24. Spieltag

VfL Bochum 1848
4: 4
SV SandhausenSV Sandhausen

So,  01.03.202013:30 Uhr2. Bundesliga

Für den VfL Bochum 1848 steht am Sonntag (13:30 Uhr) das nächste Heimspiel im Vonovia Ruhrstadion an. Der SV Sandhausen ist zu Gast - wir blicken auf den kommenden Gegner!

HEIMAT

Sandhausen ist eine kleine Gemeinde im nordwestlichen Baden-Württemberg, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Gemeinde hat knapp 15.000 Einwohner und ist damit die kleinste in der 2. Bundesliga. Bekannt ist Sandhausen vor allem für seinen Fußballverein und die Sandlandschaft der Sandhäuser Dünen. Die ist ganze 37 Hektar groß – das Gebiet umfasst damit 51 Fußballfelder – und besteht aus zwei Naturschutzgebieten. Einst erstreckte sich das Gebiet der Sandhäuser Dünen von Karlsruhe bis Mainz.

STADION

Das BWT-Stadion am Hardtwald bietet 15.414 Zuschauern Platz und wurde im Jahr 1951 eröffnet – passend zu Sandhausen mit einem Sandplatz. Erst zehn Jahre später spielte der SVS seine Heimspiele auf sattem Grün. Geschichte geschrieben wurde im sogenannten Hardtwaldstadion am 27. August 1995. Der SV Sandhausen schlug als Drittligist den Bundesligisten VfB Stuttgart in der ersten Runde des DFB-Pokals im längsten Elfmeterschießen der Geschichte des Wettbewerbs mit 13:12.

TRADITION

Der Fußballverein SV Sandhausen hat knapp über 900 Mitglieder. Seit der Saison 2012/13 spielt der Klub ununterbrochen in der 2. Bundesliga. Der SVS spielte lange Jahre nur im Amateurfußball, machte aber immer wieder durch Auftritte im DFB-Pokal und mit zwei Amateurmeisterschaften auf sich aufmerksam. Ab Mitte der 90er Jahre etablierte sich der Verein in der Regionalliga, damals noch die dritte Spielklasse. Zum Profifußball gehört der Verein seit der Saison 2008/09, als der SVS in der neu gegründeten 3. Liga den achten Platz belegte.

TITELSAMMLUNG

Neben dem Aufstieg in die 2. Bundesliga 2012 feierte der SV Sandhausen seine größten Erfolge als Amateurverein. 1978 und 1993 gewann der SVS jeweils die Deutsche Amateurmeisterschaft. Weitere Erfolge feierten die Sandhausener im DFB-Pokal: In der Saison 1985/86 scheiterten sie erst im Viertelfinale an Borussia Dortmund. Im Jahr 1995 besiegte man in der 1. Hauptrunde noch überraschend den VfB Stuttgart im Elfmeterschießen, in der zweiten Hauptrunde gegen den FC 08 Homburg war dann aber Schluss. Mit insgesamt 28 Jahren Ligazugehörigkeit zur Oberliga Baden-Württemberg führt Sandhausen deutlich die „Ewige Tabelle“ dieser Liga an.

DER TRAINER

SVS-Trainer Uwe Koschinat ist seit Oktober 2018 im Amt in Sandhausen. In seiner ersten Saison bewahrte er den Verein vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit. Zuvor trainierte der 48-Jährige erfolgreich den SC Fortuna Köln, mit dem er in die 3. Liga aufstieg und mehrere Jahre erfolgreich die Klasse halten konnte. Auch in der bisherigen Saison konnte Koschinat die Verantwortlichen des SVS überzeugen. Der Lohn: Kurz vor Weihnachten verlängerte der Verein den Vertrag mit Koschinat bis 2022. Das Ziel für die kommende Saison definierte er wie folgt: „Ein einstelliger Tabellenplatz in der Abschlusstabelle wäre eine Steigerung.“

