9. Spieltag

VfL Bochum 1848
2: 0
Eintracht FrankfurtEintracht Frankfurt

So,  24.10.202119:30 UhrBundesliga

Englische Woche vor der Brust: Drei Spiele in sieben Tagen, den Auftakt macht unsere Partie gegen die Eintracht. Am Sonntagabend haben wir Besuch aus Hessen, erstmals seit 2013. Beim kommenden Gegner läuft noch nicht alles glatt, die Elf von Neu-Coach Oliver Glasner hat in dieser Spielzeit bereits Höhen und Tiefen hinter sich gebracht.

DAS TEAM
Das Gesicht der Eintracht hat sich im Sommer geändert. Besonders natürlich auf Funktionsebene, schließlich ist das Erfolgsduo Bobic/Hütter nicht mehr in Frankfurt aktiv. In Sachen Kaderzusammenstellung musste man bei den Hessen in allererster Linie den herben Verlust von Top-Knipser André Silva kompensieren. Als Ersatz wurde der Kolumbianer Rafael Borré (River Plate) verpflichtet, im Zuge der Sommer-Transferperiode stieß auch noch der Niederländer Sam Lammers (Bergamo) hinzu. In der Offensive kennen sich auch die Neuen Jens-Petter Hauge (AC Mailand) und Jesper Lindström (Bröndby) aus. Dennoch war die Transferphase besonders von zwei Akteuren geprägt, die noch immer im Frankfurter Kader stehen, diesen Sachverhalt aber ganz gerne geändert hätten. Filip Kostic und Amin Younes wollten ihre Abgänge erzwingen, mussten letztlich aber in Frankfurt bleiben. Während Younes keine Rolle mehr spielt, glänzt Kostic nach seiner Begnadigung als Top-Scorer der Eintracht.  

DER TRAINER
Die Eintracht kommt unter ihrem neuen Trainer Oliver Glasner wie erwähnt noch nicht so recht in Schwung. Ein Sieg, fünf Unentschieden und zwei Niederlagen sind die Bilanz aus den bisherigen acht Spieltagen. „Es ist unsere, es ist meine Aufgabe, Lösungen zu finden“, erklärte der Cheftrainer, der seit Saisonbeginn in Frankfurt ist, jüngst. In puncto Abstimmungen seien seine Mannschaft und er „noch mittendrin“. Nach zwei Jahren beim VfL Wolfsburg, gekrönt vom Einzug in die UEFA Champions League, zog es den Österreicher im Sommer nach Frankfurt. Zuvor war der der 47-Jährige für mehrere Klubs in seinem Heimatland tätig – unter anderem als Sportkoordinator und Co-Trainer bei RB Salzburg oder Cheftrainer bei LASK, mit denen er 2017 die Zweiligameisterschaft holte.

DIE DUELLE
Historisch gesehen ist die Eintracht in der Bundesliga der Lieblingsgegner des VfL, denn gegen kein anderes Team punkteten die Bochumer öfter. Satte 23 Siege gab es bislang gegen die Frankfurter – 18 davon feierte man daheim an der Castroper Straße. Beste Vorzeichen also für das Duell zum Abschluss des neunten Spieltags. Den letzten Sieg gegen die Hessen gab es übrigens am vorletzten Spieltag der Saison 2008/09. Damals sorgten Vahid Hashemian und Diego Klimowicz mit ihren Toren für die drei Punkte, die sehr wichtig waren für den späteren Klassenerhalt der Bochumer. Das letzte direkte Aufeinandertreffen der beiden Teams stammt aus dem DFB-Pokal. In der Saison 2013/14 reisten wir als Zweitligist in Richtung Hessen, Patrick Fabian und Co. mussten sich damals in der 2. Runde nach Treffern von Ex-VfLer Inui und Aigner mit 0:2 geschlagen geben.

