15. Spieltag

SSV Jahn Regensburg
0: 2
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  10.01.202113:30 Uhr2. Bundesliga

Dreieinhalb Jahre liegt die Rückkehr des SSV Jahn in die 2. Bundesliga nun zurück. Die Ostbayern haben es also geschafft, sich nach zuvor zwei kurzen Gastspielen (Saison 2003/04 und Saison 2012/13) in der zweithöchsten Spielklasse zu etablieren. Die Freude darüber hält sich anne Castroper in Grenzen. Nicht, weil wir es dem Jahn nicht gönnen würden, die Bilanz gegen Regensburg ist einfach nur bescheiden. Zeit für Besserung. Mehr zu unserem Gegner im BLICK AUF.

DER TRAINER
Mersad Selimbegovic heißt der Coach des SSV Jahn. Der Bosnier steht zwar erst seit Beginn der Spielzeit 2019/20 als Hauptverantwortlicher auf der Kommandobrücke, ist mittlerweile aber schon als Regensburger Urgestein zu betiteln. 2006 kam Selimbegovic als Aktiver nach Ostbayern, begann sechs Jahre später auch die Karriere nach der Karriere in Regensburg. Zunächst bei der Zweitvertretung, dann als Nachwuchskoordinator und Coach der U19. Als Achim Beierlorzer 2017 übernahm, bekam Selimbegovic den Job des Co-Trainers. Folgerichtig, dass der mittlerweile 38-Jährige im Sommer 2019 den nächsten Schritt machte und seitdem Linienchef beim SSV ist.

DUELLE
Wie bereits eingangs erwähnt, der Jahn liegt uns nicht wirklich. Besonders seit der Rückkehr 2017. Sechs Duelle gab es seitdem, einzig das allererste davon konnten wir für uns entscheiden. In den folgenden fünf Partien war nicht mehr viel zu holen für Blau-Weiß, die letzten drei Aufeinandertreffen gingen gar allesamt an den SSV. Bittere Momente inklusive. So zum Beispiel beim 3:3 im Oktober 2018, als wir bis weit hinein in die Nachspielzeit in Führung lagen, in der 93. Minute dann aber doch noch den Ausgleich hinnehmen mussten.

ZWISCHENBILANZ
17 Zähler nach 14 Partien, so lautet die Ausbeute des Jahn bis dato. Macht aktuell Platz 14. Noch kein Grund zur Besorgnis. Sechs Zähler hat der SSV schließlich Vorsprung auf den Relegationsrang, bis Platz sechs sind es hingegen nur fünf Punkte Rückstand. Das Mittelfeld in Liga zwo bleibt breit. Statistikfreaks könnten angesichts der Tabellenplatzentwicklung dennoch problemlos eine absteigende Tendenz ausmachen. Platz fünf im Jahr der Rückkehr, Platz acht in der Folgesaison, in der letzten Spielzeit Platz 12. Nun aktuell die 14. Soll uns völlig egal sein. Ist es auch. Beim Jahn jedenfalls ist man froh, dass Kapitän Benedikt Gimber nach zweimonatiger Pause wieder auf den Platz zurückgekehrt ist und beim jüngsten Test gegen Bundesligist Augsburg sein Comeback feiern konnte. Ansonsten verfügen die Regensburger über viele junge, hungrige Akteure wie etwa Max Besuschkow, Jan Elvedi oder Kaan Caliskaner. Erfahrung darf nicht fehlen. Selimbegovic hat auch die zur Verfügung, zum Beispiel in Person von Top-Knipser Andreas Albers oder Sommerneuzugang Christoph Moritz. Ein Spieler soll nicht unerwähnt bleiben, und das ist Tom Baack. Das Bochumer Eigengewächs spielt in Regensburg allerdings nur eine untergeordnete Rolle, eine mögliche Leihe steht im Raum.    

 

Die blau-weißen Festwochen gehen weiter! Der VfL Bochum 1848 konnte auch sein Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg gewinnen! Nach völlig überlegener erster Halbzeit stand zwar noch die Null, doch mit Beginn der Schlussphase stellte Simon Zoller endlich auf 1:0 für den VfL (80.). Mit der allerletzten Aktion entschied der eingewechselte Thomas Eisfeld mit einem herrlichen Freistoß die Partie endgültig (90.+5). Sprung auf Platz 2!

