3. Spieltag

VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848
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VfL OsnabrückVfL Osnabrück

Fr,  02.10.202018:30 Uhr2. Bundesliga

Freitagabend, Flutlicht zum Anstoß, (aller Voraussicht nach) Fans anne Castroper: Wir freuen uns auf das zweite Heimspiel der Saison! Zu Gast ist dann der VfL Osnabrück, der punktgleich und mit dem selben Torverhältnis gemeinsam mit dem VfL Bochum 1848 auf Tabellenplatz vier liegt. Was mit den Lila-Weißen auf die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Reis zukommt? Erfahrt ihr im BLICK AUF:

DER TRAINER

Nach dem Abgang von Daniel Thioune zum Hamburger SV suchten die Lila-Weißen einen passenden Nachfolger: Die Wahl fiel auf den 47-jährigen Marco Grote. „In den persönlichen Gesprächen hat er uns unter anderem mit seiner hohen Fachkompetenz überzeugt“, erklärte Sportdirektor Benjamin Schmede. Nach über zwölf Jahren als Jugendtrainer beim SV Werder Bremen verließ Grote die Hansestadt in Richtung Osnabrück. Dort trainierte er zuletzt die U19 der Grün-Weißen – und konnte dort einen beachtlichen Punkteschnitt von 2,21 vorweisen. Aus 90 Spielen holte die U19 unter seiner Leitung 62 Zähler. Der VfL Osnabrück ist nun seine erste Station als Cheftrainer: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung beim VfL mit einer entwicklungsfähigen Mannschaft in der 2. Bundesliga. Hier in Osnabrück ähnelt mein Auftrag dem in Bremen: Spieler weiterentwickeln und erfolgreichen Fußball spielen.“

DUELLE

Der VfL Osnabrück ist wohl einer der Lieblingsgegner des VfL. Noch nie verloren die Blau-Weißen ein Duell gegen die Mannschaft von der Bremer Brücke. Fünf Siege und ein Unentschieden sprechen –  zumindest von der Bilanz her – für das Team von Cheftrainer Thomas Reis. Im letzten Aufeinandertreffen gab es einen 2:0-Auswärtssieg für die VfLer zu bejubeln. Zuerst erzwangen die Bochumer ein Eigentor, dann erhöhte Manuel Wintzheimer auf 2:0. Manuel Riemann verhinderte in der Schlussphase obendrein noch den Anschlusstreffer, als er einen Elfmeter von Anas Ouahim parierte und so die Null festhielt.

ZWISCHENBILANZ

Der VfL und die Osnabrücker begegnen sich am Freitagabend als direkte Tabellennachbar. Ebenso wie die Bochumer mussten sich die Lila-Weißen zum Auftakt mit einem Remis begnügen. Das Team von Marco Grote trennte sich 1:1 bei der SpVgg Greuther Fürth. Am zweiten Spieltag feierten sie dann eine 2:1-Erfolg gegen Hannover 96. Ein Sieg, der für viele überraschend kam. Mann des Abends war auf jeden Fall Christian Santos. Der venezolanische Neuzugang füllt die Lücke, die Marcos Álvarez mit seinem Abgang hinterlassen hat, momentan perfekt aus. Gegen Fürth traf er einmal – gegen Hannover direkt doppelt. „Ich bin überglücklich. Bei meinem Debüt an der Bremer Brücke zu siegen und zwei Tore zu schießen, macht mich sehr froh“, sagt der Torjäger nach dem Sieg gegen die 96er. Auch Grote ist begeistert von seinem neuen Schützling: „Christian Santos ist Torjäger, will Tore schießen, er ist einfach ein guter Typ.“ Seine Mannschaft sei zudem „gut im Spiel“ gewesen, habe „gut verteidigt und völlig verdient“ am Ende gewonnen.

Zweites Heimspiel, zweites Remis, immer noch unbesiegt. Wie schon im ersten Heimspiel gegen den FC St. Pauli ist der VfL Bochum 1848 auch gegen den Namensvetter aus Osnabrück näher am Sieg, am Ende müssen sich Thomas Reis und Co. aufgrund fehlender Effizienz aber mit nur einem Zähler begnügen. 

Eine Änderung in der Startelf musste Thomas Reis vornehmen, Miloš Pantović ersetzte den gesperrten Gerrit Holtmann. Der genesene Thomas Eisfeld rückte dafür in den Kader – ansonsten alles wie gehabt. Osnabrücks Coach Marco Grote musste im Vergleich zur Vorwoche auf Timo Beermann und Sebastian Klaas verzichten, Lukas Gugganig und Sven Köhler starteten stattdessen. Also ab dafür!

5. Nach fünf Minuten Abtasten wagen sich die Osnabrücker zuerst aus ihrem Schneckenhaus. Grenzwertiges Einsteigen gegen Losilla an der Mittellinie zunächst, nach dem Gegenzug prüft Köhler Riemann aus der Ferne. Der Keeper macht sich lang und holt den nicht ungefährlichen Schuss aus dem Winkel.

8. Nächste Aktion der Gäste. Reichel mit der scharfen Hereingabe, die Riemann gerade so vor dem einschussbereiten Satos wegkratzt.

