30. Spieltag

Sport-Club Freiburg
3: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  16.04.202215:30 UhrBundesliga

Drittes Duell mit dem Sport-Club. 1 zu 1 steht es aktuell nach Siegen, der VfL gewann das Hinspiel, die Breisgauer setzten sich knapp im Pokal durch. Nun geht es im nagelneuen Europa-Park Stadion in die finale Runde. Unser BLICK AUF den SC Freiburg:

DAS TEAM
Grandiose Saison, die der SC Freiburg da auf den Rasen bringt. Tabellenfünfter in der Bundesliga, Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Eine Mannschaft, die zusammengewachsen ist. Und daher auch im letzten Sommer ohne große Neuzugänge auskam. Maximilian Eggestein wurde von Absteiger Werder Bremen geholt, Nico Schlotterbeck kehrte nach Leihe aus Berlin zurück. Ansonsten integrierte Christian Streich einige SC-Talente, wie etwa Kevin Schade oder zuletzt Noah Weißhaupt. Mit Erfolg. Gerade Schlotterbeck spielte sich nach bärenstarker Saison in die Notizblöcke, nicht nur in den des Bundestrainers. Der Neu-Nationalspieler wird u.a. beim BVB oder den Bayern gehandelt. Im Mittelfeld hält Vincenzo Grifo die Zügel in der Hand. 17 Scorerpunkte bereits für den besten Torschützen der Breisgauer. Insgesamt verteilen sich die 46 Treffer munter auf den gesamten Kader. Vorne mischt auch Nils Petersen wie gewohnt kräftig mit. Vier seiner fünf Buden nach Einwechslung, mit mittlerweile über 100 Toren ist der Routinier Top-Knipser in der Geschichte der Freiburger.

DER TRAINER
Was soll man groß über Christian Streich sagen!? Ein absolutes Unikat, eine der prägendsten Figuren im deutschen Profifußball. Inspirierend. 318 Mal stand er mittlerweile in der Bundesliga an der Seitenlinie des SC. 105 Partien davon hat er gewonnen, somit ist Streich nun im Oberhaus auch der erfolgreichste Linienchef der Freiburger, vor dem legendären Volker Finke. Ein Ende ist dabei nicht in Sicht, denn auch in dieser Spielzeit hat Streich ein Team beisammen, dass die Liga aufmischt und auf bestem Wege ist, sich für den Europapokal zu qualifizieren. Doch das wird noch eine ordentliche Herausforderung, auf Platz fünf gelegen hat der Sport-Club aktuell vier Zähler Vorsprung auf Hoffenheim und Union.

DAS DUELL
Gegen den VfL soll der nächste Schritt erfolgen. Kein Selbstläufer, das wissen die Breisgauer. Schließlich setzte es im Hinspiel eine 1:2-Niederlage, die Milos Pantovic mit einem seiner bekannten Traumtore besiegelte. Zu Beginn des zweiten Durchgangs ging die Streich-Elf damals in Führung, Sebastian Polter besorgte den schnellen Ausgleich. Der Rest ist bekannt. Heber Milos, drei Punkte auf dem Konto. Enorm bitter wurde es allerdings beim Aufeinandertreffen im Pokal. 120 Minuten lang ein hart umkämpftes Duell, ehe Maxim Leitsch in der Schlussminute der entscheidende Fehler unterlief. Die Gesamtbilanz geht dennoch knapp an den VfL. 21 Partien gab es in den Bundesligen sowie im DFB-Pokal, 9 Mal siegten die Blau-Weißen, 8 Mal der SC.

Es gibt so Tage, an denen geht nicht viel. Der VfL erlebte an diesem Samstag in Freiburg so einen. Die Hausherren gewannen verdient mit 3:0, darüber hinaus wurden Kostas Stafylidis und Cheftrainer Thomas Reis des Platzes verwiesen. Mund abputzen.

30. Bundesliga-Spieltag, der VfL Bochum 1848 gastierte am Ostersamstag beim SC Freiburg. Für die Jungs vonne Castroper gab es eine Premiere: Erstmals liefen sie im Europa-Park Stadion, der neuen Heimstätte des SC, auf. 34.000 Zuschauer waren dabei, ausverkaufte Arena. Im Vergleich zum 0:0-Remis gegen Bayer 04 Leverkusen nahm Cheftrainer Thomas Reis nur eine Änderung vor. Eduard Löwen startete anstelle von Elvis Rexhbecaj.

So lief das Spiel:

1´ Die Kugel rollt. Auf geht’s, Blau-Weiß!

2´ Luftballons von der Fan-Choreo liegen auf dem grünen Rasen. Stört die Spieler aber nicht, keine Unterbrechung nötig.

3´ Die erste Möglichkeit der Partie geht an die Hausherren. Petersen setzt Eggestein in Szene, Riemann kann sich schon früh auszeichnen.

