31. Spieltag

VfL Osnabrück
0: 2
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  13.06.202013:00 Uhr2. Bundesliga

Starke Hinrunde, kleiner Durchhänger, jetzt wieder auf Kurs. So lässt sich die bisherige Saison von Zweitligarückkehrer VfL Osnabrück auf die Schnelle zusammenfassen. Die Elf von Daniel Thioune liegt aktuell vier Zähler hinter uns. Ein Besuch an der "Bremer Brücke" hätte sicherlich einige VfL-Fans in den Süden Niedersachsen gezogen. Geht leider nicht. Müssen wir die Punkte dort so holen. Dass es für den blau-weißen VfL dort möglich ist, zeigt die bisherige Bilanz gegen die Lila-Weißen. Unser BLICK AUF den VfL Osnabrück!

HEIMAT
165.000 Einwohner hat Osnabrück. Die Stadt liegt am südlichen Rand Niedersachsens nahe der Grenze zu NRW. Kurze Anfahrt also für unsere Profis, gute 105 Kilometer Luftlinie beträgt die Entfernung zwischen Bochum und Osnabrück. Bekanntheit erlangte die Stadt 1648 als Ort der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens. Auch heute führt Osnabrück daher noch den Zusatz „Friedensstadt“ mit. Aus sportlicher Sicht hat in Osnabrück der Fußball die Pole-Position inne. Schwimmen und Tischtennis sind weitere Abteilungen beim VfL.

STADION
Am Samstag geht es für uns zur berühmten „Bremer Brücke“. Aus dem Jahr 1931 datiert der Baubeginn der ursprünglichen Spielstätte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die „Kampfbahn Bremer Brücke“ offiziell wiedereröffnet. Nach zwischenzeitlicher Vermarktung des Stadionnamens heißt die Heimat des anderen VfL seit 2017 erneut „Bremer Brücke“. Heute beläuft sich die Kapazität des Stadions auf 16.667 Plätze.   

TRADITION
„Verein für Leibesübungen von 1899“, der offizielle Vereinsname der Osnabrücker zeigt schon an: Wir treten am Samstag zu einem echten Duell zweier Traditionsvereine an. 1924 vereinigten sich der „Osnabrücker Ballspielverein“ und „Spiel und Sport Osnabrück“, ein Jahr später wurde der Vereinsname in VfL Osnabrück geändert. 1963/64 startete der VfL in die erste Saison nach Einführung der Bundesliga in der Regionalliga Nord. Mehrmals scheiterte man haarscharf am Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs, u.a. 1971 knapp hinter einem gewissen VfL Bochum 1848. In der Mitte der 70er gegründeten 2. Bundesliga war der VfL zunächst Dauergast. 18 Spielzeiten, mit einer einjährigen Unterbrechung, hielt sich der VfL in der zweithöchsten Spielklasse. Im ersten Jahrzehnt der 2000er Jahre gab es schließlich einen stetigen Wechsel zwischen Regionalliga und der 2. Bundesliga. Im Sommer 2019 kehrte der VfL Osnabrück schließlich nach acht Jahren Abstinenz wieder in Liga zwo zurück.

TRAINER
Auf der Trainerbank des VfL sitzt ein echter Osnabrücker Jung. Daniel Thioune wurde 1974 in Georgsmarienhütte, einer selbständigen Gemeinde im Südwesten des Landkreises Osnabrück, geboren. Den Sprung in den Profifußball schaffte Thioune in seiner Heimat. Zur Saison 1996/97 wurde er vom damaligen Regionalligisten VfL Osnabrück verpflichtet. In der Spielzeit 1998/999 wurde er Torschützenkönig in der Regionalliga Nord und stieg im Jahr 2000 in die 2. Bundesliga auf. Nach sechs Jahren bei den Lila-Weißen folgten Stationen beim VfB Lübeck und Rot Weiss Ahlen, ehe es 2010 zurück nach Osnabrück ging. Beim VfL allerdings landete Thioune erst 2014 wieder, zunächst als Coach der U17 und U19. Nach der Entlassung von Joe Enochs im Oktober 2017 übernahm der ehemalige Stürmer zunächst interimsweise, im November erhielt Thioune schließlich einen Vertrag als Chefcoach. Der bis dato größte Erfolg seiner Trainerkarriere folgte schließlich im Sommer 2019, als er mit „seinem“ VfL wieder in die 2. Bundesliga zurückkehren konnte. Der aktuelle Vertrag des Fußballlehrers läuft bis 2021.

