12. Spieltag

Bayer 04 Leverkusen
1: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  20.11.202115:30 UhrBundesliga

Die Länderspielpause ist vorbei, jetzt ist wieder Bundesliga angesagt! Der VfL ist am Samstag (15:30 Uhr) bei Bayer 04 Leverkusen zu Gast. Nur 70 Kilometer liegen zwischen unserem Schmuckkästchen und dem Stadion der Werkself – es dürften sich also zahlreiche blau-weiße Anhänger auf den Weg nach Leverkusen machen. Alles Wissenswerte zum kommenden Gegner verrät wie gewohnt unser BLICK AUF:

DAS TEAM 
Derzeit wird die Werkself von einigen Verletzungssorgen geplagt. Lucas Alario wird voraussichtlich gegen den VfL nicht zum Einsatz kommen können – den argentinischen Stürmer plagen derzeit Knieprobleme. Darüber hinaus stehen noch Fragenzeichen hinter den Einsätzen von Florian Wirtz, Karim Bellarabi, Charles Aranguiz und Patrik Schick. Zumindest Teileinsätze könnten für den ein oder anderen jedoch möglich sein, erklärte Trainer Gerardo Seoane. Nach zuletzt zwei Punkten aus vier Ligaspielen will die Werkself wieder in die Spur kommen. Zuletzt gab es ein 1:1 bei Hertha BSC – und das in letzter Sekunde. Lange Zeit liefen die Rheinländer dem Rückstand hinterher, erst in der 90. Minute sicherte der Ex-Unioner Robert Andrich den Leverkusenern mit seinem Treffer einen Zähler. Zuvor blieb die Seoane-Elf gegen Wolfsburg (0:2), Köln (2:2) und Bayern (1:5) sieglos, schied darüber hinaus in der zweiten Pokalrunde gegen den Zweitligisten aus Karlsruhe aus. Einziges Erfolgserlebnis war ein souveräner 4:0-Erfolg in der Europe League gegen Real Betis Sevilla.

DER TRAINER 
Seit Saisonbeginn hat Gerardo Seoane das Sagen bei der Werkself. Für den 43-Jährigen ist es die erste Station in der Bundesliga. Zuvor war der Ex-Profi in seinem Heimatland, der Schweiz, als Trainer aktiv. Bei seinem Heimatverein FC Luzern machte er seine ersten Schritte an der Seitenline – über die U18, U21 sowie das Amt als Co-Trainer wurde er schließlich im Januar 2018 Cheftrainer. Nach einer Halbserie war dann aber Schluss in Luzern: Die Young Boys Bern lockten Seoane, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, in die Schweizer Hauptstadt. Drei Meistertitel in Serie sowie einen Cupsieg später folgte der Wechsel in die höchste deutsche Spielklasse. Dies sei „ein Sprung auf das nächste Level“, so Seoane, der sechs Sprachen fließend beherrscht, bei seinem Antritt. „Natürlich schauen wir Schweizer immer auch auf die Bundesliga. Das ist eine europäische Top-Liga, und Bayer 04 Leverkusen gehört darin seit vielen Jahren beständig zur Spitze.“ 

DIE BILANZ 
Mit Blick auf die Historie wird schnell deutlich, dass Bayer Leverkusen gewiss kein Lieblingsgegner des VfL ist. Aus 57 Duellen gingen die Rheinländer 26-mal als Sieger hervor. Die Bochumer lediglich 18-mal. 13 Unentschieden komplettieren die Bilanz. Der letzte blau-weiße Sieg liegt zurück im Jahr 2008. Damals sorgten Tomasz Zdebel und Christoph Dabrowski für den Heimsieg anne Castrop. Den letzten Auswärtsdreier gab es im April 2007: 1:4 zu Gunsten der Gäste leuchtete damals das Endergebnis von der Anzeigetafel. Ein Eigentor von Karim Haggui, ein Treffer von Anthar Yahia und ein Doppelpack von Theofanis Gekas ließen die Bochumer jubeln. Da tat der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 1:3 von Sebastian Kießling der Stimmung keinen Abbruch – zumal der Leverkusener Dauerbrenner wenig später die Rote Karte sah. 
 

Der VfL hat auch beim Europapokal-Starter aus Leverkusen einen bärenstarken Auftritt hingelegt, vielleicht die beste Auswärtsleistung dieser Saison dargeboten. Leider wurde dies nicht belohnt. Viele Chancen, ein gut aufgelegter Bayer-Keeper sowie ein Videoschiedsrichter, der nicht seinen besten Tag erwischt hat. Am Ende reicht Bayer ein frühes Tor von Adli für drei schmeichelhafte Punkte.

