34. Spieltag

Hannover 96
2: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  28.06.202015:30 Uhr2. Bundesliga

Klappe, die Letzte: Am Sonntag (15:30 Uhr) ist der VfL Bochum 1848 im Rahmen des 34. Zweitliga-Spieltags bei Hannover 96 zu Gast. Nach zuletzt elf Partien ohne Niederlage konnte sich das Team von VfL-Cheftrainer Thomas Reis den Klassenerhalt sichern und hat vor dem Duell mit den Niedersachsen eine gute Ausgangsposition, um die Spielzeit 2019/20 als Tabellensechster zu beenden. Wir schauen auf den kommenden Gegner:

HEIMAT
Der VfL reist bereits am Samstag in die Landeshauptstadt Niedersachsens. Knapp über eine halbe Millionen Menschen leben in Hannover, womit der an der Leine und der Ihme gelegene Ort zu den 15 einwohnerreichsten Städten Deutschlands zählt. Hannover ist unter anderem für seine zahlreichen Hochschulen und Bibliotheken bekannt, außerdem tragen viele renommierte Museen und Theater zu einer bunten Kulturszene bei.

STADION
Hannover 96 trägt seine Heimspiele in der HDI Arena aus, die sich südlich der Innenstadt direkt am Maschsee befindet. Erbaut wurde das Stadion zwischen 1952 und 1954, damals unter dem Namen Niedersachsenstadion. Seitdem wurde es mehrfach erweitern, umgebaut und modernisiert. Derzeit finden auf den zwei ovalförmigen Rängen 49.200 Zuschauer Platz. Bei den in Deutschland stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie bei der Europameisterschaft 1988 gehörte die heutige HDI Arena zu den Austragungsorten.

TRADITION
Wie der Name vermuten lässt, wurde der Verein Hannover 96 im Jahre 1896 – damals noch unter dem Namen „Hannoverscher Fußball-Club von 1896 (HFC)“ gegründet. Er gehört damit zu den traditionsreicheren Klubs der deutschen Fußball-Landkarte. Die erste Deutsche Meisterschaft feierten die Niedersachsen in der Saison 1937/38. Bei der Neugründung der Bundesliga im Jahre 1963 zogen die 96er dann aber den Kürzeren gegenüber Eintracht Braunschweig, sodass man nicht zu den Gründungs-Klubs gehörte. Nur ein Jahr später durfte aber der Aufstieg in eben jene Bundesliga gefeiert werden. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Verein zur Fahrstuhl-Mannschaft zwischen Liga eins und zwei. 1992 folgte der wohl bis heute größte Coup: Als damals erster Zweitligist feierte Hannover 96 den Gewinn des DFB-Pokals.

TRAINER
Seit November 2019 betreut Kenan Kocak Hannover 96 als Cheftrainer, zuvor war Mirko Slomka nach nur drei Siegen aus 13 Pflichtspielen als Coach beurlaubt worden. Der 39-jährige Kocak hat seine bisherige Trainer-Laufbahn in Mannheim begonnen: Zunächst bei Türkspor, später beim VfR und bei Waldhof Mannheim machte er sich einen Namen. Im Sommer 2016 wechselte der in der Türkei geborene Fußballlehrer in die 2. Bundesliga, wo er beim SV Sandhausen gute Arbeit ablieferte. Nach knapp über zwei Jahren am Hardtwald war für Kocak Schluss – und obwohl zuvor bereits größere Klubs Interesse an Kocak signalisiert hatten, dauerte es bis zum November des Vorjahres, ehe er in Hannover den nächsten Job übernahm. Zunächst lief sein Vertrag bei den 96ern nur bis zum Saisonende. Doch obwohl Absteiger Hannover auch mit Kocak, der gerne mit Dreierkette spielen lässt, lange Zeit eher in den unteren Tabellenregionen zu finden war, wurde sein Kontrakt im April langfristig verlängert. „Mir geht es um Vertrauen und Kontinuität für die nächsten Jahre, deshalb haben wir auch beim Cheftrainer mit einem Dreijahresvertrag die Voraussetzungen dafür geschaffen“, sagte Geschäftsführer Martin Kind damals. Neun Siege sprangen in 20 Spielen unter Kocak für die Niedersachsen heraus, was einen Punkteschnitt von 1,55 pro Partie macht.

