5. Spieltag

VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848
0: 2
SV Werder BremenSV Werder Bremen

Sa,  03.09.202215:30 UhrBundesliga

Lang ist’s her. 2010 gab es das letzte Duell zwischen dem VfL und Werder Bremen. Beim letzten Gastspiel der Norddeutschen anne Castroper standen die Herren Özil, Frings, Pizarro oder Mertesacker in der Startelf der Grün-Weißen. Alles Vergangenheit, es geht am Samstag um ganz wichtige Zähler. Unser BLICK AUF den SV Werder Bremen:

DAS TEAM
Aufstiegseuphorie an der Weser. Oder nennen wir es eher eine Comeback-Euphorie. Denn allzu lange war Werder ja nicht weg. Gerade mal ein Jahr hat es gedauert, ehe die Scharte Bundesliga-Abstieg ausgewetzt wurde. Damit war nach dem bitteren Abschied aus der Beletage gar nicht unbedingt zu rechnen. Werder musste sich personell erneuern, brauchte eine Zeit lang, um in der 2. Bundesliga anzukommen. Der Impf-Skandal um Markus Anfang trug dazu bei. Im Endeffekt der Startschuss in eine erfolgreiche Saison der Norddeutschen. Denn unter Ole Werner, ehemaliger Kiel-Coach, ging es so richtig ab. Verdienter Aufstieg und Neuanlauf in der Bundesliga. Der Aufstiegskader blieb größtenteils zusammen. Somit mussten die Offiziellen auch gar nicht wirklich viele Externe hinzunehmen. Die Bundesliga-erfahrenen Niklas Stark (Hertha) und Amos Pieper (Bielefeld) verstärken die Innenverteidigung. England-Talent Lee Buchanan kam von Derby County, der Däne Jens Stage vom FC Kopenhagen. Neu ist auch Oliver Burke, der die Bundesliga aber bereits aus seiner Zeit in Leipzig kennt. Der schnelle Schotte stach in den ersten Wochen als Joker heraus, traf gegen Stuttgart und beim spektakulären Sieg in Dortmund ganz tief in der Nachspielzeit. Wichtige Buden, die ihren Teil zu bislang fünf Bremer Punkten beitrugen. Torreich sind die Werder-Spiele bis dato allemal. 2:2, 2:2, 3:2, 3:4. Riecht nach Spektakel anne Castroper, einmal mehr.

DER TRAINER
34 Jahre jung und schon Bundesliga-Cheftrainer – seit August 2022 steht Ole Werner im deutschen Oberhaus an der Seitenlinie des SV Werder Bremen. Er ist der jüngste amtierende Coach in der Bundesliga. Im November 2021 übernahm Werner den SV Werder Bremen und wurde prompt Teil einer Erfolgsgeschichte. Der direkte Wiederaufstieg als Vize-Zweitligameister, ein bisheriger Punkteschnitt von 2,13 und auch in der Bundesliga-Saison starteten die Grün-Weißen ordentlich. In Schleswig-Holstein geboren, fühlte sich Werner früh mit Holstein Kiel verbunden. Zunächst lief er als aktiver Spieler für die Störche auf, wurde später Jugendtrainer, Co-Trainer und schließlich Chefcoach. Bremen ist seine zweite Trainerstation nach Kiel.

DAS DUELL
Die letzte Begegnung zwischen dem VfL und Werder Bremen liegt schon eine Weile zurück – das war im Jahr 2010. Insgesamt sind sich die beiden Klubs schon 71-mal auf dem Platz begegnet. Leider hatte der Zweitliga-Aufsteiger in der Vergangenheit ein besseres Händchen als die Blau-Weißen. 44 Partien hat Bremen für sich entschieden, 10 Siege holten die Jungs vonne Castroper, 17 Remis komplettieren die Bilanz. Am 31. Mai 1980 legte der VfL im heimischen Ruhrstadion eine starke Leistung hin, schlug die Grün-Weißen am letzten Bundesliga-Spieltag mit 5:2. Das Bochumer Urgestein Michael „Ata“ Lameck erzielte damals das 2:1. Während der VfL die Saison auf Platz zehn beendete, ging es für Bremen in Liga 2.

