31. Spieltag

SpVgg Greuther Fürth
1: 1
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Fr,20.04.201818:30 Uhr2. Bundesliga

Drittes Freitagsspiel für den VfL Bochum 1848 in Serie. Nach Siegen über Düsseldorf und Kaiserslautern geht es für die Dutt-Elf nun zur Spielvereinigung Greuther Fürth. Die Bochumer reisen mit vier Siegen im Rücken ins Frankenland. Für die Trainer beider Klubs ist die Partie unterdessen eine ganz besondere.

VfL-Chefcoach Robin Dutt und Fürths Übungsleiter Damir Buric lernten sich 2005 beim Fußball-Lehrer-Lehrgang kennen und pflegen seitdem eine innige Freundschaft. Buric heuerte kurz darauf in Freiburg als Co-Trainer des heutigen Bochumer Linienchefs an und assistierte ihm später auch in Bremen und Leverkusen. „Am Freitag verschwende ich jedoch nur Gedanken an uns. Wenn das Spiel vorbei ist, drücke ich Damir natürlich die Daumen, dass er mit Fürth die Klasse hält“, hat Dutt im Duell mit seinem Kumpel jedoch nichts zu verschenken. Auch sein Gegenüber freut sich auf das erste Duell: „Bislang haben wir nur Fußball-Tennis gegeneinander gespielt. Freitag geht es dann um Punkte. Ich konnte von Robin viel lernen. Er ist fachlich gut, innovativ und kreativ. Er hat mich auch geprägt. Ich glaube, wir kennen uns in- und auswendig. Das macht es nicht einfacher.“

Einfach ist auch die aktuelle Situation der Franken aber eh nicht. Mit 37 Zählern rangiert das Kleeblatt derzeit punktgleich mit dem Abstiegs-Relegationsplatz, den im Moment der FC St. Pauli inne hat, auf Rang 14. Dabei hat die Spielvereinigung in der Rückrunde bislang richtig Gas gegeben. Mit 20 Punkten aus 13 Begegnungen ist die Buric-Elf das drittbeste Team der zweiten Saisonhälfte – nur Düsseldorf und Regensburg holten in diesem Zeitraum mehr Zähler (22).

Der Aufsteiger aus Regensburg war es auch, der am vergangenen Spieltag die starke Heimserie der Fürther beendete. Zehn Spiele hatten die Grün-Weißen zuvor im heimischen Sportpark Ronhof Thomas Sommer nicht mehr verloren, ehe der SSV durch einen Doppelpack des zur Pause eingewechselten Jann George mit 2:1 die Punkte aus Fürth mit auf die Heimreise nahm. Ausgerechnet George, der zwischen 2013 und 2015 selbst beim Kleeblatt aktiv war, den Durchbruch jedoch nicht schaffte und sich den Rot-Weißen anschloss. SpVgg-Coach Buric sah die Niederlage besonders in den Ausfällen im Defensivbereich begründet. Die verletzten Abwehrsäulen Caligiuri und Magyar seien nicht zu ersetzen gewesen.

Der Kapitän und der Schwede werden wohl auch gegen den VfL nicht zur Verfügung stehen. Zudem sah Offensivmann Green gegen Regensburg seine fünfte Gelbe Karte und ist am Freitag zum Zuschauen verdammt. Die Niederlage vom vergangenen Spieltag sei analysiert und aufgearbeitet, sagt Buric, und nimmt seine Truppe in die Pflicht: „Jedes Spiel ist ein Existenzspiel. Wir dürfen keinen Zentimeter in keinem Bereich nachlassen. Es ist brutal spannend. Wir müssen mit aller Macht und mit letzter Kraft alles geben." Wachsam muss der VfL besonders bei Standards der Franken sein. Von den aufgerückten Verteidigern des Kleeblatts geht immer Torgefahr aus. Wittek (4 Tore), Caligiuri (3), Maloca sowie Magyar (beide 2) haben sich in dieser Spielzeit bereits mehrfach in die Torschützenliste eingetragen. Eine richtige Rakete haben die Franken auf der rechten Außenbahn. Flügelspieler Khaled Narey ist mit sechs Treffern gefährlichster Schütze der Grün-Weißen und aufgrund seiner Geschwindigkeit nur schwer zu stoppen.  

