29. Spieltag

VfL Bochum 1848
0: 0
Bayer 04 LeverkusenBayer 04 Leverkusen

So,  10.04.202215:30 UhrBundesliga

Da kommt richtig Offensivpower auf uns zu! Am Sonntag empfangen wir anne Castroper Bayer Leverkusen. Die Werkself ist auf dem besten Wege, in dieser Saison das Champions League-Ticket zu buchen. Unser BLICK AUF #BOCB04:

DAS TEAM
Tabellendritter, sechs Zähler Vorsprung – es riecht stark nach Königsklassen-Quali. Bayer Leverkusen spielt eine spektakuläre Saison. 110 Buden fielen in den 28 Partien der Werkself. Nur in Spielen mit Bayern-Beteiligung rappelte es noch öfter. 7:1 gegen Fürth, 5:2 gegen Dortmund, 5:1 gegen Augsburg, 4:0 gegen Gladbach – torreiche Siege. Auf der anderen Seite ein 1:5 gegen Bayern, ein 2:5 in Frankfurt, ein 3:4 gegen den BVB. Auch einige Niederlagen hatten es in sich. Allerdings überwogen bis dato die Erfolgserlebnisse, ergo ist die Elf von Gerardo Seoane in der neuen Saison wohl sicher in Europa dabei. Wie angeführt, besonders ein Verdienst der Offensive. Patrik Schick hat in seinen 21 Partien grandiose 20 Saisontore beigesteuert, Moussa Diaby kommt auf 12 Buden. Schwer wiegen allerdings die jüngsten Ausfälle bei Bayer. Gerade die bittere Verletzung von Shootingstar Florian Wirtz hat Fußballdeutschland bewegt. Der 18-Jährige glänzt auf dem Spielfeld in Regelmäßigkeit und wird, bei allem Konkurrenzdenken, hoffentlich schnell wieder auf dem Platz stehen. Doch Wirtz ist nicht der einzige Akteur, der den Leverkusenern im Saisonendspurt fehlt. Amine Adli, Siegtorschütze aus dem Hinspiel, fällt mit einem Sehnenriss bis auf weiteres aus. Auch Jeremie Frimpong wird in dieser Spielzeit nicht mehr zum Einsatz kommen, das Syndesmoseband ist gerissen. Neu ist im Gegensatz zum Hinrundenduell Sardar Azmoun, der iranische Nationalspieler kam im Winter aus St. Petersburg.

DER TRAINER
Seit Saisonbeginn hat Gerardo Seoane das Sagen bei der Werkself. Für den 43-Jährigen ist es die erste Station in der Bundesliga. Zuvor war der Ex-Profi in seinem Heimatland, der Schweiz, als Trainer aktiv. Bei seinem Heimatverein FC Luzern machte er seine ersten Schritte an der Seitenline – über die U18, U21 sowie das Amt als Co-Trainer wurde er schließlich im Januar 2018 Cheftrainer. Nach einer Halbserie war dann aber Schluss in Luzern: Die Young Boys Bern lockten Seoane, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, in die Schweizer Hauptstadt. Drei Meistertitel in Serie sowie einen Cupsieg später folgte der Wechsel in die höchste deutsche Spielklasse. Dies sei „ein Sprung auf das nächste Level“, so Seoane, der sechs Sprachen fließend beherrscht, bei seinem Antritt. „Natürlich schauen wir Schweizer immer auch auf die Bundesliga. Das ist eine europäische Top-Liga, und Bayer 04 Leverkusen gehört darin seit vielen Jahren beständig zur Spitze.“ Seoane und Bayer, das scheint zu passen. Der Coach ist mit einem Vertrag bis 2024 ausgestattet und hat mit seinem Team in dieser Spielzeit weitgehend überzeugen können. Rang drei in der Liga, in der Europa League ging es bis ins Achtelfinale, ehe Atalanta Bergamo zur Endstation wurde.

