Dieter Bast wird 75!
Der VfL Bochum 1848 gratuliert Dieter Bast zum 75. Geburtstag. Der Jubilar kam einst als Legende von Rot-Weiss Essen zum VfL, der Wechsel von der Hafen- an die Castroper Straße sollte sich für beide Seiten auszahlen, denn auch in Bochum wurde der nur 1,70 m große Angreifer zur Ikone – allerdings als Verteidiger, Mittelfeldspieler und Libero.
Nicht wenige hielten Dieter Bast damals, wir reden hier von seinen VfL-Jahren zwischen 1977 und 1983, für den besten Libero der Bundesliga – selbstverständlich nach Jupp Tenhagen. Bast, gebürtiger Oberhausener und gelernter Werkzeugmacher, begann seine Profi-Laufbahn bei den Bergeborbeckern aus Essen, obwohl auch Borussia Mönchengladbach die Fühler nach dem Talent des Oberhausener Stadtteilclubs Sterkrade 06/07 ausgestreckt hatte. Für RWE lief Bast zwischen 1970 und 1977 in rund 350 Spielen auf, stieg mit Essen aus der Bundesliga ab und wieder auf, zwischendurch UI-Cup. Dabei steuerte der flinke Allrounder über 60 Tore in allen Wettbewerben bei (Bundesliga, Regionalliga West, DFB-Pokal, Aufstiegsrunde, Ligapokal, UI-Cup).
Für die Rekordsumme – zumindest für Bochumer Verhältnisse – von 800.000 D-Mark wechselte Dieter Bast 1977 zum VfL, trotz anderer Angebote u.a. von Bayern München und Eintracht Frankfurt. Der Ruhrpott-Junge wollte aber das Revier nicht verlassen, weshalb der VfL zuschlagen konnte und sich so die Dienste des polyvalenten Spielers sicherte, lange bevor dieser Begriff in die Fußballsprache eingeführt wurde. Überliefert ist die entgeisterte Frage von Bayern-Manager Robert Schwan, der kaum glauben konnte, dass der bodenständige Bast seine Verträge selbst aushandelte: „Wie, Sie haben keinen Berater, Herr Bast?!?“
Hatte er nicht und wollte er nicht, und kam auch so sehr gut im Haifischbecken namens Bundesliga zurecht. Sechs Jahre in Blau und Weiß, zum Beispiel. Macht in Summe 226 Spiele für den VfL, in der Bundesliga, im DFB-Pokal und im UI-Cup. In jenem Wettbewerb, der zumeist als „Intertoto-Cup“ in der Sommerpause ausgetragen wurde, gelang ihm das Kunststück, in jedem Wettbewerbsjahr mindestens ein Tor zu erzielen – drei Teilnahmen, drei Tore. Die wichtigsten Treffer seiner Bochumer Zeit waren womöglich jene beiden, die dafür sorgten, dass der VfL im Januar 1978 mit 2:1 gegen Bayern München gewann. Zur Weltmeisterschaft in jenem Jahr durfte er trotzdem nicht mitfahren (auch Jupp Tenhagen bekanntlich nicht), es reichte bis zum Ende seiner Karriere leider nicht mal für ein A-Länderspiel – der Malus, wenn man bei „kleineren“ Vereinen wie Essen oder dem VfL spielte und eben nicht bei den Bayern, in Köln, Gladbach oder beim HSV.
Vier B-Länderspiele sollten es am Ende werden, zwei zu seiner Essener Zeit, zwei als er beim VfL unter Vertrag stand. Die größte Zeit als Nationalspieler erlebte Dieter Bast allerdings als Akteur von Bayer 04 Leverkusen. 1983 hatte der VfL wieder einmal finanzielle Not und schnürte einen Dreierpack: Dieter Bast, Wolfgang Patzke und Uli Bittorf wurden „im Paket“ an die Werkself verkauft, in Summe für rund 1,5 Millionen D-Mark. Ein Jahr später, 1984, fanden die Olympischen Spiele in Los Angeles statt. Erstmals durften Profi-Spieler an diesen Spielen teilnehmen. Voraussetzung war aber, dass keiner dieser Spieler bei einer vorherigen Fußball-Weltmeisterschaft teilgenommen hatte. Und die Bundesrepublik hatte sich noch nicht einmal fürs Turnier qualifiziert, wohl aber die DDR. Da die Ostblockstaaten, darunter die UdSSR, die DDR und Titelverteidiger Tschechoslowakei, die Spiele boykottierten, rückte die BRD nach. Und somit ergab sich die Chance für Dieter Bast, im zarten Alter von 32 Jahren an einem großen Turnier teilzunehmen. Vom VfL war übrigens Basts ehemaliger Teamkollege Christian Schreier dabei. Es wurden vier Spiele, im Viertelfinale war gegen den späteren Bronzemedaillensieger Jugoslawien Endstation.
Die Zeit in Leverkusen endete für ihn 1986, es folgten abschließende drei Jahre bei Rot-Weiss Essen. Das Versprechen, an die Hafenstraße zurückzukehren, hatte Bast einst den Verantwortlichen gegeben – ein Mann, ein Wort. Für RWE sollten noch einmal 102 Spiele in der 2. Bundesliga hinzukommen, sodass am Ende seiner Laufbahn (1989) 412 Bundesligaspiele (54 Tore), 102 Zweitligapartien (zwei Tore) und 64 Spiele in der damals zweitklassigen Regionalliga West (30 Tore) die Bilanz zieren. Eine großartige Karriere für Dieter Bast – dem klasse Fußballer, fairen Sportmann, dem Schlitzohr mit dem Herz am richtigen Fleck, der nie um einen witzigen Kommentar verlegen war und ist.
Der VfL Bochum 1848 gratuliert dem Jubilar aufs Allerherzlichste zum Geburtstag und wünscht Dieter Bast eine schöne Feier im Kreise von Familie und Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen an alter Wirkungsstätte im Ruhrstadion!