 

Wollen wir eigentlich selbst nicht mehr lesen, aber auch dieser Spielverlauf war enorm bitter. Der VfL musste sich Werder Bremen mit 0:2 geschlagen geben. Zwei aberkannte Tore, zwei späte Gegentreffer. Es läuft aktuell halt nicht. Die Norddeutschen nehmen die Punkte mit.

Lange ist es her, dass der VfL Bochum 1848 und der SV Werder Bremen gegeneinander antraten. Samstagnachmittag gastierten die Grün-Weißen erstmals nach gut 13 Jahren wieder anne Castroper. Die Blau-Weißen wollen dabei endlich die ersten Punkte der Saison sichern. Chef-Coach Thomas Reis wechselte gleich dreimal im Vergleich zur Partie in Freiburg. Dominique Heintz und Jacek Goralski mussten aufgrund muskulärer Probleme kurzfristig passen, der Ausfall von Konstantinos Stafylidis stand schon vorab fest. Philipp Förster, Jordi Osei-Tutu und Vasi Lampropoulos rotierten in die erste Elf.  

So lief das Spiel:

1´Anpfiff! Auf geht’s, Blau-Weiß!

1‘ Guter Pass von Zoller auf Asano. Er schlägt den Ball ins kurzes Eck. Erste große Torchance für den VfL! Stark!

2‘ Was für ein Start, Stöger legt nach - aufs lange Ecke gezogen, knapp vorbei!

3‘ Der VfL macht Druck! Die Anfangsminuten gehen klar an uns.

5‘ Förster mit dem Ballgewinn, direkt sucht er den Weg in die Spitze auf Holtmann! Wir sind hier gleich voll da!

12‘ Wieder ganz fix von Stöger zu Asano. Der geht in den Übersteiger, und holt die zweite VfL-Ecke des Tages raus!

15‘ Erste Ecke für die Gäste. Lange Hereingabe, Jung macht ihn nochmal scharf. Haben wir!

17‘ Bremen findet hier so langsam ins Spiel.

19‘ Missverständnis zwischen Förster und Lampro. Der Ball rutscht durch zu Füllkrug. Aber Riemann rast aus seiner Kiste und klärt ins Seitenau!

21‘ Holtmann versuchts erneut aus der Distanz ins kurze Eck, zu wenig Power.

22‘ Ducksch plötzlich blank vor Riemann, der Keeper rettet ganz stark!

22‘ Gegenstoß Osei-Tutu! Er zieht ab, die Kugel geht knapp links am Kasten vorbei!

26‘ Großartige Parade von unserer Nummer 1! Ducksch aus spitzem Winkel!

29‘ Offener geworden das Spiel, wach bleiben!

30‘ Konter Werder. Ducksch sprintet zum Tor und zieht ab, holt allerdings nur einen Eckball raus.

33‘ Erste Gelbe Karte für die Gäste, Weiser bekommt eine Verwarnung.

34‘ Stöger legt den Ball zu Förster, leider geblockt!

36‘ Starke Stimmung im Vonovia Ruhrstadion! Die Fans sind da!

39‘ Fragwürdiger Freistoßpfiff, Zolli regt sich darüber auf. Gibt die Gelbe Karte.

41‘ Freistoß für Werder. Was für ein Geschoss! Schmidt trifft den rechten Torpfosten. Glück gehabt!

44‘ Beste Torchance für den VfL! Holtmann gibt die Kugel zu Förster, der dringt in den Sechzehner ein und zwingt Pavlenka zu einer Riesentat! Den Abpraller kann Asano beinahe über die Linie drücken, aber Jung rettet!

45‘ Nochmal Holtmann, ans Außennetz!

Pause: 0:0 nach 45 Minuten. Starker Auftritt von uns, große Chancen zu Beginn und kurz vor dem Halbzeitpfiff. Aber auch Werder mit richtig guten Gelegenheiten. Eine spannungsreiche erste Halbzeit hier anne Castroper.

