2. Spieltag

Karlsruher SC
0: 1
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  27.09.202013:30 Uhr2. Bundesliga

Drittes Pflichtspiel der Saison, zum ersten Mal gehen wir auf Reisen. Am Sonntag gastiert der VfL im Karlsruher Wildpark. 1.200 Zuschauer werden dabei sein. Und auch sie werden sicherlich gespannt sein, wie die Hausherren nach den Turbulenzen rund um ihren Vorjahresknipser Philipp Hofmann auftreten werden. Unser BLICK AUF den Karlsruher SC!

TRAINER

Wir dürfen vorstellen: Christian Eichner, seit Sommer nun auch offiziell Chefcoach des KSC. Der 37-Jährige kennt sich im Wildpark bestens aus. Schon in der Jugend lief Eichner für den KSC aus, schaffte den Sprung zu den Profis und 2007 gar den in die Beletage des deutschen Fußballs. Mit dem KSC, versteht sich. Im Oberhaus lief der ehemalige Linksverteidiger auch für den 1. FC Köln und die TSG Hoffenheim auf. 139 Partien in der Bundesliga stehen in der Vita des Spielers Christian Eichner. 2016 kehrte er in den Wildpark zurück, zunächst als Co-Trainer im Nachwuchsbereich. Es ging schnell und steil bergauf. Schon ein Jahr später war Eichner Co-Trainer der Profis. Unmittelbar vor der Corona-Pause übernahm er schließlich im Februar interimsweise den Chefposten der Lizenzspielermannschaft. Und er machte seine Sache gut. So gut, dass im Sommer nach dem erfolgreichen Klassenerhalt erwartungsgemäß die Festanstellung an der Seitenlinie der Profis folgte. Ein Mann, dem man gerne zuhört. Ruhig und besonnen in seinen Äußerungen, und das im so hektischen Fußballbusiness. Attribute, die sich für seinen ursprünglich eingeschlagenen Berufsweg absolut eignen. Eichner hat Lehramt studiert, Mathematik und Geographie. Vor einer Schulklasse steht er aktuell aber nicht, zum Glück für den KSC.  

DUELLE

Apropos Mathematik. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich am Sonntag eines der beiden Teams durchsetzen wird? Nicht so hoch. 20 Mal traf der VfL in der 2. Bundesliga auf den KSC, satte zwölf Mal endete die Begegnung unentschieden. In sieben der letzten acht Aufeinandertreffen teilte man sich die Punkte. So auch in der Vorsaison, als der VfL im Hinspiel so nah vor dem ersten Sieg gegen den KSC seit 2014 war. Joker und Routinier Fink traf in der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand. Im Rückspiel gab es im leergefegten Wildpark ein torloses Remis.

AKTUELLES

Torlos blieb der KSC auch am 1. Spieltag. In Hannover unterlag die Elf von Christian Eichner mit 0:2. Keine Zähler, auch wenn der Auftritt alles andere als verkehrt war. Dass Karlsruhe ohne eigenen Treffer blieb, könnte natürlich auch mit einer Tatsache zusammenhängen, die rund um den Ligastart für Unruhe sorgte. Philippp Hofmann stand zwar im Aufgebot der Karlsruher, signalisierte seinem Coach im Vorfeld aber, dass ein Einsatz nicht die beste Idee wäre. Der Stürmer wollte den Verein verlassen, Erstligist Union Berlin wäre nach dem Andersson-Abgang der dankbare Abnehmer gewesen. Doch die Höhe der Ablösesumme ließ den Deal (vorerst) scheitern. So ist der 17-Tore-Mann der Vorsaison also weiter in Baden-Württemberg angestellt. Ob Hofmann, der vergangene Saison auch anne Castroper netzte, am Sonntag auflaufen wird, steht dennoch in den Sternen. Der Stürmer meldete sich Mitte der Woche mit Fieber und Grippesymptomen krank.

 

Auswärtssieg! Der VfL Bochum 1848 hat nach großem Kampf alle drei Zähler aus dem Wildpark entführt. Simon Zoller traf nach einer Viertelstunde per sehenswertem Lupfer zur Bochumer Führung. Die hielt bis zum Ende, trotz eines fragwürdigen Platzverweises gegen Gerrit Holtmann kamen die Hausherren in Überzahl nicht mehr zum Ausgleich. Wichtige Zähler!