15. Der (heimische) VfL taut so langsam auf und verlagert das Spiel nun vermehrt in die Osnabrücker Hälfte. Gefährlich wurde es aber noch nicht.

19. Die erste hochkarätige Chance für den VfL hat Pantović, der von Losilla per Heber in Szene gesetzt wird und akrobatisch zum Abschluss kommt. Kühn wehrt ab. In der Folge hämmert Zoller den Nachschuss aus spitzem Winkel drauf, Kühn macht sich im kurzen Eck breit.

20. Wie bei der Ketchupflasche hier. Erst 18:48 Minuten lang nix, dann kommen die 100%er vom Fließband. Erst hat Zoller Platz und legt für Ganvoula quer. Der Kongolese rutscht rein, kann das Leder aber nur noch an den Pfosten spitzeln. Zoller kriegt die Kirsche erneut und bedient diesmal Pantović, doch auch er vollbringt das Kunststück, das leere Tor zu verfehlen. Das hätte die Führung sein müssen.

24. Nächste Top-Chance. Tesche marschiert und chipt zu Pantović in den Strafraum. Der legt per Kopf zu Ganvoula, der blitzeblank an Kühn scheitert. Halb so wild diesmal, es war Abseits.

26. Der Treffer deutet sich mehr und mehr an. Pantović zieht über links und sucht flach Ganvoula – der kommt aber einen Schritt zu spät und verpasst um Haaresbreite. 

29. Zoller packt aus gut und gerne 25 Metern den Hammer aus. Gar nicht schlecht, viel hat nicht gefehlt. Nach müder Anfangsphase haben sich die Blau-Weißen aber mittlerweile reingearbeitet und klar den Hut auf.

38. Knifflig, aber wohl richtig entschieden von Schiri Sather. Pantović zieht nach Pass von Danilo in den Sechzehner und wird von Bashkim Ajdini hart bedrängt. Der Serbe geht zu Boden, kein Pfiff.

39. Die erste Gelbe geht an Osnabrücks Schlussmann Kühn, der ewig für die Ausführung eines Freistoßes braucht und wegen Zeitspiels verwarnt wird. 

41. Der Bochumer Schwung ist etwas abgeebbt, die Gäste zeigen sich mal wieder in Person von Santos. Der Venezolaner versucht sein Glück aus halblinker Position, gutes Stück vorbei.

44. Die Lila-Weißen befreien sich gegen Ende der Halbzeit nochmal, aber Kerks Schuss verkommt zu einem harmlosen Roller. Riemann muss nicht eingreifen.

Pause: In der Anfangsphase hatte der „andere“ VfL noch Vorteile, nach rund 15 Minuten übernahm hier die Reis-Elf das Kommando und hatte einige fette Chancen. Gegen Ende konnte der Gast wieder für Entlastung sorgen, blieb aber harmlos. Hier ist definitiv mehr drin als ein 0:0.

46. Grote wechselt zur Pause. Köhler geht angeschlagen raus, Multhaup fortan mit dabei.

47. Die erste Szene gehört Osnabrück. Nach einer Ecke von links kommt Trapp zum Kopfball und trifft Leitsch aus kürzester Distanz am Arm. Kein Strafstoß.

55. Gute Umschaltaktion dank Danilos Ballgewinn. Dadurch entsteht ein Drei gegen Zwei über Losilla, der Ganvoula mitnimmt. Dessen Hereingabe wird geblockt. War mehr möglich.

56. Geistesblitz von Pantović, der schick für Žulj ablegt. Der Österreicher gerät in einen zu spitzen Winkel, Khn stürmt heraus und entschärft.

57. Erste Verwarnung nun auch für Bochum. Leitsch wird aus kürzester Distanz abgeschossen und kriegt dafür die Karte vorgehalten. Fragwürdig. Obendrein springt ein Freistoß in exzellenter Lage für die Gäste raus. Der landet in der Mauer.

60. Ganvoula kriegt hier alles abgepfiffen und regt sich, zumindest in diesem Fall, zurecht darüber auf. Das passt Sather nicht, auch Ganvoula kriegt den Karton.
63. Schön kombiniert über die rechte Seite, wo Gamboa letztlich Richtung Ganvoula flankt. Der Sturmtank verbiegt sich förmlich, kann aber keinen kontrollierten Kopfball abfeuern.

66. Ausgleich in Sachen Verwarnungen. Losilla schickt Pantović, der von Ajdini umgesenst wird. Klare Kiste. Den fälligen Freistoß versucht Žulj aus spitzem Winkel direkt – zu hoch angesetzt.

69. Grote will für Entlastung sorgen und tauscht doppelt. Santos und Kerk verlassen das Feld, Schmidt und Heider wirken jetzt mit.

71. Die Bochumer drücken wieder mehr auf die Tube. Schönes Zusammenspiel zwischen Losilla und Pantović, der Franzose hält dann aus zentraler Position wuchtig drauf. Links vorbei.

