26. Spieltag

VfL Bochum 1848
3: 0
1. FC Heidenheim 18461. FC Heidenheim 1846

Sa,  16.05.202013:00 Uhr2. Bundesliga

Es geht wieder los! An diesem Samstag treffen wir auf den 1. FC Heidenheim. Ein außergewöhnliches Spiel, schließlich findet die Partie anne Castroper ohne Zuschauer statt. Wir wollen euch dennoch unsere üblichen Rubriken zur Verfügung stellen und schauen auf alles Wissenswerte rund um den FCH.

HEIMAT

Heidenheim an der Brenz liegt im Osten Baden-Württembergs an der Grenze zu Bayern. Die moderne Industriestadt ist die größte Stadt des Landkreises Heidenheim. In Heidenheim leben knapp 50.000 Einwohner. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss Hellenstein. Die Gegend ist geprägt von Wasser, Wald und Wachholder. Bekannt ist Heidenheim auch für seine Opernfestspiele im Sommer, die in der Ruine eines alten Rittersaals stattfinden.

STADION

Der 1. FC Heidenheim trägt seine Heimspiele in der Voith-Arena aus. Ursprünglich hieß das Stadion Albstadion, wie es im alltäglichen Sprachgebrauch auch immer noch genannt wird. Die Anlage verfügt gegenwärtig über Platz für 15.000 Zuschauer. Das Stadion liegt auf dem Heidenheimer Schlossberg, unweit von Schloss Hallenstein. Mit einer Höhe von 555 Metern über dem Meeresspiegel ist es das höchstgelegene Stadion im deutschen Profifußball. Eigentümer ist seit dem 4. April 2019 der 1. FC Heideheim. Dafür zahlte der Verein zwei Millionen Euro an die Stadt.

TRADITION

Der 1. FC Heidenheim 1846 hat mehrere Fusionen hinter sich. Die letzte ist datiert vom 1. Januar 2007. Der Klub in seiner heutigen Form ging aus einer Abspaltung aus der Fußballabteilung des Heidenheimer Sportbund 1846 hervor. Seinen ersten Höhepunkt erlebte der Verein noch unter dem Namen VfR 1911 Heidenheim, als das Team in der Saison 1934/35 kurz vor dem Sprung in die erste Liga stand. In der Aufstiegsrunde zur Gauliga Württemberg scheiterte Heidenheim allerdings.

TITELSAMMLUNG

Titel haben die Heidenheimer im deutschen Profifußball bislang keine geholt. Dafür ist der Verein seit über einem Jahrzehnt erfolgreich unterwegs. Zwischen dem Aufstieg in die Oberliga (2004) und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga (2014) lagen genau zehn Jahre. 1965 gewann der Verein den Württembergischen Vereinspokal. Seine größten Erfolge im DFB-Pokal feierte Heidenheim 2016 und 2019. Da erreichte der Verein jeweils das Viertelfinale.

TRAINER

Frank Schmidt ist eine seltene Spezies im deutschen Profifußball. Beim 1. FC Heidenheim ist der Trainer in seiner 13. Saison tätig. Das Traineramt übernahm er nur wenige Wochen nach dem Ende seiner Spielerkarriere beim Heidenheimer Sportbund 2007. Nach dem Aufstieg wurde Aufstiegstrainer Dieter Märkle am 17. September 2007 entlassen, Frank Schmidt übernahm zunächst nur Interimsweise bis zum Winter. Doch unter Schmidt entwickelte sich in Heidenheim eine wahre Erfolgsstory. Am Ende der Saison führte er den Verein in die Regionalliga. In der Saison 2008/09 folgte der Aufstieg in die 3. Liga, von da ging es 2014 in die 2. Bundesliga. Auf die Frage eines Journalisten, wie es Schmidt geschafft hat, solange in Heidenheim Trainer zu bleiben, antwortete der Coach: „Wir haben Erfolg.“

DUELLE

Die Bilanz des VfL gegen den 1. FC Heidenheim ist positiv: Von zwölf direkten Duellen konnte der VfL sechs für sich entscheiden. Vier gingen an Heidenheim. Der Trend spricht ebenfalls für den VfL. Die bis dato letzten zwei Duelle gewannen die Bochumer. Im Hinspiel setzte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Reis dank der Treffer von Simon Zoller, Danny Blum und Silvere Ganvoula mit 3:2 durch. Heidenheim kam durch Robert Leipertz (23.) und Stefan Schimmer (93.) lediglich jeweils zum Anschlusstreffer. Auch das Spiel davor konnte der VfL für sich entscheiden. Den goldenen Treffer erzielte im März 2019 Chung-Yong Lee (78.).

