10. Spieltag

Holstein Kiel
3: 1
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Fr,  04.12.202018:30 Uhr2. Bundesliga

Zwei Siege in Folge konnte der VfL Bochum 1848 in der 2. Bundesliga einfahren. Nach dem überzeugenden 5:0-Heimerfolg gegen Fortuna Düsseldorf geht es Schlag auf Schlag weiter, denn schon am Freitagabend (18:30 Uhr) ist die Mannschaft von VfL-Chefcoach Thomas Reis bei Holstein Kiel zu Gast. Wir werfen einen Blick auf den Trainer der Störche, die bisherige Saison und die Duelle zwischen VfL und KSV.

DER TRAINER

Als Cheftrainer ist ein echtes Kieler Urgestein für die Geschicke an der Förde verantwortlich. Ole Werner war nicht nur als Spieler für die KSV Holstein aktiv, sondern hat auch seiner Trainerkarriere bei den Norddeutschen begonnen. Von der Jugendabteilung über die Zweitvertretung ging es für den 32-jährigen Fußballlehrer immer weiter: Im September 2019 übernahm Werner die Position des Cheftrainers zunächst interimsweise, wenige Wochen später wurde er mit einem Vertrag bis Ende Juni 2022 ausgestattet. Bereits 2016 hatte er für zwei Spiele als Interimstrainer übernommen. Bisher haben die Kieler 35 Spiele unter Werners Leitung absolviert, dabei kann der Coach einen Schnitt von 1,46 Punkten pro Spiel vorweisen. Übrigens: Ole Werner ist mit 32 Jahren der jüngste aller derzeit aktiven Zweitliga-Cheftrainer.

ZWISCHENBILANZ

Wenn der Tabellenzweite gegen den Vierten spielt, dann kann man wohl von einem Spitzenspiel sprechen. Während der VfL in neun Partien 17 Punkte gesammelt hat, ist die KSV den Bochumern mit nur einem Zähler weniger dicht auf den Fersen. Vier Siege, vier Remis und nur eine Niederlage – so liest sich die Zwischenbilanz in Liga zwo derzeit für die Kieler. Mit nur acht Gegentreffern stellen die Störche gemeinsam mit dem SC Paderborn die beste Defensive der Liga, was sicher ein Grundstein für die stabilen Leistungen der Nordlichter ist. In der letzten Woche reichten den Kielern in Hannover drei Buden in vier Minuten, um einen 3:0-Auswärtssieg unter Dach und Fach zu bringen. Davor gab es gleich drei Remis in Folge: Gegen Aue und den HSV spielte die Werner-Elf 1:1, vom 1. FC Heidenheim trennte man sich mit einem 2:2-Unentschieden.

DUELLE

Das Duell zwischen VfL und KSV kann keine allzu große Tradition vorweisen. Das erste Spiel zwischen beiden Teams fand im November 2002 im DFB-Pokal statt. Damals gewannen die Bochumer in Kiel mit 2:1 und konnten in die nächste Runde einziehen. Auf dem Platz standen damals übrigens Spieler wie Thomas Reis oder Sebastian Schindzielorz, die Treffer erzielten Dariusz Wosz und Slawo Freier. Hinzu kommen in der Bilanz bisher sechs Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga. Dabei konnte der VfL erst einen Sieg einfahren. Zwei Remis und drei Niederlagen sorgen für eine negative Bilanz aus Bochumer Sicht. Die letzte Reise nach Kiel im Oktober letzten Jahres endete mit einer 1:2-Niederlage. Revanchieren konnte sich die Reis-Elf dafür im Endspurt der letzten Saison, als man vor Geister-Kulisse einen 2:1-Heimsieg einfahren konnte. Jordi Osei-Tutu und Silvère Ganvoula hatten die Bochumer Treffer erzielt.

Reisen nach Kiel machen aus VfL-Sicht weiterhin nicht wirklich Spaß. Der VfL war an der Förde 60 Minuten lang die bessere Mannschaft. Ein bitterer Elfmeter brachte Holstein zwar in Führung (31.), Simon Zoller antwortete aber prompt (32.). Auch im zweiten Durchgang waren die Blau-Weißen aus dem Ruhrgebiet besser, doch ein Doppelschlag von Bartels (64.) und Lee (65.) ließ das Spiel letztlich kippen.

