24. Spieltag

VfL Bochum 1848
0: 1
RB LeipzigRB Leipzig

So,  27.02.202215:30 UhrBundesliga

Die Englische Woche mit drei Heimspielen am Stück beginnt! Zum Auftakt empfangen wir in der Bundesliga RB Leipzig. Für Cheftrainer Thomas Reis gehören die Sachsen zu den Top-3 in Deutschland. Wir richten den BLICK AUF Leipzig:

DAS TEAM
Leipzig ist ins Rollen gekommen. Das ist längst nicht am jüngsten 6:1-Erfolg in der Liga festzumachen, die „Alte Dame“ aus der Hauptstadt hatte letztlich deutlich das Nachsehen. Unter Neu-Coach Domenico Tedesco hat sich RB stabilisiert und in der Bundesliga Platz für Platz gutgemacht. Aktuell liegen die Sachsen auf Rang vier, die erneute Champions League-Teilnahme ist also in greifbare Nähe gerückt. Das war wahrlich nicht immer so in dieser Spielzeit. Zum Abschluss der Hinserie lag Leipzig gerade mal einen Zähler vor dem VfL. Das lag an der fehlenden Konstanz der ersten Saisonhälfte. Sieben Niederlagen nach 17 Spielen, das kannte man in Leipzigs Bundesligageschichte so noch nicht. Neuzugang André Silva, der in der Vorsaison für die Eintracht quasi alles traf, litt lange unter Ladehemmung. Auch andere Neuzugänge wie Brobbey (mittlerweile wieder bei Ajax) oder Ilaix Moriba (nun Valencia) zündeten noch nicht. Danny Olmo fiel nach intensivem Sommer inklusive Olympia-Teilnahme für längere Zeit aus. So lag es vor allem wieder bei Christopher Nkunku, seine Farben im Rennen um die angestrebten Ziele zu halten. Das gelang ihm. 13 Tore (zwei davon im Hinspiel gegen den VfL), 10 Vorlagen. Starke Saison des Franzosen, der auch im Europapokal fleißig getroffen hat.

DER TRAINER
36 Jahre jung und RB Leipzig ist bereits seine vierte Trainerstation im Profifußball. Domenico Tedesco erlebteine bewegte Karriere. Los ging es bei Erzgebirge Aue, die er mit einem starken Schlussspurt vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit bewahrte. Prompt wurde der gebürtige Italiener vom FC Schalke 04 abgeworben. Mit den Knappen holte er die Vizemeisterschaft und zog ins Achtelfinale der UEFA Champions League ein. Nach Spartak Moskau folgte also der Schritt nach Leipzig. Für beide Seiten Stand jetzt eine goldrichtige Entscheidung: Tedesco coacht eines der ambitioniertesten Teams im deutschen Oberhaus, die Sachsen haben sich seit seiner Amtsübernahme enorm stabilisiert und sind auf dem Weg ins internationale Geschäft.


DIE BILANZ
Erst sechsmal trafen die Blau-Weißen bislang auf den 2009 gegründeten RB Leipzig. Die Bilanz aus Bochumer Sicht ist sehr ernüchternd. Alle sechs Partien entschieden die Sachsen für sich. Was dennoch Mut machen sollte: Der VfL empfängt die Bullen nun zum ersten Mal im deutschen Oberhaus anne Castroper. Im Oktober 2015 unterlagen die Blau-Weißen den Leipzigern in der 2. Bundesliga zwar mit 0:1. Doch das Spiel blieb lange offen, erst Mitte der zweiten Halbzeit schoss Marcel Sabitzer das entscheidende Tor. Keine Schande für den VfL, wenn man bedenkt, dass RB nach dieser Spielzeit als Tabellenzweiter in die Bundesliga aufgestiegen ist. Bochum stand am Ende auf einem guten fünften Rang.

 

Bitterer Sonntagnachmittag für den VfL. Gegen Leipzig zeigte die Reis-Elf erneut eine couragierte Leistung, erarbeitete sich vor allem im zweiten Durchgang eine ganze Reihe an Top-Chancen. Am Ende entscheidet aber ein heller Moment des eingewechselten Nkunku die Partie. Schmeichelhaft für RB, ärgerlich für Blau-Weiß.

24. Bundesliga-Spieltag, der VfL Bochum 1848 startete nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart in die wichtige Englische Woche. Drei Partien binnen einer Woche anne Castroper – den Auftakt machte das Aufeinandertreffen gegen Vizemeister RB Leipzig. 10.000 Zuschauer waren im Vonovia Ruhrstadion dabei. Cheftrainer Thomas Reis nahm im Vergleich zum Punktgewinn in Stuttgart vier Änderungen vor. Sebastian Polter stürmte anstelle von Jürgen Locadia. Elvis Rexhbecaj kehrte nach Gelb-Sperre für Patrick Osterhage zurück in die Startformation. Auch Takuma Asano und Eduard Löwen rückten neu in die erste Elf, dafür blieben Gerrit Holtmann und Christopher Antwi-Adjei zunächst draußen.