DAS DUELL
Bayer Leverkusen, nicht wirklich Lieblingsgegner der Blau-Weißen. Von 58 Duellen konnte die Werkself 27 gewinnen. So auch im Hinspiel. Der VfL legte in Leverkusen einen starken Auftritt hin, musste neben Abschlusspech aber besonders einen Videoschiri verkraften, der nicht seinen besten Tag erwischte. Ausbleibender Elfmeterpfiff nach Foul von Tah, keine Rote Karte trotz brutalem Einsteigen auf Kniehöhe gegen Elvis. Zwei krasse Fehlentscheidungen, die im Nachgang für viele Diskussionen sorgten. Am Ende egal, denn der frühe Treffer von Adli besiegelte einen unglückliche VfL-Niederlage. Den letzten Sieg gegen Bayer gab es übrigens 2008, als Thomas Zdebel und Christoph Dabrowski zum 2:0-Erfolg trafen.  

 

Nächster starker Auftritt! Gegen Champions League-Kandidat Bayer Leverkusen holte der VfL einen Zähler, steht nun bei 36 Punkten. Ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die Blau-Weißen die besseren Chancen auf den Siegtreffer hatten. Auch wenn beim "vergebenen" Elfmeter von Diaby das Glück auf Bochumer Seite lag. Zur großen Freude der 25.000 Fans im ausverkauften Vonovia Ruhrstadion feierte Simon Zoller in den Schlussminuten sein Comeback.

29. Bundesliga-Spieltag, der VfL Bochum 1848 empfing am Sonntagnachmittag Bayer 04 Leverkusen anne Castroper. Das Vonovia Ruhrstadion war erstmals seit über zwei Jahren wieder ausverkauft! 25.000 Zuschauer, ein Stück Normalität kehrt zurück. Im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg bei der TSG 1899 Hoffenheim wechselte Cheftrainer Thomas Reis nur einmal. Armel Bella Kotchap kehrte nach seiner Gelbsperre für Erhan Mašović in die erste Elf.

So lief das Spiel:

1´ Die Kugel rollt. Auf geht’s, Blau-Weiß!

1´ Ein ausverkauftes Vonovia Ruhrstadion. So schön, dass ihr alle wieder hier sein könnt!

4´ Knapp vier Minuten lang ist nicht viel passiert, jetzt die erste Chance des Spiels. Schick wird von Paulinho freigespielt. Der Tscheche trifft die Kugel nicht richtig, keine Gefahr für Riemann.

5´ Jetzt die erste Möglichkeit für den VfL, wie schön war das herausgespielt! Toto drängt per Doppelpass mit Pantovic in den Sechszehner ein und überwindet Hradecky, doch der Ball kullert zu langsam, kann noch geklärt werden.

8´ Riemann muss nach einem Luftkampf kurz behandelt werden, geht aber weiter für unsere Nummer eins.

9´ Asano strotzt nach seinem Doppelpack gegen Hoffenheim vor Selbstvertrauen. Mit einem Hackenpass leitet er die Flanke von Soares ein, bekommt die Kugel wieder und schießt, wird geblockt.

10´ Freistoß Stafylidis aus dem Halbfeld. Das kann er besser, geht vorbei.

14´ Noch sind die Zuspiele und Aktionen zu ungenau, um gefährlich vors gegnerische Tor zu kommen. Gilt für beide Seiten.

16´ Das Sturmduo Riemann und Asano schlägt beinahe wieder zu. Unser Schnapper sieht, dass der Japaner steilgeht und setzt einen punktgenauen Abstoß. Im letzten Moment wird Asano entscheidend bedrängt.

17´ Fehler gemacht, und sofort wieder ausgebügelt! Bella Kotchap lässt Schick gewähren, wirft sich aber in den Schuss von Paulinho rein. So sieht Mentalität aus!

21´ Guter Angriff des VfL über vier Stationen. Bella Kotchap, Gamboa, Pantovic, Asano. Endet bei einem Einwurf, dennoch ordentlicher Versuch.