Thomas Reis vertraute in Karlsruhe exakt der Startellf, die beim Auftakt gegenn St. Pauli ins Rennen ging. Erstmals im Aufgebot stand Neuzugang Raman Chibsah, Milos Pantovic kehrte nach abgelaufener Sperre zurück. Rein ins Spiel!

3. Leicht hektischer Start hier. Die Bälle sind auf beiden Seiten schnell wieder weg.

9. Oha! Kobald senst über den Ball, Zoller zieht sofort ab! Aber Bormuth kann noch den Fuß dazwischen bekommen!

15.  TOOOOR! Was für eine Bude! Ganvoula mit der Kopfballverlängerung. Zoller nimmt die Kugel auf und lupft über Gersbeck hinweg in die Maschen! Einfach wunderschön!

30. Glück für uns! Heise von links, im Zentrum köpft Gueye ans Lattenkreuz!

38. Holtmann bricht durch! Der Pass auf Zolli, irgendwie ist da noch ein Abwehrbein dran, sodass der Torschütze die Kugel nicht unter Kontrolle bringen kann.

45. Oh man! Starkes Teil wieder von Zulj, am zweiten Pfosten ist Tesche blank! Aber da fehlt die Präzision, war was drin!

Pause: Führung VfL! Herrliche Bude von Simon Zoller. Aber der KSC ist engagiert, beißt sich jedoch meist die Zähne an der Bochumer Defensive aus.

46. Keine Wechsel hier im Wildpark.

51. Der VfL mit dem schnellen Vorstoß. Zulj lässt passieren, Holtmann zieht drauf - gut einen Meter vorbei!

53. Jetzt brennt es aber da hinten! Djuricin auf einmal drei durch, trifft den Ball nicht richtig. Leitsch kann löschen!

62. Wir müssen erstmals wechseln. Bei Soares geht es nach Foul von Djuricin nicht weiter, Bella Kotchap kommt.

66. Und wieder ein Kopfball von Gueye! Wuchtig! Riemann im Nachfassen!

69.  Gelb-Rot! Was ist das denn!? Holtmann soll ausgewechselt werden. Wählt den langen Weg. Okay, Gelb. Aber Fröde stößt ihn danach um. Und dafür Platzverweis für Holtmann!?

73. Reis reagiert doppelt. Blum und Pantovic für Zulj und Zoller.

82. Noch ein Tausch. Bonga soll für Entlastung sorgen, Ganvoula geht.

88. Der eingewechselte Batmaz frei vor Riemann. Köpft ihm in die Arme!

89. Konter VfL! Blum zimmert drauf, Gersbeck hat die Fingerspitzen dran!

90. Poah. Fünf Minuten obendrauf hier.

Ende: JAAAA! AUSWÄRTSSIEG! Wir nehmen in Unterzahl die drei Punkte mit! Auch in der fünfminütigen Nachspielzeit brennt hier nichts mehr an. Geil!

 

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Ich glaube, dass man heute von einem glücklichen Sieg sprechen kann. Die Art und Weise hat aber gezeigt, dass wir als Mannschaft zusammengewachsen sind. In der letzten Woche haben wir den Sieg aus der Hand gegeben, heute haben wir mit Mann und Maus und in Unterzahl den Sieg verteidigt. Wir hatten in der ein oder anderen Situation auch das nötige Glück auf unserer Seite. Man muss aber auch mal ein Spiel dreckig gewinnen, heute kann man definitiv von einem dreckigen Sieg sprechen. In der ersten Halbzeit haben wir immer wieder Lösungen gefunden, waren dann aber letztendlich nicht in der Lage uns bis ins letzte Dritten vorzuspielen. Wir haben zu oft den freien Mann im Zentrum nicht gefunden. Wir wussten, dass der KSC immer wieder mit langen Diagonalbällen gefährlich werden wollte, das haben sie gut gemacht. Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent genug. Dann kam noch die kuriose gelb-rote Karte. Das hat es nicht einfacher gemacht. Ich muss der Mannschaft aber meinen Respekt zollen, denn sie hat mit allen Mitteln verteidigt. Wir sind froh, dass wir das Spiel über die Bühne gebracht haben.

