20. Spieltag

VfL Osnabrück
1: 2
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  06.02.202113:00 Uhr2. Bundesliga

VfL gegen VfL. Wir reisen am Samstag nach Osnabrück. Im Gegensatz zu den vergangenen Auswärtsfahrten nur ein Katzensprung. Gerade mal 105 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Bochum und unserem nächsten Spielort. Also schnell hin, drei Punkte einsacken und ab nach Hause? Klar, gerne. Da dürfte allerdings der andere VfL ein bisschen was dagegen haben. Schließlich braucht Osnabrück nach fünf Niederlagen am Stück mal wieder ein Erfolgserlebnis.

AKTUELLES
Es läuft im Moment nicht wirklich rund an der Bremer Brücke. Fünf Liga-Pleiten in Serie. In den letzten vier Partien konnte der lila-weiße VfL dabei kein einziges Tor erzielen. Bitter besonders, dass die letzten Duelle allesamt mit 1:0 an den Gegner gingen. Viel fehlte also nicht. Aber Hannover, Fürth und Aue waren nun mal dieses eine Tor besser. Zuvor setzte es eine 0:5-Schlappe bei Aufstiegsfavorit HSV. Kann passieren. Weitaus ärgerlich dürfte da die 2:3-Heimniederlage gegen Schlusslicht Würzburg gewesen sein. Die Niedersachsen befinden sich nach starkem Start – der VfL blieb an den ersten sieben Spieltagen ungeschlagen – in der Abwärtsspirale. In den vergangenen neun Pflichtspielen konnte die Elf von Coach Marco Grote nur noch ein einziges Mal gewinnen. Ausgerechnet bei unserem direkten Tabellennachbarn aus Kiel.

DER TRAINER
Eben jener Grote hat seit vergangenem Sommer die Verantwortung beim VfL Osnabrück inne, er folgte auf Urgestein Daniel Thioune, der seit dieser Saison das Vorhaben Bundesliga-Rückkehr in der Hansestadt Hamburg leiten darf. Grote kommt aus dem Nachwuchsbereich vom SV Werder Bremen, coachte dort zuletzt die A-Junioren in der Bundesliga Nord. Der VfL ist die erste Profistation des gebürtigen Bremers. Auch als Aktiver hielt sich Grote vornehmlich nahe der Heimat auf. Der Rechtverteidiger spielte für Bremerhaven, Oldenburg und die Zweitvertretung des HSV. Beim Klub mit der Raute begann dann auch die Trainerlaufbahn, ehe es über Lübeck zurück in die Geburtsstadt ging. Ein echtes Kind des Nordens.

DAS PERSONAL
Wie erwähnt, der Start in die neue Saison hat Eindruck gemacht. Der Kader wurde punktuell verstärkt. Mit Sebastian Kerk bekam der VfL einen Techniker hinzu, der nach langwierigen Verletzungsproblemen beim neuen Arbeitgeber zu alter Stärke zurückfinden konnte. Sieben Buden und fünf Assists sprechen für sich. Kerk ist Toptorschütze. Diesen internen Titel hatte man eigentlich früh an einen anderen Neuen vergeben. Christian Santos nämlich, der Deutsch-Venezolaner traf an den ersten beiden Spieltagen satte drei Mal. Seitdem allerdings nicht mehr. Teilweise natürlich der längeren Zwangspause geschuldet. An den Spieltagen sechs bis neun musste der VfL auf den Angreifer verzichten. Ein alter Bekannter kickt außerdem seit Sommer an der Bremer Brücke. Ulli Bapoh ist nach langer Verletzung glücklicherweise zurück, konnte in den letzten Wochen seine ersten drei Kurzeinsätze für die Lila-Weißen feiern. Freut uns!

DIE BILANZ
Die Partie am Samstag in Osnabrück wird das sechste Aufeinandertreffen in Liga zwo sein. Die bisherige Bilanz schmeckt uns. Drei VfL-Siege, zwei Remis. In der Hinrunde gab es anne Castroper ein torloses Remis. Auswärts hingegen treten wir liebend gerne beim anderen VfL an. Zwei Mal war das der Fall, zwei Mal wurde gewonnen. In der Vorsaison gab es ein 2:0 (Wintzheimer und ein Eigentor von Gugganig), 2011 siegten wir mit 3:1. Kann man mal ausbauen, diese Serie!   

 

Das war ein richtig hartes Stück Arbeit, aber der VfL Bochum 1848 hat beim anderen VfL aus Osnabrück alle drei Zähler mitgenommen! Zwei Standards sorgten im ersten Durchgang für eine blau-weiße Führung. Simon Zoller und Anthony Losilla schossen ein 2:0 heraus. Nach dem Seitenwechsel warfen die Hausherren nochmal alles nach vorne, doch mehr als der Anschluss durch Kerk sprang dabei nicht mehr heraus.

Pokal abgehakt, an diesem eisigen Samstagmittag ging es wieder in der Liga um Punkte. Thomas Reis schaltete dabei ebenfalls wieder in den Aufstellungsmodus, der sich vor Leipzig so bewährt hatte. Sprich: Sechs Wechsel. Riemann, Zoller, Zulj, Leitsch, Tesche und Bockhorn waren zurück in der ersten Elf. Es galt, die blütenweiße VfL-Weste bei Gastspielen an der Bremer Brücke rein zu lassen.

Ab ins Spiel:

2‘: Erster starker Spielzug! Zulj mit dem Außenrist auf Zoller, der direkt rüber zu Toto. Der Capitano trifft bei der Direktabnahme die Kugel nicht richtig!

4‘: Blitzschneller Konter über Gamboa und Bockhorn. Wieder kommt der Ball auf Toto, im Grätschen kommt Losilla aber nicht entscheidend dran!

12‘: Starkes Teil! Holtmann direkt auf Zoller! Kühn entschärft den Schuss! Guter Auftakt hier für uns.

14‘: Zum ersten Mal die Gastgeber. Ein direkter Freistoß von Kerk. Gut getreten, Riemann guckt den aber am Tor vorbei.

17‘: Puh. Erste richtige Möglichkeit für Osnabrück. Gugganig zieht ab. Riemann hält!

19‘:  TOOOOOR! Ecke Zulj, Zoller ist am ersten Pfosten da und verlängert den Ball. Auch Ajdini ist ist mittendrin, die Kugel schlägt im langen Eck ein!

24‘: Wir wollen nachlegen! Feiner Ball von Tesche auf Holtmann. Der probiert es mit rechts. Kühn macht sich lang.

28‘: Holtmann mit Wucht. Kühn lässt prallen, Bockhorn kommt aber nicht mehr hin.

34‘. Wieder steht Riemann richtig! Müller taucht vor dem Keeper auf, Manu packt zu!

35‘: Fast das 2:0 für uns! Holtmann sieht Bockhorn, Kühn rettet!

36‘:  TOOOOOOR! Der Capitano macht’s! Unnachahmlich, wie Toto Losilla da angeflogen kommt! Wieder gibt Zulj die Vorlage per Ecke.

40‘: Müller bekommt noch einen Versuch. Aber Riemann ist zur Stelle. Der kam allerdings auch ziemlich zentral.

Pause: Das sieht gut aus bislang! Zwei Standards bringen uns die Führung, die nach 45 Minuten auch absolut verdient ist.

56‘: Es dauert bis zur ersten Chance in Durchgang zwo. Zoller ist dann aber auf und davon! Winkel wird dann etwas spitz, Kühn kann parieren!

64‘: TOR. Der Anschluss. Bella Kotchap zieht an Ihorst. Kerk setzt den fälligen Freistoß über die Mauer hinweg in die Maschen. Nur noch 1:2.

69‘: Wir tauschen erstmals. Pantovic ersetzt Bockhorn.

75‘: Die Schlussviertelstunde bricht an. Das Spiel ist jetzt offen.

76‘: Soares zieht von links ins Zentrum. Abschluss mit rechts, über die Kiste!

82‘: Doppelwechsel bei uns. Ganvoula und Chibsah kommen für Holtmann und Zulj.

84‘: Tesche aus der Drehung! Kühn hat ihn sicher.

90‘:: Es gibt hier satte fünf Minuten obendrauf!

92‘: Osnabrück sucht das Glück bei Standards. Wir klären alles weg!

94‘: Bringt Zeit. Zoller geht, Novothny kommt ins Spiel.

95‘: Ein letzter Freistoß! Kerk zieht ab, links vorbei!

Ende: Ein richtig hartes Stück Arbeit! Aber das war vorher klar! Wir bestehen diese Aufgabe und fahren mit drei Zählern nach Hause, die richtig gut tun. Am Ende warfen die Gastgeber nochmal alles nach vorne.