TEAM
Der Kader der Hannoveraner ist gespickt mit erfahrenen Spielern und jungen Talenten. Mit Ron-Robert Zieler steht sogar ein Weltmeister von 2014 im Tor der 96er, Ex-VfLer Philipp Ochs wechselte im Winter von der TSG 1899 Hoffenheim ins Team von Trainer Kenan Kocak. Auch Linksverteidiger Matthias Ostrzolek spielte schon im Blau-Weißen Dress. Wichtige Säulen der Niedersachsen sind Spieler wie Kapitän Marvin Bakalorz im Mittelfeld sowie Marvin Ducksch und Hendrik Weydandt im Angriff. Das Zentrale Mittelfeld stärken sollte außerdem Dominik Kaiser – der ehemalige Bundesligaspieler kam im Januar aus Bröndby und besticht besonders durch seine Stärke in Sachen Standards. Das größte Talent im Kader ist wohl Flügelstürmer Linton Maina. Der gerade 21-Jährige erzielte in der laufenden Saison zwei Treffer und legte sieben Buden auf. Zuletzt kamen Gerüchte auf, dass Champions League-Anwärter Borussia Mönchengladbach sowie Europa League-Teilnehmer VfL Wolfsburg den Rechtsaußen verpflichten wollen.

ZWISCHENBILANZ
Nur ein Punkt trennt den VfL Bochum 1848 und Hannover 96 in der Tabelle. Mit 45 Zählern sitzen die Niedersachsen den Blau-Weißen dicht im Nacken. Bedeutet: Verliert man am Sonntag nicht, würde der VfL den kommenden Gegner in der Schlusstabelle sicher hinter sich lassen. Für Hannover gilt dabei übrigens das gleiche wie für die Bochumer: Am Ende war es dann doch noch eine halbwegs versöhnliche Saison. Als Bundesliga-Absteiger hatte man sich bei den 96ern sicher erhofft, zumindest um den direkten Wiederaufstieg mitspielen zu können. Stattdessen fand man sich im Winter auf Platz 13 wieder, musste sogar mit mindestens einem Auge nach unten schauen. Doch die Rückrunde lief besser, Tabellenplatz sieben steht nun zu Buche. Zuletzt fehlte allerdings die Konstanz: Während man die beiden letzten Heimspiele gegen St. Pauli (4:0) und Heidenheim (2:1) gewinnen konnte, wurden die jüngsten drei Auswärtsspiele in Sandhausen (1:3), Darmstadt (2:3) und Aue (1:2) allesamt verloren.

DUELLE
Das Duell zwischen Bochum und Hannover ist durchaus eines mit Tradition, auch in der Bundesliga. 43 Mal sind beide Teams bereits aufeinander getroffen, die Bilanz ist dabei völlig ausgeglichen: Jeweils 16 Mal konnten VfL oder 96 gewinnen, elf Mal wurden die Punkte geteilt. Das letzte Heimspiel im Dezember 2019 gewann die Elf von Thomas Reis nach Treffern von Manuel Wintzheimer und Simon Zoller mit 2:1. Die letzte Auswärtsfahrt nach Hannover endete allerdings mit einer Niederlage: Am 20. Spieltag der Saison 2016/17 mussten sich die Blau-Weißen in der HDI Arena mit 1:2 geschlagen geben. Das soll am Sonntag anders werden, denn das Ziel ist klar: Mit einem Auswärtssieg im Saisonfinale würde der VfL Tabellenplatz sechs sichern und hätte theoretisch noch die Chance, am SV Darmstadt vorbei auf Platz fünf zu springen.

Der VfL Bochum 1848 musste sich am letzten Spieltag nach zuvor 11 Partien ohne Niederlage doch nochmal geschlagen geben. Bei Hannover 96 traf die Reis-Elf auf effektive Gastgeber, die durch Ducksch die Punkte in Niedersachsen behielten. Die Blau-Weißen waren beim letzten Spiel von Patrick Fabian zwar in allen Belangen besser, nicht aber bei den geschossenen Toren. Wir beenden die Saison somit auf dem 8. Tabellenplatz.

 

Thomas Reis tauschte beim Saisonfinale nochmal auf zwei Positionen. Im Kasten durfte sich Patrick Drewes beweisen, auch Basti Maier rotierte in die erste Elf. Manuel Riemann und Tom Weilandt nahmen zunächst auf der Bank Platz. Dort saß auch zum letzten Mal Patrick Fabian als VfL-Profi. Rein ins Spiel.