ZWISCHENBILANZ

Der FCH mischt oben mit. 41 Zählern hat die Elf von Trainer Frank Schmidt bislang gesammelt und rangiert damit auf dem vierten Platz - mit nur drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Nur eines der vergangenen sechs Spiele ging verloren: Mit 0:2 musste sich das Team am 24. Spieltag beim SV Darmstadt geschlagen geben. Ansonsten gab zwei Auswärtssiege in Sandhausen und Kiel (beide 1:0) zu feiern sowie zuletzt einen 3:1-Erfolg gegen den Karlsruher SC. Ein 0:0 gegen Dresden und ein 2:2 gegen Nürnberg komplettieren die Bilanz in 2020.

Was für ein starker Neustart in die restliche Zweitliga-Saison für den VfL Bochum 1848! Am Samstagmittag setzte sich das Team von Cheftrainer Thomas Reis anne Castroper mit 3:0 gegen den 1. FC Heidenheim durch und konnte so drei ganz wichtige Punkte einfahren. Dank einer souveränen Leistung und Treffern von Anthony Losilla, Jordi Osei-Tutu und Silvère Ganvoula blieben die Zähler verdientermaßen in Bochum.

Reis musste zum Restart in den Liga-Alltag mit Danny Blum und Saulo Decarli auf zwei wichtige Stützen im Team verzichten. Die beiden wurden durch Osei-Tutu und Vasileios Lampropoulos ersetzt. Außerdem durfte Robert Zulj im zentralen offensiven Mittelfeld von Beginn an ran. So lief die Partie:

5´: Sieht gut aus! Frühes Pressing, Zulj setzt die Heidenheimer Hintermannschaft unter Druck, wird aber zurückgepfiffen.

11´: TOOOOOOR für den VfL! Stark getretener Freistoß von Soares, Toto Losilla kommt im Fünfmeterraum vor FCH-Keeper Müller und zwei Verteidigern an die Kugel und nickt ein. Ganz starker Beginn!

12´: Auch der FCH ist jetzt wach. Schnatterer mit dem Versuch, ist immer gefährlich. Riemann reißt die Fäuste hoch!

16´: Nächster VfL-Vorstoß, Zulj schickt Gamboa auf rechts. Die Flanke landet aber bei einem Gegner.

20´: Bleibt hochspannend hier. Gerade ohne die bekannten Nebengeräusche fühlt es sich an, als könnte jede Sekunde etwas passieren.

23´: Riemann lässt nach einer Heidenheimer Ecke den Ball fallen, aber seine Kollegen bereinigen die Situation.

27´: Eine Flanke von Busch war jetzt nochmal richtig gefährlich. Leipertz kann köpfen, knapp rechts vorbei!

34´: TOOOOOOR für den VfL! Macht Osei-Tutu das gut! Pass in den Sechzehner, Jordi nimmt den Ball mit, legt ihn sich nochmal ganz fein vor, und dann platziert unten rechts rein! Bärenstark!

HALBZEIT: Starke Leistung bislang, wir sind von Beginn an hellwach. So muss das sein. Losilla per Kopf und Osei-Tutu mit einer starken Einzelleistung bringen uns in Führung. Eiskalte Chancenverwertung. Wir gehen mit zwei Toren Vorsprung in den zweiten Abschnitt! Weiter Vollgas, Männer!

46´: Weiter geht´s. Beim VfL gibt es keine personellen Wechsel, der FCH tausch zweimal: Schimmer und Mohr sind neu drin für Kerschbaumer und Leipertz.

52´: Bombige Aktion von Soares, die Flanke kann Zulj beinahe verwerten! Hat nicht viel gefehlt!

56´: Großchance für den FCH! Schnatterer flankt, Kopfball Beermann, der ist ganz blank - aber Riemann hat ihn!

62´: Dicke Chance! Zulj steckt auf Ganvoula durch, aber der Knipser verzieht mit links völlig!

