“Der VfL ist ein familiärer Verein“
In der Winterpause 2025/26 ist Oliver Olsen vom Randers FC zum VfL Bochum 1848 gewechselt und hat einen Vertrag für vier Jahre unterschrieben – damit ist Bochum seine erste Auslandsstation. In Dänemarks Superliga absolvierte er bereits 79 Spiele, inklusive vier Toren und sieben Vorlagen. Vor dem vorletzten Spieltag in dieser Saison (09. Mai, Anstoß: 13 Uhr) sprach Oliver Olsen im Interview über seinen Einstieg beim VfL und die fantastische Stimmung der VfL-Fans hier im Vonovia Ruhrstadion.
Uwe Rösler beschreibt dich als jemanden mit einer guten Einstellung. Wie behältst du dir diese Einstellung auch in schwierigen Phasen in der Saison und speziell im Abstiegskampf?
„Mich freut es natürlich, dass der Trainer so etwas sagt. Ich spiele einfach gerne Fußball und mache mir nicht so viele Gedanken über die Ergebnisse. Natürlich will ich gewinnen, aber es macht mich mental nicht fertig, wenn wir zweimal hintereinander verlieren. Ich liebe es einfach, Fußball zu spielen, und versuche, mich darauf zu konzentrieren. Ich mag es, mit der Mannschaft jeden Tag zu trainieren und alles zu geben.“
Du wurdest im Winter als Rechtsverteidiger geholt, um Leandro Morgalla unter Druck zu setzen. Jetzt hast du mehr Spiele bestritten als erwartet. Wie fühlst du dich damit?
„Natürlich ist es schön. Wir wollen alle bei den Spielen auf dem Platz stehen, deshalb trainieren wir jeden Tag. Ich hatte das Gefühl, dass es mir leicht fiel, mich in die Mannschaft und die Taktik einzufinden. Es hat nur wenige Wochen gedauert – aber natürlich muss ich mich erst an das Training und das Niveau der Liga gewöhnen. Es ist wirklich intensiv. Ich freue mich über jedes Spiel, das ich machen darf, und bin glücklich, auf dem Platz stehen zu können.“
Hannover 96 ist ein ambitioniertes Team und spielt um den Aufstieg in die Bundesliga mit. Wie erwartest du das letzte Heimspiel in dieser Saison?
„Wir haben letzten Sommer in einem Freundschaftsspiel mit meinem ehemaligen Verein gegen Hannover 96 gespielt. Damals waren sie wirklich gut. Wir haben das Spiel gewonnen, aber ich würde sagen, sie waren die bessere Mannschaft. Also sie sind ein wirklich guter Gegner. Ich hoffe, wir können im Heimspiel punkten und sie verärgern.“
Hast du ein bestimmtes Ritual vor Spieltagen?
„Nicht wirklich. Ich versuche mich bereits am Tag davor zu fokussieren und vor dem Spiel reichlich Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. Das ist im Grunde mein Ritual.“
Der VfL ist deine erste Auslandsstation – inwiefern unterscheidet sich die Atmosphäre hier in Deutschland zu der in Dänemark?
„Ich würde sagen, in Dänemark gibt es vielleicht zwei oder drei Stadien, die voll sind und in denen die Fans richtig Stimmung machen, aber überall, wo ich bisher in Deutschland war, war es fantastisch. Alle Stadien waren ausverkauft. Besonders hier, das Stadion ist ein besonderer Ort. Und ich habe schon sechs Spiele in diesem Stadion bestritten und kann es kaum erwarten, hier noch mehr Spiele vor unseren heimischen Fans zu bestreiten.“
Wie ist es für dich, das erste Mal außerhalb deines Heimatlandes zu spielen?
„Natürlich ist die Sprache immer ein bisschen anders. Ich habe mein ganzes Leben in Dänemark verbracht. Und dann noch fern von den Liebsten zu sein, ist das Schwierigste daran, im Ausland zu leben. Aber ich habe immer davon geträumt, in ein anderes Land zu gehen und dort Fußball zu spielen. Also habe ich die Gelegenheit genutzt, und es ist wirklich schön, hier zu sein. Der VfL ist wie ein familiärer Verein und wir verstehen uns alle sehr gut.“
Was erhoffst du dir, hier beim VfL persönlich und sportlich mitzunehmen?
„Ich versuche, auf dem höchstmöglichen Niveau zu spielen. Momentan spielen wir in der zweiten Liga, aber natürlich möchte ich mit dem VfL in der Zukunft maximal erfolgreich sein. Jetzt muss ich mich erst einmal einleben und mich mit allem hier vertraut machen.“