DUELLE
VfL gegen VfL, Lila-Weiß gegen Blau-Weiß – dieses Duell gab es in Pflichtspielen erst fünf Mal. Gutes Omen für Samstag: Dabei blieben die Bochumer bisher ungeschlagen. Viermal konnte der Verein aus dem Ruhrpott die drei Punkte einfahren, nur im letzten Aufeinandertreffen in der Hinrunde der laufenden Saison gab es mit einem 1:1-Remis eine Punkteteilung. Im Jahr 1971 kam es in der Aufstiegs-Runde der damaligen Regionalliga zu zwei Duellen zwischen den beiden Vereinen, dabei konnte sich Blau-Weiß in Osnabrück mit 4:2 und zuhause mit 3:1 durchsetzen. Außerdem kommen die beiden Zweitliga-Duelle in der Saison 2010/11 hinzu. Damals besiegte das Team von der Castroper Straße den anderen VfL im heimischen Ruhrstadion mit 2:1. Im Rückspiel machten die Bochumer am 33. Spieltag an der Bremer Brücke einen großen Schritt in Richtung Aufstiegs-Relegation: Dank der Treffer von Giovanni Federico, Marcel Maltritz und Mahir Saglik festigte die Elf des damaligen Trainers Friedhelm Funkel mit einem 3:1-Auswärtssieg Rang drei.

BILANZ
Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga im vergangenen Sommer hat die Mannschaft von Daniel Thioune sich schnell akklimatisieren können. Den Niedersachsen gelang ein solider Saisonstart, nach drei Spieltagen hatte man bereits zwei Siege eingefahren und sechs Punkte auf dem Konto. Erst im Herbst war der VfL tabellarisch dort angekommen, wo die meisten die Osnabrücker vor der Spielzeit vermutet hatten: in direkter Nähe zu den Abstiegsrängen. Doch vom zwölften bis 17. Spieltag legte die Thioune-Elf einen Zwischensprint ein, sodass die Lila-Weißen zur Saison-Halbzeit von Tabellenplatz fünf grüßten. Seit Jahresbeginn ging es jedoch wieder mehr bergab, vier Spieltage vor Schluss belegt der VfL mit 35 Punkten Rang 13. Fünf Zähler Vorsprung bedeutet das auf den Karlsruher SC, der momentan den unteren Relegationsplatz innehat. So richtig von der Stelle kommen die Osnabrücker derzeit nicht, weil die Punkte oft geteilt werden. In den letzten zehn Pflichtspielen gab es fünf Remis, vier Niederlagen und nur einen Sieg: Am 28. Spieltag holte man beim 2:0-Auswärtssieg in Fürth drei wichtige Punkte. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen demnach nicht allzu schlecht für das Team von der Bremer Brücke, auch wenn sicher noch der ein oder andere Punkt nötig ist, um die direkte Rückkehr in die 3. Liga zu verhindern.

 

Oooooh, wie ist das schöööööön! Der VfL Bochum 1848 hat auch das Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück mit 2:0 gewonnen und damit die magische 40-Punkte-Marke geknackt. Der Klassenerhalt sollte somit bei noch drei ausstehenden Spielen gesichert sein. Ein Eigentor von Gugganig sowie Wintzheimers Treffer besiegelten den Auswärtssieg an der Bremer Brücke!

Bochums Cheftrainer Thomas Reis setzte dabei auf die gleiche Startelf, die eine Woche zuvor bereits den FC St. Pauli besiegt hatte. Vitaly Janelt kehrte zurück in den Kader und ersetze Top-Torjäger Silvère Ganvoula, der mit muskulären Problemen passen musste. So lief das Spiel:

3´: Erster Abschluss für uns, und da war mehr drin. Soares flankt, die Kugel landet postwendend wieder bei ihm. Der Schuss mit rechts hat aber zu wenig Power. Okay, war auch sein schwächerer Fuß...

7´: Das sieht wieder gut aus! Schnelle Ballgewinne, und wieder wird Jordi geschickt. Die Hereingabe kommt auch, allerdings hat sich Wintzheimer verlaufen, die Mitte ist unbesetzt.

10´: Die Blau-Weißen setzen sich in der Hälfte der Gastgeber fest, aber zwei Eckbälle führen nicht zum Torerfolg. Sieht trotzdem weiter gut aus!

15´: Jetzt aber der erste Schuss von Osnabrück. Amenyido zieht drauf, Riemann bedankt sich und ist nun wärmer als vorher.

19´: Eher unnötig: Zulj räumt im Mittelfeld ab, sieht Gelb. Amenyido hat's erwischt.

22´: TOOOOOOR! Ja läuft doch! Starke Vorarbeit von Osei-Tutu, der da wieder über die rechte Außenbahn durchbricht und in den Strafraum eindringt. In der Mitte sucht er den einschussbereiten Wintzheimer, doch Gugganig nimmt ihm diese Aufgabe ab - Eigentor! Verdiente Führung für uns!

27´: Amenyido mit dem nächsten Versuch. Meilenweit vorbei, der fliegt immer noch.

32´: Starke Aktion von Manu Wintzheimer! Kühn reißt die Arme hoch und verhindert das 0:2!