64´: TOOOOOOR für den VfL! Ganvoula! Ist das geil! Ballgewinn, in der Mitte hat Zulj Platz. Und der hat es einfach drauf! Sahnepass auf Silvère, souverän unten rechts rein! Mega!

70´: Nochmal die Gäste: Beermann zieht ab! Riemann mit einer starken Tat!

79´: Wir haben die Kontrolle. Trotzdem dürfen wir hier kein bisschen nachlassen.

82´: Thomas Reis hält die Jungs wach. Plus Nachspielzeit sind es hier locker noch zehn Minuten!

90´: Der eingewechselte Weilandt nochmal mit einem Versuch, über den Kasten! Bringt trotzdem Zeit!

ENDE: HAMMERMEGAGEIL! Sehr abgeklärter Auftritt, der uns gegen den Aufstiegskandidaten aus Heidenheim drei sehr, sehr wichtige und gern gesehene Zähler einbringt! Der Capitano eröffnete, Osei-Tutu und Ganvoula legten nach! 3:0, DREI ZU NULL! Kein Gegentor, tut auch immer gut! Den Neustart hätten wir uns nicht besser vorstellen können!

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Es war für beide Mannschaften eine schwierige Situation. Ich glaube, dass wir heute eine Truppe auf dem Platz gesehen haben, die viel Herz gezeigt hat. Auf dem Trikot stand der Slogan der Bochumer Gemeinschaft, den hat die Mannschaft gut umgesetzt. Wir wollten von Beginn an Vollgas geben, den Gegner beschäftigen und viel Ballbesitz haben. Wenn du gegen Heidenheim hinterher läuft, ist es immer schwierig. Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt herausgespielt. Der Gegner hatte im ersten Durchgang gefühlt nur eine Torchance, das haben wir gut verteidigt. Der FCH musste sich um Umkehrschluss oft nach uns richten und viel Defensivarbeit verrichten. Ich glaube, dass man heute von einem absolut verdienten Sieg sprechen kann und dass wir gut aus den Startlöchern gekommen sind.

Frank Schmidt (Cheftrainer 1. FC Heidenheim): Wir klären den Standard vor dem 1:0 nicht, liegen dadurch schnell zurück. Danach hatten wir eine gute Phase, konnten verlagern und hatten auch Möglichkeiten auf den Ausgleich. Das 2:0 hat aber gezeigt, dass der VfL heute die nötige Konsequenz hatte. Auch danach haben sie gezeigt, wie schon im Hinspiel, dass sie richtig Qualität in ihren Reihen haben. Das konnte man auch beim 3:0 noch einmal sehen. Fußball geht über Aggressivität, über Zweikämpfe, das ist auch jetzt nach der Wiederaufnahme der Fall. Das müssen wir in der nächsten Woche unbedingt wieder besser umsetzen.

Robert Zulj (VfL Bochum 1848): Ich denke, dass beide Teams relativ gleichwertig gestartet sind. Es war schon zunächst ein Herantasten zu sehen, das hängt vielleicht auch mit der neuen Situation zusammen. Wir sind dann aber gut ins Spiel gekommen. Das erste Tor, das zweite hinterher. Die Führung war wichtig für uns. Wir hatten in der Folge mehr Räume, vor allem auch im zweiten Durchgang. Da war das 3:0 folgerichtig, wir hätten vielleicht sogar noch mehr erhöhen können. Heidenheim musste aufmachen. Mir persönlich kam die Pause gelegen. Ich hatte vorher ein paar Probleme mit dem Knie, war nicht zu 100 Prozent fit. Es wird nun besser und besser. Das freut mich, ich konnte heute ohne Schmerzen spielen.

Simon Zoller (VfL Bochum 1848): Es war sehr ungewohnt, vom Hotel mit Mundschutz zum Stadion zu laufen. Man sieht keine Leute drumherum, das Stadion ist leer, die Musik aus. Das war außergewöhnlich. Ich denke aber, dass wir das gut angenommen haben. Im Spiel haben wir unsere guten Phasen ausgenutzt, haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Am Ende konnten wir die Führung gut über die Zeit bringen. Nach so einem Sieg freut man sich jetzt auch darauf, wieder nach Hause fahren und mit der Familie etwas abschalten zu können. Da wird bestimmt heute Abend die ein oder andere Kanüle aufploppen!