3. Puh, frühes Gegentor. Dachten zumindest alle. Guidetti staubte da ab, doch der VAR schaltete sich ein. Abseits war’s. Weiter 0:0.

16. Ducksch volley aus der Luft! Vorbei am Kasten von Drewes.

21. Soares bringt den Ball, die Kugel rauscht an allen vorbei, geht aber knapp links am Pfosten vorbei!

30. Wechselhafte erste halbe Stunde. Zunächst fast nur 96, jetzt nur noch wir.

35. Ganz starker Spielzug! Eisfeld im Doppelpass mit Maier, und rein in die Mitte! Osei-Tutu verpasst knapp!

37. Und wieder Osei-Tutu, der Horn da den Ball klaut! Hansen rettet! Wir sind am Drücker!

38. Das nächste dicke Ding! Wintzheimer flankt, Eisfeld über den Querbalken!

45. TOR! Jetzt geht Hannover doch in Führung. Ducksch macht das 1:0 per direkt verwandeltem Freistoß.

Pause: Am Anfang mussten wir uns einmal ordentlich schütteln, 96 mit viel Druck. Dann aber haben wir das Spielgeschehen hier komplett übernommen und müssen eigentlich durch Jordi oder Eisfeld in Führung gehen. Nicht genutzt, das rächt sich bekanntlich.

60. NEIIN! Glanztat von Hansen gegen Osei-Tutu! Den fischt der Keeper da noch irgendwie raus!

64. Erster Wechsel bei uns: Basti Maier geht, Tom Weilandt kommt rein!

71. Das gibt es doch nicht! Eisfeld ballert an den Pfosten! Was für ein Geschoss!

79. Die nächste dicke Chance! Leute! Losilla aus sieben Metern, trifft den Ball aber nicht richtig!

82. Wir schieben nach vorne. Janelt neu drin für Lampropoulos.

84. TOR! Konter 96. Ducksch erhöht. Das ist bitter, wir sind sowas von überlegen, aber wird treffen die Gastgeber.

86. Ker, wir machen das einfach gut, aber die Belohnung fehlt. Wieder mal Jordi, wieder mal hält Hansen.

87. Doppelwechsel bei uns. Patrick Fabian und Stefano Celozzi kommen nochmal zum Einsatz! Feiner Schachzug vom Coach!

90. Zwei Minuten Nachspielzeit hier.

Ende: Die Serie reißt, wir müssen uns nach 11 Partien ohne Niederlage doch nochmal geschlagen geben. Dadurch zieht 96 an uns vorbei, Aue auch, wir laufen auf dem 8. Tabellenplatz ein. Wer hätte das vor der Corona-Pause gedacht!?

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch an Hannover. Wir haben heute eine sehr unglückliche Niederlage kassiert. Wir haben Hannover zu oft das Spiel überlassen. Es war uns bewusst, dass der Gegner uns unter Druck setzen will. Wir haben uns aber stabilisiert, hatten auch die klareren Torchancen. Gerade in der zweiten Halbzeit hätten wir Tore erzielen müssen, ich denke da an den Pfostenschuss von Thomas Eisfeld und einige gute Paraden des gegnerischen Torhüters. So war die Niederlage unnötig, es wäre sicher mehr drin gewesen. Einen Punkt hätten wir mitnehmen können und müssen. Dennoch überwiegt der Stolz auf meine Mannschaft. Wir haben in der letzten Zeit viel geleistet, um in die jetzige Situation zu kommen. Es ist ärgerlich, dass wir heute auf Platz acht landen. Aber vor einigen Wochen hätten wir das definitiv so genommen. Wir haben immer gesagt, dass wir mit dem Team viele Möglichkeiten haben. Wir haben den VfL und die Stadt Bochum aber in den letzten Wochen würdig vertreten. Wir können erhobenen Hauptes zurück nach Bochum fahren, auch wenn die Niederlage heute natürlich wehtut.