So lief das Spiel:

1´ Die Kugel rollt. Auf geht’s, Blau-Weiß!

2´ Poulsen setzt den ersten Akzent in dieser Partie. Der Leipziger Stürmer tankt sich durch und flankt halbhoch in den Sechszehner, Riemann ist da.

6´ Leipzig hat mehr Ballbesitz und versucht, das Heft in die Hand zu nehmen. Der VfL steht aber defensiv stabil.

7´ Bella Kotchap rasselt mit Mukiele aneinander. Der Leipziger bleibt lange auf dem Platz liegen, kann aber weitermachen.

9´ Guter langer Ball auf Löwen, wird zur ersten Ecke für die Blau-Weißen geklärt.

10´ Löwens Eckstoß kommt zu flach rein, keine Gefahr.

13´ Jetzt wird der VfL aktiver. Asano wird steil geschickt, holt die nächste Ecke raus. Beim anschließenden Eckball zeigen Pantovic und Polter eine schöne Doppelpass-Kombination, Leipzigs Keeper Gulasci faustet die Kugel raus.

14´ Gamboa schießt aus 20 Metern voller Selbstbewusstsein aufs Tor. Wieso auch nicht? Gegen Bayern sprang ein Traumtor dabei heraus. Diesmal geht er aber deutlich drüber.

18´ Ein Fall für die Randnotiz: Bella Kotchap setzt sich im Zweikampf durch und schießt den Ball hoch in die Lüfte – das Spielgerät bleibt tatsächlich auf dem Stadiondach liegen.

20´ Das hohe Pressing des VfL schlägt an. Löwen fängt einen Pass von Gulasci ab, leider entsteht nicht mehr aus der Situation.

22´ Erster richtig gefährlicher Angriff der Gäste. Leitsch klärt in höchster Not, Poulsens Kopfball im zweiten Anlauf geht vorbei.

23´ Wie schön ist das bitte gespielt! Asano per Hacke zu Löwen, der schickt unseren Japaner lang – gibt Eckball.

24´ Die Ecke wird kurz ausgeführt. Löwen setzt sich anschließend stark durch und bringt eine scharfe Flanke rein, leider fehlt der Abnehmer.

25´ Kontermöglichkeit für RB – Leitsch setzt Poulsen gut unter Druck, Gamboa macht den Angriff schließlich zunichte.

30´ Leipzig sucht Poulsen oft mit langen Bällen, doch der dänische Stürmer macht ein ums andere Mal keinen Stich gegen die VfL-Defensive.

34´ Ein richtiger Spielfluss kommt an diesem Sonntagnachmittag noch nicht zustande. Beide Teams finden bislang nicht die spielerischen Lösungen und neutralisieren sich gegenseitig.

35´ Sinnbildlich für die ersten 35 Minuten: Die Gäste schlagen einen langen Ball auf Poulsen, Leitsch ist zur Stelle.

37´ Poulsen bleibt nach einem harmlosen Zweikampf am Boden liegen, nicht zum ersten Mal. Dafür erntet er reichlich Pfiffe der Bochumer Fans.

43´ Angelino hatte fast freie Schussbahn – doch Gamboa ist im letzten Moment mit dem Fuß dazwischen. Ganz stark!

Pause: Es geht mit 0:0 in die Pause. Gerecht, weil keine Mannschaft das Spiel an sich reißen konnte. Die Gäste hatten zwar die etwas gefährlicheren Torchancen, aber keine konnte die starke VfL-Defensive überwinden. Der Ausgang der Partie ist total offen.

46´ Der Ball rollt wieder. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

50´ Sehr starker Angriff über die linke Seite des VfL. Löwen, Pantovic und Polter kombinieren sich durch, teils mit feinen Hackenpässen. Löwen holt letztlich eine Ecke heraus.

50´ Scharf getretene Ecke von Löwen, Gulasci ist zur Stelle.

54´ Rexhbecaj zieht mal ab. Satt getroffen, nur etwas zu zentral.

55´ Gefährliche Aktion der Gäste. Orban taucht nach einem Freistoß fast frei vor Riemann auf, kann die Kugel aber nicht kontrollieren.

56´ Riesenchance VfL! Pantovic schießt nach Vorarbeit von Asano aus rund 16 Metern, da fehlte nicht viel!

58´ Rexhbecaj traut sich erneut aus der Distanz, verzieht aber.

59´ Dreifachwechsel bei den Gästen. Silva, Nkunku und Olmo kommen für Poulsen, Szoboszlai und Adams.

61´ Die Blau-Weißen befreien sich gut aus dem Leipziger Pressing. Rexhbecaj schickt Polter lang, Gulasci läuft frühzeitig aus seinem Kasten und schießt die Kugel weg.

65´ Nkunku verlagert mit einem hohen Ball die Seiten. Forsberg versucht es per Volley, trifft die Kugel aber nicht richtig.

67´ Der namhafte Dreifachwechsel hat bei RB Schwung reingebracht. Das ist deutlich zu spüren. Dennoch verteidigt der VfL weiterhin souverän.

