17.10.2026 — Profis

Stimmen: “Spiegelbild der letzten Wochen”

Die dritte Niederlage in Serie für den VfL, entsprechend enttäuscht zeigten sich Spieler und Trainer nach der Partie auf dem Betzenberg. Die Stimmen zum Spiel:

Timo Horn nach dem Spiel in Kaiserslautern.

Uwe Rösler, Cheftrainer VfL Bochum 1848: „Das Spiel war ein Spiegelbild der letzten Wochen. Wir starten eigentlich ganz gut rein. Die Mannschaft ist immer wieder ins letzte Drittel gekommen, aber wir konnten uns dort nicht so durchsetzen, wie wir uns das vorgestellt haben. Es hat der letzte Punch gefehlt, sei es bei Flanken, in Eins-gegen-Eins-Situationen oder bei Standards. Wir hatten keine Power und Zielstrebigkeit, uns im letzten Drittel zu behaupten. Dann kommt ein langer Ball zu einem Zeitpunkt, wo wir das Spiel aus meiner Sicht unter Kontrolle hatten. Wenn Sean hinten bleibt, dann passiert nichts. Er entscheidet sich aber, vor seinen Gegenspieler zu gehen, was ich generell positiv sehe. Dann wird er am Fuß getroffen, was aus meiner Sicht ein klares Foulspiel war. Daraus entsteht das Tor, zu unserem Pech geht der Ball noch zweimal durch die Beine. Mit dem Rückstand fängt der Kopf an zu rattern. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles, was offensiv ist, auf den Platz gebracht, aber es wurde ‚Wild West‘ und die Struktur ging verloren. Wir wurden anfälliger für Konter und haben es nicht geschafft, das Tor zu attackieren. Der Elfmeter, der aus meiner Sicht auch sehr umstritten ist, hat das Spiel dann gekillt. Kaiserslautern hat absoluten Resultats-Fußball gespielt, mit klaren Abläufen in den Basics und kaum Fehler gemacht. Deshalb haben sie auch so wenig Gegentore. Wenn du die Spiele aus so einer stabilen Defensive gewinnen kannst, dann bist du auch ein Anwärter nach oben. Das ist der FCK für mich.“ 

Torsten Lieberknecht, Cheftrainer 1. FC Kaiserslautern: „Es war ein klassisches Zweitliga-Spiel, wie man es fast jedes Wochenende in vielen Stadien sieht. Zwei Mannschaften, die sich physisch alles gegenseitig abverlangen. Wir hatten neben unserer Stabilität heute auch mehr Agilität im Mittelfeld, um zu Torabschlüssen zu kommen, auch wenn es nicht die größten Chancen waren. Wir hatten mit und gegen den Ball eine gute Kontrolle im Spiel. Wohlwissend, dass wir gegen die Physis und die Schnelligkeit des VfL immer hellwach sein mussten. Dann hatten wir diesen einen Moment, in der wir effizient waren und die Topchance zum 1:0 genutzt haben. Anschließend blieben wir agil und dann ist es nicht so einfach, gegen uns zu Chancen zu kommen. Wir waren aktiv, dicht am Mann, haben viele Eins-gegen-Eins-Duelle gewonnen und hatten eine gute Gegner-Kontrolle. Bei einem 1:0 brauchst du immer den Moment, wo du aufs 2:0 geht. Das kam mit der Elfmetersituation. Das Spiel war trotzdem nicht vorbei und das rechne ich meiner Mannschaft hoch an, dass sie zu jeder Zeit so spielt, als würde es noch 0:0 stehen. Das haben wir heute ordentlich umgesetzt und sind natürlich froh über die drei Punkte.“ 

Kapitän Timo Horn: „Es ist natürlich absolut ernüchternd und sehr enttäuschend. Wir waren heute wieder auf Augenhöhe und in weiten Teilen auch spielbestimmend, aber Woche für Woche fehlt der Erfolg vor dem Tor. Man hat das Gefühl, dass wir nochmal 90 Minuten spielen könnten, und trotzdem nicht treffen würden. Bis zum Sechzehner machen wir es ganz gut, aber dann fehlt uns im letzten Drittel die Durchschlagskraft. Da müssen wir dringend dran arbeiten, weil es uns jetzt schon länger begleitet. Hinten haben wir heute auch ein paar Fehler zu viel gemacht. Wir müssen weiter Gas geben und uns das Glück erarbeiten. Dass der Rucksack nicht leichter wird, ist klar. Da fehlt auf dem Platz die Leichtigkeit in der einen oder anderen Situation. Aber es hilft nichts. Wir müssen weitermachen, den Kopf wieder hochnehmen und es einfach erzwingen. Wir haben die Qualität, uns da unten wieder herauszuarbeiten.“ 

Philipp Hofmann: „Wir haben keine Energie und schaffen es nicht, uns im letzten Drittel durchzusetzen. Wir kommen in die Situation, bis 30 Meter vor dem Tor kombinieren wir gut. Aber da, wo es entscheidend ist, bekommen wir es im Moment nicht hin. Wir müssen uns einfach in den entscheidenden Momenten durchsetzen. Wir kommen aktuell überhaupt nicht zum Flanken oder brechen mal über die Außen durch. Es fehlt die Entschlossenheit und das Selbstvertrauen in den Aktionen. So wird es schwer, Tore zu schießen. Kaiserslautern war nicht überragend und hat ein ganz normales Spiel gemacht. Die Gegentore sind in dieser Form auch bitter. Ich hatte in der zweiten Halbzeit die Hoffnung, dass wir noch zum Ausgleich kommen, aber dann zieht der Elfmeter uns natürlich endgültig den Stecker. Wir müssen uns aus dieser Krise jetzt herausarbeiten. Es ist wieder Abstiegskampf pur.“

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