1. Spieltag

VfL Wolfsburg
1: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  14.08.202115:30 UhrBundesliga

Es geht wieder los! Wir treffen beim Bundesliga-Comeback nach elf langen Jahren auf den VfL Wolfsburg. Viel los in Niedersachsen. Champions League-Teilnahme, neuer Trainer, Wechselfehler im DFB-Pokal. Wir legen unseren BLICK AUF den anderen VfL.

DIE WÖLFE
Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger. Die Wölfe haben in ihrer mittlerweile 24 Jahre währenden Bundesliga-Zugehörigkeit bereits beide großen Titel abgesahnt. In den vergangenen Spielzeiten ging es für die Niedersachsen nach schwierigen Jahren – inklusive zweifacher Teilnahme an der Abstiegsrelegation – wieder bergauf. In der Saison 2020/21 endete der neue Höhenflug gar auf Platz 4. Wir treffen also bei unserer Bundesliga-Rückkehr gleich mal auf einen Champions League-Teilnehmer. 1945 wurde der VfL Wolfsburg gegründet, bereits neun Jahre später gingen die Wölfe in der Oberliga an den Start. 1997 gelang schließlich der erstmalige Sprung in die Beletage. Ein spektakuläres 5:4 gegen den 1. FSV Mainz 05 ebnete den Weg ins Oberhaus. Seitdem kämpfen die Wölfe „oben“ mal gegen den Abstieg, mal um die internationalen Ränge. Aktuell gehören die Niedersachsen wieder zu den Top-Teams in Deutschland.

DAS TEAM
Der Österreicher Oliver Glasner führte die Wölfe in der Vorsaison zurück in die Champions League. Unter ihm reifte der VfL zum Spitzenteam. Hinten herrschte große Sicherheit, um Stammkeeper Koen Casteels bildete sich eine der besten Abwehrreihen der Liga. Vorne knipste Wout Weghorst weiter nach Belieben. Nach drei Spielzeiten in Deutschland steht der Niederländer bereits bei 53 Bundesliga-Toren und ist damit auf dem besten Weg, in diesem Jahr den bisherigen Rekordhalter Edin Dzeko (66 Tore) abzulösen. Darüber würde sich sein Coach sicherlich nicht beschweren. Mark van Bommel schwingt seit diesem Sommer das Zepter bei den Niedersachsen. Der ehemalige Profi des FC Bayern bringt reichlich internationale Erfahrung mit. Schon als Aktiver war er neben München auch in Barcelona und Mailand im Einsatz. Als Coach fungierte er zunächst als „Co“, ehe er 2018 bei der PSV Eindhoven den Cheftrainerposten übernahm. Vor wenigen Wochen folgte dann schließlich die Rückkehr nach Deutschland. Der erste Pflichtspieleinsatz hatte es dabei gleich in sich. Im DFB-Pokal kamen die Wölfe erst in der Verlängerung gegen Preußen Münster weiter. Ob der VfL allerdings in der 2. Runde antreten darf, ist mehr als fraglich. Unerlaubterweise vollzogen die Niedersachsen in der Verlängerung einen sechsten Wechsel. Münster hat Protest eingelegt, der Ausgang ist noch offen.

DIE BILANZ
Das letzte Aufeinandertreffen, zumindest in einem Pflichtspiel, ist schon ein gutes Stückchen her. Im letzten blau-weißen Bundesliga-Jahr nämlich. Im März 2010 unterlag der VfL in Niedersachsen trotz Halbzeitführung mit 1:4. Die Gesamtbilanz in der Bundesliga ist relativ ausgeglichen. 9 Wolfsburger Siege, 8 Bochumer, 3 Remis. In Sachen Ehemaliger können vor allem unsere Offiziellen punkten. Thomas Reis war vor seiner Rückkehr nach Bochum drei Jahre lang erfolgreich für die U19 der Wölfe im Einsatz. Sebastian Schindzielorz wurde 2009 mit dem VfL sogar Deutscher Meister. Eigentlich für die Zweitvertretung im Einsatz, beförderte ihn der damalige Coach Felix Magath zu den Profis. Im Meisterjahr kam „Sesi“ auf sechs Ligaspiele, drei davon über die gesamte Spielzeit. Beim kommenden Gegner ebenfalls bestens bekannt ist Elvis Rexhebcaj. Der talentierte Mittelfeldspieler wurde jüngst aus Wolfsburg ausgeliehen und trifft zum Auftakt gleich mal auf die ehemaligen Kollegen.
 

