformaten, Workshops und Kooperationen bringt der Verein Menschen zusammen und stärkt Zugehörigkeit im Alltag. Der VfL engagiert sich seit Mai 2026 gemeinsam mit Vereint Bochum e.V. für das Thema Einsamkeit im Kontext des Fußballs. Im Rahmen dieser Kooperation untersuchen beide Partner, wie Gemeinschaft und Zugehörigkeit im Profi- und Amateurfußball entstehen, und entwickeln daraus konkrete Ansätze für mehr Miteinander in der Stadt.

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