In der Hinrunde trennten sich beide Mannschaften übrigens an der Castroper Straße unentschieden. Fürths Spielführer Caligiuri brachte seine Elf bereits in der siebten Minute nach einer Freistoßflanke in Front. Doch nur zehn Zeigerumdrehungen später egalisierte VfL-Goalgetter Hinterseer den Vorsprung der Fürther mit seinem Kopfballtreffer. Unentschieden, das kommt zwischen den Franken und dem VfL häufiger mal vor. Nahezu in jedem zweiten der bisherigen 19 Zweitliga-Spiele wurden die Punkte geteilt. Vier Mal siegten die Blau-Weißen, neun Mal gab es ein Remis und sechs Mal jubelte das Kleeblatt. Eine Bilanz, die aus Bochumer Sicht durchaus verbesserungswürdig ist. Auch deshalb werden die Bochumer am Freitag alles für einen Dreier geben. Denn, wie Dutt auf der Pressekonferenz vor der Partie anmerkte: „Gewinnen macht mehr Spaß als verlieren!“
 
 

 

Der VfL Bochum 1848 bleibt weiter unbesiegt. Am Freitagabend trennte sich die Dutt-Elf mit 1:1 von der SpVgg Greuther Fürth. Die Franken waren im ersten Durchgang besser und gingen nicht unverdient mit einer 1:0-Führung in die Pause. Im zweiten Durchgang agierten die Blau-Weißen dann mutiger und belohnten sich in der Schlussphase mit dem Ausgleich durch Goalgetter Hinterseer.

Dutt und Buric wechseln jeweils zwei Mal
Sowohl Robin Dutt als auch sein Gegenüber Damit Buric vollzogen im Vergleich zur Vorwoche zwei Wechsel. Der VfL-Coach musste den angeschlagenen Hoogland ersetzen. Für den Routinier begann Gyamerah in der Innenverteidigung. Zudem kehrte Soares nach seiner Gelb-Sperre für Ochs zurück auf seine angestammte Position links in der Viererkette. Beim Kleeblatt standen Dursun und der wiedergenesene Kapitän Caligiuri an Stelle des gelb-gesperrten Green sowie Reese.

Fürth gleich voll da
Das Kleeblatt war zu Beginn besser im Spiel. Bereits in der zweiten Minute verzeichneten die Franken durch einen Kopfball vom Maloca die erste Möglichkeit. Kurz darauf ließ Narey zwei Bochumer im Strafraum aussteigen und Ernst verpasste die Führung für die Grün-Weißen nur knapp (3.). Die Hausherren waren zu diesem Zeitpunkt bissiger und geradliniger in der Partie. VfL-Coach Dutt forderte seine Mannen von außen lautstark auf die Räume enger zu machen. Die Bochumer brauchten bis zur 20. Minute, um erstmals gefährlich vor das Tor der Fürther zu kommen. Kruse flankte nach innen und Kleeblatt-Keeper Burchert pflückte dem einköpfbereiten Hinterseer die Kugel vom Kopf. Der VfL legte direkt nach. Gündüz mit einer Flanke vom rechten Flügel und in der Mitte setzte Hilpert seinen Klärungsversuch beinahe ins eigene Tor (22.).

Dursun schockt die Blau-Weißen
In die beste Phase der Blau-Weißen dann die Führung für das Kleeblatt. Einen langen Ball versuchte Gyamerah zu klären, Dursun ging den Bochumer Abwehrmann dabei foulverdächtig an und tauchte anschließend frei vor dem herauseilenden Riemann auf. Der lange Angreifer der Fürther brauchte das Leder im Anschluss nur noch in der verwaiste Tor zu schieben (27.). Der VfL zeigte sich beeindruckt und die Gastgeber legten fast direkt nach. Gjasula steckte durch zu Narey und der beste Torschütze der Fürther scheiterte im Eins-gegen-eins an der guten Fußabwehr von Riemann (32.). Bochum kam bis zur Pause noch durch zwei Aktionen von Stöger zum Torchancen, doch den Freistoß des Österreichers pflückte Burchert aus dem Winkel (35.) und mit seiner Volleyabnahme nach Kopfballverlängerung von Hinterseer traf der wuselige Mittelfeldmann nur das Außennetz (42.). Beim Kleeblatt prüfte Narey mit seinem Volley noch Riemann (37.). So ging es mit einer nicht unverdienten Führung für die Franken in die Halbzeit.

