27. Spieltag

Karlsruher SC
0: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  24.05.202013:30 Uhr2. Bundesliga

Spieltag zwei nach dem Re-Start der 2. Bundesliga steht an, der VfL Bochum 1848 ist am Sonntag (13:30 Uhr) beim Karlsruher SC zu Gast. Dabei kommt es zum Duell mit einem direkten Konkurrenten, schließlich hat der KSC derzeit nur vier Zähler weniger auf dem Konto und belegt damit den ersten direkten Abstiegsplatz. Umso wichtiger wäre es, nach dem gelungenen Heimspiel gegen Heidenheim den nächsten Sieg einzufahren. Wir stellen den nächsten Gegner etwas genauer vor.

HEIMAT

Knapp über 300.000 Einwohner zählt die Stadt Karlsruhe, die damit nach Stuttgart die zweitgrößte des Bundeslandes Baden-Württemberg ist. Karlsruhe liegt rechtsrheinisch und im Übergangsgebiet zwischen Oberrheinischer Tiefebene, Kraichgau und Nordschwarzwald. Markante Sehenswürdigkeit im Stadtbild ist das Karlsruher Schloss mit Schlosspark und Schlossplatz.

STADION

Nur wenige hundert Meter vom Schlossgarten entfernt liegt das Wildparkstadion, in dem der Karlsruher SC seit 1955 seine Heimspiele bestreitet. Derzeit befindet sich das Stadion in der Umbauphase, sodass die aktuelle Kapazität eingeschränkt ist – wobei dies ja derzeit leider sowieso eine untergeordnete Rolle spielt. Bereits seit Ende 2018 wird die Spielstätte zu einem reinen Fußballstadion umgebaut, der Rohbau der Gegengerade neigt sich laut Vereinsangaben langsam aber sicher dem Ende zu. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2022 geplant, dann soll das neue Wildparkstadion Platz für 34.302 Zuschauer bieten.

TRADITION

Im vergangenen Herbst feierte der traditionsreiche Klub aus Baden, dessen Vereinsfarben genauso schön sind wie die des VfL, sein 125-jähriges Jubiläum. Lange war der KSC fester Bestandteil der Bundesliga, doch in seiner Historie hat der Klub bereits viele Höhen und Tiefen erlebt. Im Jahre 1909 feierte der KSC, damals noch unter dem Namen Karlsruher FC Phönix, seine erste und bis heute einzige Deutsche Meisterschaft. In den 1950er-Jahren konnten die Badener gleich zweimal den DFB-Pokal gewinnen, später sollte mit dem Einzug in das UEFA-Cup-Halbfinale 1994 ein weiterer Meilenstein der Vereinsgeschichte hinzukommen. In der jüngeren Vergangenheit pendelte der KSC zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga hin- und her, in der letzten Saison stieg man als Tabellenzweiter direkt ins Fußball-Unterhaus auf.

TRAINER

Cheftrainer des KSC ist momentan Christian Eichner. Der heute 37-Jährige ist damit als Coach zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: Ausgebildet wurde der Ex-Profi im Nachwuchs der Blau-Weißen, ehe er über die Zweite Mannschaft in den Profikader der Karlsruher rückte. Nach weiteren Stationen bei der TSG Hoffenheim, beim 1. FC Köln und beim MSV Duisburg beendete Eichner 2015 seine aktive Karriere, um ein Jahr später wieder zum KSC zurückzukehren – als Co-Trainer der U17-Junioren. Bei den Profis stieg der in Sinsheim geborene ehemalige Verteidiger zunächst ebenfalls als Co-Trainer ein, seit Februar betreut er den Aufsteiger nun als Chefcoach. Dabei hat er die nötige Lizenz noch gar nicht sicher in der Tasche: Derzeit befindet er sich noch in der Ausbildung zum Fußball-Lehrer, den Lehrgang absolviert Eichner zusammen mit VfL-Co-Trainer Heiko Butscher. Sieben Pflichtspiele hat der KSC unter der Leitung des neuen Trainers nun bestritten, nur zweimal konnten die Badener dabei drei Punkte eintüten.

