„Erwarte ein Spiel auf Augenhöhe“
Pokal-Wochenende für den VfL. Am Sonntag, den 23. August, geht es in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Liga-Konkurrent SpVgg Greuther Fürth. Auf der Pressekonferenz vorab stand Cheftrainer Uwe Rösler Rede und Antwort.
Uwe Rösler über …
… die Personalsituation: Philipp Strompf fehlt Rotgesperrt, Babis Drakas hat sich unglücklicherweise schwerer verletzt und fällt längere Zeit aus. Mikkel Rakneberg macht nächste Woche Freitag seinen Abschlusstest, wenn er den besteht, kann er wieder voll ins Training einsteigen und wäre theoretisch auch spielfähig. Gerrit hat heute das erste Mal in dieser Woche trainiert. Da müssen wir schauen, ob es reicht. Aurel Wagbe rückt in den Kader, damit wir beide Flügel doppelt besetzt haben.
… den Wettbewerb: Ich bin Fußballtrainer und muss mich nicht um die Finanzen kümmern, sondern um meine Spieler. Es ist ein Pflichtspiel, das wir gewinnen und eine gute Performance zeigen wollen. Es werden mindestens 1.800 VfL-Fans den Weg nach Fürth antreten, denen wir etwas bieten möchten. Ich beschäftige mich mit dem Gegner, der Vorbereitung auf das Spiel und der mentalen Einstellung meiner Mannschaft. Es gibt viele Menschen im Verein, die ihre Spezialgebiete haben und hochqualifiziert sind, und mein Bereich ist der Sport. Deshalb spüre ich nicht mehr oder weniger Druck als zuletzt gegen Hertha oder Braunschweig.
… den Rechtsverteidiger: Das Zusammenspiel zwischen Oliver Olsen und Koji Miyoshi ist sehr gut, sie haben sich gut abgestimmt und eine Verbindung auf dem Platz gefunden, offensiv wie defensiv. Olli kommt aus Skandinavien und hat mit den extremen Temperaturen wie gegen Braunschweig oder im Test gegen Bremen seine persönlichen Herausforderungen. Den einen Spieler betrifft das mehr als den anderen. Da habe ich Verständnis für, aber wir haben auch gesehen, dass Manuel Mbom Druck macht. Er hatte in Braunschweig eine sehr gute Einwechslung, ich habe ihn jetzt unter der Woche rechts trainieren lassen, um zu sehen, wie er sich da bewegt. Ich habe mit den beiden auf dieser Position zwei sehr gute Optionen. Für Olli spricht seine Kopfballstärke, sowohl offensiv als auch defensiv, und Manu ist der etwas Aggressivere im Zweikampf. Ich bin sehr froh, dass ich beide habe, sie sind motiviert, geben immer ihr Bestes und sind absolute Teamplayer.
… Elfmeterschießen: Wir haben es noch nicht trainiert. Ich habe ein paar Schützen im Kopf, aber man muss auch sehen, wer dann noch auf dem Platz steht. Von daher haben wir uns in dieser Woche speziell mit Fürth beschäftigt, da kommt eine richtig harte Nummer auf uns zu, an den Ball zu kommen und den Gegner von unserem Tor wegzuhalten. Wir versuchen natürlich, das Spiel zu gewinnen, am besten in 90 Minuten, das ist unser klares Ziel.
… den Gegner: Mein Trainer-Kollege Heiko Vogel hat seinen Spielstil verändert und einen sehr interessanten Ansatz, dem ich so in meiner Trainer-Karriere noch nicht begegnet bin. Sie stehen mit sechs Spielern auf unserer letzten Kette, gehen auf den zweiten Ball und attackieren dann die Tiefe. Sie binden den Torwart ein, spielen direkt und sind sehr stark über die Konter, insbesondere mit Felix Klaus sehr flexibel. Ihr Ansatz scheint dieses Jahr etwas defensiver zu sein als im letzten Jahr, entweder attackieren sie direkt vorne oder stehen tief. Dieses Spiel wird andere Fragen an uns stellen als die ersten beiden in dieser Saison. Wir müssen die Geduld haben, die Räume zu bespielen, die sie uns geben und das Tempo zu forcieren, wenn sich die Chance bietet. Ich erwarte sie etwas aggressiver als gegen Nürnberg, sie werden vermutlich mehr pressen. Sie sind aber auch verwundbar, das hat das Spiel gegen Nürnberg gezeigt. Die beiden Spiele in der letzten Saison haben wir zwar gewonnen, aber sie waren trotzdem in vielen Phasen gleichwertig. Wir haben beide Partien durch Standardsituationen auf unsere Seite gezogen, das wird auch wieder wichtig sein. Ich erwarte wieder ein Spiel auf Augenhöhe. Wir brauchen einen guten Tag, individuell und als Kollektiv, um dort zu bestehen.