Kenan Kocak (Cheftrainer Hannover 96):

Anthony Losilla (Kapitän VfL Bochum 1848): Wir können trotz der heutigen Niederlage stolz sein, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz erreicht haben. Wir waren vor der Corona-Pause in einer sehr kritischen Situation, das haben wir zusammen gerade gebogen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, denn das haben wir zusammen geschafft. Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt, damit können wir weiterarbeiten. Auch heute haben wir trotz der Niederlage einen guten Fußball gezeigt, da hätten wir mehr verdient gehabt. Aber wir haben die Chancen nicht genutzt, der Gegner hatte genug Qualität um die Tore zu erzielen. Heute ist es ein ganz komisches Gefühl für mich, weil mit Patrick Fabian und Stefano Celozzi zwei Super-Typen nicht mehr da sein werden. Das ist sehr emotional für mich. Mit beiden habe ich lange zusammen gespielt, es sind zwei großartige Menschen. Patti bleibt ja glücklicherweise, mit Cello werde ich definitiv in Kontakt bleiben. Nach so einer Saison bin ich froh, dass die Pause kommt. Wir brauchen jetzt etwas Zeit um runterzukommen. Ich werde viel Zeit mit der Familie verbringen, nach Frankreich fahren und die Ruhe genießen. Diese Saison war wirklich hart teilweise, wir mussten viel wegstecken. Es gab viele Tief- und Höhepunkte, aber dafür spielen wir Fußball.

Stefano Celozzi (VfL Bochum 1848): Ich denke, dass wir heute Schwierigkeiten hatten, um ins Spiel zu kommen. Nach etwa einer Viertelstunde waren wir drin, ab da waren wir meiner Meinung nach auch die bessere Mannschaft. Wir hatten unsere Chancen. Aber Hannover hat heute zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt und am Ende verdient gewonnen. Es fällt mir schwer, heute Worte dafür zu finden, dass es heute mein letztes Spiel für den VfL war. Das war sehr emotional. Ich werde die Jungs vermissen, es war eine sehr schöne Zeit! Ich brauche heute ein bisschen, um runterzukommen.

Thomas Eisfeld (VfL Bochum 1848): Die ersten 15 bis 20 Minuten sind wir nicht gut ins Spiel gekommen, danach wurde es besser. Wir hatten dann auch unsere Chancen. Ich persönlich hatte auch welche, die hätten wir machen können. Das Freistoßtor direkt vor der Pause war natürlich unnötig zu dem Zeitpunkt. Nach der Pause haben wir das Spiel dominiert und hatten mehr Ballbesitz. Wir haben es im Ballbesitz auch gut gemacht, haben nichts zugelassen. Mit dem ersten Torschuss der zweiten Halbzeit macht der Gegner dann das 2:0, danach war es natürlich schwierig. Wir wollen immer das Maximum rausholen, das ist nicht Platz acht. Insgesamt sind wir schlecht in die Saison gekommen, haben viele Punkte liegen lassen und waren teilweise sehr verunsichert. Auf die Zeit nach dem Restart können wir aber aufbauen. Man hat gesehen, dass wir stabil sind, Spiele gewinnen können und spielerisch Akzente setzen konnten. Natürlich ist es schade, mit einer Niederlage in die Sommerpause zu gehen. Aber insgesamt können wir mit den letzten Spielen zufrieden sein. Ich bin froh, dass jetzt eine Pause ansteht, denn für mich persönlich war es auch mental eine schwere Saison. Ich habe nicht viel gespielt. Gott sei Dank konnte ich die letzten drei Spiele noch machen, das gibt mir ein gutes Gefühl für die nächsten Wochen.

Maxim Leitsch (VfL Bochum 1848): Wir lagen zur Halbzeit unnötig in Rückstand. Wir haben zu Beginn nicht gut gespielt, es wurde aber besser. Wir hatten unsere Chancen, die wir leider nicht genutzt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es auch nicht schlecht gemacht, haben aber auch kein Tor gemacht. Dann kassieren wir das zweite Gegentor, da war es vorbei. Es wäre mehr drin gewesen, hätten wir unsere Möglichkeiten genutzt. Das ist natürlich ärgerlich. Aber wir blicken nach vorne auf die neue Saison. Nach der Corona-Pause haben wir es insgesamt sehr gut gemacht. Hätte man vor der Pause gesagt, dass wir auf Platz acht landen, hätten wir das natürlich so unterschrieben. Heute wäre noch mehr möglich gewesen, aber im Großen und Ganzen geht das in Ordnung. Die Saison hat sich gezogen und war sehr turbulent, da müssen wir jetzt mal etwas runterkommen. Wir werden uns gut ausruhen, damit wir mit Vollgas in die neue Spielzeit starten können.