Cheftrainer Thomas Reis setzte beim Auswärtsspiel bei Holstein Kiel auf die gleiche Startelf wie schon bei den erfolgreichen Partien beim Hamburger SV (3:1) sowie gegen Fortuna Düsseldorf (5:0).

So lief das Spiel:

7´: Schon nach den ersten Minuten wird klar: Dieses Spiel hält, was es verspricht. Beide Mannschaften sind hellwachen und suchen den Weg nach vorn. Bislang gab es jedoch noch keine gefährlichen Abschlüsse. 

13´: Schicker Spielzug: Bella Kotchap marschiert die rechte Außenbahn entlang, gibt ab auf Gamboa. Der lässt gleich zwei Gegenspieler stehen und flankt in die Mitte. Zulj nimmt den Ball gut an, rutscht beim Schuss allerdings ab, so dass der Ball am Kasten vorbeisegelt.

16´: Und die erste dicke Chance gehört dem VfL, der hier die Gastgeber ordentlich unter Druck setzt. Soares mit dem Auge und der Flanke für Zoller. Der setzt den Ball jedoch knapp links vorbei.  

20´: Ist es denn die Möglichkeit! Das wäre das 1:0 für den VfL gewesen. Bochum kontert, Holtmann man richtig Tempo und läuft seinen Gegenspielern auf und davon. Dann will er auf Zoller zurücklegen, doch Gelios geht für die KSV dazwischen.

21´: Es geht Schlag auf Schlag hier, der VfL dominiert diese Phase. Dieses Mal versucht es Holtmann selbst und zieht wuchtig ab. Gelios muss klatschen lassen, hat den Ball dann aber sicher.

29´: Tor! Elfmeter für Kiel, weil Bella Kotchap den Ball an die Hand bekommen hat. Mühling tritt an, ist in der richtigen Ecke, doch der Schuss ist zu wuchtig – 1:0 für Kiel. Sehr schmeichelhaft, denn von den Kielern kam bislang wenig. 

32´: TOOOOOOR! Und die direkte Reaktion. Leitsch hämmert das Leder in die Mitte, Zoller goldrichtig steht und grätscht zum 1:1 ein! 

Pause: Gute erste Halbzeit hier vom VfL im Holstein-Stadion. Die Blau-Weißen waren spielbestimmend, doch dann bekamen die Kieler einen Handelfmeter und wie auf dem nichts stand es 0:1 aus VfL-Sicht. Im direkten Gegenzug dann aber der Ausgleich durch Simon Zoller, so dass ein 1:1 zu Halbzeit steht.

46´: Ohne personelle Veränderungen geht es weiter mit Durchgang zwei. Der VfL stößt an.

53´: Und der VfL hält das Tempo weiter hoch und macht Druck auf die „Störche“. Holtmann setzt sich gegen zwei Gegenspieler durch, flankt in die Mitte, Zoller verpasst leider knapp. 

55‘: Wieder eine fette Möglichkeit für Holtmann, doch es scheint heute wie verhext für unseren Sommer-Neuzugang. Nach gutem Zuspiel von Blum scheitert unsere Nummer 21 an Keeper Gelios. 

58´: Kiel wechselt: Mees kommt für Reese.

63´: Tor! Wieder führen die Hausherren. Bartels schiebt die Kugel nach Vorarbeit von Serra über die Linie. 

64´: Tor. Was ist denn hier los? Ein Doppelschlag bringt die Bochumer in 1:3-Rückstand. Das darf doch nicht wahr sein. Dieses Mal war es Lee…
67´: Reis reagiert: Ganvoula neu im Spiel für Holtmann. 

69´: Bitter. Blum zieht ab, doch der Ball landet genau in den Armen von Gelios. 

71´: Zweiter Wechsel beim VfL. Tesche macht Platz für Eisfeld. 

72´: Puh, fast das 1:4… Wildes Hin und Her im Bochumer Strafraum und einige Möglichkeiten für die Kieler im Gewusel. Glück für den VfL,dass Lee nur den Innenpfosten trifft.

77´: Scharfe Flanke von Gamboa auf Ganvoula, sein wuchtiger Schuss geht leider knapp neben das Tor.

