17. Spieltag

SV Sandhausen
1: 1
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  24.01.202113:30 Uhr2. Bundesliga

Viel Bewegung in Sandhausen. Gerade was den Kader angeht. Das ist eher der tabellarischen Situation geschuldet. Denn in der Metropolregion Rhein-Neckar, um unseren kommenden Gegner auch mal geografisch einzuordnen, hatte man für diese Saison wohl andere Pläne.

ZWISCHENBILANZ
Zehn Niederlagen kassierte der SVS in den ersten 16 Runden. Die gesammelten 14 Zähler reichen dafür aktuell auch nur für einen Platz knapp über dem gefährlichen Strich. Punktgleich mit Braunschweig, das auf dem Relegationsrang liegt. Nur noch einen Zähler vor dem ersten direkten Abstiegsrang, den der FC St. Pauli aktuell bekleidet. Dabei sah es am vergangenen Spieltag zunächst lange nach einem Befreiungsschlag aus. Daniel Keita-Ruel, im Sommer aus Fürth gekommen, sorgte für den raschen Führungstreffer. Doch zehn rabenschwarze Minuten nach dem Seitenwechsel brachten den SVS auf die Verliererstraße. Wie aus dem Nichts der Ausgleich durch George. Die Sandhäuser brachen auseinander, Stolze und nochmal George legten schnell nach. Eine unnötige Niederlage, die unseren kommenden Gegner im Rahmen de Hinrundenfinals gehörig unter Zugzwang setzt.

DUELLE
Wenn wir am Sonntag am Hardtwald gastieren, dann ist es Duell Nummer 17 zwischen dem VfL und dem SV Sandhausen. Alle fanden in der 2. Bundesliga statt, zuletzt gab es im März 2020 – kurz vor dem Lockdown – ein spektakuläres 4:4 anne Castroper. Bittere Pille damals. Ein Dreierpack von Danny Blum sowie ein feiner Treffer von Arsenal-Leihgabe Jordi Osei-Tutu ließen das Vonovia Ruhrstadion beben. Doch zwei Elfmeter in der Schlussphase – letzterer in der vierten Minute der Nachspielzeit – sorgten doch noch für lange Gesichter bei Blau-Weiß. Insgesamt spricht die Bilanz allerdings für uns. Aus den bisherigen 16 Partien konnte der VfL sechs Siege mitnehmen, nur drei Mal setzte sich der SVS durch.

DER TRAINER / PERSONAL  
Wie bereits eingangs erwähnt, in Sandhausen hat sich einiges getan, was das Personal betrifft. In die Spielzeit ist man mit Coach Uwe Koschinat gegangen. Der Übungsleiter hat es nach seinem Amtsantritt im Oktober 2018 geschafft, den SVS zu stabilisieren. Der Blick konnte gar nach oben gerichtet werden. Dafür hat man sich vor der Saison namhaft verstärkt, reichlich Erfahrung bespielt die Plätze am Hardtwald. Allen voran natürlich Dennis Diekmeier, der nun schon etwas länger da ist und die Sandhäuser mittlerweile als Kapitän auf das Feld führt. Unterstützung hat er durch den Champions League-erfahrenen Diego Contento oder Ex-Herthaner Alexander Esswein bekommen. Im Angriff sind die Neuzugänge Keita-Ruel und Aziz Bouhaddouz ligaweit bestens bekannt. Doch es funzt noch nicht. Koschinat musste bereits im November seinen Hut nehmen. Nachfolger ist Michael Schiele, der zuvor Würzburg in Liga zwo führte. Doch harmonisch verlief der Start des Aufstiegstrainers nicht. Nach einem Kabinenzwist wurde der bisherige Stammkeeper Martin Fraisl suspendiert, ist mittlerweile in Richtung Niederlande abgewandert. Im Winter wurde daher Stefanos Kapino aus Bremen geholt. Auch für Marlon Frey (nun MSV Duisburg), Sören Dieckmann und Philip Türpitz ist keim Bedarf mehr da. Für bessere tabellarische Aussichten soll hingegen Patrick Schmidt sorgen, der Angreifer wurde auf Leihbasis vom 1. FC Heidenheim geholt.  

 

Die Siegesserie des VfL ist zwar gerissen, aber dennoch hat sich die Reis-Elf in Sandhausen ins Spiel zurückgekämpft. Nach dem Pausenrückstand - Behrens hatte kurz vor dem Seitenwechsel getroffen - rannten die Blau-Weißen im zweiten Durchgang permanent an. Robert Zulj besorgte in der Schlussphase den hochverdienten Ausgleich. 33 Punkte nach der Hinrunde, bärenstarke Bilanz!

Letzter Spieltach der Rückrunde! Beim SV Sandhausen entschied sich Cheftrainer Thomas Reis im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg für eine Änderung in der Startelf: Gerrit Holtmann blieb zunächst auf der Bank. Dafür erhielt Miloš Pantović das Vertrauen. Ansonsten ließ der Coach die Elf unverändert.