39´: Der gerade eingewechselte Agu geht gleich mal steil, da ist Geschwindigkeit bei. Flach Hereingabe, Lampropoulos grätscht beherzt dazwischen.

40´: Ecke, aber Manu faustet raus! Also der Riemann, nicht der Wintzi. Das wär ja was...

Halbzeit: Wir führen im VfL-Duell, und das durchaus verdient. Auch wenn ein Lila-Weißer dabei mithelfen musste. Gerade die Kombi Zulj/Jordi macht aber Dampf, starke Pässe des Spielmachers, Osei-Tutu lauert immer wieder. Und auch die Führung ist über unsere rechte Seite entstanden. In der Mitte hat Wintzi schon zum Jubeln angesetzt, aber Gugganig hält den Fuß rein und erledigt das lieber selbst.

47´: Ajdini, bei den Niedersachsen zur Pause reingekommen, dann auch gleich mit dem ersten Abschluss. Riemann sicherheitshalber zur Ecke!

51´: Lampropoulos, du Rasenmäher! Amenyido liegt quer in der Luft, tschüss Bodenkontakt.

52´: Variante beim anschließenden Freistoß. Alvarez hebt den Ball an den Fünfer, aber Ceesay köpft mit dem Rücken zum Tor an eben jenem auch klar vorbei.

54´: Oh, der ist gut! Wintzheimer haut drauf, der Ball rauscht rechts vorbei!

54´: Sofort wieder der VfL - diesmal verzeiht Zulj knapp! Zwei gute Chancen innerhalb weniger Sekunden!

55´: Man, der Ball muss rein! Die dritte Chance! Kühn rettet gegen Pantovic! Wir sind dran hier!

62´: Ecke: Ohh. Der Ball rutscht durch, hinten lauert wie gegen Pauli wieder der Leitsch! Aber der trifft den Ball nicht ganz! Schade Jung!

68´: TOOOOOOR! Super Antritt von Danilo! Der steckt den Ball dann auf den freien Wintzheimer durch. Und dem gönnen wir das richtig, endlich zählt die Bude! Trocken mit links unten rechts rein! Stark, Junge!

72´: Erster Wechsel bei uns. Soares geht angeschlagen runter, Bella Kotchap nun dabei!

78´: Ein Dreifachwechsel bei uns. Janelt, Eisfeld und Weilandt für Zulj, Osei-Tutu und Tesche. Danke, Männer!

84´: Osna im Strafraum. Lampropoulos geht wie gewohnt voll rein. Steinhaus schaut sich das nochmal am TV an.

85´: Videobeweis. Elfmeter für Osnabrück.

85´: RIIIIIIIEEEEEEMANN! Der Keeper hält! Weiter 2:0 für uns!

87´: Noch ein Tausch bei uns. Cello positionsgetreu für Gamboa.

Ende: AUSWÄRTSSIEG!!!! Es ist einfach nur wunderschön! 9. Spiel in Folge ohne Niederlage! Zum 6. Mal in den letzten 7 Spielen ohne Gegentor. Ja da wirst du doch völlig wahnsinnig. Ein Eigentor von Gugganig ebnet heute den Weg, Manuel Wintzheimer vergoldet im zweiten Durchgang. Der Hammer. Es macht grad einfach mega Bock, diesen VfL zu sehen!

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wir haben heute ein tolles Auswärtsspiel gemacht und waren von Beginn an im Spiel. Es ist uns gut gelungen, den Gegner vom eigenen Tor wegzuhalten. Die eine oder andere Konterchance haben wir zugelassen, im Großen und Ganzen war ich mit dem Auftritt aber zufrieden. Osnabrück hatte wenig Zugriff, wir haben sie laufen gelassen. Nach dem Seitenwechsel hatten wir schnell mehrere Chancen, um die Führung auszubauen, haben sie aber leider nicht genutzt. Das kann auch mal in die Hose gehen. Insgesamt hat die Mannschaft aber eine sehr reife Spielanlage gezeigt.

Manuel Wintzheimer (VfL Bochum 1848): Es war auf jeden Fall ein verdienter Sieg. Wir haben stark nach vorne gespielt und den Ball gut laufen lassen. Beim ersten Treffer kommt mir der Innenverteidiger zuvor, trotzdem war das Tor wichtig für uns. Für die Mannschaft war es schön, dass wir wieder zwei Tore erzielen konnten. Wir haben super Spieler im Kader, als Team sind wir zuletzt näher zusammengerückt. Derzeit spielen wir richtig guten Fußball, da ist es sehr schwer gegen uns zu bestehen. Wir sind jetzt erst einmal froh, dass wir den Klassenerhalt quasi geschafft haben. Wir haben noch drei Spiele, da wollen wir natürlich nochmal weiter Punkte sammeln.