73. Das war knapp. Schmidt flankt an den langen Pfosten, Reichel macht ihn scharf Heider scheitert per Kopf unter Bedrängnis am Außennetz.
76. Reis tauscht Personal im Doppelpack: Žulj und Zoller runter, Eisfeld und Blum für die Schlussviertelstunde rauf.

77. Ganz krummes Ding von Multhaup. Der zieht von links nach innen und visiert in Richtung lange Ecke. Ein Abwehrbein ist dran, der Ball fällt ganz fies für Riemann runter – zum Glück ein Stück vorbei.

78. Die Zuschauerzahl: 4.231

82. Ein Debüt beim VfL. Soma Novothny stürmt jetzt anstelle Ganvoulas.

83. Platzverweis für Ajdini, der Blum von hinten in die Hacken rennt und seine zweite Gelbe Karte sieht. Zehn Minuten Überzahl für den Siegtreffer.

85. Das wäre mal ein Einstand gewesen. Blum mit der Flanke, Novothny mit der Hacke. Drüber, war schwer zu nehmen.

86. Amenyido wird ausgewechselt und geht nicht an der nächsten Linie runter (Holtmann sah dafür letzte Woche Gelb und daraufhin die Ampelkarte). Riemann ärgert sich und kriegt Gelb. Naja. Engel nun für Amenyido drin.

88. Wieder Blum mit der Hereingabe an den kurzen Pfosten, wieder kommt Novothny vor Gugganig dran. Nicht sauber getroffen und vorbei.

90.+2: Osnabrück dreht an der Uhr. Susac ersetzt Henning.

Ende: Torlos endet die Freitagabend-Partie zwischen den VfL’s. Nach der Länderspielpause geht’s samstags bei Eintracht Braunschweig weiter.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): „Osnabrück hat versucht uns mit einer anderen Formation zu überraschen und uns anfangs den Schneid abgekauft, ohne aber zwingend zu werden. Dann haben wir etwas tiefer gestanden und besseren Zugriff bekommen und dann vier, fünf Hochkaräter gehabt, die wir nutzen müssen, um in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit war ein Bruch drin und wir haben zu viel mit langen Bällen operiert und die spielerischen Elemente vermissen lassen. Nach der Gelb-Roten Karte kam nochmal etwas Euphorie auf, wir haben aber die entscheidenden Pässe nicht angebracht. Aufgrund des Chancenverhältnis sind es schon zwei verlorene Punkte. Osnabrück hat aber alles dafür getan, den Punkt mitzunehmen. Wir müssen heute mit dem Punkt leben, mit dem Start bin ich aber schon zufrieden. Wir sind ungeschlagen und wir müssen schauen, gut aus der Pause zu kommen und die Chancen besser zu nutzen.“

Marco Grote (Cheftrainer VfL Osnabrück): „Es war ein ziemlich intensives Fußballspiel. Wir sind gut reingekommen, zu Beginn hat es gut funktioniert. Wir haben aber wenig Tiefe reingekriegt und waren nicht zwingend. Mit der ersten dicken Chance für Bochum kriegt die erste Halbzeit eine Wendung. Wir haben den Zugriff verloren und sind in Passivität verfallen. Daraufhin haben wir umgestellt noch in Halbzeit eins. In Halbzeit zwei haben wir uns gesteigert, auch wenn das Spiel nicht mehr das Level hatte. Ein 0:0 bei einem ambitionierten Gegner nehmen wir gerne mit.“

Maxim Leitsch (VfL Bochum 1848): „Das 0:0 ist schon enttäuschend, wir wollten auf Sieg gehen. Hinten haben wir wenig zugelassen und vorne waren es nicht so viele Chancen, aber dafür ein paar richtig gute. Ein Tor wäre auf jeden Fall drin gewesen, so ist es etwas schade. Immerhin ein Punkt, aber wir hätten auch mit drei nach Hause gehen können. Fünf Punkte nach drei Spielen sind aber in Ordnung.“

Simon Zoller (VfL Bochum 1848): „Das war heute ein typisches Zweitligaspiel, mit viel Kampf und Aufopferung. In der ersten Halbzeit hatten wir bessere Chancen, die wir nicht genutzt haben. IN der zweiten sind beide Mannschaften dann nicht mehr so gefährlich geworden. Am Ende ist es für mich ein gerechtes Unentschieden. Wir stehen stabil mittlerweile und sind immer für ein Tor gut normalerweise. Heute war nicht alles schlecht, aber heute haben spielerisch wir nicht so viel lösen können wie noch gegen Pauli. Mit fünf Punkten und zweimal zu Null können wir weitestgehend zufrieden sein, auch wenn wir uns heute mehr ausgerechnet haben. Wir gehen mit einem ordentlichen Gefühl in die Länderspielpause und greifen dann wieder an.“

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): „Wir haben schon guten Fußball gezeigt heute und hatten die besseren Chancen. Nur die Tore haben gefehlt. Mit dieser Leistung können wir arbeiten, um nach kurzer Erholungspause wieder Vollgas zu geben und Punkte zu holen. Wir können mit dem Punkt zufrieden sein und sind immer noch ungeschlagen. Nun fokussieren wir uns auf das nächste Spiel.“