Turnverein Bochum

Der VfL Bochum 1848, wie er heute bekannt ist, entstand aus einer Fusion mehrerer Vereine. Die Geschichte des VfL beginnt bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Am 26. Juli 1848 erscheint im „Märkischen Sprecher - Kreisblatt für den Kreis Bochum“ ein Aufruf zur Gründung eines Turnvereins. Noch heute trägt der Verein diese Jahreszahl im Clubnamen. Dabei kam die eigentliche Gründung des Bochumer Turnvereins erst am 18. Februar 1849 zustande.

Im Dezember 1851 wurde der Verein jedoch von der preußischen Provinzverwaltung zwangsaufgelöst und verboten, neun Jahre später als Turnverein Bochum neu gegründet. Doch erst im Jahr 1904 besann sich der Verein auf seine Wurzeln und nahm die Zahl 1848 in seinen Namen auf: TV 1848 Bochum. 1911 entstand die Fußballabteilung des TV. Acht Jahre später schloss sich der Verein dem SuS Bochum an.

TV 1848 Bochum Turn- und Sportverein Bochum (TuS)

Der Verein „Sport und Spiel Bochum“ wurde 1908 gegründet und nannte sich nach der Fusion mit dem TV 1848 Bochum Turn- und Sportverein Bochum (TuS). Doch auch diese Zusammenarbeit sollte nicht von langer Dauer sein. Im Konflikt zwischen Turn- und Sportvereinen in Deutschland gingen beide Seiten 1924 getrennte Wege. Während der Turnverein seinen alten Namen wieder annahm, nannte sich der Sportverein nun Spielverein TuS 08 Bochum.

Sportverein Germania 1906 Bochum

Der dritte Vorgängerverein des VfL wurde 1906 gegründet. Der Fußballklub 06 war der älteste Sportclub der Stadt Bochum. Zwei Jahre nach der Gründung gab es auch hier eine Namensänderung: Sportverein Germania 1906 Bochum. Im selben Jahr, in dem sich die beiden anderen Vorgängervereine trennten, schloss sich Germania mit dem FC 1906 Bochum und Vorwärts Bochum zusammen. Als SV Germania gehörte der Gesamtverein der Gauliga an.

Zusammenschluss

Schließlich finden der SV Germania 06, der TV 1848 Bochum und TuS Bochum sich am 14. April 1938 zusammen, um einen gemeinsamen Verein zu gründen. Dies ist die Geburtsstunde des VfL Bochum 1848, wie er heute bekannt ist. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten spielte der VfL in der Gauliga.

Anders als die meisten 1938 durch Fusion entstandenen Vereine wurde der VfL nach dem Krieg nicht wieder getrennt. Im Gegenteil: 1949 gründete sich im Verein gar die separate Fußballgemeinschaft. Allerdings hatte es der VfL schwer, sich in den ersten Jahren nach dem Krieg gegen die Konkurrenz der vielen Bergarbeitervereine durchzusetzen. Erst 1953 gelang der Aufstieg in die Oberliga West. 1955 ging es wieder eine Klasse runter, gefolgt vom sofortigen Wiederaufstieg. Nach dem zweiten Abstieg 1961 ging es kurze Zeit später gar noch eine Klasse tiefer, in die Amateurliga Westfalen.

Bei Gründung der Bundesliga waren die Bochumer noch drittklassig, kamen dem Traum von der Erstklassigkeit aber schnell ein Stück näher. 1965 stieg der Verein in die zweitklassige Regionalliga West auf. Nach einem Sieg und einer Niederlage in den Qualifikationsspielen gegen die SpVgg Erkenschwick kam es im dritten und entscheidenden Duell zu einem Remis. Das Los (ein Münzwurf!) entschied – zugunsten des VfL.