Bei Sonnenschein und eisigen Temperaturen bestreitet der VfL das erste Auswärtsspiel der Saison beim SSV Jahn Regensburg. Cheftrainer Thomas Reis nahm im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen den SV Darmstadt 98 lediglich eine Änderung vor: Herbert Bockhorn rückte für den gelbgesperrten Cristian Gamboa in die erste Elf. Erstmals im Pflichtspielkader steht in dieser Saison Paul Grave, der den verletzten Patrick Drewes ersetzt. Auch Tom Weilandt ist nach überstandener Fußverletzung zum ersten Mal wieder dabei.

3´: Der erste Angriff gehört dem VfL. Bockhorn macht das Spiel auf der rechten Seite schnell und will von der Grundlinie aus Flanken. Ein Regensburger Bein ist dazwischen – erste Ecke für die Bochumer. Die bringt jedoch nichts ein.

12´: Bella Kotchap leitet nach einem Eckschoss der Gastgeber einen schnellen Konter ein. Holtmann zündet den Turbo, doch spielt den Ball ein wenig zu später auf den besser platzierten Zoller ab.

15´: Gelb für Blum nach einem Foulspiel an Weskesser. Jeder Ball ist hier heute hart umkämpft.

18´: Gelb jetzt auch auf der anderen Seite. Stolze mit dem taktischen Foul an Zoller, der sonst auf und davon gewesen wäre.

20´: Riesige Chance für den VfL! Erst hält Meyer gegen Žulj, dann auch noch den Nachschuss von Zoller aus kürzester Distanz. Das hätte das 1:0 sein müssen.

24´: Nächste Verwarnung. Gimber steigt hart gegen Tesche ein uns sieht den gelben Karton.

27´: Schönes Ding von Holtmann. Der Sommerneuzugang hat mit Blum die Seiten getauscht und macht jetzt Tempo auf der rechten Seite. Sein Schuss aus abgelegener Position segelt allerdings über den Querbalken.

36´: Wieder ein Eckball für den VfL, der den Jahn pausenlos anläuft. Das Leder landet am zweiten Pfosten bei Leitsch, doch der bekommt nicht genug Druck hinter seinen Kopfball. Ein Leichtes für Meyer.

38´: Tesche dribbelt sich durch den Sechzehner und probiert es dann selbst – leider nur ans Außennetz.

39´: Die Einschläge kommen dichter. Wieder Holtmann mit dem Abschluss, doch genau in die Arme vom Meyer.

Pause: Der VfL will unbedingt den Auswärtssieg, die Mentalität ist da. Die Mannschaft von Thomas Reis läuft unermüdlich und hat deutlich mehr vom Spiel. Hinten stehen die Bochumer kompakt und lassen den SSV nicht zum Zug kommen. Vorne hätte Zoller fast für das 1:0 gesorgt, doch scheiterte aus kurzer Distanz am Jahn-Keeper. Hier geht noch was in Durchgang zwo!

46´: Erwartungsgemäß keine Wechsel beim VfL. Los geht der zweite Durchgang.

48´: Bockhorn fällt Besuschkow und sieht dafür die Gelbe Karte. Freistoß für den SSV von der linken Seite. Dieser sorgt aber nicht für Gefahr.

55´: Dem VfL mangelt es offensiv noch an Präzision. Zu viele Bälle gehen zu leicht verloren.

65´: Der Jahn legt einen Zahn zu. Bella Kotchap macht es richtig gut gegen Stolze, bekommt dann aber unglücklich noch den Ball an den Fuß. Ecke für den SSV.

67´: Und die nächste Aktion des SSV. Glück für den VfL, dass der Ball des zur Pause eingewechselten Calisanker nicht präzise genug war.

71´: Jetzt mal ein Versuch der Bochumer: Holtmann im Vollspeed über die rechte Seite. Die Hereingabe auf den in der Mitte mitlaufenden Zoller wird allerding von einem Regensburger gestoppt.

74´: Reis reagiert und zieht die ersten Wechsel. Blum und Holtmann machen Platz für Pantović und Ganvoula.