Die Länderspielpause ist um, die Bundesliga ist zurück. Der VfL Bochum 1848 trat am Samstagnachmittag bei Bayer 04 Leverkusen an. Cheftrainer Thomas Reis war im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim zu einer Änderung in der Startelf gezwungen: Christopher Antwi-Adjei übernahm für den verletzten Danny Blum. Auch im Kader gab es einige Änderungen. Gerrit Holtmann und Patrick Osterhage fehlten verletzt, dafür waren Silvère Ganvoula, Tarsis Bonga und Herbert Bockhorn wieder dabei.

So lief das Spiel:

2´: Rexhbecaj probiert es wuchtig aus der Distanz – die Kugel geht an den linken Außenpfosten. Das war wirklich knapp.

3`: Tor. Das gibt es doch nicht. Adli köpft am zweiten Pfosten, Riemann ist da, pariert die Kugel aber hinter der Linie. 1:0 für die Gastgeber.

8´: Freistoß für den VfL nach Foul an Soares. Löwen übernimmt den Standard aus gut 25 Metern. Er bringt die Kugel aufs Gehäuse, doch Hrádecký ahnte die rechte Ecke und ist zur Stelle.

15`: Ecke für den VfL, Löwen übernimmt. Die Kugel kommt direkt auf den Kopf von Losilla, doch Demirbay ist im Weg. Es gibt eine zweite Ecke, die allerdings nichts einbringt.

16´: Großchance für die Werkself! Andrich mit einem weiten Ball aus dem Halbfeld direkt auf den Kopf von Wirtz. Der junge Stürmer ist völlig unbedrängt, setzt den Ball aus sieben Metern aber knapp neben den Kasten von Riemann.

18´: Nächster Abschluss für die Bochumer, wieder aus der Distanz. Löwens Schuss segelt allerdings über das Tor.

26´: Jetzt wird es kurios! Wieder Ecke für die Leverkusener, Demibay will kurz ausführen, doch der Ball landet bei Antwi-Adjei, der sogleich den Konter einleitet. Über Asano landet der Ball schließlich bei Polter, der kurz vor dem Kasten hängen bleibt und nochmal auf den Japaner zurücklegt. Asanos Schuss wird geblockt, die Chance ist vertan.

30´: Die erste Gelbe Karte der Partie geht an Firmpong – und damit ist der Leverkusener noch gut bedient, denn bei seinem harten Einsteigen trifft er Rexhbecaj voll auf Kniehöhe. Doch kein Zeichen des VAR…

38´: Langer Ball in die Spitze, Tah kann nicht konsequent klären – und da ist auch schon Asano zur Stelle. Der quirlige Japaner

39´: Dicke Chance für der Hausherren, wieder durch Wirtz. Glück für den VfL, dass die Kugel nur wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbeigeht.

41´: Riemann pariert stark vor Sinkgraven. Zuvor hätte es auch gut und gern einen Elfer für den VfL geben können für ein Foul von Tah an Antwi-Adjei. Doch wieder bleibt der VAR stumm.

Pause: Trotz frühem Rückstand steckt der VfL hier keinen Zentimeter zurück, sondern spielt ordentlich mit. Das Glück ist leider noch nicht auf der Seite der Blau-Weißen – weder was die Chancenverwertung betrifft noch in puncto VAR. Doch das Ding hier bei der Werkself ist noch nicht durch.

46´: Ohne Wechsel geht es weiter mit dem zweiten Durchgang.

48´: Diaby reißt Soares um und sieht dafür die Verwarnung.

49´: Der VfL startet wie die Feuerwehr in die zweite Hälfte. Asanos Flanke landet über Löwen bei Antwi-Adjei. Unsere Nummer 22 verzieht jedoch aus zweiter Reihe.

56´: Hier geht was! Löwen spielt die Kugel rein, Sinkgraven rettet noch vor Asano zur Ecke.

57´: Die Ecke zu Gunsten der Bochumer endet in einem gefährlichen Konter der Hausherren. Nach einem Sprint über gut 60 Meter setzt Wirtz das Spielgerät links neben das Gehäuse von Riemann.

62´: In den vergangen Minuten hat der VfL gleich drei Abschlüsse durch Löwen, Rexhbecaj und Asano. Allesamt jedoch nicht wuchtig genug und ohne Probleme für Hradecky.

63´: Mašović ist nun auch vorbelastet. Es ist die 4. Gelbe Karte in der laufenden Spielzeit.

67´: Der VfL wieder im Vorwärtsgang! Asano prüft Hradecky, doch der klärt zur Ecke.