ZWISCHENBILANZ

Zuletzt gelang dies am vergangenen Wochenende, als man den SV Darmstadt 98 im Heimspiel mit 2:0 besiegen konnte. Bis in die Nachspielzeit musste die Eichner-Elf dabei zittern, doch mit dem Schlusspfiff netzte Marvin Wanitzek nach einem Konter ein und besiegelte so den Dreier. Wichtig aus Karlsruher Sicht, schließlich konnten die meisten der Teams, die sich im Abstiegskampf befinden, am vergangenen Spieltag Punkte sammeln. Nun steht der KSC also mit 27 Zählern auf Tabellenplatz 17, nur die SG Dynamo Dresden hat noch drei Punkte weniger auf dem Konto – und hat bekanntlich eine Partie weniger absolviert. Eine bedrohliche Situation, in der sich der Klub demnach befindet. Was hauptsächlich an der schwächelnden Defensive liegt: 46 Gegentreffer mussten bisher hingenommen werden, gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg ist das der schlechteste Wert der Liga. In der Offensive hingegen läuft es meist gar nicht so schlecht, immerhin hat der KSC in 26 Partien 35 Treffer erzielt. Gefährlichster Stürmer ist Philipp Hofmann, der genau wie VfL-Toptorschütze bereits zwölf Saisontore vorweisen kann.

DUELLE

Das Hinspiel anne Castroper dürfte den Fans beider Vereine wohl noch in bester Erinnerung sein, wenn auch nicht in guter aus VfL-Sicht. Ein turbulentes Duell im Vonovia Ruhrstadion fand im Oktober 2019 keinen Sieger, obwohl die Bochumer bis in die Nachspielzeit führten. Bereits in Halbzeit eins fielen fünf Treffer, der VfL ging trotz zweimaligem Rückstand mit einer 3:2-Führung in die Pause. Doch obwohl die Gäste nach einem fragwürdigen Platzverweis in Unterzahl agieren mussten und einen Elfmeter verschossen, konnte die Reis-Elf die Führung nicht über die Zeit retten. In der 91. Minute war es Karlsruhes Anton Fink, der den späten Ausgleich markierte. Insgesamt kann sich die Bilanz aus VfL-Sicht jedoch sehen lassen: 58 Pflichtspiele haben die beiden Traditionsklubs bereits gegeneinander bestritten, mit 21 Siegen haben die Bochumer dabei die Nase vorn. 14 Mal ging der KSC als Sieger aus dem Duell hervor, 23 Partien endeten ohne Sieger. Kurios: Sechs der letzten sieben Aufeinandertreffen gingen Unentschieden aus, den letzten VfL-Sieg gegen den KSC gab es im Mai 2014. Damals siegten die Bochumer im Zweitliga-Heimspiel mit 1:0.

Durchgang eins gehörte zumindest zum Beginn klar dem Karlsruher SC, dann aber kam der VfL besser ins Spiel. Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Reis-Elf den Druck merklich. Allerdings waren an diesem 27. Spieltag beide Tore wie vernagelt - auch aufgrund der starken Keeper-Leistungen. Ein Punkt im Wildpark, der VfL bleibt zum fünften Mal in Serie unbesiegt und zum dritten Mal am Stück ohne Gegentreffer.

Keine Wechsel in der Startelf! Lief ja auch nicht so verkehrt letzte Woche. Vitaly Janelt ist zwar wieder im Training, ein Einsatz kommt aber noch zu früh. Bapoh, Decarli und Blum fehlen noch verletzt bzw. angeschlagen. Jetzt aber rein in die Partie.

7. Erste Möglichkeit, und eine Riesenparade von Riemann! Gordon kommt nach der Ecke frei zum Kopfball!

8. Und wieder der KSC! Wanitzek kann aus 12 Metern draufhalten - Riemann packt zu!

12. Der KSC macht in dieser Anfangsphase richtig Druck! Wanitzek an den Pfosten!

23. Bleibt dabei, gefährlich ist hier bislang nur der KSC. Erneut taucht Wanitzek vor Riemann auf, der Keeper rettet abermals!

34. Früher Wechsel bei uns. Milos Pantovic kommt für Jordi Osei-Tutu. Thomas Reis setzt neue Impulse.

39. OH NEIN! Jetzt fast unsere Führung! Klasse Aktion von Soares, an den Querbalken! 1:1 nun nach Alu-Treffern.

44. Der VfL wird immer besser. Wieder Ganvoula. Stark behauptet, Gordon fälscht noch zur Ecke ab!

Pause: Glück in den ersten Minuten für uns. Da hätte der KSC eigentlich zwingend in Führung gehen müssen. Mitte des ersten Durchgangs kamen auch dann endlich wir mehr zur Entfaltung. Beste Gelegenheit von Danilo Soares.