Starker Auftritt bei der Bundesliga-Rückkehr! Der VfL Bochum 1848 musste sich am 1. Spieltag zwar mit 0:1 in Wolfsburg geschlagen geben, hat dabei aber trotz 86-minütiger Unterzahl die Partie bis zum Ende offen gehalten. Robert Tesche hatte in einer hektischen Anfangsphase bereits nach vier Minuten die Rote Karte wegen Handspiels auf der Linie gesehen. Den fälligen Elfmeter parierte Riemann gegen Weghorst. Mitte des ersten Durchgangs war dann aber auch der Keeper geschlagen, der niederländische Angreifer der Wölfe traf präzise (22.). Nach dem Seitenwechsel drückte die Reis-Elf auf den Ausgleich, wurde für die Bemühungen aber nicht mehr belohnt.

Elf lange Jahre hat der VfL Bochum 1848 auf diesen Moment gewartet. Nun ist es endlich soweit: Das erste Bundesliga-Spiel steht an. Beim VfL Wolfsburg starten die Blau-Weißen in die Saison 2021/22. Cheftrainer Thomas Reis vertraut dabei auf folgende Startelf: Vor Keeper Riemann bilden Gamboa, Lampropoulos, Leitsch und Soares die Viererkette. Tesche schaltet als Sechser vor Losilla und Rexhbecaj. Auf den Außenbahnen postieren sich Asano und Antwi-Adjei. Vorne drin stürmt Zoller.  

So lief das Spiel: 

1´: Wenige Sekunden gespielt und schon rutscht den VfL-Fans das Herz in die Hose. Erst rutscht Weghorst die Kugel über den Schlappen, dann verzeiht der völlig freistehende Baku und hämmert den Ball über den Querbalken. 

2´: Nächste Dicke Chance für die Wölfe. Nach einem Eckball steht Tesche allerdings am zweiten Pfosten goldrichtig und klärt in letzter Not. 

5´: Bitterer Start für den VfL – es gibt Elfmeter für die Wolfsburger. Bei der Rettungstat von Tesche war die Hand im Spiel. Oben drauf sieht unsere Nummer 23 dafür die Rote Karte. Ganz bitterer Start für die Bochumer.

5´: Und RIEMANN pariert!!!! Unsere Nummer 1 hält den Elfer von Weghorst fest und uns die Null. Jetzt erstmal durchatmen und Ruhe reinbekommen. 

11´: Und schon wieder Weghorst. Nach einer Ecke steigt der Wolfsburger hoch zum Kopfball. Riemann ist zur Stelle. 

14´: Jetzt mal der richtige VfL! und zwar gar nicht ungefährlich: Antwi-Adjei ist links durch, bringt den Ball hart rein. Brooks kann gerade noch ins Toraus klären!

15`: Die nachfolgende Ecke bringt Rexhbecaj auf Zoller. Doch dessen Kopfball landet auf dem Tordach. 

19´: Roussillon kommt über die linke Seite und zieht nach innen. Den Abschluss aus gut 18 Metern ist kein Problem für unsere Nummer eins.

22´: Tor. Und da ist die Führung für die Wolfsburger. Weghorsts Schuss aus der Drehung sitzt dieses Mal. Aus 14 Metern geht die Kugel flach ins rechte Eck – 1:0 für die Gastgeber. 

29´: Leitsch sieht für ein Foul an Philipp die Gelbe Karte. Nur knapp vor dem Sechzehner, in zentraler Position. Doch die Wolfsburger könne die aussichtsreiche Freistoßposition nicht für sich nutzen. 

32´: Freistoß nun für die Blau-Weißen nach einem Foul an Asano. Die Hereingabe von Rexhbecaj gerät allerdings etwas zu lang, Casteels packt ohne Probleme zu. 