DUELLE

Die Bilanz des VfL gegen den SV Sandhausen macht Mut. Aus 15 Duellen ging der VfL sechsmal als Sieger hervor, sechs weitere Male teilten sich beide die Punkte. Dem gegenüber stehen lediglich drei Niederlagen. Das bis dato letzte Duell endete 1:1, der ärgerliche Ausgleich fiel erst in der 88. Minute. Das letzte Mal gegen Sandhausen gewonnen hat der VfL im Heimspiel der vergangenen Saison 2018/19. Am dritten Spieltag gewannen die Bochumer durch einen Treffer von Robert Tesche in der 54. Minute mit 1:0.

ZWISCHENBILANZ

Das Jahr 2020 begann für den SVS mit einem 3:1-Sieg beim VfL Osnabrück. Es war das neunte Spiel in Serie ohne Niederlage für die Mannschaft von Trainer Koschinat. Doch diese endete schon am darauffolgenden Spieltag, seitdem sind die Kurpfälzer punktlos geblieben. Ein 0:2 in Nürnberg, jeweils eine 0:1-Niederlage gegen Heidenheim und in Darmstadt sowie zuletzt ein 0:2 gegen den Karlsruher SC ließen das Team in der Tabelle von Rang acht auf Platz elf abrutschen. 

Spektakuläres, aber leider extrem bitteres Ende eines Torfestivals. Der VfL Bochum 1848 hat sich mit 4:4 vom SV Sandhausen getrennt. Durch zwei schnelle Treffer von Danny Blum gingen die Blau-Weißen rasch in Führung, die Gäste konten erstmals kontern. Erneut Blum und Osei-Tutu schossen eine nächste beruhigende Führung heraus. Zwei Handelfmeter in der Schlussphase machten aus drei VfL-Punkten aber letztlich nur noch einen. 

VfL-Cheftrainer Thomas Reis schraubte dafür an zwei Stellen in der Startelf: Torjäger Ganvoula rückte für Wintzheimer zurück auf seine angestammte Position im Sturmzentrum, zudem ersetzte Osei-Tutu den erkrankten Zoller. Sandhausens Coach Uwe Koschinat musste mit seinem Team einen Februar zum Vergessen erleben und tauschte nach der 0:2-Niederlage gegen den KSC gleich fünffach: Nauber, Bouhaddouz, Taffertshofer, Paurevic und Scheu ersetzen Kister, Engels, Frey, Gislason und Linsmayer.

6.  TOOOR für den VfL - 1:0! Das geht ja gut los hier: Losilla steckt nach toller Balleroberung für Soares durch, dem Nauber dann in die Hacken rennt. Pfeifer bleibt keine Wahl, der Referee zeigt auf den Punkt. Blum verlädt Fraisl und schiebt eiskalt ein! So kann’s weitergehen!

9.  TOOOR für den VfL – 2:0! Und genau so geht’s hier weiter. Ganvoula und Osei-Tutu spielen sich auf rechts frei, die Flanke des Engländers verlängert erneut Blum äußerst sehenswert mit der Hacke über Fraisl hinweg in die Maschen! Starker Spielzug, starker Schachzug von Reis! GEIL!

13. TOR für Sandhausen – 2:1. Jeder Schuss ein Treffer, diesmal leider für den Gast. Leitsch und Decarli legen im Duett unfreiwillig für Biada auf, der voll durchzieht und Riemann keine Abwehrchance lässt.

21. Doppelchance für den VfL. Erst zieht Ganvoula ab, Fraisl wehrt zur Seite ab. Bei der nachfolgenden Flanke von Soares kommt Losilla zum Kopfball, kann das Leder aber nicht richtig drücken.

27. Das muss das dritte Tor für Blau-Weiß sein. Blum setzt Ganvoula wunderbar ein, frei vor Fraisl entscheidet der sich aber für die Brechstange und knüppelt den Ball drüber.

29. Auch auf der Gegenseite wird es brenzlig. Riemann sieht bei einem langen Ball nicht sonderlich gut aus. Bouhaddouz bietet sich dadurch eine Top-Gelegenheit, die Leitsch per Kopf für seinen Schnapper bereinigt.

30. Und es geht wieder in die andere Richtung. Osei-Tutus Flanke kommt auf Kniehöhe Richtung Ganvoula. Sein Flugkopfball war schwer zu nehmen und geht am langen Eck vorbei.

36. Chance für den VfL: „Toto“ bringt den Ball in den Strafraum, doch Janelt bekommt die Kugel nicht mit Wucht aufs Tor.

38. Tesche spielt rustikal den Ball und bekommt dafür von Pfeifer den ersten Gelben Karton der Partie. Naja.

44. Auch Leitsch kriegt Gelb, die geht nach einem taktischen Foul an Biada allerdings voll in Ordnung. Gefährliche Freistoßposition inklusive.

45. TOR für Sandhausen – 2:2. Biada tritt an und wuchtet den Ball aus zentraler Position unter der Mauer hindurch in die Maschen. So ein Mist!

Pause: Ärgerlich und vermeidbar. Nach Traumstart hat der VfL den am Boden liegenden Gegner wieder stark gemacht und zum raschen Anschluss eingeladen. Chancen, den alten Abstand wiederherzustellen, wurden versiebt – Biada bestrafte das kurz vor dem Seitenwechsel per Freistoß.

48.  TOOOR für den VfL – 3:2! JAAA! Wieder frühes Tor, wieder Blum. Überragendes Gegenpressing von Janelt, der nach Doppelpass mit Osei-Tutu in den Strafraum zieht und dann überlegt in die Mitte legt. Da steht Blum und verwertet souverän! DREIERPACKER!

54. Und weiter der VfL, der das 4:2 nur um Haaresbreite verpasst. Soares mit der Hereingabe, die Janelt über den Fuß flutscht und dann von Zhirov an den Pfosten prallt. Unterhaltung ist hier auf jeden Fall geboten.

58. Nauber stoppt Osei-Tutu unsanft kurz vor dem Sechzehner. Gelb als Konsequenz und eine hervorragende Position für Blum… drüber.

62. Sandhausen hat sich noch nicht aufgegeben, fehlt ja auch nur ein Tor. Bouhaddouz steigt im Gemenge zum Kopfball hoch, kriegt die Kugel aber nicht gedrückt.

65. Koschinat sieht Handlungsbedarf. Türpitz für Scheu!

67. Kurzzeitig tauchen Banner in der Ost auf – nach einer Durchsage sind diese aber rasch wieder eingepackt.

68.  TOOOR für den VfL – 4:2! Diese Nominierung hat sich voll ausgezahlt. Osei-Tutu, Vorbereiter des 2:0, marschiert durchs Mittelfeld und zieht leicht nach innen. Seinem platzierten Flachschuss kann Fraisl nichts entgegensetzen, rechts unten schlägt es ein. Ü-BER-RA-GEND! Und jetzt wach bleiben!

73. Eher zufällig bietet sich den Gästen die dicke Anschlusschance. Doch im Verbund und mit einer guten Tat von Riemann kriegt der VfL die Situation bereinigt.

74. Paqarada kann den pfeilschnellen Osei-Tutu nur mit einem leichten Check aufhalten und sieht eine Verwarnung dafür.

77. Sandhausen wird angeknockt, bemüht sich aber. Doch Bouhaddouz und Behrens behindern sich beim Kopfball gegenseitig. Koschinat wechselt zudem nochmal offensiv. Engels kommt für Taffertshofer.

79. Währenddessen ist der VfL dem fünften Treffer näher. Ganvoula hämmert drauf, einen halben Meter zischt der Ball über die Latte.

80. Feierabend für den Spieler des Spiels. Blum darf mit dem Arbeitsnachweis von drei Buden eher Schluss machen, Pantovic nimmt seinen Platz auf links ein!