Rein ins Spiel:

5´: Der VfL startet mit viel Ballbesitz in die Partie. Doch der SVS agiert hinten kompakt.

8´: Erste Ecke für den VfL: Žulj bringt die Kugel gut auf den zweiten Pfosten, doch ein Sandhäuser klärt – zweite Ecke.

9´: Wieder Zulj, wieder eine gute Ecke. Der erste Versuch wird geklärt, doch Soares bekommt den zweitem Ball vor die Füße und probiert es aus der Distanz, doch leider weit drüber.

11´: Und die erste Gelbe Karte der Partie. Bockhorn bremst Diekmeier kurz vor der rechten Kante des Sechzehners und sieht die Verwarnung. Freistoß für den SVS.

12´: Der Freistoß wird zur Ecke geklärt, die den Gastgebern nichts einbringt. Dafür startet der VfL im Gegenzug einen flotten Konter.

14´: Tesche kommt in zweiter Reihe zum wuchtigen Schuss, verzieht allerdings ein wenig.

16´: Und da ist auch schon die erste Großchance, natürlich für den VfL, der hier das Spiel macht. Losilla flankt perfekt auf Zoller, der seinen Kopfball jedoch ans Außennetz setzt.

21´: Wichtiges Ding von Riemann! Keita-Ruel mit den ersten Schuss aufs Tor, doch der VfL-Keeper ist hellwach und schon in der Ecke.  

22´: Und schon wieder Keita-Ruel mit einer Chance für den SVS. Leitsch spielt die Kugel unglücklich vor die Füße des Angreifers. Doch ein Bochumer Abwehrbein verhindert Schlimmeres.

31´: Ecke Nummer drei für den VfL. Žulj bringt den Ball wieder gut herein, Bella Kotchap schraubt sich in die Luft, segelt jedoch vorbei. Ein Sandhäuser entschärft zugunsten der Hausherren.

39´: Gelb jetzt auch auf der anderen Seite. Paurevic fällt Pantović.

44´: TOR. Der SV Sandhausen geht kurz vor der Pause in Führung. Žulj kann den Eckball von Halimis nicht entscheiden klären. Röseler gibt die Kugel erneut herein und maßgenau auf Behrens. Der köpft zunächst an den Posten, doch hämmert den Nachschuss dann in Netz – 1:0 für den SV Sandhausen.  

Pause: Halbzeit im Hardtwaldstadion. Der SVS macht kurz vor der Pause das 1:0. Der VfL hat deutlich mehr Ballbesitz, jedoch noch nicht die zwingenden Chancen. Der SVS verteidigt hingegen diszipliniert und gibt nicht viele Lücken Preis. 45 Minuten sind noch auf der Uhr und in Bochum wissen wir ja, dass unser VfL auch gerne mal ein Spiel dreht!

46´: Ohne Wechsel geht es weiter mit dem zweiten Durchgang.

52´: Und es geht so weiter wie es aufgehört hat: Mit jeder Menge Ballbesitz für den VfL. Sandhausen beschränkt sich momentan auf defensive Aufgaben.

55´: Die Bochumer starten Angriff um Angriff, doch bislang bietet die Hintermannschaft des SVS keine Lücken an. Dranbleiben, Jungs.

62´: Auch mit einem Standard klappt es gerade nicht. Žulj wieder mit einer guten Ecke, doch Leitsch köpft rechts am Gehäuse vorbei.

63´: Doppelwechsel beim VfL: Bockhorn und Pantović machen Platz für Holtmann und Ganvoula.

66´: Fast der Ausgleich für den VfL! Starker Ball von Soares auf Žulj. SVS-Keeper Kapino rettet mit dem Fuß.

68´: Ein Tor liegt in der Lust, denn der VfL hat das hier Spiel komplett an sich gerissen und setzt sich in der gegnerischen Hälfte fest.

70´: Gamboa fasst sich ein Herz und probiert es aus der zweiten Reihe – setzt seinen wuchtigen Schuss jedoch links neben den Kasten.

78´: Ecke Žulj, Kopfball Losilla, dann versucht es Bella Kotchap mit der Hacke, doch der Ball will heute einfach nicht über die Linie.

83´: Nächster Doppelwechsel auf Seiten der Bochumer: Eisfeld und Debütant Luis Hartwig sind frisch dabei. Tesche und Zoller haben Feierabend.

84´:  TOOOOOOOOOR! Endlich, da ist der Ausgleich. Der gerade eingewechselte Eisfeld tritt den Freistoß. Der kommt perfekt auf Žulj, der eiskalt einköpft.

90+1.: Schmidt sieht für ein hartes Eisteigen gegen Eisfeld-Rot. Der SVS jetzt nur noch zu zehnt.

Ende: Der VfL nimmt einen Punkt beim SVS mit. Spät konnten die Bochumer das Remis durch ein Kopfballtor von Žulj erzwingen. Damit beendet die Elf von Thomas Reis die Hinrunde mit satten 33 Punkten.

