7. Spieltag

VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848
0: 2
SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther Fürth

Sa,  07.11.202013:00 Uhr2. Bundesliga

Noch eine Partie bis zur Länderspielpause! Am Samstag (13 Uhr) empfängt der VfL Bochum 1848 zum siebten Zweitliga-Spieltag die SpVgg Greuther Fürth anne Castroper. Das Kleeblatt aus Bayern ist dabei ähnlich gut drauf wie der VfL, hat in der Tabelle nur zwei Punkte Rückstand auf die Blau-Weißen - ein Topspiel also! Wir blicken auf den nächsten Gegner der Mannschaft von VfL-Cheftrainer Thomas Reis:

DER TRAINER

In Stefan Leitl trainiert ein waschechter Bayer seit Februar 2019 am fränkischen Ronhof, wo er das Kleeblatt zunächst auf Rang 13 führte und im Vorjahr Platz neun nachlegte. Der aktuelle Saisonstart macht den fünftplatzierten Fürthern Hoffnung, dass eine weitere Steigerung möglich ist. In seiner Laufbahn verließ der gebürtige Münchner den Freistaat nur einmal: Von 2004 bis 2007 kickte er im nicht allzu weit entfernten Darmstadt, ehe er zum FC Ingolstadt 04 wechselte, wo er 2013 als Jugendcoach auch seine Trainerlaufbahn begann. Während die Bilanz der Fürther gegen den VfL insgesamt gut ist, sieht das Ganze bei Trainer Leitl anders aus. Dreimal trat er mit dem FC Ingolstadt gegen Blau und Weiß an, dreimal gab es nichts zu holen. Zum Verhängnis wurde ihm das denkwürdige 6:0, eine Woche später war nach einer 0:1-Niederlage gegen den FC St. Pauli Schluss in Ingolstadt. Mit den Fürthern sieht es besser aus. Ein Sieg, ein Remis und eine Niederlage stehen gegen den VfL zu Buche.

DUELLE

Ziemlich ausgeglichen ist die Bilanz zwischen dem VfL und den Franken. Die Hälfte aller Zweitligadelle endeten in einer Punkteteilung, sieben Mal ging das Kleeblatt als Sieger vom Feld. Lediglich fünf Siege holten die Blau-Weißen, die auch die beiden einzigen Duelle im DFB-Pokal für sich entscheiden konnten – eine Bilanz, die es auszubauen gilt, am besten schon im nächsten Duell. In der Vorsaison besiegelte ein Doppelpack von Branimir Hrogta den 3:1-Heimsieg der Fürther. Silvère Ganvoula hatte zwischenzeitlich ausgeglichen, Jamie Leweling markierte kurz vor dem Abpfiff den Schlusspunkt. Im Rückspiel, das auch schon ohne Zuschauer stattfinden musste, drehten Robert Tesche und Jordi Osei-Tutu zunächst den frühen Rückstand durch Hrgota, doch Sebastian Ernst hatte mit seinem Tor zum 2:2 das letzte Wort. Gutes Omen: Seit sechs Spielen ist der VfL in heimischen Gefilden unbesiegt gegen die Franken und holte in diesem Zeitraum auch die einzigen beiden Heimsiege. Der letzte gelang 2018/19, als Lukas Hinterseer in der Nachspielzeit mit seinem dritten Tor den 3:2-Erfolg eintütete.

ZWISCHENBILANZ

Rechtzeitig vor dem Gastspiel beim VfL ist die Mannschaft von Stefan Leitl in bestechender Form. Nach dem kuriosen Weiterkommen im Pokal beim Oberligisten RSV Meinerzhagen (6:1 n.V.) folgten drei Remis gegen Osnabrück, in Aue und in Würzburg zum Auftakt in der Liga. Am vierten Spieltag musste sich Fürth knapp dem Hamburger SV geschlagen geben, dann ging beim Auswärtstrip zu Holstein Kiel der Knoten auf: Paul Seguin, Hrgota und Harvard Nielsen netzten beim 3:1-Sieg, dem das Kleeblatt gleich den ersten Heimsieg seit Februar folgen ließ – ein überzeugendes 4:1 gegen das ambitionierte Hannover 96. Julian Green eröffnete, Nielsen legte nach und Hrgota machte per Doppelpack den Deckel drauf.

Der VfL Bochum 1848 hat sein Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Samstagmittag verdient mit 0:2 verloren. Bei herrlichem Wetter hatten die Gastgeber im Vonovia Ruhrstadion über die gesamte Spieldauer keinen richtigen Zugriff, die Franken konnten die Weichen bereits im ersten Durchgang auf Sieg stellen. Paul Seguin (9.) und Sebastian Ernst (34.) trafen für das Kleeblatt.

