24. Spieltag

SpVgg Greuther Fürth
1: 2
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  06.03.202113:00 Uhr2. Bundesliga

Der März hat es in sich! Dicke Brocken stehen dem VfL in den kommenden Wochen bevor, der erste davon ist die Spielvereinigung aus Fürth. Das Kleeblatt rangiert momentan zwei Zähler hinter den Blau-Weißen. Wir schauen auf die Partie, und zwar in unserem BLICK AUF:

FORMKURVE
Greuther Fürth ist seit mittlerweile acht Ligaspielen unbesiegt. Dabei traf das Kleeblatt in dem benannten Zeitraum bereits auf zwei der drei Konkurrenten aus dem Top-Quartett. Beim HSV erkämpften sich die Franken ein torloses Remis, die Störche aus Kiel konnten daheim mit 2:1 bezwungen werden. Gute Bilanz also in den direkten Duellen, das wollen wir am Samstag ändern. Mit 45 Toren verfügt das Kleeblatt über den zweitbesten Angriff der Liga, einzig der HSV hat öfter getroffen. 27 Mal mussten Stammkeeper Sascha Burchert bzw. dessen Vertreter Marius Funk hinter sich greifen. Macht plus 18 in der Tordifferenz, allerdings tun sich die vier Topteams auch hier nicht viel. Sowohl nach Punkten als auch nach Toren/Gegentreffern ist das ein ganz enges Rennen in der 2. Bundesliga. Schnappen sich beim VfL die Herren Zulj und Zoller einen Großteil der blau-weißen Buden, verteilt sich dies auf Seiten unserer kommenden Gastgeber auf mehrere Schultern. Top-Knipser ist Branimir Hrgota (9 Tore), dicht gefolgt von Havard Nielsen, Julian Green (beide 7) sowie Sebastian Ernst (6). Verzichten muss Fürth-Coach Stefan Leitl beim Duell mit dem VfL in jedem Fall auf den gelbgesperrten Maximilian Bauer, Green steht quarantänebedingt nicht zur Verfügung.

DAS PERSONAL
Stefan Leitl wurde soeben erwähnt. Der Übungsleiter schwingt seit nunmehr zwei Jahren das Zepter am Ronhof. Dabei hat der gebürtige Münchner die Spielvereinigung wieder zum Topteam der 2. Bundesliga geformt. Leitl setzt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Gerade mal zwei Akteure im gesamten Kader haben die 30 überschritten: Schlussmann Burchert sowie Abwehrroutinier Mergim Mavraj, auch anne Castroper bestens bekannt. Die jungen Wilden machen hingegen auf sich aufmerksam. Stellvertretend David Raum. Der Linksverteidiger hat bereits 12 Assists gesammelt, wird im Sommer zur TSG Hoffenheim wechseln. Unabhängig vom Saisonausgang sicherlich nicht der einzige Fürther, der Begehrlichkeiten geweckt hat.

DIE BILANZ
25 Duelle im Unterhaus haben wir bereits gegen das Zweitliga-Urgestein aus Fürth absolviert. Gut die Hälfte davon endeten ohne Sieger. 12 Remis, acht Mal gewann die Spielvereinigung, fünf Mal der VfL. Ausbaufähig. Entsprechend ist auch der letzte blau-weiße Erfolg am Ronhof ein gutes Stückchen her. 2015 war das, aber wie. Ein sattes 5:0 schossen Simon Terodde und Co. damals heraus. In der Folge hatten wir die Tabellenführung inne. Na wenn das mal keine passende Parallele zur aktuellen Situation herstellt…

Kritische Phasen überstanden, alles reingehauen, drei Punkte mitgenommen – der VfL hat auch sein Gastspiel im Fürther Ronhof siegreich gestalten können! Capitano Toto Losilla brachte seine Elf sehenswert in Führung, Fürth antwortete in Person von Stach und war in der Folge besser. Doch die Reis-Elf kam besser aus der Pause, verteidigte konzentriert und sicherte durch das Elfmetertor von Robert Zulj den wichtigen Auswärtssieg im Frankenland!

Spitzenspiel am Samstagmittag. Der VfL ist zu Gast bei der SpVgg Greuther Fürth – das Duell des Tabellenersten gegen den -dritten. Cheftrainer Thomas Reis nahm im Vergleich zum 3:0-Heimsieg gegen die Würzburger Kickers zwei Änderungen an der Startelf vor. Maxim Leitsch kehrte nach seiner Gelbsperre zurück. Saulo Decarli nahm dafür auf der Bank Platz. Die Position des verletzten Simon Zoller sollte Robert Žulj bekleiden. Thomas Eisfeld rückte dafür in die Mittelfeldzentrale.