23´ Schick setzt sich im Kopfballduell durch, platziert die Kugel aber auf das Tornetz.

25´ Pantovic! Was eine Chance! Klasse Steilpass von Leitsch, Pantovic taucht frei vor Hradecky auf, wirkt aber etwas überrascht und wird noch entscheidend gestört.

27´ Auch wenn noch nicht alles funktioniert – Pantovic zeigt vollen Einsatz. Wieder läuft ein Angriff über seine rechte Seite, seine Hereingabe landet schließlich bei Leverkusens Nummer eins.

30´ Leverkusen muss verletzungsbedingt wechseln. Bakker ersetzt Tah.

33´ Gerade kommt etwas Ruhe ins Spiel. Beide Teams konzentrieren sich in erster Linie auf die Defensive.

36´ Beinahe wäre Paulinho auf und davon gewesen. Gamboa rutscht erst weg, sprintet aber nach hinten und stellt den Schussweg zu!

36´ Abschluss Demirbay, zu zentral auf Riemann.

38´ Polter fängt einen Leverkusener Fehlpass ab, wird dann gedoppelt und bleibt hängen.

41´ Zwei starke Zweikämpfe von Leitsch, zweimal ist für Schick bei unserer Nummer 29 Endstation!

42´ Soares trifft die Latte! Unser Linksverteidiger hat etwas Platz und zieht aus rund 16 Metern ab, an den Querbalken. Wäre einer für die Kategorie „Tor des Monats“ gewesen.

45 +2´ Letzte Chance vor der Pause gebührt dem VfL. Polter per Kopf nach Soares-Flanke, leider bringt unser Stürmer etwas zu wenig Wucht dahinter.

Pause: Es geht mit 0:0 in die Kabine. Ausgeglichenes Spiel mit den gefährlicheren Möglichkeiten für den VfL. Die beste Chance war sicherlich der Lattenschuss von Soares, da fehlte nicht viel. Wird eine spannende zweite Hälfte.

46´ Der Ball rollt wieder. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

47´ Nach etwas mehr als einer Minute wird der VfL gefährlich. Asano zieht aus der Distanz ab, geht drüber.

54´ Asano wird von Kossounou abgeräumt, gibt Freistoß. Gute Position, aus dem Halbfeld.

55´ Der Freistoß mündet in einer Ecke, daraus entsteht keine Gefahr.

57´ Der VfL ist besser, eine blau-weiße Führung wäre nicht unverdient.

61´ Jetzt mal eine Chance für Leverkusen nach einer Ecke. Polter köpft den Kopfball von Kossounou raus.

62´ Doppelwechsel beim VfL. Holtmann und Löwen kommen für Pantovic und Rexhbecaj in die Partie. Auf geht’s, Jungs!

63´ Elfmeter für die Gäste. Der eingewechselte Löwen trifft Paulinho, richtige Entscheidung.

65´ Diaby verwandelt die Kugel im Tor. Doch er rutscht beim Schuss weg, trifft den Ball dadurch doppelt. Der Treffer zählt nicht! Pech für Leverkusen, Glück für die Jungs vonne Castroper.

66´ Bellarabi ersetzt Paulinho bei der Werkself.

70´ Die Zuschauerzahl wird durchgesagt. 25.000, ausverkauft! Danke, dass ihr da seid!

71´ Asano steckt auf Polter durch, der trifft die Kugel nicht optimal. Gute Möglichkeit.

72´ Löwen vernascht zwei Leverkusener, bleibt dann aber kurz vorm Abschluss hängen.

75´ Wieder ist es Löwen, der Unruhe in die Gäste-Defensive bringt. Stafylidis spielt einen optimalen Pass, der Winkel für Löwen ist spitz, geht knapp vorbei.

77´ Dreifachwechsel bei Leverkusen. Alario, Sinkgraven und Palacios ersetzen Bellarabi, Hincapie und Demirbay.

78´ Palacios schießt aus der Distanz, ungefährlich.