 

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Aufstieg in die Bundesliga

1971 folgte schließlich der Sprung in die Bundesliga. Dort wurde der VfL zu einer festen Größe, wenngleich er sich einen eher eigenwilligen Spitznamen gefallen lassen musste. 22 Jahre spielte der Verein in der Bundesliga, ohne jedoch jemals über den 8. Tabellenplatz hinaus gekommen zu sein. Daher wurde Bochum oft als die „Graue Maus“ der Liga bezeichnet. Später nannte man das Team aufgrund seiner anhaltenden Moral im Abstiegskampf die „Unabsteigbaren“.

Doch dieses Etikett musste 1993 ad acta gelegt werden. Erstmals in seiner Vereinsgeschichte konnte der VfL Bochum 1848 die Klasse nicht halten. In den Folgejahren musste sich der Verein den Namen „Fahrstuhlmannschaft“ gefallen lassen. 1994 gelang der ungefährdete Wiederaufstieg, dem nur eine Spielzeit später Abstieg Nummer zwei folgte. Doch schon ein Jahr danach war der VfL zurück in der Bundesliga.

UEFA-Cup

Unter Trainer Klaus Toppmöller gelang dem Aufsteiger der bis dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Bochum qualifizierte sich in der Saison 1996/97 für den UEFA-Pokal, in dem man in der darauffolgenden Spielzeit bis ins Achtelfinale vorstieß, nach zum Teil begeisternden Spielen gegen Trabzonspor (1:2, 5:3), den FC Brügge (0:1, 4:1) und Ajax Amsterdam (2:4, 2:2). Doch ab 1999 erlebte der Verein eine regelrechte Berg- und Talfahrt: Abstieg Nummer zwei (1999), gefolgt vom sofortigen Wiederaufstieg (2000), dem erneuten Abstieg (2001), dem die sofortige Rückkehr in die Bundesliga im Frühjahr 2002 folgte. Erst danach kehrte ein wenig Ruhe ein.

Denn diesmal konnte der VfL die Klasse halten und sicherte sich im darauffolgenden Jahr zum zweiten Mal das Ticket für den UEFA-Pokal, unter dem „Wiederaufstiegstrainer“ Peter Neururer. Der Coach führte Bochum in der Spielzeit 2003/04 zur erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte (Platz 5; 56 Punkte, drei mehr als 1996/97). Der VfL stand in der Endabrechnung vor den großen Revierrivalen Borussia Dortmund und FC Schalke 04 und schrieb sich zudem in die Geschichtsbücher der Bundesliga ein: Torhüter Rein van Duijnhoven blieb 911 Minuten im eigenen Stadion ohne Gegentor –  bis heute Liga-Rekord. Doch erneut erwischte es den VfL und er stieg nur ein Jahr nach seiner erfolgreichsten Saison (2005) in die 2. Bundesliga ab.

Der gescheiterte direkte Wiederaufstieg

Wie schon bei den Abstiegen zuvor nahmen die Blau-Weißen den direkten Weg zurück in Deutschlands höchste Spielklasse und waren von 2006 bis 2010 wieder in der Bundesliga zuhause. Nach dem neuerlichen Abstieg versuchte der Verein in der Saison 2010/11, seine eigene Rekordmarke als Wiederaufsteiger zu knacken, scheiterte aber –  trotz eines grandiosen Zwischenspurts (15 Spiele ungeschlagen, darunter acht Siege in Folge: Vereinsrekord) –  äußerst knapp in der Relegation. Bundesligist Borussia Mönchengladbach setzte sich im Hinspiel dank eines Treffers in der Nachspielzeit der Nachspielzeit mit 1:0 durch, im Rückspiel konnte der VfL hingegen seine 1:0-Führung nicht ins Ziel retten und musste den Gladbacher Ausgleichstreffer hinnehmen.

Somit mussten die Blau-Weißen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte mehrere Spielzeiten hintereinander im Bundesliga-Unterhaus zubringen. Der erneute Aufstieg bleibt aber das erklärte Ziel, um den Ansprüchen aus dem bereits 2007 etablierten eigenen Leitbild (als erster deutscher Profiverein) gerecht zu werden.

 

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