7. Spieltag

RB Leipzig
3: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  02.10.202118:30 UhrBundesliga

Lieblingsgegner? Trifft auf unseren kommenden Kontrahenten gar nicht zu. Es geht in Richtung Osten zu RB Leipzig. Fünf Mal gab es das Aufeinandertreffen bis dato, Zählbares ist dabei noch nicht herausgesprungen. Irgendwann ist immer das erste Mal. Passenderweise erlebt unser nächster Gegner aktuell nicht die allerbeste Phase seit dem Bundesliga-Aufstieg vor fünf Jahren. Unser BLICK AUF #RBLBOC:

DAS TEAM
RB setzt bekanntlich auf Talente, die zum Teil aber auch schon ihre Spuren hinterlassen haben und denen daher ein gewisses Preisschild anheftet. In diesem Sommer kamen beispielsweise Ilaix Moriba (18 Jahre, FC Barcelona), Josko Gvardiol (19 Jahre, Dinamo Zagreb) oder Mohamed Simakan (21 Jahre, Racing Straßburg). Schenkt man den kolportierten Ablösesummen Glauben, dann lagen diese allesamt im zweistelligen Millionenbereich. Teuerster Neuzugang der zurückliegenden Transferperiode war allerdings André Silva, der treffsichere Stürmer wechselte aus Frankfurt nach Sachsen. Fest verpflichtet wurden zudem die bisherigen Leihspieler Angelino (Manchester City) und Benjamin Henrichs (AS Monaco). Klar, Leipzig hat vollkommen andere finanzielle Möglichkeiten als der VfL. Das zeigen die Beträge. Dennoch hält sich hier in Zeiten von Financial Fairplay die Waage. Durch die Verkäufe von Dayot Upamecano, Marcel Sabitzer (beide FC Bayern) und Ibrahima Konaté (FC Liverpool) kam ordentlich Geld in die Kasse. Am Kader hat sich also einiges geändert im Vergleich zur Vorsaison, die RB als Vizemeister beendete.

DER TRAINER
Veränderung, richtiges Stichwort. Denn nicht nur das Personal auf dem Feld hat ein anderes Gesicht bekommen. Auch neben dem Platz gab es einschneidende Personalrochaden. Julia Nagelsmann ist nach zwei Jahren Leipzig schon früher als womöglich erwartet in Richtung Bayern weitergezogen. Die Stelle des Chefcoaches wurde „konzernintern“ neu besetzt. Jesse Marsch kennt RB in und auswendig. Der Amerikaner trainierte zunächst drei Jahre lang die New York Red Bulls, war dann ein Jahr lang Co-Trainer in Leipzig, ehe er für zwei Spielzeiten RB Salzburg übernahm. Nun wieder Deutschland. Als Aktiver war Marsch lange in der MLS, der Major League Soccer, unterwegs. Mit Chicago Fire, späterer Club von Basti Schweinsteiger, und D.C. United gewann der Mittelfeldmann insgesamt drei Mal den Titel. Nach ersten Trainerstationen in der Heimat wagte Marsch dann im Sommer 2018 den Sprung nach Europa. Das Erbe von Julian Nagelsmann, trotz seines noch immer jungen Alters mittlerweile einer der bekanntesten Trainer europaweit, ist schwer. Das war vorab klar, allerdings haben sich zusätzlich in dieser Spielzeit auch noch nicht die passenden Ergebnisse eingestellt. Drei Niederlagen aus sechs Ligaspielen. Dazu zwei Pleiten in der Champions League. Die bisherige Bilanz ist ausbaufähig. Damit kann aber auch ruhig erst nach der anstehenden Länderspielpause begonnen werden.  

DIE DUELLE
Wie eingangs erwähnt, unser Lieblingsgegner ist RB Leipzig wahrlich nicht. Fünf Duelle gab es bislang, vier in der 2. Bundesliga, eines im DFB-Pokal. Immer gingen die Sachsen als Sieger vom Feld. Im Rahmen des Leipziger Zwischenstopps in Liga zwo lauteten die Ergebnisse aus blau-weißer Sicht 0:2, 1:2, 0:1 und 1:3. Das letzte Aufeinandertreffen ist noch nicht allzu lange her, im Februar dieses Jahres gastierte die Reis-Elf im Achtelfinale des Pokalwettbewerbs bei RB. Eine Reise, die sich nicht wirklich gelohnt hat. Das Trainerteam rotierte aufgrund der kräftezehrenden Wochen und des anstehenden Saisonendspurts durch, der Plan war allerdings bereits nach zehn Minuten durchkreuzt. Haidara traf, kurz vor der Pause Sabitzer. Im zweiten Durchgang machte Poulsen per Doppelpack alles fix. Nun also auf ein Neues. Sechster Anlauf gegen RB Leipzig, die ersten Punkte sollen her!