Der zweite Dreier in Folge, wieder zu Null - Feiertag anne Castroper! Der VfL Bochum 1848 hat nach einer richtig starken Leistung auch Eintracht Frankfurt besiegen können. Danny Blum stellte schon früh auf 1:0 (3.). Die Reis-Elf über die gesamte Spielzeit hellwach, hätte die Partie schon eher entscheiden können, hatte aber auch beim Pfostenschuss von Kamada Glück. So war es Sebastian Polter in der Nachspielzeit überlassen, den Heimerfolg unter Dach und Fach zu bringen!

9. Spieltag in der Bundesliga, der VfL empfing Eintracht Frankfurt anne Castroper und wollte den wichtigen Auswärtssieg in Fürth vergolden. 19.510 Zuschauer fanden den Weg ins Vonovia Ruhrstadion – der bisherige Höchstwert in der laufenden Saison. Zweimal tauschte Cheftrainer Thomas Reis im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel Personal: Für Gerrit Holtmann und Miloš Pantović rückten Danny Blum und Takuma Asano in die erste Elf. Eintrachts Cheftrainer Oliver Glasner, der vor den schnellen Außenspielern des VfL warnte, wechselte nach der Niederlage gegen Hertha BSC Berlin fünffach. Kamada, Touré, Borré Maury, Tuta-Silva Melo und Paciéncia ersetzen Ndicka, Chandler, Hauge, Lindstrom und Lammers.

So lief das Spiel:

3´ TOOOOOR! Blum macht direkt das 1:0 für den VfL! Sein erstes Bundesliga-Tor für den VfL! Nach einem schönen Steckpass von Asano bleibt der Ex-Frankfurter nervenstark und drückt das Leder ins lange Eck. Was ein Auftakt!

7´ Der VfL bleibt sehr gut im Spiel und setzt die Gäste ordentlich unter Druck. Capitano Losilla versucht es mal aus 35 Metern, weil Trapp etwas weit vor dem Tor steht. Totos Schuss geht knapp am Kasten vorbei.

9´ Die Gäste kommen zu ihrer ersten Torchance. Filip Kostic prüft Riemann per Freistoß, unser Keeper klärt sicher zur Ecke.

10´ Nach der Ecke geht es im Bochumer Strafraum turbulent zu. Videoassistent Markus Schmidt schaltet sich ein und gibt den Hinweis, dass ein Bochumer Feldspieler mit der Hand am Ball war. Es gibt Handelfmeter für die Eintracht.

11´Elfmeter gehalten! Riemann ahnt die Ecke und hält den Schuss von Paciencia sicher fest!

17´ Die Eintracht kommt besser in die Partie und wagt offensive Vorstöße. Den Blau-Weißen gelingt es aber, die Gäste vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

24´ Zweite Großchance für den VfL. Nach einer scharfen Hereingabe von Soares kommt Polter zum Kopfball. Trapp kann zur Ecke klären.

25´ Die anschließende Ecke wird kurz ausgeführt. Löwen legt rüber zu Blum, unsere Nummer 7 zieht ab – am Kasten vorbei.

26´ Schon jetzt lässt sich festhalten, dass VfL-Cheftrainer Thomas Reis mit der Hereinnahme von Blum alles richtig gemacht. Der Ex-Frankfurter setzt sich im Kopfballduell durch, die Kugel kommt aber etwas zu zentral auf den Kasten.

29´ Verletzungsbedingt müssen die Gäste zum ersten Mal tauschen. Lammers ersetzt Paciéncia.

32´ Blum schickt Polter, der Steilpass ist etwas zu weit für unsere Nummer 40.

34´ Freistoß Kostic. Der Serbe flankt die Kugel rein, kein Problem für Riemann.

36´ Nach starkem Doppelpass mit Rexhbecaj flankt Gamboa von der linken Seite rein, Asano verpasst knapp.

41´ Nächste gute Chance für die Blau-Weißen. Nach Blum-Freistoß ist Polter per Kopf zur Stelle. Da hat nicht viel gefehlt.

45´ Bei den Gästen kommt Rode für Jakic in die Partie.

45´ Blum schickt Asano steil. Trapp kann im letzten Moment zum Einwurf klären.

45+1´ Gelbe Karte für den Frankfurter Sow nach heftigem Einsteigen gegen Gamboa.

