5. Spieltag

FC Bayern München
7: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  18.09.202115:30 UhrBundesliga

Es gibt wohl kaum einen Gegner in Deutschland, den man weniger vorstellen müsste als unseren kommenden Kontrahenten. Wir machen es trotzdem. Am Samstag gastieren wir beim FC Bayern München. Rekordmeister, Rekordpokalsieger, Superlative ohne Ende, unter der Woche ein lockeres 3:0 beim FC Barcelona. Noch mehr verrät unser BLICK AUF!

DAS TEAM
So, wen picken wir uns denn mal zuerst raus. Robert Lewandowski, den derzeit wohl besten Knipser auf diesem Fußballplaneten? Manuel Neuer, der das Torwartspiel auf eine andere Ebene gehoben hat? Thomas Müller, der Barca-Schreck? Nein, wir gehen natürlich zuallererst auf einen echten Bochumer Jungen ein. Leon Goretzka, der die gesamte Jugend anne Castroper verbracht und hier den Sprung in den Profifußball gepackt hat, ist längst zur festen Größe geworden. Nicht nur beim FC Bayern, auch in der Nationalmannschaft. Der Mittelfeldmann, der in der Corona-Unterbrechung körperlich nochmal eine echte Transformation vollzogen hat und zum Muskelpaket geworden ist, ist noch immer regelmäßiger Gast hier in Bochum. Goretzka – mittlerweile Champions League-Sieger sowie mehrfacher Deutsche Meister und Pokalsieger – ist aber auch neben dem Platz äußerst aktiv. Klare Meinungen zu diversen gesellschaftlichen Themen, dazu seine „WeKickCorona“, die er gemeinsam mit Joshua Kimmich ins Leben gerufen hat. Vorbild, auch für viele Nachwuchsfußballer in unserem Talentwerk. An viele neue Gesichter an der Säbener Straße musste sich Leon übrigens nicht gewöhnen. Die Bayern haben ihren Kader nach Bedarf aufgestockt. Dayot Upamecano und jüngst Marcel Sabitzer kamen aus Leipzig, Sven Ulreich kehrte als zweiter Keeper nach München zurück. Auf Seiten der Abgänge wurde hingegen ein Umbruch vollzogen. Langjährige Stützen wie Alaba, Boateng oder Martinez bekamen keine neuen Verträge mehr. Das Gesicht des FCB hat sich geändert. Erfolgreich ist es noch immer.     

DER TRAINER
Neben den genannten Personalien hat sich vor allem auch auf der Trainerbank etwas getan. Das lag im vergangenen Sommer ohnehin im Trend. Julian Nagelsmann ist, womöglich früher als von vielen Experten gedacht, an die Säbener Straße gekommen. Hansi Flick, nach titelreichen anderthalb Jahren als Linienchef beim Ligaprimus, coacht nun die Nationalelf. Dort sieht er also einen Großteil seiner ehemaligen Schützlinge wieder. Nagelsmann hingegen ist nach komplizierter Vorbereitung, in der ihm eine Vielzahl der Stammkräfte lange fehlte, gut in die Saison gestartet. Waren die Partien gegen Gladbach (1:1) und Köln (3:2) noch mit ein paar Wacklern versehen, zeigte der FCB anschließend gegen Hertha (5:0) und vor allem gegen Leipzig (4:1) und Barcelona (3:0) bekannte Dominanz. Der steile Aufstieg von Nagelsmann nimmt somit weiter seinen Lauf. Mittlerweile geht der heute 34-Jährige bereits in seine sechste Saison als Cheftrainer. Hoffenheim formte er vom Abstiegskandidaten zum Europapokalteilnehmer, Leipzig etablierte er in der Bundesliga-Spitze und führte RB ins Pokalfinale. Nun also die Bayern. Wo das wohl noch hinführen wird…

DAS DUELL
Zugegeben, wir treffen am Samstag nicht wirklich auf unseren Lieblingsgegner. Aber da geht es wohl einem Großteil der Bundesligisten ähnlich. 68 Mal gab es das Aufeinandertreffen bereits in der Beletage. Nur acht Spiele davon konnten wir für uns entscheiden, satte 45 die Münchner. Immerhin gab es in zwei der letzten vier Gastspiele in der bayerischen Landeshauptstadt einen Punktgewinn. Etwa beim spektakulären 3:3 in der Saison 2008/09. Gewonnen haben wir beim FCB tatsächlich erst ein einziges Mal. 1991 erzielten Heiko Bonan und Frank Benatelli die Treffer zum 2:0-Erfolg. Zwischen den Pfosten stand damals „Katze“ Zumdick, auf dem Feld ackerte unser heutiger Co-Trainer „Funny“ Heinemann. Irgendwann ist immer das zweite Mal! Die letzten drei Aufeinandertreffen stiegen übrigens im DFB-Pokal, so zum Beispiel in der Vorsaison. Lange sah es nach der absoluten Sensation aus. Danny Blum erzwang in einem starken ersten Bochumer Durchgang ein Eigentor von Davies. Der turmhohe Favorit brauchte bis zur 83. Minute, ehe Gnabry ausgleichen konnte. In der Schlussminute stocherte Thomas Müller die Kugel zur unglücklichen Bochumer Niederlage über die Linie. Ein Auftritt aber, der noch in den Köpfen präsent ist und Mut für Samstag macht.