 

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Mit dem 1:1 müssen wir, und können wir auch ganz gut leben. Wir wussten vorher, was uns hier erwartet. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so präsent. Wir haben zwar versucht, Fußball zu spielen, doch im Mittelfeld hat ein wenig die Laufbereitschaft gefehlt. Wir wollten tiefe Laufwege, konnten uns über Außen aber nicht richtig durchsetzen. Wir geraten durch einen Standard in Rückstand, obwohl wir wussten, dass die körperliche Präsenz bei Sandhausen sehr hoch ist. Das war sehr ärgerlich, weil auf beiden Seiten wenig Torchancen waren. In der zweiten Halbzeit wollten wir unseren Spielaufbau verändern. Wir haben Sandhausen mehr vor Aufgaben gestellt. Wir haben gefühlt nur in einer Hälfte gespielt. Ich kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen, wie sie nach dem Rückstand zurückgekommen ist und das Spiel dominiert hat. Der Ausgleich war deshalb verdient.

Michael Schiele (Cheftrainer SV Sandhausen): Schaut man auf die 90 Minuten, geht der Punkt schon in Ordnung. In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Heimspiel gezeigt: Wir waren aggressiv, haben den Gegner immer wieder hoch angelaufen und haben viele Ballgewinne gehabt. Es war schade, dass wir den ein oder anderen Ball nicht noch vorne gespielt haben oder besser ins Dibbling gekommen sind. Ich denke, dass wir den Gegner gut vom Tor weggehalten haben und sind dann verdient in Führung gegangen. Wir hatten vor der Pause noch eine Chance, da wäre es gut gewesen, 2:0 in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir tiefer verteidigt und nur einmal etwas zugelassen. Wir haben dann den Standard, aus dem das Gegentor gefallen ist, nicht gut verteidigt.

Luis Hartwig (VfL Bochum 1848): Am Anfang war ich natürlich ein bisschen nervös. Ich wusste, dass ich beim Stand von 0:1 reinkomme, die Mannschaft und der Trainer auf mich setzen und ich meinen Beitrag leiste. Ich habe alles gegeben und als ich auf dem Platz war, war die Nervosität weg. Dann ist sofort das 1:1 gefallen, das war ein geiles Gefühl. Jetzt muss ich weiter hart trainieren.

Robert Tesche (VfL Bochum 1848): Wir können froh sein, dass wir heute einen Punkt mitgenommen haben. In der ersten Halbzeit haben wir nicht das gezeigt, was wir eigentlich im Stande sind zu leisten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann den Schalter umgelegt und aggressiver gespielt, mit mehr Tempo. Ein, zwei Halbchancen hatten wir, aber keine hundertprozentige. Durch einen Standard haben wir dann zum Glück das 1:1 gemacht. Es ist auf jeden Fall ein verdienter Punkt, weil wir versucht haben, alles nach vorne zu werfen.

Thomas Eisfeld (VfL Bochum 1848): Ich glaube, insgesamt können wir nicht zufrieden sein. In der ersten Halbzeit haben wir uns den Schneid abkaufen lassen und sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Wir haben zu viele Fehler mit dem Ball gemacht und hatten keine Tiefe im Spiel. Sandhausen hat es da stark gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir drückend überlegen, trotzdem hatten wir nur eine gute Chance durch Robert Zulj. Insgesamt müssen wir mit dem Punkt leben, denn mehr war nach der ersten Halbzeit wohl nicht drin. Ich würde natürlich gerne länger spielen, das ist logisch. Ich versuche auch mich im Training anzubieten und gebe Vollgas. Wenn ich dann reinkomme und mich durch so einen Assist belohnen kann, ist das natürlich schön für mich. Ich werde dranbleiben, alles weitere wird man dann sehen.

Robert Zulj (VfL Bochum 1848): Es war über 90 Minuten ein harter Kampf auf einem schwer zu bespielenden Platz. Beide Mannschaften hatten viele Zweikämpfe, viele lange Bälle, viele strittige Situationen. Am Ende des Tages muss man sagen, dass wir in der ersten Halbzeit nich gut gespielt haben. Wir hatten zu wenig Tiefgang, zu wenige Situationen in Richtung Strafraum und zu wenige Abschlüsse. In der zweiten Halbzeit wollten wir im spielerischen Bereich das Eins-gegen-eins-Verhalten verändern, uns öfter frei laufen und in die Tiefe spielen. So hat mir das Gesicht unserer Mannschaft besser gefallen. Das angesprochene Verhalten hat auch zu meiner ersten Chance geführt, die der Torwart noch gut hält. Leider hat es da nicht geklappt, Gott sei Dank dann aber ein paar Minuten später. Es war natürlich etwas bezeichnend, dass der Ausgleich dann durch eine Standardsituation gefallen ist. Gegen St. Pauli müssen wir mit der Leidenschaft und der Passqualität wie in Durchgang zwei antreten. Wir müssen sauber weiterspielen und uns weiter verbessern, damit wir wieder an Qualität dazugewinnen. Auswärts in Pauli ist es immer schwer, auch wenn der Gegner tabellarisch nicht gut dasteht. Aber wir müssen dort über 90 Minuten das zeigen, was wir heute in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben.