25. Spieltag

SV Darmstadt 98
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VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  07.03.202013:00 Uhr2. Bundesliga

Zwei Auswärtssiege konnte der VfL Bochum 1848 zuletzt in Folge feiern. Nach den Erfolgen in Wiesbaden (0:1) und Dresden (1:2) soll am Samstag (13:00 Uhr) der nächste Sieg folgen. Dann ist die Mannschaft von VfL-Cheftrainer Thomas Reis beim SV Darmstadt 98 zu Gast. Dabei kommt es auch zum Wiedersehen mit Dimitrios Grammozis: Der Coach des SVD war vor seiner Zeit bei den Hessen als Nachwuchs- und Co-Trainer in Bochum aktiv.

HEIMAT

Darmstadt liegt im Rhein-Main-Gebiet, etwa 30 Kilometer südlich von Frankfurt. Die kreisfreie Großstadt zählt derzeit rund 160.000 Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen. Bekannt ist Darmstadt nicht nur für den ansässigen Fußballverein, den SVD, sondern auch für eine Reihe von Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Auch deshalb wird Darmstadt gemeinhin als „Wissenschaftsstadt“ betitelt.

STADION

Seine Heimspiele bestreitet der SV Darmstadt 98 im altehrwürdigen Merck-Stadion am Böllenfalltor. Südöstlich der Darmstädter Innenstadt gelegen, bietet das Stadion derzeit Platz für 17.400 Zuschauer. Dabei sind die Modernisierungsmaßnahmen des SVD noch nicht abgeschlossen: Erst kürzlich wurde die neue Gegengerade fertiggestellt, in Zukunft sollen weitere Teile des Stadions modernisiert werden. Der Name „Böllenfalltor“ leitet sich übrigens vom Standort des Stadions ab: „Böllen“ sind Pappeln, die in der Nähe des Stadions stehen. Das „Falltor“ ist ein altes Stadttor in Stadionnähe, das früher bei Bedarf den Weg in die Stadt hinein verriegelte.

TRAINER

Dimitrios Grammozis verbrachte lange Jahre seiner aktiven Profikarriere bei traditionsreichen Klubs wie dem Hamburger SV, dem 1. FC Kaiserslautern oder dem 1. FC Köln, ehe er sich nach Auslandsstationen in Griechenland und Zypern im Sommer 2012 der U23 des VfL Bochum 1848 anschloss. Hier beendete der heute 41-Jährige nicht nur seine aktive Laufbahn, sondern startete auch seine Trainerkarriere. Über fünf Jahre lang war Grammozis für den VfL an der Seitenlinie aktiv, betreute dabei sowohl die U17- und U19-Junioren sowie die U23 und war als Co-Trainer bei den Profis aktiv. Dabei arbeitete er oft eng mit dem heutigen VfL-Cheftrainer Thomas Reis zusammen. Im Februar 2019 folgte der Wechsel zum SV Darmstadt 98, der auf die guten Leistungen des in Wuppertal geborenen Griechen aufmerksam geworden war. 37 Pflichtspiele hat Grammozis nun als Chefcoach der Lilien absolviert, dabei kann er einen Punkteschnitt von 1,57 Zählern vorweisen. Der SVD wollte den zum Saisonende auslaufenden Vertrag kürzlich verlängern, doch aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen in Sachen Vertragslänge lehnte Grammozis ab – er wird den Klub also am Saisonende verlassen. Ein Paukenschlag in Darmstadt, der in einer sportlich starken Phase für Unruhe sorgte. Dennoch gewann der SVD Spiel eins nach Grammozis´ Entscheidung am vergangenen Wochenende mit 2:0, im Heimspiel wurde der 1. FC Heidenheim besiegt.

HISTORIE

Gegründet wurde der Verein im Mai 1898, damals unter dem Namen FK Olympia 1898 Darmstadt. Seitdem hat der hessische Klub eine bewegte Historie hinter sich: Besonders mit Blick auf die letzten drei Jahrzehnte gleicht die Ligazugehörigkeit der Darmstädter einer Achterbahnfahrt. Nach einem Bundesliga-Abstieg in der Saison 1981/82 ging es für den Verein stetig bergab, von der 2. Bundesliga über die Regionalliga bis hin zur Oberliga Hessen war alles dabei. Erst in der Saison 2010/11 schafften die Lilien den Sprung in die 3. Liga, in der man drei Jahre lang spielte und dann im Sommer 2014 unter Trainer Dirk Schuster den Aufstieg in Liga zwei packte. Dort gelang dem Team um Schuster der direkte Durchmarsch in die deutsche Beletage des Fußballs. 2015/16 sicherte man sich sogar den Klassenerhalt, erst ein Jahr später folgte mit einer Ausbeute von nur 25 Punkten der Abstieg. Nun spielt der SVD also die dritte Zweitliga-Saison in Folge. Die größten Erfolge der Hessen sind die beiden Meisterschaften in der 2. Bundesliga in den Spielzeiten 1977/78 und 1980/81.

TAKTIK

Dimitrios Grammozis setzt bei den Lilien meist auf sein favorisiertes 4-2-3-1, eine klassische Aufstellung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern, Flügelzangen sowie einem Stürmer in der Mitte. Die vorderste Position bekleidet dabei meist Serdar Dursun. Der 28-jährige Vollblutstürmer ist in dieser Saison der Top-Scorer der Lilien, hat in 24 Partien elf Tore und vier Vorlagen geliefert. Er ist der Zielspieler, der immer wieder von den Mitspielern gesucht wird. Oft ist das über Hereingaben der Außenstürmer der Fall, die beiden Flügelpositionen wurden zuletzt regelmäßig von Tobias Kempe und Mathias Honsak bekleidet. Wichtig in diesem Zusammenhang: Darmstadts Flankengenauigkeit von 27% übertreffen nur Stuttgart (30%) und Sandhausen (33%).

SAISONBILANZ

Die Lilien sind die Remis-Könige der Liga, bereits elf Unentschieden hat das Team von Dimitrios Grammozis in dieser Saison eingefahren. Hinzu kommen acht Siege und nur fünf Niederlagen – macht insgesamt 35 Punkte. Damit konnte der SVD bis jetzt den Anschluss an die Aufstiegsränge halten, der HSV auf Rang drei ist nur sechs Punkte entfernt. Zuletzt zeigten sich die Hessen in richtig starker Form, im Fußballjahr 2020 verlor man noch kein Spiel. Zwar startete der SVD nach der Winterpause mit zwei Remis (1:1 in Kiel und 2:2 gegen Osnabrück), seitdem wurden aber die letzten vier Spiele gegen Dresden, Sandhausen, Nürnberg und Heidenheim gewonnen.

LETZTES DUELL

Im Hinspiel anne Castroper trennten sich der VfL und der SV Darmstadt mit einem 2:2-Remis. Fast schon typisch aus Bochumer Sicht: Der Treffer zum Ausgleich der Gäste fiel dabei erst spät. Silvère Ganvoula traf in Durchgang eins gleich zweimal für die Reis-Elf (10./25.), zwischenzeitlich hatte Immanuel Höhn aber schon für den Ausgleich gesorgt (13.). Der eingewechselte Marcel Heller schoss nach einer Hereingabe in Minute 85 erst den gut aufgelegten Manuel Riemann an, den Abpraller brachte der Darmstädter dann aber per Kopf aus kurzer Distanz im Tor unter. Nach einer starken Bochumer ersten Halbzeit ging Durchgang zwei klar an die Gäste, sodass es am Ende eine gerechte Punkteteilung war.

Ausgeglichenes Duell am Böllenfalltor! Der VfL Bochum 1848 trat an diesem Samstag beim formstarken SV Darmstadt 98 an. Beide Teams agierten dabei auf Augenhöhe. Die beste Gelegenheit vor der Pause bot sich Danny Blum, die Kugel rauschte knapp am Kasten vorbei. Viele Chancen boten sich den Akteuren nicht, folgerichtig teilten sich die Kontrahenten letztlich die Punkte ein gerechtes Ergebnis.