5´ Freiburg geht in Führung. Kübler kommt aus guter Position zum Abschluss und lässt unserer Nummer Eins keine Abwehrchance.

6´ Gute Reaktion der Blau-Weißen. Löwen hält aus der Distanz drauf. Satt getroffen, aber zu zentral.

8´ Noch liegen die Nerven etwas blank. Leitsch vertändelt den Ball leichtsinnig vorm Strafraum, holt ihn sich aber mit einem starken Zweikampf wieder zurück.

11´ Die erste Flanke der Blau-Weißen. Asano mit der Hereingabe von der linken Seite, Polter kommt dran, kann die Kugel aber nicht aufs Tor bringen.

15´ Hohes Pressing des VfL. Pantović stört Flekken, doch der Freiburger Keeper befreit sich.

16´ Abschluss des SC. Jeong mit dem Versuch, ein Geschenk für Riemann.

16´ Es steht 2:0 für Freiburg, Sallai trifft. Die Breisgauer sind eiskalt. Wieder fällt das Tor über unsere linke Abwehrseite, da sind wir heute bislang zu anfällig.

18´ Nicht unterkriegen lassen, Jungs! Ihr habt noch genug Zeit. Toto sucht Polter per Flanke, wird zur Ecke geklärt.

19´ Den Eckball verteidigt der SC gut weg. Löwen bringt sich nach zwei Doppelpässen in gute Schussposition, wird aber im letzten Moment gestört.

20´ 20 Minuten rum im Europa-Park Stadion. Der Start verlief alles andere als optimal für uns. Zu große Lücken in der Defensive, die die Hausherren eiskalt ausnutzen. Was Hoffnung macht: Unmittelbar nach beiden Gegentreffern haben wir uns ordentliche Möglichkeiten herausgespielt.

25´ Petersen mit dem Kopf nach einer Ecke, fast der dritte Treffer. Wir müssen schleunigst Konstanz reinbringen, damit die Partie nicht vor der Pause entschieden ist.

27´ Löwen umdribbelt zwei Gegenspieler. Technisch fein, aber die Flanke ist zu ungenau.

27´ Grifo kommt im Sechszehner zum Abschluss. Diesmal blocken wir rechtzeitig, weiter so!

31´ Gefährlicher Angriff des SC. Soares lässt sich nicht abkochen und gewinnt – wie so häufig in dieser Saison – einen Zweikampf, und zwar einen sehr wichtigen.

36´ Es bleibt dabei: Freiburg hat die besseren Chancen. Günter bringt die Kugel scharf rein, Sallai lauert am langen Pfosten und köpft knapp vorbei. Riemann wäre chancenlos gewesen.

38´ Leitsch sucht Asano per Steilpass, leider zu weit geraten.

39´ Petersen läuft in den Strafraum. Stafylidis und Soares löschen die Situation gemeinsam.

43´ Langer Abstoß von Riemann. Vorlagen geben kann er, haben wir in den vergangenen Wochen eindrucksvoll gesehen. Diesmal ist der Steilpass auf Polter zu weit.

45´ Jeong darf relativ unbedrängt schießen, zum Glück vorbei.

45´+2 Dem VfL gehört die letzte Chance vor der Halbzeit. Löwens Freistoß findet keinen Abnehmer, die folgende Flanke landet bei Bella Kotchap, der zu wenig Druck hinter den Kopfball bekommt.

Pause: Die Gastgeber führen mit 2:0 zur Pause. Verdient, keine Frage. Speziell in der Anfangsphase waren wir nicht wirklich auf dem Platz, haben zu einfache Tore kassiert. Aber gut, kommt halt auch mal vor. Dass wir zurückkommen können, haben wir schon unter Beweis gestellt. Entschieden ist das noch nicht.

46´ Der Ball rollt wieder. Cheftrainer Thomas Reis macht etwas Ungewöhnliches, was aber völlig nachvollziehbar ist: Er wechselt dreimal zur Pause. Zoller, Blum und Rexhbecaj kommen für Asano, Pantović und Soares in die Partie.

51´ Rexhbecaj wird von Blum bedient, trifft die Kugel ordentlich, geht aber knapp über den Kasten. Mehr solcher Chancen!

53´ Erste Aktion des SC in Durchgang zwei und gleich klingelt es. Sallai trifft per Kopf zum 3:0. Gibt es nicht.

54´ Sallai hat direkt die nächste Möglichkeit, Bella Kotchap klärt im letzten Moment.

58´ Abschlag von Riemann landet im Aus. Läuft einfach nicht, der dritte Freiburger Treffer fiel zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

60´ Schlotterbeck fast mit dem 4:0, aber Riemann pariert.

64´ Günter sprintet über seine linke Seite in den Sechszehner, Gamboa drängt ihn stark ab.