So lief das Spiel:

1´: Und der Ball zappelt schon nach wenigen Sekunden im Fürther Tor. Leider stand Blum dabei einen Hauch im Abseits. Richtige Entscheidung des Linienrichters.

5´: Auch die Fürther legen sogleich los wie die Feuerwehr. Drei Ecken für das Kleeblatt in den ersten Minuten. Doch der VfL steht kompakt und konnte alle Situationen entschärfen.  

7´:  TOOOOR! Jaaaaa, das ist das 1:0. Gute Vorarbeit von Eisfeld, der den Ball vom rechts flach in den Strafraum bringt. Dort lauert Losilla, der den Ball mit dem linken Fuß in den Winkel hämmert. Was eine Anfangsphase hier am Ronhof, was für ein schönes Tor vom Capitano. 1:0 für den VfL.

14´: Und der nächste schöne Angriff der Bochumer. Nach Balleroberung geht es schnell: Žulj gibt ab auf Blum. Der marschiert in Richtung Grundlinie und schlägt die Kugel in die Mitte. Am zweiten Pfosten steht Holtmann einschussbereit, doch Burchert schnappt sich die Kugel.

18´: TOR. Wie aus dem nichts das 1:1. Stach zieht aus 17 Metern aus halblinker Position unbedrängt ab. Die Kugel schlägt unten rechts ein.  

20´: Holtmann versucht es aus der Distanz. Knapp am Gehäuse vorbei.

21´: Puh, der Ball zappelt zum zweiten Mal im VfL-Tor. Doch zum Glück entscheidet der Linienrichter auf Abseits. Kühlen Kopf bewahren, Jungs.

22´: Gamboa sieht für ein Foul an Raum Gelb. Damit fehlt unsere Nummer 2 beim Heimspiel gegen den Hamburger SV am kommenden Freitag.

23´: Nächste Großchance für die Hausherren. Nielsen zieht wuchtig ab, doch Riemann taucht schnell ins rechte Eck ab, macht sich lang und pariert die Kugel.

34´: Nach sieben Ecken für die Fürther nun die erste für den VfL: Blum bringt den gefährlich rein, doch Bruchert kommt vor Bella Kotchap an den Ball.

37´: Und da wäre es fast gewesen, das 2:1 für die Hausherren. Hrgota taucht frei vor Riemann auf, doch haut den Ball aus kurzer Distanz über den Kasten. Glück für den VfL.

41´: Und auch Losilla ist nun gelbverwarnt.

42´: Der VfL meldet sich zurück: Žulj verlängert auf Blum, doch der setzt das Spielgerät knapp rechts am Fürther Kasten vorbei.

45´: Und schon wieder Blum! Dieses Mal rauscht der Ball über den Querbalken.

Halbzeit: Der VfL startete furios in die Partie. Erst das vermeintlich frühe Tor durch Blum, kurz darauf zählte der herrliche Treffer von Losilla dann aber wirklich. Nach dem Ausgleich durch Stach kamen die Fürther besser ins Spiel und übten ordentlich Druck auf die Hintermannschaft des VfL aus. Der VfL kann mit dem 1:1 zur Pause zufrieden sein. Jetzt heißt es sammeln und in Durchgang zwo alles raushauen. Hier am Ronhof ist noch alles drin.

46´: Ohne Wechsel starten beide Mannschaften in die zweite Hälfte.

48´: Das muss das 2:1 für den VfL sein. Blum ist auf der linken Seite aus und davon, muss nur quer auf den hereinlaufenden Žulj spielen, doch stolpert über den Ball.

51´: Die Bochumer erwischen den besseren Start in Durchgang zwo. Žulj, Blum und Holtmann sorgen vorne wieder für Wirbel.

51´: Erneut Blum und Žulj im Zusammenspiel, es fehlen nur Zentimeter.

61`: Elfmeter für den VfL. Blum wird im Strafraum von Barry gelegt. Der Unparteiische zeigt direkt auf dem Punkt.

61´:  TOOOOOOOOOOR! Žulj übernimmt die Verantwortung und haut das Ding kompromisslos ins rechte Eck, während der Keeper nach links unterwegs war. Souverän verwandelt – 2:1 für den VfL.

63´: Beinahe das 3:1 durch Tesche. Nach einer Ecke nimmt unser Routinier den Ball mit der Brust an und zieht danach aus sieben Metern ab. Der Ball geht knapp drüber.

65´: Der VfL ist heiß auf Treffer Nummer 3! Erneut ist Blum über links auf und davon. Leider schnappt Burchert Holtmann die Hereingabe vor der Nase weg.

76´: Thomas Reis wechselt zum ersten Mal. Pantović jetzt neu für Holtmann dabei.