81´ Die Bochumer Fans erheben sich. Simon Zoller kehrt nach seinem Kreuzbandriss auf den grünen Rasen zurück. Auch Blum kommt rein. Polter und Asano gehen runter.

86´ Kopfball Blum. Gut, aber nicht kräftig genug.

87´ Auch Leverkusen ist offensiv noch aktiv. Andrich zieht ab, wird zur Ecke geblockt.

90´ Wir drängen Levekusen in die eigene Hälfte. Stark so.

90´ Es gibt drei Minuten obendrauf.

90´+1 Abschluss von Zoller nach Blum-Hereingabe. Links am Kasten vorbei!

90´+3 Bayer mit einem letzten Freistoß, aber Manu schnappt sich den Ball!

Ende: Keine Tore, aber ein sehenswertes Spiel anne Castroper mit einem mehr als verdienten Punkt für die Blau-Weißen. Große Freude über einen starken Auftritt, nicht nur bei Rückkehrer Simon Zoller! Am Ostersamstag können wir beim SC Freiburg den nächsten Schritt Richtung Klassenerhalt machen (Samstag, 16. April, 15:30 Uhr).

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Den Punkt nehmen wir gerne mit. Leverkusen ist eine tolle Mannschaft, sie haben unheimlich viel Tempo in ihren Reihen. Wir haben sehr, sehr gut verteidigt, wenig zugelassen. Bei dem Elfmeter hatten wir natürlich Glück, das war kurios. Es war ein sehr spannendes und offenes Spiel mit sehr viel Tempo. Die Kulisse fand ich heute sensationell, von der ersten bis zur letzten Minute war Unterstützung da. Der Punkt wurde gefeiert wie ein Sieg. Wir sind unserem Ziel ein Stück nähergekommen.

Gerardo Seoane (Cheftrainer Bayer 04 Leverkusen): Das Unentschieden ist gerecht. Beide hatten wenige Möglichkeiten. Das lag daran, weil es beide Teams geschafft haben, die Stärken des Gegners nicht zum Zuge kommen zu lassen. Großes Kompliment an die Zuschauer. Es war eine tolle Kulisse mit einer sehr guten Stimmung. Wir hätten gerne mehr Punkte mitgenommen, der Elfmeter war natürlich bitter. Aber das Unentschieden ist absolut gerecht. Bochum hat uns mit ihren schnellen Spielern immer wieder in Schwierigkeiten bereitet.

Simon Zoller: Es fühlt sich sehr gut an, wieder auf dem Platz zu stehen. Es waren lange sieben Monate und ich bin sehr glücklich. Die Fans stehen hinter einem, wenn man sich für den Klub zerreißt. Das habe ich in den letzten Jahren getan, denke ich. Ich freue mich, wieder anzugreifen und wieder dabei zu sein. Ich fühle mich gut. Natürlich fehlt noch etwas, aber das kommt mit der Zeit. Wir sind dem Klassenerhalt wieder ein Stück näher gekommen.

Sebastian Polter: Es war ein schweres Spiel für uns. Am Ende geht es immer um Punkte, und den Punkt haben wir uns heute verdient. Wir hätten auch gewinnen können, aber so ist Fußball. Wir sind unserem Traum einen Punkt nähergekommen. Simon hat hart an sich gearbeitet. Er hat sich den Einsatz nach drei Trainingswochen verdient. Der Punkt ist auch für Simon. Er ist sehr wichtig für uns. Wir brauchen ihn sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine. Wir müssen weiter so kämpfen, dann schaffen wir den Klassenerhalt.

Maxim Leitsch: Der Punkt ist auf jeden Fall gerecht. Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit gute Möglichkeiten. Wir sind ein paarmal außen durchgebrochen, haben leider zu wenig daraus gemacht. Mit dem Punkt können wir aber zufrieden sein. Der Klassenerhalt ist noch nicht geschafft, es stehen noch ein einige Spiele aus. Aber es sieht gut für uns aus.