28. Spieltag

SC Paderborn 07
3: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  10.04.202113:00 Uhr2. Bundesliga

Da waren es nur noch sieben: Am 28. Spieltag gastiert der VfL Bochum 1848 beim SC Paderborn 07 und möchte nach den erfolgreichen Partien gegen Düsseldorf und Kiel den nächsten wichtigen Dreier landen. Keine einfache Aufgabe, schließlich wartet mit dem SCP ein Bundesliga-Absteiger auf die Mannschaft von VfL-Chefcoach Thomas Reis. Alle wichtigen Infos rund um den nächsten Gegner der Blau-Weißen liefert unser BLICK AUF.

DER TRAINER

Am Donnerstag-Vormittag wurde es öffentlich gemacht: Steffen Baumgart, seit April 2017 als Cheftrainer beim SC Paderborn unter Vertrag, wird den Verein nach der laufenden Saison auf eigenen Wunsch verlassen. Gerne hätten die Ostwestfalen mit dem kernigen Trainer weitergearbeitet, dieser entschied sich aber, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und eine neue Herausforderung zu suchen. Durchaus ein harter Schlag für den SCP, der mit Baumgart einen echten Typen verliert. 2015 hatte der gebürtige Rostocker seinen Fußball-Lehrer-Lehrgang gemeinsam mit Thomas Reis erfolgreich absolviert, zwei Jahre später heuerte er in Paderborn an. 159 Pflichtspiele hat Baumgart seitdem als SCP-Coach absolviert, dabei führte der 49-Jährige den Klub aus der 3. Liga mit einem Durchmarsch in die Bundesliga, ehe im letzten Frühsommer der direkte Abstieg ins deutsche Fußball-Unterhaus anstand. Es waren turbulente Jahre für Klub und Trainer, die die Entscheidung gegen eine Vertragsverlängerung sicher nicht einfacher gemacht haben werden. „Ich habe noch nichts Neues und stand bisher auch noch mit keinem anderen Verein in Kontakt“, sagte Baumgart auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem VfL. Eine Pause möchte der Vollblut-Trainer aber nicht einlegen. Es bleibt spannend, wohin es ihn zur nächsten Spielzeit ziehen wird.

PERSONAL

Wenn der VfL Bochum 1848 in der Paderborner Benteler Arena zu Gast ist, dann wird es nicht nur auf Seiten der Reis-Elf mindestens eine personelle Veränderung in der Startelf geben. Während den Blau-Weißen Spielmacher Robert Zulj aufgrund einer Gelbsperre fehlen wird, muss der SCP auf Innenverteidiger und Kapitän Sebastian Schonlau verzichten - auch er fehlt aufgrund der fünften Gelben Karte. Sein erfahrener Kollege im Defensivverbund, Uwe Hünemeier, fehlt ebenfalls, er laboriert an einer Wadenverletzung. Dass Marcel Correia wie zuletzt bei der 1:2-Niederlage in Nürnberg in der Innenverteidigung auflaufen wird, sollte keine große Überraschung sein. „Arsitote Nkaka und Sebastian Vasiliadis sind zwei Kandidaten, die hinten spielen könnten“, gab Baumgart Einblicke in seine Überlegungen, wie die Personalnot im Defensivbereich aufgefangen werden soll. Beide Akteure sind sonst eher auf der Sechser-Position zu finden. Hinzu kommt, dass Johannes Dörfler auf der rechten Abwehrseite wohl nicht fit genug ist für einen Startelfeinsatz, wie schon in Nürnberg wird er aller Voraussicht nach durch Frederic Ananou ersetzt. Offensivmann Chris Führich, der den VfL aus seiner Zeit in der Jugend kennt, hatte zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen, könnte gegen die Bochumer aber wieder zur Verfügung stehen.