Mit zwei Siegen am Stück im Gepäck sah Cheftrainer Thomas Reis auch im Heimspiel gegen formstarke Franken aus Fürth keinen Anlass, Änderungen an seiner Startformation vorzunehmen. Auf der Bank tauschte der Coach hingegen ein wenig. Erhan Masovic wurde erstmals in den Kader berufen, Robert Zulj und Tarsis Bonga standen hingegen nicht im Aufgebot, genau wie die verletzten/erkrankten Tom Weilandt, Saulo Decarli und Lars Holtkamp. Stefan Leitl tat es seinem Kollegen gleich und ließ seine erfolgreiche Startelf im Vergleich zum 4:1 gegen Hannover 96 ebenfalls unangetastet.

So lief das Spiel:

3. Stark aufgepasst von Chibsah, der sich in Fürths Hälfte den Ball holt und einen potenziell gefährlichen Angriff einleitet. Sarpei foult ihn taktisch, kommt früh im Spiel aber noch ohne den eigentlichen zwingend erforderlichen gelben Karton davon. 

9. TOR für Fürth – 0:1. Das hatte sich abgezeichnet und ging zu einfach für das Kleeblatt gegen einen tiefstehenden VfL. Greens Schuss kann erst noch geblockt werden, dann kommt Hrgota an den Ball. Sein Schuss wird zur gefährlichen Vorlage für Ernst, der sich geschickt dreht und dabei eher zufällig perfekt für Paul Seguin auflegt. Der hat aus kurzer Distanz dann keine Schwierigkeiten, Manuel Riemann zu überwinden.

14. RIEMANN, dieser Teufelskerl. Die Fürther kriegen einen sehr schmeichelhaften Strafstoß nach kurzem Zupfen von Lampropoulos an Hrgota. Green wählt die von ihm aus gesehen rechte Ecke, unser Elfmeterkiller hat den Braten gerochen und hält den schwach geschossenen Versuch sogar fest. Jetzt aber aufwachen hier, die Führung der Gäste geht bis hierhin absolut in Ordnung.

20. Erster Abschluss des VfL. Pantovic fasst sich vom Strafraumeck ein Herz, verzieht aber deutlich.

23. Hrgota zieht von rechts Richtung Strafraum und hält mit links drauf – in Riemanns Arme.

24. Gelb für Seguin, der nach einem Foul den Ball wegspitzelt. Vor der Nase des Schiedsrichters keine gute Idee.

26. Die bisher beste Chance für den VfL. Nach einem langen Ball rutscht Mavraj beim Klärungsversuch weg, Novothny stürmt Richtung Tor. Er will den mitlaufenden Zoller mitnehmen, der Pass ist allerdings nicht optimal. Jäckel kann dazwischen grätschen und zur Ecke klären.

30. Der VfL wird langsam stärker. Gamboa bekommt die Kugel und flankt rein. Leicht abgefälscht fliegt die Hereingabe gefährlich vor den Kasten Burcherts, doch weder Novothny noch Pantovic kommen entscheidend ran.

34. TOR für Fürth – 0:2. Gerade wird der VfL besser, da kontert das Kleeblatt. Etwas glücklich verlängert Seguin für XXX, der sofort die Lücke sieht und Ernst auf die Reise schickt. Riemann kriegt die Hände an dessen Abschluss, der trudelt aber dennoch über die Linie. Das wird jetzt eine Aufgabe.

36. Blau und Weiß will die Antwort, Gamboa kommt aus dem Hinterhalt zum Schuss. Zielwasser war heute beim VfL aber aus.

37. Green hämmert volley aus der Distanz drauf. Strammer Schuss, aber deutlich vorbei.

40. Nach einer Ecke von Eisfeld setzt sich Chibsah durch und köpft nur knapp am Kasten vorbei.

42. Viel zu viel Raum für Hrgota, der flach das rechte Eck anvisiert und nur haarscharf verfehlt.

44. Starker Chipball von Soares auf Eisfeld, der den aus spitzem Winkel akrobatisch Richtung lange Ecke befördert, den Anschluss aber um Haaresbreite verpasst. 

Pause: Die Fürther Pausenführung geht absolut in Ordnung, beim VfL passt einfach offensiv wie defensiv noch zu wenig zusammen. 45 Minuten bleiben, um hier noch was Zählbares zu holen. Dafür muss aber eine deutliche Leistungssteigerung her.

46. Reis reagiert und tauscht doppelt. Ganvoula und Tesche ersetzen Novothny und Chibsah.

50. Eisfeld versucht es per Freistoß direkt, keine Gefahr.

54. Ausgezeichnete Freistoßposition an der Strafraumgrenze. Eisfeld haut drauf, Burchert reißt beim zentralen Schuss die Arme hoch und wehrt zur Ecke ab.

58. Eine Eisfeld-Eckefindet am kurzen Pfosten Zollers Schädel, sei Kopfball saust am langen Eck vorbei, wo auch Leitsch um einen Schritt verpasst.