34´: Gefährliche Hereingabe von Roussillon auf Weghorst, Riemann ist mit den Fingerspitzen noch entscheidend dran.

38´: Die Bochumer können ein wenig für Entlastung sorgen: Antwi-Adjei sichert dem VfL einen Freistoß. In der Mitte bekommt Lampropoulos nicht genügend Wums hinter den Ball. 

42´: Guter Ball von Rexhbecaj auf Antwi-Adjei. Der gibt Gas, doch der herauseilende Casteels ist noch vor ihm an den Ball. 

Pause: Was für eine erste Halbzeit hier in Wolfsburg. Nach nur 5 Minuten war der VfL ein Mann weniger. Das Handspiel von Tesche zog nicht nur den Platzverweis mit sich, sondern auch einen Elfmeter. Den konnte Riemann noch parieren, in der 22. Minute war er dann gegen Weghorst machtlos. 

46´: Cheftrainer Reis wechselt zur zweiten Halbzeit: Pantović ist jetzt neu dabei für Asano. 

46´: Überragend! Riemann macht da weiter, wo er im ersten Durchgang aufgehört hat und hält stark gegen Weghorst.

48´: Wieder ist Riemann zur Stelle. Dieses Mal passt er gegen Roussillon auf. 

51´: Gamboa verschätzt sich gegen Steffen. Die Wölfe mit der nächsten Flanke. Die landet bei Baku, dessen Kopfball hat Riemann allerdings sicher. 

55´: Riemann spielt Steffen den Ball in die Füße. Dann korrigiert er seinen eigenen Fehler, indem er den Kopfball von Weghorst abfängt. 

59´: Leitsch schickt Zoller über die linke Seite. Letzterer liefert sich einen Zweikampf mit Lacroix. Der Unparteiische sieht allerdings ein Stürmerfoul unserer Nummer 9. 

62´: Die Blau-Weißen zeigen hier in den vergangenen Minuten immer wieder Zug zum Tor. Viellicht ist doch noch was möglich…

66´: Rexhbecaj fasst sich ein Herz und zieht vom linken Strafraumeck einfach mal ab. Der Ball geht deutlich vorbei, doch das Zeichen ist klar: Der VfL hat hier nicht aufgegeben, sondern will das Unentschieden!

69´: Kein Tor-Abschluss in den vergangenen Minuten, doch die Bochumer beißen sich in der gegnerischen Hälfte fest. 

75´: Nach einiger Zeit mal wieder ein Angriff der Gastgeber: Erneut pariert Riemann gegen Weghorst – dieses Mal per Fußabwehr. 

77´: MAAAN! Das war die wohl dickste Möglichkeit auf den Ausgleich! Pantović wird nach starkem Pass von Rexhbecaj in Szene gesetzt, doch Casteels ist zur Stelle. 

77´: Zweiter Wechsel der Blau-Weißen: Bockhorn ersetzt Gamboa. 

85´: Die Gastgeber spielen auf Zeit, bleiben nun bei jeder Aktion lange liegen. Noch mehr Zeichen, dass hier auch in den Schlussminuten noch was gehen kann. Auch offensiv kam von den Wölfen in den vergangenen Minuten kaum etwas. 

88´: Rexhbecaj sieht nun auch Gelb. Wohl wegen Meckerns. 

89´: Ganvoula soll in der Nachspielzeit nochmal die Offensive ankurbeln. Für ihn verlässt Lampropoulos das Feld. 

89´: Rexhbecaj wieder aus der Distanz. Der Ball geht knapp am Gehäuse vorbei. Der VfL will dieses Tor mit allen Mitteln. 

Ende: Der VfL unterliegt beim VfL Wolfsburg 0:1. In der zweiten Halbzeit war kaum noch zu merken, dass die Bochumer in Unterzahl sind. Mit einer couragierten und engagierten Leistung versuchte die Reis-Elf alles, um noch das Unentschieden zu erreichen. Leider vergebens. Doch die kämpferische Leistung macht Mut für die kommenden Wochen und zeigt, dass sich der VfL nicht verstecken muss.