Dutt bringt Eisfeld für Gündüz
VfL-Coach Dutt reagierte zur Pause und brachte Eisfeld für Gündüz. Gyamerah rückte auf die Rechtsverteidigerposition, Losilla in die Innenverteidigung und Eisfeld übernahm den Part des Franzosen im Mittelfeld. Zehn Minuten nach Wideranpfiff dann fast der Ausgleich. Stöger spielte im Strafraum auf engstem Raum Doppelpass mit Tesche, doch anstatt aus sechs Metern zu schießen suchte der Österreicher erneut Tesche und das Leder landete im Seitenaus. Den Fürther gelang es nach Wiederanpfiff nicht mehr die Kugel in den vorderen Reihen zu halten. Der VfL war jetzt deutlich besser im Spiel, wenn auch ohne große Strafraumszenen.

Bochum drückt und belohnt sich
Die Bochumer läuteten die Schlussphase mit einer Doppelchance ein. Zunächst bediente Stöger Kruse per Hacke und der Australier scheiterte aus kurzer Distanz an Buchert (74.). Die nachfolgende Ecke verpasste Losilla zentral vor dem Tor nur um Zentimeter. Den Ausgleich besorgte dann in Minute 82 Hinterseer. Wurtz steckte per Hacke durch auf Kruse, der australische Nationalspieler flankte flach in die Mitte und dort vollstreckte der VfL-Goalgetter allein vor Burchert eiskalt zum 1:1. Auf der anderen Seite tauchte Dursun brandgefährlich am Fünfmeterraum auf und köpfte drauf, doch VfL-Urgestein Fabian rettete im letzten Moment (88.). Es sollte die letzte Möglichkeit in einem ausgeglichenen Duell gewesen sein. So trennten sich der VfL und das Kleeblatt leistungsgerecht unentschieden. Für die Bochumer geht es in der kommenden Woche mit einem Heimspiel weiter. Am Freitag, den 27. April, gastiert der FC Erzgebirge Aue im Vonovia Ruhrstadion.

 

SpVgg Greuther Fürth vs. VfL Bochum 1848

Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Heute waren die Rollen schnell verteilt: Wir haben versucht das Spiel zu machen, das ist uns aber in der ersten Halbzeit nicht so gut gelungen, weil Fürth taktisch ganz hervorragend eingestellt war. Das hat man gemerkt, weil wir bei Bällen, die ins Zentrum gespielt haben, immer sehr viel Druck bekommen haben. Wir haben leichte Fehler gemacht, hatten leichte Ballverluste. So konnte der Gegner über die schnellen Spieler wie Narey nach vorne umschalten, das hat uns schon wehgetan. So war es auch ein Fehler, der die Führung für die Gegner gebracht hat. Bis zur Pause war es dann etwas besser, recht ausgeglichen. In der Halbzeit haben wir taktisch etwas umgestellt und haben es dann variabler gestaltet. Wir haben dann nicht mehr nur durchs Zentrum gespielt, sondern auch über Außen. Es ist auch gut, dass unsere Einwechselspieler derzeit eine gute Qualität reinbringen können. Der Druck war dann da, aber Fürth hatte auch einige Umschaltaktionen. Wenn man das Spiel über 90 Minuten bewertet, geht das 1:1 wohl in Ordnung. Ich weiß, dass es für Fürth bitter ist, so kurz vor Schluss bei dem Tabellenstand den Ausgleich zu kassieren. Wir sind aber froh, dass wir, wenn die Konkurrenz mitspielt, mit sieben Punkten Vorsprung in die letzten Spieltage gehen.