59. Leitl wechselt erstmals und nimmt Nielsen für den defensiveren Stach vom Feld.

60. Sarpei holt Tesche von den Beinen und holt sich die fällige Verwarnung. Wir erinnern uns: Zu Beginn hätte er schon eine bekommen müssen, Glück für den Ghanaer.

65. Mehr Tempo für den VfL. Reis bringt Blum für Pantovic.

66. Leitsch bremst Reis wenige Meter vor dem Strafraum unsanft aus und sieht Gelb. Den fälligen Freistoß tritt Hrgota und zwingt Riemann mit dem abgefälschten Ding zu einer schönen Flugeinlage. Eckball Fürth.

72. Wechsel bei Fürth. Abwehrmann Bauer ersetzt Green, noch mehr Defensive.

73. Ecke Fürth, die wird nicht ungefährlich. Mavraj kommt mit dem Kopf dran, dann bietet sich Jäckel beinahe die Chance. Mit vereinten Kräften bereinigt der VfL.

80. Klare Gelbe Karte für Mavraj, der Ganvoula im Schwergewichtsduell zu Boden reißt.

82. Die Zeit rennt dem VfL davon. Gegen ein abgeklärtes Kleeblatt sieht hier allerdings wenig nach einer Wende aus.

85. Leitl schöpft sein Kontingent voll aus und bringt Tillman und Leweling für die letzten Minuten. Seguin und Hrgota verlassen das Feld.

85. Irgendwie symptomatisch. Danilo zieht nach innen und versucht sein Glück mit dem schwachen rechten Fuß. Beinahe verfehlt er sogar das Tornetz. Heute will nichts klappen.

90. Nächstes Beispiel. Gamboa findet mit einer feinen Flanke Ganvoula am langen Pfosten, der trifft die Kugel aber nicht richtig – so verpufft die gute Gelegenheit.

Ende: Man muss anerkennen, dass der Sieg der Gäste verdient ist. Über die gesamte Spieldauer wirkte das Kleeblatt wacher, griffiger und vor allem gefährlicher. Der VfL erwischte dagegen eine gebrauchten Tag und muss die Gäste in der Tabelle vorbeiziehen lassen.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): „Heute gibt es keine zwei Meinungen, ein Sieg wäre für uns unverdient gewesen. Fürth war uns in allen Belangen überlegen und unsere Strategie ist nicht aufgegangen. Wir wollten den Gegner tiefer aufnehmen, das Zentrum kompakt halten und dem Ball eigentlich nicht hinterherlaufen. Bei den Toren waren wir erst mit acht Mann im Strafraum und können nicht klären, beim zweiten Tor waren die Abstände einfach zu groß. Das hat Fürth sehr gut gemacht und wir konnten froh sein, nur mi zwei Toren in Rückstand zu geraten. Nach einer Umstellung in der Pause war gefühlt mehr Stabilität da. Dennoch bin ich maßlos enttäuscht über unsere Leistung. Im letzten Drittel haben wir gar keine Lösungen gefunden und sehr unsauber gespielt. Wir haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Es ist wie es ist, wir wussten, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Wir werden daraus unsere Lehren ziehen und ich denke, gegen Fürth werden noch viele weitere Mannschaften Probleme bekommen.“

Stefan Leitl (Cheftrainer SpVgg. Greuther Fürth): „Wir sind sehr glücklich, dass wir heute hier in Bochum ein sehr, sehr schweres Auswärtsspiel gewinnen konnten. Wir hatten schon Respekt vor dieser Aufgabe und meine Mannschaft hat das sehr gut gemacht. Wir waren in der ersten Hälfte sehr dominant, hatten gute Ballbesitzphasen und sind früh in Führung gegangen. Eigentlich müssen wir zur Halbzeit höher führen müssen. Es war klar, dass Bochum nochmal mehr Power für den Angriff einwechselt. Wir haben aber zu Null gespielt, es war ein rundum gelungener Samstag."

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): „Heute hat es an vielen Dingen gelegen. Wir haben in der ersten Halbzeit gar keinen Zugriff gehabt, Fürth konnte uns ganz einfach ausspielen und früh in Führung gehen. Das war nicht gut. In der zweiten Hälfte war es einen Tick besser, aber Fürth war deutlich besser. Wir haben nicht genug getan, um auf Augenhöhe zu spielen.“

Simon Zoller (VfL Bochum 1848): „In der ersten Halbzeit ist wenig zusammengelaufen, wir haben schlecht gegen den Ball gearbeitet und dazu viele Räume sowie Chancen zugelassen. Vorne haben wir nichts Zwingendes kreiert und daher zurecht zurückgelegen. Auch wenn es in den zweiten 45 Minuten einen Tacken besser war, war weiterhin nichts Zwingendes dabei. Darum haben wir verdient verloren. Wir wussten, dass Fürth einen guten Ball spielt, haben aber die Räume nicht schließen können und hinterhergelaufen. Auch die zweiten Bälle waren bei Fürth, wir sind nicht in die Partie gekommen und haben uns extrem schwergetan.“