65´ Thomas Reis zieht auch seine letzten beiden Wechseloptionen. Locadia und Osterhage sollen für frischen Wind sorgen, Polter und Löwen gehen raus.

66´ Locadia direkt am Ball. Gefährliche Aktion, aber sein Steilpass landet beim SC.

68´ Und jetzt auch das noch. Stafylidis sieht die Rote Karte nach einem Foul an Sallai.

70´ Thomas Reis beschwert sich nach dem Platzverweis. Schiri Stegemann kommt zu ihm - und zeigt Rot! Unser Coach muss auf die Tribüne.

71´ Bleibt also bitter. Nur noch zu Zehnt für die Schlussminuten. An der Seitenlinie übernimmt Markus Gellhaus.

77´ Die Blau-Weißen versuchen nochmal, vors Freiburger Tor zu kommen. Bella Kotchap bringt die Kugel nach Zusammenspiel mit Locadia scharf rein, wird geblockt.

83´ Demirović mit der Chance aufs 4:0, haut die Kugel aber über Riemanns Kasten.

84´ Höler kommt frei zum Abschluss, schießt zentral, so kann unsere Nummer eins parieren.

87´ Ecke Blum, direkt auf den kurzen Pfosten gezogen. Geht ans Außennetz.

90´ Nicht mehr viel los. Die Gastgeber sparen sich die Kräfte für den Pokal. Das Spiel wird hier pünktlich abgepfiffen.

Ende: Verdiente Niederlage in Freiburg. Kein Beinbruch. Nächste Woche gibt es die nächste große Chance. Am kommenden Sonntag nämlich steigt unser vorletztes Heimspiel dieser Bundesliga-Saison, wenn der FC Augsburg ins Vonovia Ruhrstadion kommt (Sonntag, 24. April, 15:30 Uhr).

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Zu diesem Spiel gibt es nur eine Meinung. Wir waren in allen Belangen komplett unterlegen. In keiner Phase ist es uns wirklich gelungen, dagegenzuhalten. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass man sich nicht so präsentieren kann. Es ist einfach schade, auf diese Art und Weise zu verlieren. Freiburg ist in einer tollen Verfassung. Wenn man keine Zweikämpfe gewinnt, kann man natürlich nicht gegen solche eine starke Mannschaft bestehen. Dennoch bin ich guter Dinge, dass wir unseren Traum und unser Wunder verwirklichen werden.

Christian Streich (Cheftrainer SC Freiburg): Wir haben in den bisherigen beiden Spielen in dieser Saison gegen Bochum gesehen, welche Energie und auch fußballerische Qualität sie mitbringen. Heute waren wir fußballerisch um einiges besser. In den entscheidenden Situationen waren wir sehr wach und zweikampfstark. Wir haben einfach ein tolles Spiel gemacht. Das Publikum hat uns heute wahnsinnig geholfen. Es war noch nie annährend so laut wie heute. Das war ein Fußballtempel, das haben sich die Spieler verdient.

Anthony Losilla: Freiburg war uns heute in allen Belangen überlegen. Das war ein Zwei- bis Drei-Klassen-Unterschied. Wir waren nicht in den Zweikämpfen und haben nicht das auf den Platz gebracht, was uns ausmacht. Unser Spiel lebt sonst von Willen und Leidenschaft. Davon war nichts zu sehen. Großes Kompliment an unsere Fans, die uns wieder einmal toll unterstützt haben. Leider haben sie heute kein gutes Spiel von uns gesehen. Wir müssen im Heimspiel gegen Augsburg ein anderes Gesicht zeigen.

Simon Zoller: Wir hatten einfach keinen guten Tag heute. Wir haben von Anfang bis Ende sehr schlecht agiert, fanden keine Lösungen. Im Endeffekt hatten wir noch Glück, dass es nicht noch höher ausgegangen ist. Solche Tage gibt es eben im Fußball. Qualitätslos sind wir nicht, wir haben 36 Punkte. Heute war Freiburg einfach extrem gut und wir extrem schlecht.

Sebastian Polter: Wir haben eine sehr, sehr schlechte Leistung gezeigt. Jeder Einzelne muss sich nach diesem Spiel hinterfragen. Das hat nichts mit Bundesliga zu tun. Wir hatten einen ganz anderen Plan, haben aber nichts davon auf den Platz bekommen. Wenn man früh 0:2 hinten liegt, ist es natürlich nie einfach. Wir werfen aber nicht alles um nach einem Spiel. Wenn wir unseren Siegeswillen wieder auf den Platz bringen, können wir den Klassenerhalt schaffen.

Eduard Löwen: Das war eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison. Besonders in der ersten Halbzeit waren wir nicht da, wir haben geschlafen. Die Abstände waren riesig, Freiburg konnte immer aufdrehen und jeder lange Ball wurde gefährlich. Das war einfach bodenlos. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas mehr Druck gemacht, aber mit dem 0:3 gingen die Köpfe runter.