Im Vergleich zum zurückliegenden Heimspiel gegen den SV Sandhausen (4:4) änderte VfL-Cheftrainer Thomas Reis die Startelf auf einer Position. Saulo Decarli musste krankheitsbedingt passen, für ihn rückte Winterneuzugang Vasileios Lampropoulos in die Anfangsformation. Für den Griechen war es das Debüt im blau-weißen Dress. Darüber hinaus kehrte Simon Zoller in den Kader zurück. 

1.: Kempe startet auf der Außenbahn durch, doch Gamboa ist hellwach und unterbindet den Darmstädter Angriff direkt per Grätsche. 

4.: Da wird es zum ersten Mal brenzlich im VfL-Strafraum: Honsak zieht ab, doch Soares blockt den Ball zur Ecke.

4.: Im Gegenzug eine Großchance für den VfL! Blum läuft frei auf das SVD-Tor zu, doch setzt den Ball dann rechts neben den Kasten. 

8.: Stark probiert es aus der Distanz, doch der Ball landet genau in den Armen von Riemann – keine Gefahr für den VfL. 

13.: Osei-Tutu bring das Leder von der rechten Seite in den Strafraum. Dort startet Janelt durch, doch SVD-Keeper Schuhen ist vor ihm am Ball. 

20.: Der VfL hat viel Ballbesitz, versucht sich seine Chancen geduldig zu erarbeiten. Richtig gefährlich wurde es bislang noch nicht, doch die Ansätze sind vielversprechend.

efensiv lassen die Blau-Weißen bislang kaum etwas zu, unterbinden die Darmstädter Konterversuche direkt. 

25.: Gamboa und Osei-Tutu kombinieren sich schön durchs Mittelfeld, doch der entscheidende Pass auf Ganvoula bleibt hängen.

33.: Riemann schlägt den Ball direkt vor die Füße von Kempe. Doch Tesche ist zur Stelle und entschärft die Situation sofort.

34.: Chance für die Hausherren: Dursun setzt den Ball aus der Luft jedoch über die Latte. 

40.: Gelb für Lampropoulos. Der Grieche holt Bader von den Füßen. Freistoß für den SVD. Kempe bringt den Ball in den Strafraum, doch Ganvoula klärt per Kopf. 

42.: Endlich ist der VfL wieder im gegnerischen Strafraum. Die Blum-Flanke wird allerdings von den „Lilien“ geklärt.

43.: Jetzt auch die erste Verwarnung auf der anderen Seite: Holland stoppt Osei-Tutu auf der rechten Außenbahn.

44.: Jetzt wird es nochmal richtig wild zum Ende der ersten Halbzeit: Erst fällt Janelt im gegnerischen Sechzehner, doch der Unparteiische entscheidet sich gegen den Strafstoß. Im Gegenzug startet Darmstadt einen flotten Konter, den Holland vollenden will – der Kapitän trifft aber nur das Außennetz. 

Pause: Besonders in der Schlussphase ging es noch einmal heiß her. Ansonsten geht das Unentschieden bislang in Ordnung. Beide Mannschaften verteidigen konzentriert, an Abschlüssen mangelt es auf beiden Seiten bislang noch. 

46.: Ohne Wechsel geht es weiter mit dem zweiten Durchgang.

52.: Die erste Möglichkeit in Halbzeit zwei gehört den Gastgebern: Kempe flankt, doch Riemann steht parat und fängt den Ball ab. 

56.: Erster Wechsel beim VfL: Zoller kommt für Blum. 

61.: Nun auch der erste Wechsel bei den „Lilien“: Platte ersetzt Honsak.

63.: Da wird es gleich mehrfach brandgefährlich für die Reis-Elf! Es gibt zwei Ecken hintereinander für die Darmstädter. Einmal rettet der VfL auf der Linie, beim zweiten Mal verhindert Riemann mit einer Riesentat das Gegentor.  

64.: Janelt sieht für ein Handspiel Gelb.

68.: Die Chancen für den SVD häufen sich, schon die achte Ecke für die Grammozis-Elf. 

70.: Jetzt mal eine Ecke für den VfL: Janelt bringt die Kugel genau auf den Kopf von Ganvoula – knapp drüber. 

74.: Zweiter Wechsel bei Darmstadt: Stark raus, Paik rein. 

75.: Soares flankt auf Zoller, der am ersten Pfosten lauert, doch leider vorbei köpft. 