Pause: 1:0 nach 45 Minuten anne Castroper. Der VfL geht nach einem schön herausgespielten Angriff früh durch Blum in Führung. Riemann pariert den Frankfurter Handelfmeter sicher. Die Gäste kommen in der Folge besser ins Spiel, doch die Blau-Weißen stehen defensiv kompakt und halten die Hessen gut vom eigenen Sechzehner fern.

46´ Beide Teams kommen unverändert aus der Pause.

49´ Großchance für den VfL: Asano taucht plötzlich allein vor Trapp auf, schießt die Kugel aber zu zentral aufs Tor.

52´ Kostic bricht mal über seine geliebte linke Außenbahn durch. Seine Flanke findet aber keinen Abnehmer im Strafraum.

54´ Wenn Blum am Ball ist, wird es immer gefährlich. Seine Hereingabe kommt punktgenau auf Polter. Der Abschluss unseres Stürmers verfehlt das Tor haarscharf.

56´ Die nächste Blum-Flanke, diesmal auf Asano. Der legt auf den besser postierten Löwen ab, sein Abschluss wird geblockt.

58´ Rose probiert es aus der Distanz, deutlich über den Kasten. 

59´ Beste Tormöglichkeit der Gäste seit dem Elfmeter. Lammers setzt sich gut durch und kommt relativ frei zum Abschluss. Riemann pariert sicher.

60´ Eine Stunde ist gespielt. Die Partie gestaltet sich weiter offen, mit Möglichkeiten auf beiden Seiten.

61´ Doppelchance für die Hessen: Nachdem die VfL-Abwehr den Schuss von Borré Maury zur Ecke blockt, hält Riemann den anschließenden Kopfball sicher.

67´ Thomas Reis wechselt Holtmann für Blum ein. Der Torschütze verlässt den Platz unter Standing Ovations.

69´ Der gerade eingewechselte Holtmann setzt seine Schnelligkeit bei einem Umschaltmoment gekonnt ein, zieht in den Sechzehner und legt rüber zu Asano. Millimeter fehlen dem Japaner zur 2:0-Führung.

74´ Eintrachts Cheftrainer Oliver Glasner wechselt doppelt. Hrustic und Hauge kommen für Sow und Touré in die Partie.

78´ Polter hat die Vorentscheidung auf dem Fuß, sein Schuss wird aber im letzten Moment geblockt.

81´ Thomas Reis bringt Stafylidis und Antwi-Adjei für die Schlussphase. Löwen und Asano gehen runter und haben sich den Applaus verdient.

83´ Rexhbecaj vergibt freistehend nach starker Vorarbeit von Holtmann. 

85´ Glück für den VfL – Kamada setzt sich gut durch und scheitert am Innenpfosten. 

88´ Das Geburtstagskind Gamboa verlässt den Platz nach starker Leistung. Bella-Kotchap ersetzt ihn für die Schlussminuten.

90´ Der eingewechselte Antwi-Adjei läuft nach einem Konter auf Trapp zu und kann alles klar machen – aber noch fällt die Entscheidung nicht.

90+2´ TOOOOOR! Da ist die Entscheidung! Polter vergoldet den Bochumer Sieg nach Vorarbeit von Rexhbecaj. Die drei Punkte sind im Sack!

Ende:  JAAAAAAAA! Die drei Punkte bleiben anne Castroper! Ganz wichtige Zähler, die wir gegen die Eintracht einfahren. Der starke Blum brachte uns früh auf die Siegerstraße. Nach langem Kampf sorgte Polter in der Nachspielzeit für die Entscheidung. Zehn Punkte nun auf dem Konto und wir springen auf Tabellenplatz 14, so kann es weiter gehen.
Gerne schon nächste Woche, wenn wir bei Borussia Mönchengladbach zu Gast sind (Sonntag, 31. Oktober, 17:30 Uhr).