46‘ Der Ball rollt wieder! Keine Wechsel.  

48‘ Erste Chance in der zweiten Halbzeit für die Blau-Weißen. Stöger gewinnt den Ball, zögert aber etwas zu lange. Ein Schlenker zu viel.

51‘ Torchance für Ducksch, er legt sich die Kugel zurecht und zieht ab – Riemann hat das Ding!

53‘ Eckstoß für den VfL. Zoller verlängert den Ball, doch Osei-Tutu trifft nicht richtig.

54‘ Bremen kommt. Weitere Großchance für Werder, doch Gamboa klärt.

57‘ Wahnsinnsstimmung, die VfL-Fans drehen richtig auf! Hier geht’s zur Sache!

61‘ Riesenparade von Riemann, Werder legt gerade ordentlich nach. Wir müssen aufpassen.

63‘ Großchance jetzt aber für den VfL! Holtmann gibt den Ball von links ins Zentrum auf Zoller, er hält den Kopf hin, doch der Keeper hält.

65‘ Kapitän Toto Losilla bringt den nächsten Ball aufs Tor, Ecke VfL!

65‘ Erster Wechsel. Hofmann kommt für Holtmann ins Spiel.

67‘ Unfassbare Unterstützung heute wieder! 25.800 Zuschauer im Vonovia Ruhrstadion!

67‘ Gute Chance für die Grün-Weißen. Ducksch zieht ab, doch Jordi ist zur Stelle.

69‘ Gelbe Karte für die Gäste. Pieper wird verwarnt.

70‘ Großchance für Toto! Stöger spielt den Freistoß aufs Zentrum, Asano gibt den Ball per Kopf auf Losilla.

71‘ Doppelwechsel beim VfL. Antwi-Adjei kommt für Zoller und Osterhage ersetzt Förster.

73‘ Auch die Gäste wechseln doppelt. Stage und Burke sind anstelle von Schmid und Ducksch in der Partie.

74‘ Nächste Großchance für den VfL! Asano will Pavlenka nach langem Riemann-Ball umkurven, bleibt hängen. Der Keeper wird dabei getroffen und muss behandelt werden.

77‘ Ein weiterer Wechsel bei den Gästen. Stark kommt für Pieper.

79‘ Antwi-Adjei kämpft im Sechzehner um den Ball, holt eine Ecke raus.

80‘ Tor für den VfL! Der Jubel ist riesig. Hofmann bugsiert das Ding ins Tor. Aber…

81‘ …der VAR greift ein. Ist das bitter. Hofmann springt der Ball an den Ellenbogen, von da ins Tor. Zählt nicht.

84‘ Hitzige Partie jetzt! Die letzten Minuten nochmal Vollgas geben.

86‘ Oh nein. Tor für Werder. Füllkrug macht‘s! Die Gäste gehen in Führung. Bitter, weil zuvor ein strittiger Zweikampf, der für Bremen ausgelegt wird.

87‘ Der VAR guckt nochmal drauf, doch der Schiri gibt das Tor.

89‘ Letzter Wechsel bei den Blau-Weißen. Ordets vorne rein, ersetzt Osei-Tutu.

90‘ Satte 7 Minuten Nachspielzeit.

90‘+1 Elfmeter für Werder. Lampro foult den schnellen Burke.

90‘+2 Tor. Füllkrug sicher, die Gäste führen mit 2:0.

90‘+5 Wir hauen uns trotzdem weiter rein, alle nach vorne!

90‘+6 Der Ball ist im Netz, der Anschlusstreffer! Aber als alle schon wieder in der eigenen Hälfte sind, meldet sich erneut der VAR. Hofmann beim Assist im Abseits, der Masovic-Treffer zählt nicht!

Ende: Wenn’s nicht läuft, dann läuft es nicht. Wir müssen uns Werder Bremen nach erneut extrem bitterem Spielverlauf geschlagen geben. Alles reingehauen, das Glück ist nicht auf unserer Seite.
Weiter versuchen. Schon am nächsten Samstag, der VfL gastiert dann im Ruhrpott-Derby beim FC Schalke 04.