83.: Grammozis wechselt zum letzten Mal. Heller kommt für Mehlem in die Partie. 

88.: Osei-Tutu mit dem Abschluss, doch links am Tor vorbei. Der VfL ist hier in den letzten Minuten am Drücker! 

90.: Vier Minuten Nachspielzeit gibt es hier oben drauf.

Ende: Der VfL nimmt einen Zähler aus Darmstadt mit und beendet die Siegesserie der „Lilien“. Die größte Chance für die Bochumer hatte Danny Blum in der Anfangsphase. 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Ich finde es heute ein wenig schwierig, ein Statement zu formulieren. Von einem fußballerischen Schmakerl waren wir ein Stück entfernt. Ich kann meiner Mannschaft nur Respekt zollen, weil wir vergangene Woche so einen Nackenschlag bekommen haben. Wir wollten heute aggressiv zu Werke gehen, weil wir wussten, dass Darmstadt eine tolle Runde spielt und „Dimi“ hier tolle Arbeit leistet. Die Mannschaft ist sehr ballsicher geworden und hat ein gutes Positionsspiel. Das wollten wir unterbinden und es ist uns gut gelungen. Wir haben in Danny Blum die Chance, in Führung zu gehen. Das Tor ist uns aber nicht gelungen. Dann hatte Darmstadt Gelegenheiten, zu denen wir sie quasi eingeladen haben. In der zweiten Halbzeit sind wir nach gefühlt sechs, sieben Standards ein wenig ins Schwitzen gekommen. Wir konnten die Chancen gut verhindern, haben dann selbst Möglichkeiten kreiert, aber dabei falsche Entscheidungen getroffen. Man hatte immer die Hoffnung, mit einem Quäntchen Glück noch die drei Punkte zu holen. Doch der Punkt hier ist absolut verdient für uns. Wir sind jetzt seit drei Auswärtsspielen in Folge ungeschlagen und haben drei Spiele in Serie gepunktet – das nehmen wir mit uns wollen jetzt gegen Heidenheim bestmöglich punkten. 

Dimitrios Grammozis (Cheftrainer SV Darmstadt 98): Ich finde, dass wir heute ein sehr schweres Spiel von unserer Seite aus gesehen haben. Bochum ist ein unangenehmer Gegner, weil sie aggressiv agieren und gute Offensivspieler haben. Deshalb bin ich mit dem Punkt heute zufrieden. Wir haben wenig Chancen zugelassen, abgesehen von der Chance durch Danny Blum zu Beginn. In der Offensive hat uns heute ein wenig die Leichtigkeit gefehlt, die uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat. Es sah heute nicht so flüssig aus. Doch wir dürfen nicht vermessen sein. Wir sind jetzt immer noch seit zehn Spielen ungeschlagen und zu Hause eine Heimmacht geworden. 

Simon Zoller: Wenn wir hier zwei, drei Bälle vorne besser reinspielen, vielleicht den besseren Mann sehen, dann wäre heute sogar mehr als ein Punkt möglich gewesen. Ich sehe das Spiel deswegen heute ein wenig zwiegespalten, doch ein Punkt ist in Ordnung. 

Anthony Losilla: Heute haben wir gezeigt, dass wir hinten stabil sein können. Defensiv haben wir es heute richtig gut gemacht, haben gut zusammengearbeitet und kaum etwas zugelassen. In unserer Situation ist jeder Punkt wichtig. Wenn wir unseren Job gut machen und so stabil wie heute stehen, dann mache ich mir keine Sorgen, dass wir unsere Zähler holen werden. 

Manuel Riemann: Wir hätten direkt zu Beginn durch Danny in Führung gehen müssen – das weiß er auch selbst. Insgesamt hatten wir das Spiel über 90 Minuten im Griff. Es gab eine kurze Phase in der zweiten Halbzeit, da hatte Darmstadt ein paar Ecken, die wir ein Stück weit hergeschenkt haben. Wir haben alles gut wegverteidigt. In meinen Augen hatte Darmstadt heute keine Großchance, wir haben nichts zugelassen, haben uns aber einige gute Möglichkeiten erarbeitet. Von daher wäre hier heute auch mehr möglich gewesen.