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wir sind sehr, sehr gut in die Partie reingekommen. Wenn man nach gefühlt zwei Minuten mit 1:0 in Führung geht, gibt das Selbstvertrauen. Dann kam noch der Elfmeter dazu, den Manu vereiteln konnte. Die erste Halbzeit war trotzdem sehr ausgeglichen. Es war ein sehr, sehr offenes Spiel. Als Trainer habe ich mich natürlich etwas geärgert, dass wir unsere Kontersituationen nicht gut ausgespielt haben. Da haben wir häufig falsche Entscheidungen getroffen. In der zweiten Halbzeit sind wir ganz gut reingekommen, haben sehr aggressiv gespielt. Ab der 60. Minute hat Frankfurt die Spielkontrolle gefühlt etwas übernommen. Da waren wir sehr hektisch. Wir wussten, dass Frankfurt noch einmal alles nach vorne wirft. Ich kann der Mannschaft und den Zuschauern ein großes Kompliment machen. Es war eine fantastische Stimmung. Wir sind einfach froh, dass wir nach dem Sieg in Fürth eine gute Frankfurter Mannschaft schlagen konnten. Für uns ist es einfach wichtig, den Abstand nach unten etwas größer zu gestalten.

Oliver Glasner (Cheftrainer Eintracht Frankfurt): Glückwunsch an Thomas Reis und seine Mannschaft. Der 2:0-Sieg für den VfL Bochum geht aufgrund der höheren Anzahl an Chancen in Ordnung. Wir haben auch dazu beigetragen, weil wir sehr schläfrig ins Spiel reingekommen sind. Heute ist sehr viel zusammengekommen: der verschossene Elfmeter, verletzungsbedingt mussten wir in der ersten Halbzeit wechseln. Die Spieler haben alles probiert. In der zweiten Hälfte sind wir All in gegangen und haben die Absicherung vernachlässigt. Dadurch hatte Bochum viele klare Kontersituationen mit dem Tempo, dass wir in der ersten Halbzeit ganz gut im Griff hatten. Wir haben es heute nicht geschafft, von der ersten Sekunde an fokussiert ins Spiel zu gehen. Deswegen geht die Achterbahnfahrt weiter.

Danny Blum: Unser Publikum hat uns heute unglaublich unterstützt. Mit den Fans im Rücken bekommt man richtig Gänsehaut. Wir haben die Fans sehr vermisst. Wir hoffen natürlich, dass wir bald komplett ausverkauft sind. Man kann nie sicher sein zu gewinnen, aber muss man immer optimistisch sein. Und wenn man als Offensivspieler nicht daran glaubt, kann man nie ein Tor schießen. Ich liebe es, Tore zu schießen. Das ist ein wunderbares Gefühl. Ich bin froh, dass es heute nach langer Zeit wieder geklappt hat. Beim Tor habe ich aufs lange Eck anvisiert. Das sind Automatismen, die greifen. Mit meinem schwächeren rechten Fuß war es einfacher, ins lange Eck zu schießen. Ich bin froh, dass es am Ende geklappt hat. Ich weiß, dass ich etwas verletzungsanfällig war. Aber ich bin froh, dass ich der Mannschaft heute damit helfen konnte und hoffe, dass es genauso weiter geht. Wir haben Frankfurt nicht ins Spiel kommen lassen und defensiv sehr kompakt gestanden. 

Sebastian Polter: Ich glaube, man hat es beim Torjubel gesehen. Ich hatte keine Kraft mehr. Ich konnte voller Emotionen nicht mehr irgendwo hinlaufen. Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich hart für Tore arbeite. Am Ende des Tages bin ich einfach nur froh, dass wir als Mannschaft gewinnen. Alle drei Punkte, die wir hier zu Hause vor eigener Kulisse holen, helfen uns am Ende, um in der Liga zu bleiben. Jedes Bundesliga-Tor hat einen Stellenwert. Tore als Stürmer zu schießen ist das Geilste, was es gibt. Jedes Kind träumt davon, in der Bundesliga zu spielen und Tore zu schießen. Aber nichts geht darüber hinaus, als Mannschaft Spiele zu gewinnen. Diese Emotionen, die hier von außen auf den Platz kommen, sind unglaublich. Die Fans peitschen einen nach vorne. Das ist der Grund, wieso wir alle Fans zurück im Stadion haben wollen, sobald es geht.