 

Deutliche Niederlage in München. Der VfL Bochum 1848 kam bei Primus Bayern München mit 0:7 unter die Räder. Nach ordentlichem Bochumer Beginn eröffnete Sané für die Gastgeber, die im Laufe der Partie sechs weitere Male einnetzten.

Der VfL ist zu Gast beim Rekordmeister FC Bayern München. Cheftrainer Thomas Reis änderte seine Startelf vor dem Duell in der Allianz Arena auf zwei Positionen. Gezwungenermaßen musste er auf Simon Zoller verzichten, der sich in dieser Woche einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Für ihn startete der gebürtige Münchener Miloš Pantović. Zudem ersetzte Robert Tesche Eduard Löwen in der ersten Elf.

So lief das Spiel:

1´: Und direkt legen die Bayern los: Bella Kotchap bekommt den Schuss von Lewandowski allerdings noch geblockt.

2´: Ecke für den VfL: Kurz ausgeführt, bringt allerdings nicht ein.

4´: Sané ist auf uns davon, doch Riemann eilt aus seinem Kasten und entschärft.

10´: Fazit nach den ersten 10 Minuten: Die Bayern natürlich mit mehr Ballbesitz, doch der VfL versteckt sich nicht und hält gut dagegen.

11´: Schneller Angriff der Bayern über Davies: Die Bochumer Hintermannschaft ist allerdings hellwach und klärt die Hereingabe des Kanadiers sogleich.

12´: Erster Torschuss der Bochumer: Holtmann fasst sich aus der Distanz ein Herz und schlenzt den Ball ins rechte Eck. Neuer ist zur Stelle und klärt zu Ecke.

13´: Nächster VfL-Abschluss. Rexhbecaj zieht aus 18 Metern mutig ab, leider links vorbei.

14´: Schneller Angriff des FCB, dieses Mal über die rechte Außenbahn. Lampropoulos klärt vor Sané.  

17´: Tor. Die Hausherren gehen in Führung. Sané zirkelt einen Freistoß aus 25 Metern über die Bochumer Mauer ins rechte Eck. Der Situation soll ein Foul von Losilla an Gnabry vorausgegangen sein – fraglich.

22´: Abschluss Lewandowski aus 18 Metern, kein Problem für Riemann.

25´: Gnabry und Müller im Doppelpass, Lampropoulos blockt abermals.

27´: TOR. 2:0 für die Bayern. Sané bedient Kimmich, der im Strafraum lauert, und aus der Drehung Maß nimmt. Schlussendlich fälscht Bella Kotchap den Ball unhaltbar ab.

28´: Der VfL will nach dem Anstoß schnell nach vorne. Holtmann gibt Gas, gibt ab auf Polter, der jedoch im Abseits stand.

30´: Glanztat von Riemann. Aus kurzer Distanz pariert unsere Nummer eins gegen Gnabry.

30´: Fast das 3:0 für den FCB… Gnabry von der Grundlinie auf Sané, der aus kurzer Distanz seinen Schuss links neben das VfL-Gehäuse setzt.

32´: TOR. Nun tatsächlich das 3:0. Pass von Lewandowski auf Gnabry, der auf Rechts auf und davon ist und schließlich ins linke Eck einschiebt. Bittere Viertelstunde hier für den VfL…

35´: Stafylidis sieht die erste Gelbe Karte des Tages – für ein Foul an Davies.

41´: Ecke Bayern. Müller mit dem Kopf dran. Da hat nicht viel gefehlt für Treffer Nummer vier.

43´: TOR. 0:4 aus VfL-Sicht. Bitterer kann es kaum sein. Lampropoulos will klären, schiebt die Kugel jedoch ins eigene Netz.

Pause: Bis zum ersten Gegentor legte der VfL einen beherzten Auftritt hin. Danach nutzten die Bayern den Schockzustand der Bochumer aus und stellten binnen einer Viertelstunde auf 0:3. Der vierte Treffer durch ein Eigentor von Lampropoulos kurz vor der Pause war dann sinnbildlich für den bitteren Nachmittag, den der VfL in der Allianz Arena erlebt.