80´: Wechsel Nummer zwo: Bockhorn ersetzt Blum. Spannende Schlussphase am Ronhof. Der VfL zeigt ein völlig anderes Gesicht als noch im ersten Durchgang und hat die Gier, die drei Punkte hier zu entführen.

90´: Lange Unterbrechung, weil Bockhorn und Meyerhöfer in der Luft zusammengekracht sind. Beide haben etwas am Kopf abbekommen und müssen behandelt werden – Bockhorn muss sogar getackert werden.

90´: Aufgrund der langen Unterbrechung gibt es fünf Minuten oben drauf.

90.+3: Dritter Wechsel: Bonga kommt nochmal für Eisfeld.

Abpfiff: Wahnsinns-Spiel am Ronhof. Das Spitzenspiel hat gehalten, was es versprochen hat. Der VfL zeigt in Durchgang zwei ein völlig anderes Gesicht, legte die Gier an den Tag, die Punkte zu entführen – und belohnte sich. Žulj übernahm die Verantwortung, den fälligen Startstoß zu treten und verwandelte souverän. Mit dem 2:1-Erfolg bleibt der VfL weiterhin an der Spitze der Tabelle der 2. Bundesliga.

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wir sind absolut glücklich, hier heute drei Punkte mitzunehmen. Wir sind eigentlich gut in die Partie gekommen, erzielen sogleich ein Tor durch Danny Blum, das dann leider nicht gezählt hat. Wir gehen dann dennoch früh in Führung, sodass die ersten Minuten auf unserer Seite waren. Danach haben wir es verpasst, weiter Druck auszuüben. Wir bekommen das Gegentor und haben dann Glück, dass Fürth eine dicke Chance nicht nutzt, um im Führung zu gehen. Zum Ende der ersten Halbzeit sind wir dann wieder besser reingekommen. In der Halbzeit haben wir einiges umgestellt. Das hat dann dazu geführt, dass wir sehr gut in die zweite Halbzeit gekommen sind und einige hochkarätigen Chancen hatten, die wir nicht nutzen kommen. Mit dem Elfmeter gehen wir dann in Führung. Aufgrund der zweiten Halbzeit geht der Sieg dann auch in Ordnung. Es war sensationell wie die Mannschaft in der zweiten Halbzeit die Sachen umgesetzt hat – Respekt dafür. Jetzt freuen wir uns auf die Rückfahrt mit drei Punkten im Gepäck-

Stefan Leitl (Cheftrainer SpVgg Greuther Fürth): Heute hat man die Mentalität und den Siegeswillen meiner Mannschaft gesehen, doch es hat nicht gereicht auf diesem Niveau gegen eine starke Bochumer Mannschaft. Es war ein sehr gutes und intensives Top-Spiel. Wir hatten die Vorteile auf unserer Seite in der ersten Halbzeit. Wir haben sehr gut gespielt und viele Eckbälle rausgeholt – da müssen wir noch konsequenter werden. In der zweiten Hälfte war es ein bisschen ausgeglichener. Der Elfmeter entscheidet das Spiel. Mit ein bisschen Glück hätten wir noch ausgleichen können. Ich glaube, dass hätten wir verdient gehabt, weil es ein ausgeglichenes Top-Spiel war.

Anthony Losilla: Es macht natürlich Spaß ein Tor zu schießen. Heute war es ein sehr intensives Spiel. Es hätte jederzeit zu einer Seite abkippen können. Zum Glück ist es in der zweiten Hälfte zu unseren Gunsten gekippt. Wir haben hart dafür gekämpft gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft. Ich bin sehr froh, dass wir die drei Punkte heute geholt haben.

Thomas Eisfeld: Es war auf jeden Fall ein gelungener Tag. Die erste Halbzeit war nicht so gut, da sind wir nicht so richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben dem Gegner zu viel Raum geboten. Der Trainer hat uns in der Pause ein paar Dinge an die Hand gegeben, die wir verbessern mussten. Das haben wir im zweiten Durchgang gut umgesetzt bekommen. Von der ersten Minute an in der zweiten Halbzeit waren wir griffig und wurden auch am Ende dafür belohnt.

Manuel Riemann: Ich glaube, wir hatten in der ersten Halbzeit ein Quäntchen Glück und Fürth die besseren Torchancen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann eine gute Schüppe draufgelegt. Aufgrund dieser Hälfte würde ich auch sagen, dass es nicht unverdient ist, dass wir heute als Sieger vom Platz gehen.

Robert Žulj: Ich bin sehr stolz, dass ich der Mannschaft mit meinem verwandelten Elfmeter weitergeholfen habe. Es ist ein großartiges Gefühl, dass wir auf jeden Fall mit in die kommenden Spiele nehmen wollen. Ich stelle mich immer in den Dienst der Mannschaft und wenn der Trainer sagt, er braucht mich vorne drin, dann nehme ich das so an