DUELLE

16 Mal gab es das Duell zwischen VfL und SCP bisher, die Bilanz spricht dabei für die Bochumer: Sieben Mal konnten die Blau-Weißen die drei Punkte einfahren, dagegen stehen fünf Paderborner Siege und vier Remis. Das Hinspiel dürfte den VfL-Fans in bester Erinnerung geblieben sein, denn im Dezember 2020 gab es einen verdienten 3:0-Heimsieg gegen die Ostwestfalen. Dabei reichten sieben fulminante Minuten in Durchgang zwei, um die drei Punkte anne Castroper zu behalten. Robert Zulj hatte per Doppelpack innerhalb von vier Minuten auf 2:0 gestellt, ehe Simon Zoller kurz darauf den dritten Treffer einschweißte. „Wir wollen zeigen, dass wir uns mit Hinblick auf die verdiente Niederlage im Hinspiel verbessert haben“, sagte Baumgart vor dem Duell am Samstag. „Außerdem wollen wir eine Reaktion auf das Spiel in Nürnberg zeigen. Wir spielen ganz klar auf Sieg.“ Der letzte Bochumer Dreier in der Benteler Arena konnte im Juli 2015 gefeiert werden, danach folgten bei Auswärtsspielen in Paderborn eine 0:2-Niederlage im DFB-Pokal sowie ein 2:2-Unentschieden am 4. Spieltag der Zweitliga-Saison 2018/19.

ZWISCHENBILANZ

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird der SC Paderborn in dieser Saison wohl nicht auf- oder absteigen. Sieben Spieltage vor dem Ende der aktuellen Spielzeit belegt der SCP nun Tabellenplatz elf in Liga zwei, hat 35 Punkte auf dem Konto. Beruhigende neun Zähler Vorsprung sind es also auf den unteren Relegationsplatz, nach oben ist der Abstand mit 15 Punkten auf den Drittplatzierten aus Fürth noch größer. Es zeichnet sich also ab, dass nach dem Abstieg aus der Bundesliga in der letzten Spielzeit nun ein Platz im Tabellenmittelfeld herausspringen wird. Neun Siege, acht Remis und schon zehn Niederlagen sowie ein ausgeglichenes Torverhältnis - man hatte sich wohl etwas mehr ausgerechnet zum Saisonbeginn.

Keine Zähler in Paderborn. Der VfL Bochum 1848 musste sich in Ostwestfalen klar mit 0:3 gesachlagen geben. Von Beginn an fand die Reis-Elf nicht wirklich Zugriff, der SCP begann aggressiv. Justvan und Michel stellten vor der Pause auf 2:0. Die Blau-Weißen probierten es nach dem Seitenwechsel nochmal, doch ein Kontertor von Antwi-Adjei sorgte für Klarheit in der Benteler Arena.

SPIELTACH! Der VfL ist zu Gast beim SC Paderborn. Nach der gestrigen Niederlage des Hamburger SV will das Team von Cheftrainer Thomas Reis nachlegen und den Abstand auf die Verfolger möglichst vergrößern. Im Vergleich zum 2:1-Erfolg gegen Kiel aus der Vorwoche gibt es zwei Änderungen in der Startelf. Danilo Soares kehrt erwartungsgemäß nach seiner abgesessener Gelsperre zurück. Herbert Bockhorn nimmt vorerst auf der Bank Platz. Zudem ersetzt Thomas Eisfeld Spielmacher Robert Žulj. Unsere Nummer 32 sah letzte Woche seine fünfte Gelbe und muss heute pausieren.

So lief das Spiel:

3´: Die Hausherren legen in den ersten Sekunden dieser Partie schon los wie die Feuerwehr. Doch Riemann ist wie gewohnt eiskalt und klärt einen langen Ball auf Michel vor dem Sechzehner mit der Brust.  

8´: Der SCP arbeitet viel mit langen Bällen. Der VfL muss sich noch ein wenig den Zugriff finden.

10´: Jetzt mal der erste Abschluss der Bochumer. Losilla schnappt sich den zweiten Ball und hämmert aus der Distanz einfach mal drauf – leider deutlich drüber.

11´: Die Paderborner schalten mit einem präzisen Ball auf Srbeny blitzschnell um. Den Querpass auf Michel schnappt sich dann aber unsere Nummer eins.

14´: Und wieder wird es brenzlich im Bochumer Strafraum. Zum Glück vertändelt der SCP die Kugel, sodass der VfL klären kann.