46´: Der zweite Durchgang startet auf VfL-Seite ohne Änderungen.

52´: Stanisic räumt Soares ab – der Bayer sieht zurecht die Gelbe Karte.

58´: Chefcoach Thomas Reis wechselt dreifach: Bockhorn, Löwen und Ganvoula kommen für Stafylidis, Rexhbecaj und Polter in die Partie.

59´: Riemann erneut stark – pariert erst gegen Sané, dann gegen Lewandowski.

59´: Auf der anderen Seite ist Ganvoula frei vor Neuer. Der Nationaltorwart kann parieren. Allerdings stand unser Angreifer zuvor eh im Abseits.

61´: TOR. Lewandowski trifft aus kurzer Distanz.

64´: Dieses Mal zappelt der Ball im Tor der Bayern, doch Ganvoula steht erneut im Abseits. Der Treffer wird nicht gegeben.

65´: TOR. Auf der anderen Seite zählt das Tor – Kimmich mit seinem zweiten Tor.

74´: Der VfL wechselt noch einmal. Pantović macht Platz für Antwi-Adjej.  

76´: Soares im Alleingang bis zur Grundlinie. Dort gibt er ab auf Ganvoula, der aus spitzem Winkel die Kugel neben das Tor setzt.

79´: TOR. Die Bayern zum siebten. Schuss um Schuss hat Riemann abgewehrt, dann musste sich der VfL-Keeper beim vierten Mal doch gegen Choupo-Moting geschlagen geben.

80´: Gnabry frei, fast der nächste Einschlag

87´: Müller stellt auf 8:0. Aber der VAR meldet sich, doch kein Tor.

Abpfiff: Der VfL erlebt eine bittere Klatsche in München. Hier war nichts zu holen, einzig in den Anfangsminuten waren die Blau-Weißen auf der Höhe. Niederlage schnell verdauen. Am kommenden Sonntag (15:30 Uhr) geht es mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart weiter. Kopf hoch, Jungs!

 

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Es ist sehr bitter, dass es die höchste Vereinsniederlage ist und man dafür mitverantwortlich ist. Die erste Viertelstunde war noch ganz in Ordnung. Wir konnten Bayern einigermaßen vom Tor weghalten. Wir hatten unsere Umschaltmomente, doch haben diese schlecht ausgespielt. Dann geraten wir durch den Freistoß ins Hintertreffen. Dann haben die Dinge ihren Lauf genommen. Mit 0:4 gehen wir in die Halbzeit. Wir haben versucht, den zweiten Durchgang bessern anzugehen, im Kopf mit 0:0 zu starten und besser zu verteidigen. Wenn man die Gegentore im zweiten Durchgang sieht und wie sie gefallen sind, kann man natürlich auch froh sein, dass man nur sieben Stück bekommen hat. Glückwunsch an Bayern. Wir haben Lehrgeld bezahlt. Das tut heute sehr, sehr weh. 

Julian Nagelsmann (Cheftrainer FC Bayern München): Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis und der Art und Weise. Wir hatten in den ersten zehn Minuten ein paar Probleme. Danach haben wir uns sehr gut gefangen. Wir hatten eine gute Struktur. Insgesamt war es ein sehr guter Auftritt. Wir wollten auf jeden Fall zu null spielen, da hatten wir die Gier. 

Sebastian Polter: Wir haben in den ersten 15 Minuten gezeigt, dass wir konzentriert waren und ein gutes Spiel bis dato gemacht haben. Das hätten wir über die gesamten 90 Minuten zeigen müssen. Das müssen wir uns heute ankreiden. Die einzigen, die heute performt haben, waren unsere Fans oben auf den Rängen. Ein riesiges Dankeschön für die Unterstützung und dass sie uns nach München begleitet haben. 

Manuel Riemann: Wenn man hierherkommt und es dem Gegner teilweise so einfach macht, Tore zu schießen, dann gibt es so eine deutliche Niederlage. Es ist unglaublich bitter. Wir müssen lernen, in den spielentscheidenden Räumen einfach viel konsequenter zu sein. Das bedeutet: Im eigenen Sechzehner konsequenter verteidigen, aber auch vorne die Chancen konsequenter zu nutzen. Heute waren wir in allen Belangen unterlegen. Daraus müssen wir lernen. 

Anthony Losilla: Wir haben ziemlich gut angefangen. Dann haben wir nach dem ersten Gegentor die Ordnung verloren. Wir haben den Bayern zu viele Räume geboten. Das nutzt ein so starker Gegner gnadenlos aus. Wir müssen aus diesem Spiel lernen.