70´ Fast die Führung für die Jungs vonne Castroper! Unser Capitano köpft nach einer Löwen-Ecke gezielt aufs Tor, die Kugel streift die Oberkante der Latte.

72´ Auch Thomas Reis startet einen Dreifachwechsel. Locadia, Holtmann und Antwi-Adjei betreten den Rasen. Polter, Asana und Pantovic gehen runter.

73´ Die Neuen fügen sich direkt gut ein. Locadia macht einen Ball fest. Löwen sucht anschließend Holtmann, der den Steilpass aber nicht erreichen kann.

74´ Locadia stellt die RB-Abwehr vor Probleme. Er täuscht an, verzögert und schießt. Wird zur Ecke geklärt.

77´ Die Führung für den VfL liegt in der Luft. Erst Antwi-Adjei an den Pfosten, dann Löwen. Ein Leipziger ist noch dazwischen. Der Sieg ist möglich!

82´ Ist das bitter. In einer starken blau-weißen Phase gehen die Gäste in Führung. Nkunku erzielt das 0:1.

85´ Rexhbecaj zieht ab, geht knapp über den Leipziger Kasten.

85´ Vierter Wechsel auf Seiten des VfL. Blum kommt für die Schlussminuten für Löwen.

87´ Gamboa sieht Gelb. Clever gegen Nkunku. Da wäre Leipzig wohl durchgewesen.

90´ Es gibt nur drei Minuten obendrauf. Angesichts der Leipziger Fallsucht eigentlich zu wenig.

90´+3 Wir kommen nicht mehr vor das gegnerische Gehäuse. Leipzig wird hier die Punkte mitnehmen.

Ende: Poah, das ist bitter. Das eine Tor reicht den Leipzigern, die sich hier über eine Niederlage nicht hätten beschweren dürfen. Alles rausgehauen, das honorieren die VfL-Fans. Bleibt dabei, die Sachsen sind wahrlich nicht unser Lieblingsgegner. Die Englische Woche anne Castroper nimmt weiter ihren Lauf. Am Mittwochabend steigt das DFB-Pokal-Viertelfinale, wenn der SC Freiburg ins Vonovia Ruhrstadion kommt (Mittwoch, 02. März, 20:45 Uhr).

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Niederlagen tun immer weh. Umso bitterer, wenn sie so zustande kommen wie heute. Die erste Hälfte war ausgeglichen, Leipzig hatte die einzige Torchance auf beiden Seiten. Im zweiten Durchgang waren wir sehr aktiv und der Führung sehr nahe. Dann ging der Ball zweimal übers Tor und es kam noch ein bisschen Pech dazu. Beim Gegentreffer hat man dann Leipzigs Qualität gesehen. Aus einem guten Konter haben sie ein sehr, sehr gutes Tor geschossen. Das müssen wir so hinnehmen. Dennoch bin ich stolz auf meine Mannschaft, dass wir wieder einmal gegen solch eine Topmannschaft bestanden haben. Ich sehe weiterhin unsere Entwicklung. Wenn wir so weitermachen, werden wir definitiv die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen.

Domenico Tedesco (Cheftrainer RB Leipzig): Natürlich sind wir sehr glücklich über die drei Punkte. Man hat gesehen, warum nur wenige Mannschaften in Bochum gewinnen. Der VfL hat uns sehr viel abverlangt, ist schwierig zu bespielen. Dennoch haben wir sehr gut verteidigt und waren richtig gut im Spiel. Wir haben den Schlagabtausch angenommen und viele wichtige Zweikämpfe gewonnen. Am Ende ist der Sieg schon ein bisschen glücklich, weil Bochum in der zweiten Hälfte besser war.

Anthony Losilla: Wir haben gegen einen starken Gegner lange Paroli geboten. Wir hatten auch die besseren Chancen. Aber so ist eben Fußball. Wenn man die Chancen nicht nutzt, läuft man immer Gefahr, ein Tor zu kassieren. Leipzig hat eine hohe Qualität, sie benötigen nicht viele Möglichkeiten. Wir können aber viel Positives mitnehmen, es war eine gute Leistung von uns.

Gerrit Holtmann: Wir wussten, was für eine Qualität heute auf uns zukommt. Leipzig hat in den letzten Wochen sehr schönen Fußball gespielt. Gegen solch eine Mannschaft kann man schnell mal drei, vier Tore kassieren. Doch wir haben das Spiel heute sehr offen gestaltet. Vor dem 0:1 hätten wir in Führung gehen können. Am Ende ist es einfach bitter, wenn du gegen eine Mannschaft verlierst, die kaum Torchancen hatte.

Cristian Gamboa: Es war ein schwieriges Spiel für uns. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die individuell eine sehr hohe Qualität besitzt. Dennoch haben wir es gut gemacht. Wir haben den Glauben auf den Platz gebracht, dass wir gewinnen können. Dass wir kein Tor erzielten, ist natürlich bitter. Leipzig nutzte ihre einzige Möglichkeit dann eiskalt. Das ist eben Bundesliga.