Christian Eichner (Cheftrainer Karlsruher SC): Meinen Glückwunsch an Thomas. Ich kann mich seinen Worten nur anschließen: Es war ein glücklicher Sieg für unsere Gäste. Meine Mannschaft hat von Anfang an gezeigt, dass sie dieses Heimspiel gewinnen will. Sie hat mutig und aktiv gespielt, hatte auch wesentlich mehr Strafraum-Aktionen als in den letzten beiden Spielen. Wir mussten dennoch ein einfaches Tor hinnehmen. Mein Team hat sich davon nicht beeindrucken lassen und hat stetig weitergespielt. In Halbzeit zwei gab es nur noch eine Richtung, das war das Tor des Gegners. Wir müssen aber so ehrlich sein, dass derzeit etwas fehlt. Das darf aber nicht allein der Name Hofmann sein. Wir müssen alle mehr Torgefahr ausstrahlen. In Summe konnten wir den gegnerischen Torhüter leider nicht mehr bezwingen, auch die vielen Flanken hat Manuel Riemann hervorragend runtergepflückt. Jetzt haben wir eine Situation, die wir nicht unterschätzt haben. Wir waren uns der Schwierigkeit der Gegner zum Saisonbeginn bewusst. Wir waren aber dreimal besser als der Gegner. Was uns von Mannschaften wie Hannover und Bochum unterscheidet ist derzeit die individuelle Klasse vor dem gegnerischen Tor. Wenn ich an das heutige Tor von Simon Zoller denke, was das schwieriger zu verwerten als so manche Chance, die wir heute hatten. Daran werden wir arbeiten. In Sachen Einsatzbereitschaft und Wille bin ich aber zufrieden mit meiner Mannschaft. Am Ende ist der Fußball aber ehrlich, deshalb haben wir heute 0:1 verloren.

Anthony Losilla (Kapitän VfL Bochum 1848): Das war wirklich ein besonderes Spiel, in dem viele Zweikämpfe geführt wurden. Am Ende haben wir in Unterzahl gut gemeinsam gekämpft. So ein Sieg tut gut. Es war eine gute Mentalität von der Mannschaft. Natürlich war heute nicht alles optimal, spielerisch war es nicht so gut. Heute müssen wir das aber mal so mitnehmen und mit dem Sieg zufrieden sein. Wir müssen gegen Osnabrück wieder unser Spiel durchdrücken, mit mehr Ballbesitz und mehr Bewegung. Heute war es schwierig, das umzusetzen, weil der KSC uns früh unter Druck gesetzt hat.

Simon Zoller (VfL Bochum 1848): Beim Tor kommt der lange Ball von Manu zu mir, darauf hatte ich spekuliert. Dass der Ball dann so als Lupfer reingeht ist natürlich toll. Für mich ist es ein besonderes Gefühl. Ich wurde hier vier Jahre lang ausgebildet, deswegen tut das Tor gut. Es ist wichtig, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben. Wir wussten vorher, dass es ein schwieriges Spiel mit vielen Zweikämpfen und langen, hohen Bällen wird. Wir haben über die gesamten 90 Minuten gekämpft. Mit einem Mann weniger sind wir am Ende der etwas glückliche, aber durchaus verdiente Sieger. Gegen Osnabrück wird es wieder ein ganz anderes Spiel, hoffentlich auch wieder vor Fans. Wir haben gegen St. Pauli gezeigt, dass wir Fußball spielen können, insbesondere in den ersten 80 Minuten. Daran müssen wir anknüpfen. Wir haben aber heute gesehen, dass wir auch kämpfen können. Wir müssen beides zusammenfügen, dann können wir am Freitagabend etwas holen.

Maxim Leitsch (VfL Bochum 1848): Es war heute ein richtiger Arbeitssieg für uns. Das war natürlich nicht die Leistung, die wir abrufen können und wollen. Beim KSC waren es bisher immer eklige Spiele, es ist eine „eklige Truppe“. Wir sind nicht richtig gut ins Spiel gekommen, haben aber trotzdem das 1:0 gemacht. Nach der Roten Karte war es zum Schluss nochmal sehr anstrengend. Es war wichtig, dass wir trotzdem die drei Punkte eingefahren haben. Auswärts drei Punkte, das zählt. Linksverteidiger ist nicht mehr unbedingt meine Position, das war für mich mal wieder etwas anderes.