16´: Puh, alle Bochumer müssen jetzt durchatmen: Doppelchance für den SCP. Erst trifft Justvan den Pfosten, dann bewahrt Riemann den VfL vor einem Rückstand, als er den Nachschuss von Michel pariert.

18´: Jetzt mal der VfL im Vorwärtsgang! Ballgewinn im Zentrum, Tesche auf Holtmann. Der legt den Ball noch an einem Gegenspieler vorbei, doch beim Versuch mit rechts wirft sich ein SCP-Akteur entscheidend dazwischen!

20´: Michel mit dem nächsten Abschluss. Der Paderborner sorgt für ordentlich Wirbel vor dem VfL-Tor. Riemann pflückt seinen Abschluss aber aus der Luft herunter.

23´: Eisfeld mit dem 1:0 auf dem Fuß. Leider geht sein Schuss knapp am Tor vorbei.

23´: Nächstes gutes Ding. Der VfL scheint jetzt auch offensiv im Spiel zu sein. Zoller steigt hoch, doch Zingerle packt zu. So muss es weiter gehen.

27´: Pantović geht nach Ansicht des Schiedsrichters zu hart in den Zweikampf mit Ananou und sieht dafür die Gelbe Karte.

29´: Holtmann ist auf und davon, doch der Ball verspringt bei der Annahme. Das hätte was werden können.

30´: Der VfL ist jetzt endgültig im Spiel angekommen. Eisfeld bringt einen Freistoß von der linken Seite ansehnlich herein – Zingerle muss eingreifen, ebenso wie beim Nachschuss von Pantović.

31´: Der nächste gute Spielzug von Eisfeld und Pantović, der schließlich auf Zoller abgibt. Unser Torjäger setzt den Ball leider ans Außennetz.

36´: TOR. Die Hausherren gehen 1:0 in Führung. Den ersten Versuch von Michel konnte Riemann noch abwehren, beim zweiten Schuss von Justvan musste sich der Keeper dann geschlagen geben.

39´: TOR. Und direkt das 2:0 hinterher, das darf hier nicht wahr sein. Vorne verliert Soares den Ball, dann geht es wahnsinnig schnell in die andere Richtung. Michel ist durch und schiebt die Kugel vorbei an Riemann.

45´: Ein Lebenszeichen des VfL, der sichtlich geschockt über den Doppelschlag ist. Gamboa startet rüber auf links. Anschließend die Flanke, die Zoller mit der Brust in den Lauf von Eisfeld legt. Im Fallen fehlt allerdings die Genauigkeit beim Abschluss.

Pause: Was für eine gebrauchte erste Halbzeit für den VfL. Die Bochumer kamen nur schwer ins Spiel. Kurz nachdem die Mannschaft von Thomas Reis die ersten guten Chancen verzeichnet konnten, gelang dem SCP ein Doppelschlag durch Justvan und Michel. Da muss in Durchgang zwei einiges besser werden. Doch 45 Minuten hat der VfL noch, um hier etwas mitzunehmen.

46´: Wechsel zur zweiten Hälfte: Pantović bleibt in der Kabine, für ihn übernimmt Ganvoula. Zoller weicht demnach auf die rechte Seite aus, Ganvoula geht in die Spitze.

48´: Der VfL will die erste Halbzeit vergessen machen und nährt sich so gleich dem Paderborner Gehäuse an. Gamboa flankt von rechts in die Mitte, Losilla steigt hoch, doch Zingerle fängt die Kugel ab.

57´: Nächste Offensivaktion der Blau-Weißen: Holtmann zieht wuchtig ab, leider am Kasten vorbei.

59´: Soares findet Zoller. Der legt mit dem Kopf ab – Losilla im Fallen über das Tor.

68´: Zoller allein vor Zingerle, doch unser Torjäger verzieht. Das wäre das 2:1 gewesen.

73´: TOR. Der VfL verpasst es, den Anschlusstreffer zu machen. Stattdessen erhöht Paderborn durch Antwi-Adjei nach einem Konter – 3:0 für die Hausherren.

75´: Tesche aus der Distanz: Der Ball rauscht über dem Querbalken.

77´: Doppelwechsel beim VfL. Bockhorn und Chibsah sind neu dabei. Zoller und Losilla haben Feierabend.