79´: Dritter VfL-Wechsel: Bockhorn soll für noch mehr Tempo sorgen. Blum hat dafür Feierabend. 

79´: Jetzt wird es nochmal wild. Riemann rettet in allerhöchsten Not gegen Serra. 

80´: Auch die Kieler wechseln. Hauptmann jetzt neu dabei, Lee dafür raus. 

81´: Doppelchance für den VfL, doch die Bochumer haben wohl heute nicht den Fußballgott auf ihrer Seite. Erst scheitert Bockhorn, dann Eisfeld aus der zweiten Reihe.  

87´: Kiel wechselt nochmal. Porath für Bartels neu dabei. 

Abpfiff: Ganz bitterer Abend für die VfLer. Der zweite Durchgang startet aussichtsreich, doch ein Doppelschlag der Kieler macht dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. Am Ende müssen wir ohne Punkte die Heimreise antreten. 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch an meinen Kollegen Ole. Wenn man den Spielverlauf sieht, ist das sehr, sehr ärgerlich. In der ersten Halbzeit haben wir uns einige Chancen erarbeitet. Erst schießt Zolli am Tor vorbei, dann müssen wir die Zwei-gegen-Eins-Situation besser ausspielen. Unser Positionsspiel war gut, wir haben den Gegner gut aufgenommen und die tiefen Laufwege abgefangen. So hatten sie keine klaren Chancen. Dann geraten wir durch den Elfmeter in Rückstand. Im Spiel hat es keiner richtig mitbekommen, aber wenn der Videobeweis es sagt, dann wird es wohl so gewesen sein. Wir haben eine gute Reaktion gezeigt und waren direkt wieder dabei. Wir sind auch gut aus der Halbzeit gekommen, da hatten wir eine gute Gelegenheit. Danach haben wir das Spiel innerhalb einer Minute aus der Hand gegeben, sodass wir mit einer Niederlage nach Hause fahren müssen. Wir hatten noch ein, zwei Chancen. Wenn man sich den kompletten Spielverlauf anschaut, hätte die Partie auch anders ausgehen können. Wir wussten, dass Kiel ein gutes Umschaltspiel hat, das haben sie auch gezeigt. Es ist ärgerlich, dass wir verloren haben, aber wenn man hier drei Gegentore bekommt, darf man sich darüber nicht beschweren.

Ole Werner (Cheftrainer Holstein Kiel): Ich sehe den Spielverlauf ähnlich. Wir waren nicht zufrieden mit der ersten Halbzeit. Wir hatten zu wenig Aktivität bei eigenem Ballbesitz. Das Unentschieden zur Halbzeit war im Endeffekt glücklich für uns. Auch in der zweiten Halbzeit mussten wir die Anfangsphase überstehen, doch dann haben wir ins Spiel gefunden. Wir haben in kurzer Zeit unsere Chancen konsequent genutzt. Hinten raus haben wir es dann ordentlich verteidigt.  

Danny Blum:Ich glaube, dass es heute ein ausgeglichenes Spiel war. Das 1:2 legen wir uns quasi selbst rein. Anschließend hatten wir einen Knick in unserem Spiel. In einer Minute bekommen wir zwei Gegentore – das war ein Nackenschlag und hat unserem Spiel den Stecker gezogen. So ist es im Fußball – manchmal gewinnst du diese 50:50-Spiele und manchmal verlierst du. Wir müssen das Spiel jetzt analysieren, aufarbeiten und daraus unsere Schlüsse ziehen. Jetzt müssen wir regenerieren und gegen Paderborn zu Hause ein besseres Spiel abliefern.

Gerrit Holtmann: Es war ein sehr intensives spiel heute. Wir hätten schon in der ersten Halbzeit 2:0 führen müssen. Zolli hatte eine gute Chance und ich auch, als ich den Ball quergelegt habe. Dann führ Kiel auf einmal durch den Elfmeter, doch wir schaffen schnell den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit hatte ich die Führung auf dem Fuß. Ich hätte ihn reinmachen müssen. Kleine Fehler haben zum 1:2 geführt. Auch beim dritten Gegentor machen wir Fehler, die in dieser Liga sofort bestraft werden. Wir hatten danach keine Griffigkeit mehr und haben so das Spiel verloren.