70´: Doppelwechsel beim VfL: Bockhorn und Pantović kommen für Antwi-Adjei und Rexhbecaj.

71´: Wieder VfL, dieses Mal Losilla. Hradecky muss zulangen und wieder gibt es Eckball für den VfL.

78´: Paulinho frei vor Riemann, doch unser Keeper bleibt eiskalt und gewinnt das Duell.

80´: Diaby aus spitzem Winkel, doch Riemann ist zur Stelle.

81´: Geballte Offensivpower jetzt beim VfL: Ganvoula und Novothny ersetzen in den letzten Minuten Polter und Löwen.

83´: Pantovic bringt den Ball flach herein, aber Asano denkt da wohl, dass noch ein Mitspieler hinter ihm wartet. War leider nicht der Fall...

86´: Die Fans feiern sich und den VfL hier weiter durchgehend! Gänsehaut!

90´: Drei Minuten Nachspielzeit hier! Gibt es hier noch den Lucky Punch?

90´+1: Soares taktisch gegen Wirtz, gibt Gelb.

90´+3: Bayer hat Zeit, spielt das Dingen hier runter.

Ende: Das tut schon ein bisschen weh. Keine Zähler für so einen starken Auftritt. Und doch überwiegt der Stolz! Auf alle Blau-Weißen! Am Ende reicht Bayer das frühe Tor von Adli für drei Punkte.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Ein Statement abzugeben, ist heute schwierig. Erst einmal herzlichen Glückwunsch an Leverkusen zum Sieg. Im Endeffekt kann ich meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass man bei uns in den Auswärtsspielen eine Entwicklung sieht. Zwei Entscheidungen sind zudem heute gegen uns gefallen, die auch zu unserer Gunst hätten entschieden werden können. Wir wollten dem Druck heute standhalten. Wir wussten, dass Leverkusen ein brutales Umschaltspiel hat. Das hat man in vielen Situationen gesehen. Der einzige Kritikpunkte heute ist, dass wir am Anfang im Mittelfeld ohne Mann rumgelaufen sind und es dadurch Leverkusen zu einfach gemacht haben. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass wir unsere Umschaltsituationen besser ausspielen. Ich finde, bei allem Respekt, dass ein Punkt verdient gewesen heute. Mit der ein oder anderen Entscheidung zu unseren Gunsten, hätte das Spiel kippen können. Wir werden auf diesem Weg weitermachen.  

Gerardo Seoane (Cheftrainer Bayer 04 Leverkusen): Danke für die Glückwünsche. Es war ein erwartet schwieriges Spiel. Wir wollten nicht so ein offenes Spiel. Wir hatten sehr viele Situationen, die wir nicht gut zu Ende gespielt haben. Gleichzeitig haben wir Chancen zugelassen, die wir nicht zulassen wollten. Aus meiner Sicht sind wir der verdiente Sieger, auch wenn es uns der Gegner schwer gemacht hat.

Christopher Antwi-Adjei:Wir sind natürlich sehr traurig nach dieser Partie. Wir gehen früh in Rückstand, haben uns dann ins Spiel gekämpft. Mit ein bisschen mehr Entschlossenheit vor dem Tor oder ein bisschen Glück, dass wir den Elfmeter bekommen, wäre ein Punkt möglich gewesen. 

Anthony Losilla: Es ist sehr bitter, wir haben heute hart gearbeitet, konnten uns am Ende aber nicht dafür belohnen. Wir haben bei einem starken Gegner auswärts eine gute Leistung gezeigt – damit können wir arbeiten. 

Elvis Rexhbecaj: Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um in die Partie zu finden. Dafür wurden wir gleich bestraft. Danach haben wir ein gutes Spiel gemacht, konnten uns aber nicht belohnen. Zudem ist es aus meiner Sicht eine klare Rote Karte, weil er mich voll trifft. Auch den Elfmeter kann man für uns pfeifen. Wir wissen nicht, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn diese beiden Entscheidungen für uns getroffen worden wären.  

Sebastian Polter: Wenn man den Aufwand und Leidenschaft sieht, die wir schon seit einigen Spielen auf den Platz bringen, dann ist es sehr ärgerlich, dass wir heute ohne Punkte dastehen. Wir wissen, dass Leverkusen eine sehr gute Mannschaft hat und auch individuell auf allen Positionen sehr stark besetzt ist. Nichtsdestotrotz finde ich, dass wir heute stolz auf unsere Leistung sein können. Natürlich bin ich aber auch Realist und weiß, dass wir am Ende Tages ohne Punkte dastehen.