85´: Es ist wie verhext heute. Dicke Chance für Bockhorn, doch Zingerle kann retten.

87´: Eisfeld hat die Faxen dicke und probiert es selbst. Der Ball fliegt deutlich über das Gehäuse.

90‘: Es gibt zwei Minuten zusätzlich, doch die Messe ist gelesen. Stat des Anschlusstreffers bieten sich für die eingewechselten Terrazzino und Akolo noch zwei Gelegenheiten.

Abpfiff: Das war’s. Der VfL verliert beim SC Paderborn 0:3. Es war ein gebrauchter Tag für die Bochumer, an dem der Ball – trotz aller Bemühungen – einfach nicht ins gegnerische Tor wollte. Jetzt gilt es, die Niederlage schnell abzuhaken und alle Kräfte für das kommende Heimspiel gegen Hannover 96 zu mobilisieren.

 

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch an Baumi und den SC Paderborn. Die Niederlage für uns ist in Ordnung. Über die Höhe kann man aber sicherlich streiten, wenn man den Spielverlauf sieht. Wir wussten das der SCP sehr aggressiv ist und immer wieder die Läufe in die Tiefe macht. Darauf waren wir eigentlich vorberietet. In vielen Situationen waren wir zu fahrlässig. Hinten haben wir mehr den Arm gehoben, als die tiefen Läufe mitzumachen. Es hätte schon vor dem 0:1 klingeln können. Das haben wir mit viel Glück verteidigen können. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft ein bisschen Probleme hat und verunsichert ist. Eins, zwei Gelegenheiten hatten wir nach dem 0:2. So hätten wir das Ding vielleicht noch drehen können. In der Pause haben wir einige Dinge angesprochen. Wir wollten in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht zeigen. Wir hatten sehr gute Gelegenheiten und die klareren Chancen unter anderem durch Zoller, Losilla und Holtmann. Nach dem 0:3 war die Messe gelesen. Das war sehr ärgerlich. Die Höhe des Ergebnisses ist brutal.  Das müssen wir analysieren. Die erste Hälfte war die schlechteste, die ich in dieser Saison gesehen habe. 

Stefan Baumgart (Cheftrainer SC Paderborn):  Danke für die Glückwünsche. Ich bin sehr zufrieden, wie meine Jungs aufgetreten sind. Es war mit die beste Saisonleistung von uns in der ersten Halbzeit. In der höhe war das Ergebnis dann auch verdient. In der zweiten Hälfte hat der VfL Chancen liegen gelassen, die er in dieser Saison bislang noch nie so hat liegengelassen. Die Jungs haben eine gute Reaktion gezeigt, darüber freue ich mich.

Maxim Leitsch: Es ist schwer zu sagen, was heute los war. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir die Bälle hinter die Kette nicht zulassen wollen. Das konnten wir nicht ganz umsetzen, weswegen die Paderborner immer wieder zu Chancen gekommen sind – und leider Gottes auch die Tore gemacht haben. Wir waren wirklich nicht im Spiel, von vorne bis hinten. Jeder zweite Ball war gefühlt beim Gegner. Im Mittelfeld und vorne konnten wir die Bälle nicht festmachen. In der zweiten Halbzeit hatten wir unsere Chancen. Dass wir da kein Tor gemacht haben, ist Wahnsinn. Nichtsdestotrotz dürfen wir die drei Gegentore nicht kassieren. Wir müssen das schnell abhaken und uns auf die verbleibenden sechs Spiele konzentrieren. 

Manuel Riemann: Ich glaube, dass es heute die unnötigste Niederlage war, die ich seit langem gesehen habe. In der Höhe war es heute das ein oder andere Tor zu viel. Wir verstolpern den Anschlusstreffer, sonst hätte es 2:1 gestanden. Im Gegenzug macht Paderborn direkt das 3:0. Zudem hatten wir durch Toto eine richtig gute Chance. Wir hatten heute einfach nicht das nötige Matchglück. Das gehört bei 34 Spieltagen aber auch mal dazu. Obwohl wir nicht gut gespielt haben, hätten wir hier meiner Meinung nach etwas holen können. Wir müssen die Niederlage abhaken und weiter geht es.