46. Was für ein Auftakt, Ganvoula beinahe mit dem 1:0! Uphoff rettet im Eins-gegen-eins!

50. Schon wieder Ganvoula mit einer Topchance! Kopfball vom Stürmer, wieder ist Uphoff zur Stelle!

55. AHHHH, jetzt Zoller aus der Drehung! Schon wieder eine klasse Parade von Uphoff! Wir sind nah dran an der Führung!

59. Puuuh. Das wäre ein Tor des Monats geworden! Pantovic von der Mittellinie über Uphoff hinweg! Leider vorbei!

63. Pantovic gefühlvoll an den Fünfer, Uphoff springt höher als Ganvoula.

76. Karlsruhe hat sich etwas gefangen. Wechsel bei uns. Der verwarnte Losilla geht runter. Basti Maier nun drin.

80. Noch ein Tausch bei uns: Zoller geht angeschlagen vom Feld, Tom Weilandt nun mit dabei.

86. Erste KSC-Chance in der zweiten Halbzeit. Gordon köpft aber gut zwei Meter am Kasten vorbei.

91. Ganvoula noch einmal mit dem Dreifachversuch, immer wieder wirft sich der KSC rein!

Ende: Ganz klare Leistungssteigerung nach der Pause. Wir kommen gleich mit Volldampf aus der Kabine. Vielversprechende Chancen, leider verfügt auch der KSC über einen richtig guten Schlussmann. Am Ende sprechen die Zahlen für uns, die Tore leider nicht. Wir nehmen einen Punkt aus dem Wildpark mit.

 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wenn man beide Halbzeiten sieht, war das ein verrücktes Spiel. Wir sind ganz schlecht in die Partie gekommen. Wenn es nach 30 Minuten 0:2 aus unserer Sicht steht, dann hätten wir uns nicht beschweren dürfen. Wir haben es dann besser in den Griff bekommen. Es war klar, dass der KSC eine starke körperliche Präsenz mitbringt. Gerade bei Standards. Das haben wir zu Beginn schlafmützig verteidigt. Die eigenen Pässe waren unsauber, da war keine Ruhe im Spiel. In der Pause haben wir versucht, ein paar Dinge zu korrigieren. Wir wollten mehr Ballbesitz haben, das konnten wir auch direkt umsetzen. In der Phase nach dem Seitenwechsel hatten wir zwei, drei richtige gute Einschussmöglichkeiten. Es ist gerade schwer zu sagen, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren haben. Wenn man beide Halbzeiten sieht, können wir mit dem Ergebnis aber ganz gut leben.

Christian Eichner (Cheftrainer Karlsruher SC): Die erste Viertelstunde kam der Idealvorstellung von mir schon sehr nahe. Wir waren griffig, haben leidenschaftlich die Bälle erobert. Das war eine Topeinstellung. Die finale Aktion hat nur leider nicht gepasst. Das Quäntchen hat gefehlt. Wir haben ja in der Pause wochenlang Torschusstraining gemacht, vielleicht war das einfach zu viel. Manchmal hat man da keine Begründung. Eine Führung hätte uns gut getan. Glück hatten wir aber auch kurz vor der Halbzeit schon. Nach der Unterbrechung waren die Verhältnisse gedreht, der Gegner durch die Chancen selbstbewusst. Der VfL hat den Ball gut laufen lassen, bei uns waren die Beine schwer. Meine Mannschaft hat sich leidenschaftlichen in die Bälle geworfen, unser Keeper hat uns am Leben gehalten. Wenn man die ganzen 90 Minuten betrachtet, geht das so okay. Wir können ebenfalls mit dem Punkt leben. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir uns in der nächsten Saison hier alle wieder in der 2. Bundesliga sehen.   

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): Wir haben die ersten 25 Minuten verschlafen. Da war kein Tempo drin, der KSC hatte viele Chancen. Es war glücklich für uns, mit einem 0:0 in die Halbzeit zu gehen. Nach der Pause waren wir deutlich besser, leider ist kein Tor für uns gefallen. Diesen Punkt müssen wir mitnehmen. Ich sehe ihn positiv. Am nächsten Mittwoch müssen wir aber schauen, dass wir ab der ersten Minute hellwach sind.