VfL Bochum 1848: Riemann, Gamboa, Mašović, Lampropoulos, Osei-Tutu (90. Ordets), Losilla, Förster (71. Osterhage), Stöger, Asano, Holtmann (65. Hofmann) Zoller (71. Antwi-Adjei)
Tore: 0:1 Füllkrug (86.), 0:2 Füllkrug (90.+2, Foulelfmeter)

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch an Ole Werner und den SV Werder Bremen. Es ist wieder sehr, sehr bitter, heute ohne Punkte dazustehen. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die aufopferungsvoll gekämpft hat. Wir waren von der ersten Minute an hellwach. Nachdem Bremens Freistoß an den Pfosten ging, hatte man das Gefühl, das Quäntchen Glück sei heute auf unserer Seite. Es ist einfach sehr, sehr ärgerlich, wie wir momentan verlieren. In vier von fünf Spielen waren wir in der Lage zu punkten. Natürlich geht der Fokus jetzt nach vorne. Ich werde die Jungs wieder aufrichten, das ist meine Aufgabe.

Ole Werner (Cheftrainer SV Werder Bremen): Es war ein sehr turbulentes Spiel. Letztlich mit dem besseren Ende auf unserer Seite. Zehn Minuten haben wir gebraucht, um in die Partie zu kommen. Danach haben wir es ganz ordentlich gemacht, es aber nicht geschafft, in Führung zu gehen. Bochum war insgesamt besser im Spiel, hatte mehr vom Spiel. Aber wir hatten dann das Quäntchen Glück, in der Drangphase von Bochum zu treffen. Insgesamt war es sehr ausgeglichen. Es ist nicht einfach, in Bochum zu gewinnen. Deswegen sind wir sehr glücklich.

Anthony Losilla: Es gab heute eine Mannschaft, die die Tore gemacht hat, das war der SV Werder Bremen. Wir haben das Ding einfach nicht reinbekommen. Das Glück ist momentan nicht auf unserer Seite, es läuft vieles gegen uns. Wir haben alles gegeben, das ist für uns persönlich wichtig. Das Tor wollte einfach nicht fallen. Wir müssen weiterkämpfen und alles tun, um die Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken.

Philipp Hofmann: Wir sind natürlich enttäuscht, aber die Einstellung hat gestimmt. Wir haben von Anfang an Intensität an den Tag gelegt und uns ein paar gute Chancen herausgespielt. Es wäre ein gerechtes Unentschieden gewesen. Wir haben viel investiert, aber am Ende wurden wir nicht belohnt. Dass mein Tor aberkannt wurde, ist sehr ärgerlich. Ich wurde am Ellbogen angeschossen und mein Arm war angelegt. Wir müssen uns nun darauf konzentrieren, schnellstmöglich die ersten Punkte einzufahren.

Kevin Stöger: Wir stehen hier wieder mit leeren Händen und man fragt sich einfach nur noch warum. Dass wir das erste Tor nicht geschossen haben, ist sehr ärgerlich. Dennoch sind wir sind als Mannschaft stark aufgetreten. Bremen hat sehr starke Stürmer, dass man bei so einem Spiel keine Torchancen zulässt, ist nahezu unmöglich. Unser Ziel war es heute die ersten Punkte zu holen, daran haben wir die ganze Woche gearbeitet. Wir haben uns vorgenommen, als Mannschaft Erfolg zu haben und ich glaube man kann nicht abstreiten, dass wir heute alles gegeben haben.

Patrick Osterhage: Wir stehen nach fünf Spielen immer noch ohne Punkte da. Natürlich lässt sich das nicht schönreden. Wir haben wieder sehr gut gespielt, aber am Ende müssen wir einfach Punkte mitnehmen. Wir tun alles dafür, müssen die Gegentreffer aber mit noch mehr Willen und Kraft verhindern und selbst das Tor erzwingen. Ich würde nicht von einem Endspiel nächsten Samstag gegen Schalke sprechen, aber natürlich wissen wir, dass wir schnellstmöglich punkten müssen.