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wir sind natürlich sehr glücklich, dass wir die drei Punkte mitnehmen konnten. Im ersten Durchgang waren wir schon sehr dominant, haben es am Anfang aber verpasst die Führung zu erzielen. Der Dosenöffner waren dann heute die zwei Standards, aus denen wir heute Kapital schlagen konnten. Trotzdem war es so, dass der Gegner ein, zwei Gelegenheiten hatte, wo das Spiel auch hätte kippen können. Die konnten wir aber verteidigen. In letzter Zeit sind wir oft in Rückstand geraten, das ist heute nicht passiert, auch das Thema mit den zwei verlorenen Spielen am Stück ist abgehakt. In der zweiten Halbzeit haben wir die Ordnung verloren. Wir haben zu viele lange Bälle gespielt und haben es dem Gegner zu einfach gemacht in Ballbesitz zu kommen. Das war zu wild, da müssen wir mehr Klarheit reinbekommen. Osnabrück hat am Ende alles nach vorne geworfen, Ich bin froh, dass der Gegner für seinen Mut nicht belohnt wurde. Man hat gesehen, dass Marcos Mannschaft intakt ist. Ich weiß, dass es keine einfache Situation ist, wenn du die Spiele verlierst. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Punkte beim VfL Osnabrück kommen werden und sie den Kopf nicht in den Sand stecken werden. Wir sind froh, dass wir den Sieg einfahren konnten, denn auch für uns war es zuletzt nicht einfach mit den vielen Spielen in wenigen Tagen und den zahlreichen Auswärtsfahrten.

Marco Grote (Cheftrainer VfL Osnabrück): Ich denke, dass wir heute nicht gut ins Spiel gefunden haben. Wir waren teilweise zu passiv und haben zu tief gestanden, sodass Bochum mehr vom Spiel und auch die ersten Chancen hatte. Im Laufe der ersten Halbzeit haben wir uns aber schon gesteigert, sodass auch wir unsere Gelegenheiten hatten. Die Gegentore haben wir auf eine Art und Weise kassiert, die mich sehr ärgert. In der zweiten Halbzeit haben wir umgestellt, sodass wir mehr Druck ausüben konnten und aggressiver und bissiger waren. Auch da hatten wir Möglichkeiten, um den Ausgleich zu erzielen. In der letzten Phase waren wir aber nicht mehr zwingend genug. Insgesamt haben wir aus meiner Sicht schon einen Schritt nach vorne machen können, insbesondere in Sachen Mentalität und Leidenschaft. Gerade im zweiten Durchgang waren wir in der Hinsicht auf einem Level, das wir haben müssen, um in den nächsten Wochen etwas Zählbares zu erreichen. Wir sind nicht glücklich mit der Niederlage, auch wenn diese sicher nicht unverdient war. Herzlichen Glückwunsch an den VfL Bochum.

Robert Zulj (VfL Bochum 1848): Es war am Ende nochmal knapp. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, in der wir zwei Tore erzielt haben und noch weitere Chancen hatten, die wir reinmachen müssen. In der Pause haben wir uns vorgenommen, dass wir auf das dritte Tor spielen wollen. Im zweiten Durchgang haben wir gar nicht mehr gut gespielt, da haben wir uns auf das Kampfspiel des Gegners eingelassen. Gott sei Dank haben wir hier noch 2:1 gewonnen. Wir müssen es in der zweiten Halbzeit deutlich besser machen. Die Jungs, die von Beginn an auf dem Platz standen, sind eingespielt. Es tat uns gut, dass wir etwas durchschnaufen konnten und so frisch auf den Platz gehen konnten. Wir konnten hier am Ende gegen einen in meinen Augen guten Gegner drei Punkte einfahren. In der letzten Saison hatten wir die gleichen Probleme wie Osnabrück jetzt, man hat eigentlich eine gute Mannschaft, punktet aber nicht regelmäßig. Bei uns ist es in dieser Saison richtig gut. Wir sind ein Team geworden, holen die Punkte und man sieht auf dem Platz, dass der eine für den anderen kämpft. Wir trainieren die Standards immer mal wieder, Gott sei Dank hat das heute zwei Mal gut funktioniert.

Cristian Gamboa (VfL Bochum 1848): In der ersten Halbzeit haben wir es sowohl mit als auch ohne den Ball gut gemacht. Wir konnten zwei Tore erzielen. Im zweiten Durchgang war es leider nicht mehr so gut, da merkt man das Ende der zwei Englischen Wochen vielleicht doch. Wichtig ist am Ende, dass wir drei Punkte geholt haben.