Happy Birthday, Eppi: Uwe Leifeld wird 60!
Am 24. Juli feiert ein VfL-Held rundes Jubiläum: Uwe Leifeld wird 60 Jahre alt! Der gebürtige Münsteraner kickte von 1985 bis 1991 für den VfL, erzielte in 149 Bundesligaspielen für die Blau-Weißen 46 Treffer. Sein wichtigster sicherte den Bochumern 1990 in der Relegation den Klassenerhalt. An der Seite von Klaus Fischer und Stefan Kuntz reifte „Eppi“ einst zum potenziellen Nationalspieler heran. Warum ihn Franz Beckenbauer dann doch nicht einsetzte, ist nur eine von vielen bemerkenswerten Ep(p)isoden unseres Jubilars.
Als Sohn eines Metzgermeisters aus Münster war Uwe Leifeld schon von Kindesbeinen an viel Trubel gewöhnt, die elterliche Fleischerei war gut besucht, der Kontakt zu den Kunden herzlich und intensiv. Kein Vergleich aber zu den Zuschauermassen, die ihm später zujubeln sollten. Dafür musste „Eppi“ den Weg über Borussia Münster zu den Preußen nehmen, bis der VfL auf das Sturmtalent aufmerksam wurde – durch Zufall. Dass Münsters Vorzeigeverein ihn überhaupt auf dem Zettel hatte, war Leifelds guten Kontakten zur lokalen Presse zu verdanken. Ein befreundeter Reporter berichtete besonders ausführlich über Eppis Erfolge, wenn der Angreifer für Borussia mal wieder genetzt hatte. So holte Preußen Münster das Talent an die Hammer Straße. Preußen-Coach Ernst Mareczek formte den jungen Leifeld zu einem gefährlichen Oberliga-Stürmer.
Dass Uwe Leifeld zwei Jahre später beim VfL landen sollte, war dann eher zufällig. Eigentlich hatten sich die VfL-Verantwortlichen damals auf seinen Sturmpartner Uwe Tschiskale festgelegt. In einem Testspiel zwischen Preußen und dem VfL war Polizist Tschiskale aber verhindert und zum Schutz des Bundeskanzlers abgestellt. Die Chance für den 18-Jährigen, sich zu zeigen. Und wie: Zwei Tore und zwei Vorlagen später offerierte ihm der VfL ein Angebot, zu dem Leifeld nicht nein sagte. „Danach rief VfL-Trainer Rolf Schafstall an. Ich hatte das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. In Bochum hatte ich meine beste Zeit“, erinnerte sich der Jubilar einst in einem Interview.
Diese beste Zeit begann in der Saison 1985/86, in seinem Premierenjahr verzeichnete Leifeld 21 Einsätze und zwei Treffer. Der erste gelang ihm beim Auswärtsspiel in Leverkusen, sein letzter VfL-Treffer, fünf Jahre später, war der emotionalste und wichtigste: In der Relegation 1990 musste der VfL gegen den Zweitligadritten 1.FC Saarbrücken antreten. Im Hinspiel im Saarbrücker Ludwigspark verwandelte Thorsten Legat einen Elfmeter zum spielentscheidenden 1:0. Im Rückspiel gingen die Saarländer durch den jungen Anthony Yeboah in Führung, der Klassenerhalt hing am seidenen Faden. Bis zur 76. Minute, als „Eppi“ plötzlich frei vor FCS-Keeper Wahlen stand und eiskalt zum Ausgleich abschloss. Mit dem Remis war der VfL gerettet, Leifeld wurde von den VfL-Fans auf den Schultern aus dem Stadion getragen.
Zu den Kuriositäten seiner Laufbahn zählt sicher auch die Berufung in die A-Nationalmannschaft. Für die deutsche U21 unter Trainer Berti Vogts hatte Leifeld in vier Spielen zweimal getroffen und sich so für höhere Weihen empfohlen. Franz Beckenbauer nahm den jungen VfL-Angreifer dann auch in den elitären Kreis auf. Im September 1989, rund ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Italien, scharrte „Eppi“ bei einem Test in Irland mit den Hufen. Die DFB-Elf lag 0:1 hinten, als ihn der „Kaiser“ zum potenziellen Debüt heranwinkte. Just in dem Moment, als „Eppi“ nach Jupp Tenhagen der zweite deutsche A-Nationalspieler werden konnte, schoss Hansi Dorfner den Ausgleich. Leifeld durfte sich wieder setzen und bekam leider nie wieder die Gelegenheit, mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen.
Noch bitterer ist die allseits bekannte Geschichte des DFB-Finales 1988. Der VfL im Endspiel im ausverkauften Berliner Olympiastadion, gegen die Eintracht aus Frankfurt. Bochum klar überlegen, folgerichtig auch die Führung durch Uwe Leifeld, der einen Pass von Rob Reekers frei vor Uli Stein veredelte. Grenzenloser Jubel in Blau und Weiß, bis der Blick zur Seitenlinie ging, wo der Linienrichter eine Abseitsstellung anzeigte, die keine war. Der Schiedsrichter folgte leider der Auffassung seines Assistenten, der Treffer wurde aberkannt. Kurz vor Schluss erzielten die Frankfurter per Freistoß das einzige anerkannte Tor des Tages.
1991 verließ Uwe Leifeld den VfL, nach einer letzten Saison, die bereits von Verletzungen geprägt war. Für Bochum hatte der Knipser in 173 Pflichtspielen 57 Tore erzielt und sieben Vorlagen geliefert. Die nächste Arbeitsstelle lag nicht weit entfernt, Königsblau verpflichtete ihn. Es war die Zeit des „Sonnenkönigs“ Günter Eichberg, von Trainer Aleks Ristic und Sportdirektor Udo Lattek. Allerdings quälte sich „Eppi“ in den zwei Jahren, die er in Gelsenkirchen unter Vertrag stand, mit einem komplett maladen Knie durch die Saisons. Entsprechend mager die Bilanz: 30 Spiele, zwei Tore.
Nach seinem verfrühten Abschied vom Leistungssport eröffnete Leifeld in seiner Geburtsstadt eine Lotto-Toto-Annahmestelle, die er 14 Jahre lang betrieb. Die Wirtschaftlichkeit litt, die Miete in Münsters Innenstadtlage war zu hoch. Er musste den Laden aufgeben, die privaten Probleme wurden größer und größer, dunkle Jahre. Der VfL in Gestalt von Werner Altegoer bot Hilfe an, Stefan Kuntz als damaliger Sportvorstand stellte „Eppi“ als Scout ein. Bis heute ist Uwe Leifeld Teil der VfL-Familie und als Talentspäher unterwegs.
Der gesamte VfL wünscht, „Eppi“, uns Uwe, einen schönen und stimmungsvollen Geburtstag, eine wunderbare Feier, viel Glück und natürlich beste Gesundheit. Herzlichen Glückwunsch, Uwe Leifeld!