 

Der VfL Bochum 1848 hat sein Gastspiel in Leipzig lange offen gestalten können, musste am Ende aber punktlos die Heimreise antreten. 70 Minuten lang konnte die Reis-Elf die Angriffsbemühungen der Gastgeber überstehen, selbst Nadelstiche setzen. Nach dem Seitenwechsel schien RB ideenlos, schlug dann in Person von Silva und Nkunku aber binnen kürzester Zeit dreimal zu.

Das erste Samstagabendspiel dieser Saison für den VfL! Unter Flutlicht tritt der VfL Bochum 1848 bei RB Leipzig an. Cheftrainer Thomas Reis entschied sich für zwei Wechsel in der Startelf. In der Zentrale rückte Eduard Löwen zunächst auf die Bank, für ihn startete Robert Tesche. Ganz vorne gab es auch einen Tausch: Für Sebastian Polter stürmte zunächst Takuma Asano.

So lief das Spiel:

2´: Freistoß für Leipzig: Forsberg und Angelino können sich erst nicht einigen, täuschen mehrmals an. Schließlich tritt der Spanier das Leder zum zweiten Pfosten. Gvardiol köpft aber direkt in die Arme von Riemann.

3´: Schneller Konter der Hausherren: Riemann und Masovic verhindern einen frühen Rückstand. Doch dann zeigt Schiedsrichter Hartmann auf den Punkt. Bockhorn soll Poulsen gefoult haben. Nach einigen Minuten der Überprüfung dann die Erlösung für alle Blau-Weißen: kein Strafstoß.

8´: Forsberg fackelt nicht lang und zieht von der rechten Außenbahn wuchtig ab, doch Riemann ist zur Stelle.

11´: Forsberg ist auch der rechten Seite wieder auf und davon, hämmert den Ball zum Glück aller VfLer dann aber an die Torlatte.

14´: Erster Abschluss der Bochumer. Rexhbecaj fasst sich kurz vor der Sechzehnerkante ein Herz und zieht ab. Gulacsi hat die Kugel jedoch sicher.

16´: Riemann hält dem VfL mit einer starken Fußabwehr gegen Poulsen die Null.

28´: Die Lage hat sich in den letzten Minuten entspannt. Leipzig hat sichtbar einen Gang zurückgeschaltet, doch meldet sich nun zurück: Angelino flankt von Links auf Poulsen, der jedoch am Ball vorbeisetzt.

29´: RIEMANN! Unsere Nummer eins ist heute wieder glänzend aufgelegt, behält vor dem allein auf ihn zulaufenden Nkunku die Nerven und hält die Kugel sogar fest. Wahnsinn!

31´: Der VfL im Vorwärtsgang. Antwi-Adjei macht das spielt über die rechte Seite schnell, flankt in die Mitte, doch da ist leider kein Blauer.

35´: Ecke für uns, kurz ausgeführt: Rexhbecaj schließlich mit der Hereingabe, doch Gvardiol ist mit dem Kopf dazwischen.

36´: Der Kapitän nimmt es selbst in die Hand. Nach Zuspiel von Rexhbecaj zieht Losilla im Sechzehner ab, doch leider links am Kasten vorbei.

38´: Wieder der VfL mit guten Ansätzen, aber noch zu ungenau im letzten Drittel. Holtmann treibt die Kugel nach vorne, der Pass in den Fünfer ist jedoch zu ungenau.

42´: Der VfL ist nach der holprigen Anfangsphase immer besser reingekommen, läuft die Leipziger immer wieder aggressiv an und wird resoluter in den Zweikämpfen.

Pause: Was war das wieder für ein turbulenter Start! Etliche gute Chancen der Hausherren konnten mit Glück und einigem Zutun von Manuel Riemann verhindert werden. Zudem wurde nach Überprüfung des VAR ein Startstoß gegen die Bochumer zurückgenommen. Mit der Zeit kam die Elf von Thomas Reis immer besser in die Partie, störte die Gastgeber, wo es nur ging und erspielte sich selbst einige Chancen. Doch nach wie vor müssen wir höllisch aufpassen, denn das schnelle Umschaltspiel der Sachsen kann schnell gefährlich werden.

46´: Ohne Wechsel startet der zweite Durchgang.

48´: Die erste Aktion der zweiten Hälfte gehört dem VfL. Riemann mit dem weiten Abschlag auf Antwi-Adjei. Der gibt ab auf Holtmann. Der Schuss unserer Nummer 17 wird aber abgefälscht und landet schließlich in den Armen von Gulacsi.

57´: Tesche mit dem Fehlpass im Zentrum. Blitzschnell schaltet Leipzig um, doch schlussendlich kann Bella Kotchap kompromisslos klären.

58´: Die erste Gelbe Karte des Abends sieht Angelino, der Bockhorn auf der linken Seite legt.

65´: Antwi-Adjei läuft allein aufs Leipziger Gehäuse zu, wir jedoch von Gvardiol abgegrätscht.

67´: Rexhbecaj setzt in der Distanz zum Schuss an, trifft aber nur Asano.