80´:  TOOOOOOOR für den VfL! Was für eine abgezockte Aktion von Žulj! Der führt einen Freistoß blitzschnell aus und steckt durch auf Zoller. Unsere Nummer 9 steht goldrichtig und schiebt zum 1:0 ein!

87´: Nächster Wechsel der Blau-Weißen. Mašović kommt für Žulj.

90´: Vier Minuten gibt es noch oben.

90+2´: Nächster VfL-Wechsel. Eisfeld ist jetzt neu dabei. Torschütze Zoller hat Feierabend.

93+4´:  TOOOOR! Der VfL setzt hier den Schlusspunkt – und was für einen. Eisfeld zirkelt den Freistoß aus zentraler Position über die SSV-Mauer hinweg ins linke Eck. Was für ein Ding!

Ende: Der VfL siegt 2:0 in Regensburg und springt damit auf den 2. Tabellenplatz. Eine clevere Idee von Žulj und ein perfektes Freistoßtor von Eisfeld sorgen hier für die Entscheidung. Am Samstag geht es weiter mit dem Duell gegen den 1. FC Nürnberg.

Thomas Reis (Vheftrainer VfL Bochum 1848): Es war heute nichts für schwache Nerven. Wir haben sehr gut in die Partie gefunden und haben sehr gute Aktionen gehabt. Leider hat der letzte Pass immer gefehlt. Dennoch hatten wir durch Simon Zoller eine hundertprozentige Gelegenheit. Es war unser Manko, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Nichtsdestotrotz haben wir das Spiel in der ersten Halbzeit dominiert. Wir wussten, dass Regensburg gute Umschaltmomente hat, diese konnten wir entschärfen. In der zweiten Halbzeit war ein wenig ein Bruch drin. Das lag auch daran, dass Regensburg eine andere Spielweise genutzt und andere Spieler auf dem Platz hatte. Ein Geistesblitz hat dann das Spiel in die richtige Richtung gelenkt. Über 90 Minuten gesehen, war es ein ordentliches Auswärtsspiel von uns. Wir nehmen gern die drei Punkte mit nach Bochum.

Mersad Selimbegović (Cheftrainer SSV Jahn Regensburg): Wir haben die erste Halbzeit verpennt und gefühlt keinen zweiten Ball geholt. Bochum hat ordentlich Druck auf uns gemacht. Das Beste an der ersten Halbzeit war, dass wir kein Gegentor bekommen haben. In der Halbzeit haben wir diese Dinge angesprochen und auch gewechselt. Danach waren wir deutlich griffiger. Es brutal schwer, gegen Bochum zu verteidigen, weil sie schnell in die Spitze spielen. Dann bekommen wir das Gegentor, bemühen uns weiter, doch nutzen die Fehler, die wir erzwungen haben, nicht aus. Am Ende ist noch der direkt verwandelte Freistoß die Höchststrafe.

Herbert Bockhorn: Wir wollten heute auf jeden Fall etwas mitnehmen. Am Ende war es ein hart umkämpfter Sieg. Die 90 Minuten fühlen sich jetzt wie nichts an, weil wir gewonnen haben. Am Anfang war ich ein bisschen nervös, weil ich das erste Mal von Beginn an gespielt habe, doch das war nach ein paar Minuten wieder vorbei.

Simon Zoller: Hier in Regensburg ist es extrem schwer zu spielen. Sie sind eine der unangenehmsten Mannschaften der Liga. Wir haben am Ende trotzdem verdient gewonnen. Robert nimmt öfter mal den Kopf hoch und schaut was um ihn rum passiert. Seine Idee mit dem schnell ausgeführten Freistoß hat funktioniert und ich bin froh, dass ich das 1:0 machen konnte. Wir sind sehr glücklich, heute diese drei Punkte mitzunehmen.

Robert Zulj: Es war eine richtige Zweitliga-Partie heute. Es gab sehr viele und harte Zweikämpfe und viele Fouls. Es war nicht das schönste Spiel, doch besonders in der ersten Halbzeit hatten wir viele Aktionen, in denen die Präzision oder die Positionierung nicht stimmte. Das wollten wir in Durchgang zwei besser machen. Nach der Pause hatten wir ein, zwei Chancen. Mit einer Idee von mir konnten wir dann – Gott sei Dank – in Führung gehen. Dann haben wir die Partie souverän runtergespielt.