Damir Buric (Cheftrainer SpVgg Greuther Fürth): Ich denke, dass die Analyse von Robin punktgenau stimmt. Ich kann ergänzen, dass wir im ersten Durchgang noch einen Matchball hatten, bei dem wir alleine vor dem Tor stehen und den Ball nicht im Tor unterbringen. Das ist wie ein kleiner roter Faden aus den vergangenen Spielen. Auch in Sandhausen hatten wir richtig gute Torchancen. Im Moment ist es bei uns so, dass wir aus unseren Chancen zu wenig machen. Für unsere Situation wäre es gut, wenn wir unsere Möglichkeiten besser nutzen würden. Das wird auch wieder kommen. Wir wussten, dass Bochum eine starke Mannschaft ist. Seit Robin da ist, ist es eine ganz andere Mannschaft, die viel Dominanz ausstrahlt. Nicht nur gegen uns, sondern auch gegen den Tabellenführer oder den Tabellenletzten. Wir waren gewarnt, durften nicht zu weit öffnen und diszipliniert sein. Diesem Druck kann man nicht 90 Minuten standhalten. Das 1:1 ist für uns bitter, aber die Mannschaft hat Moral und Kampfgeist bewiesen. Das ist unser Weg, von dem wir keinen Zentimeter abweichen werden.

Lukas Hinterseer (VfL Bochum 1848): Es war natürlich wichtig, dass wir noch das 1:1 gemacht haben. Wir hatten gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, haben uns aber trotzdem kaum zwingende Torchancen herausgespielt. Fürth war besonders in der ersten Halbzeit über Konter immer gefährlich, wenn man dann aber alles zusammennimmt, wollte der Gegner nur das 1:0 über die Runden bringen. Ich glaube, dass der Ausgleich sich nicht unbedingt aufgedrängt hat, aber das nehmen wir gerne mit. Es sind Abläufe, die wir trainieren, das hat man beim 1:1 gesehen. Da muss ich dann halt stehen. Es sind jetzt noch drei Spiele, die wir alle gewinnen wollen.

Thomas Eisfeld (VfL Bochum 1848): Wir hatten in der ersten Halbzeit kaum Chancen, haben keinen Druck auf den Ball bekommen und den Gegner umschalten lassen. Das ist eine ihrer Stärken. Deshalb sind wir vielleicht verdient in Rückstand geraten. In der zweiten Halbzeit haben wir alles nach vorne geworfen, hatten viel Ballbesitz. So hatten wir eine bessere Kontrolle über das Spiel, trotzdem gewinnt Ballbesitz halt keine Spiele. Ich glaube, heute müssen wir den Punkt mitnehmen und damit zufrieden sein.

Kevin Stöger (VfL Bochum 1848): Fürth wollte hier nicht viel, sie sind mit dem Punkt wohl zufrieden. Wir sind hierher gefahren um drei Punkte mitzunehmen. Der Gegner hat von Beginn an tief gestanden, das Zentrum zugemacht und auf unsere Fehler gelauert. Am Ende war das 1:1 verdient, aber wir sind enttäuscht. Wir haben gekämpft, hatten viele Halbchancen. Der letzte Pass oder Schuss hat am Ende oft gefehlt. Sonst war es ein ordentliches Spiel. Wir wissen, dass in der 2. Liga jedes Spiel schwierig ist. Beim Treffer von Lukas hat man gesehen, dass es immer gefährlich wird, wenn der letzte Pass sitzt. Wenn uns das öfter gelingt, schießen wir auch wieder mehr Tore.

Jan Gyamerah (VfL Bochum 1848): Das 0:1 war natürlich ganz klar mein Fehler. Wenn man als Innenverteidiger patzt, bekommt man halt fast immer das Gegentor. Ich wollte den Ball zu Manuel Riemann zurückspielen, der Gegenspieler berührt mich dabei ein bisschen. Das war kein Foul, aber deshalb spiele ich den Ball nicht so druckvoll zurück. Das ist natürlich ärgerlich. Die Jungs haben heute wieder so viel investiert, deshalb bin ich froh, dass wir noch den Punkt eingefahren haben. Nach der Führung ist es klar, dass der Gegner, der unten drinsteht und sich im Abstiegskampf befindet, sich hinten reinstellt. Dann ist es umso schwerer für uns, deshalb habe ich mich über den Fehler umso mehr geärgert. Aber ein Punkt ist besser als kein Punkt.

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