70´: TOR. Da ist es passiert. Ecke Leipzig und der gerade eingewechselte Silva ist am ersten Pfosten völlig frei. Riemann ist am Kopfball des Portugiesen zwar dran, kann den Ball aber im Fallen nicht komplett klären.

73´: TOR. Und direkt das zweit hinterher. Silva in den Lauf von Nukunku, der über Riemann hinweg lupft. 2:0.  

74´: Der VfL wechselt: Polter übernimmt für Holtmann.

78´: Dreifacher Wechsel der Bochumer: Neu dabei jetzt Pantović, Löwen und Blum. Feierabend haben Asano, Antwi-Adjei und Rexhbecaj.

78´: TOR. Leipzig zum Dritten. Erneut trifft Nukunku. Bella will noch retten, der Ball ist aber schon hinter der Linie. Bittere Minuten hier.

81´: Gute Chance für Polter! Der ebenfalls eingewechselte Blum legt den Ball rein, Polti setzt ihn ans Außennetz.

83´: Bundesliga-Debüt für Patrick Osterhage. Tesche geht vom Feld.

85´: Nächste Gelegenheit für Polter! Der Stürmer setzt sich gegen Simakan durch, setzt den Ball dann aber klar vorbei. War wohl eh Abseits…

90´: Wieder Polter. Kopfball aus kurzer Distanz, nicht richtig erwischt.

90´+1: Und nochmal Polti. Soll heute einfach nicht sein…

Ende: Tut weh. Drei Gegentreffer in so kurzer Zeit. Es sah so lange richtig gut aus, wir haben dem amtierenden Vizemeister Paroli geboten und alles investiert. Der Lernprozess geht weiter. Was er bringt, sehen wir nach der Länderspielpause. Dann geht es für uns nach Fürth.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch an Leipzig. Wir wussten, dass der Gegner ein ungemeines Tempo hat. Das konnte man in der Anfangsviertelstunde sehen. Da hatten wir große Probleme, haben es Leipzig aber auch zu leicht gemacht. Ab der 20. Minute konnten wir uns stabilisieren, haben weniger zugelassen. Nadelstiche waren dabei. Es ist ärgerlich, dass wir die in einer Phase, in der das Publikum unruhig wurde, nicht nutzen konnten. Wir haben nach der Pause gut verteidigt, bis zum Tor eigentlich keine Chance mehr zugelassen. Da waren wir zu weit weg, haben Leipzig durch einen Standard auf die Siegerstraße kommen lassen. Klar ist dieser Sieg nicht unverdient. Aber wenn es zwanzig Minuten vor dem Ende 0:0 steht, dann rechnet man sich schon was aus. Es tut weh, wir hätten gerne einen, wenn auch glücklichen, Punkt mitgenommen. Wir hatten am Ende noch ein paar Chancen, ein Tor hätte gut getan. In 14 Tagen steht ein ganz wichtiges Auswärtsspiel an. Dann kommt ein Gegner, der mit uns auf Augenhöhe liegt.

Jesse Marsch (Cheftrainer RB Leipzig): Ich habe gar nicht so viel zu sagen. Es war ein richtiger Kampf heute. Lange Bälle waren der Matchplan des Gegners. Wir haben versucht, darauf zu reagieren. Am Ende haben wir den Weg gefunden und drei Tore erzielt.

Herbert Bockhorn (VfL Bochum 1848): Mir war klar, dass es kein Elfmeter war. Wir gehen beide zum Ball, ich war einen Tick früher dran. Meine Sohle trifft den Ball. Es war vielleicht nicht leicht zu sehen für den Schiri. Zum Glück gab es in dieser Situation den Videoschiedsrichter.

Manuel Riemann (VfL Bochum 1848): In der ersten Halbzeit hat Leipzig die Chancen nicht genutzt. Wir auch nicht. Klar, vielleicht hatten sie die besseren Gelegenheiten und es gefährlicher bis zum Ende durchgespielt. Wir gehen mit dem 0:0 in die Halbzeit, hatten Leipzig eigentlich genau da, wo wir haben wollten. Das Gegenpressing hat funktioniert, da müssen wir dann aber zielstrebiger sein. Auch nach dem Seitenwechsel hat es für uns gepasst. Die Zuschauer wurden unruhig, haben angefangen zu pfeifen. Beim 1:0 ist die Standardsituation dann einfach schlecht verteidigt, wir schenken dem Gegner das Tor. Standards können das Spiel entscheiden. Leider immer gegen uns. Am Ende ist es zu einfach. Dass wir Woche für Woche schwere Aufgaben vor uns haben, das war uns klar. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht in so kurzen Abständen die Tore kassieren. Ein Gegentreffer, und wir sind raus aus dem Spiel. Wenn es in der 85. Minute noch nur 0:1 steht, dann ist noch was drin. So war innerhalb von acht Minuten alles entschieden.