85. TOR für Sandhausen – 4:3. Och nö. Nach einem Eckball springt Pantovic die Kugel unglücklich an den Arm. Pfeifer gibt Elfmeter, den Behrens unter die Latte jagt. Zittern ist angesagt.

86. Zweiter Wechsel von Reis. Ganvoula hat viel geackert und geht für Zulj runter.

90. Zulj setzt Fraisl unter Druck und stibitzt ihm den Ball. Beim Klärungsversuch tritt der SVS-Keeper den Österreicher um und kassiert Gelb. Bringt Zeit.

90.+2 Letzter Wechsel! Der kopfballstarke Lorenz übernimmt für Osei-Tutu!

90.+3 TOR für Sandhausen – 4:4. Die Definition von bitter. Der VfL schenkt einen der zahlreichen Freistöße her, Tesche köpft den langen Ball an Losillas Hand und ertönt Pfeifers Pfeife. Türpitz tritt an und verlädt Riemann. Unfassbar.

Schluss: Ohne Worte, der SV Sandhausen darf sich hier über ein Gastgeschenk in Form eines Punktes freuen. Bitterer geht es kaum.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Es ist schwierig, dieses Spiel einzuordnen. Es ist natürlich eine gewaltige Enttäuschung und eine gefühlte Niederlage. Wir kamen gut ins Spiel rein, doch trotzdem hatte man nicht das Gefühl, dass wir eine hundertprozentige Sicherheit haben. Wir haben viele unnötige Fouls begangen und zu viele Standards zugelassen. In der zweiten Halbzeit sind wir wieder mit zwei Toren in Front gegangen. Die beiden Gegentore sind dann Handelfmeter – der zweite war Slapstick. Es tut wahnsinnig weh heute, doch wir dürfen uns davon nicht unterkriegen lassen. Nächste Woche müssen wir weiter versuchen zu punkten.

Uwe Koschinat (Cheftrainer SV Sandhausen): Es fällt mir extrem schwer, dieses Spiel in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Fakt ist, dass wir in der Anfangsphase – bedingt durch brutale, persönliche Fehler – vom VfL nahezu überrollt wurden. Positiv war, dass wir an unserer Marschroute festgehalten haben, das Spiel offensiv und aggressiv anzugehen. Vermehrt kamen wir dann zu eigenen Möglichkeiten. Der schnelle Anschlusstreffer war mit Sicherheit entscheidend. Er hat uns ins Spiel zurückgebracht. Das 2:2 haben wir in der Pause so gecoacht, dass wir den Punkt gerne mitnehmen wollen. Dann ist das passiert, was man sich natürlich nicht wünscht – wir geraten in Rückstand und dann gleich mit einem Doppelschlag. Die Mannschaft hat sich aber nicht aufgegeben. Am Ende haben wir etwas glücklich einen Punkt der Moral geholt.

Manuel Riemann (VfL Bochum 1848): Wir müssen uns die erste Halbzeit vorwerfen – da hätten wir unsere Chancen noch konsequenter nutzen müssen. Die Führung hätte deutlicher sein müssen. Zur Halbzeit stand es dann 2:2, das darf uns nicht passieren. Wir hätten in der ersten Halbzeit alles klar machen können, denn dann müssten wir am Ende gar nicht mehr über die beiden Handelfmeter sprechen. Wir müssen das Spiel jetzt genau analysieren und es in den nächsten Spielen besser machen.

Jordi Osei-Tutu (VfL Bochum 1848): Wir sind natürlich ziemlich enttäuscht, hier nicht mit drei Punkten als Sieger vom Platz zu gehen. Wir haben sehr gut angefangen und gespielt, aber auch ein paar Fehler zu viel gemacht. Schon nach dem 2:0 hätten wir sie nicht zurückkommen lassen dürfen. Aber wir müssen jetzt trotz aller Enttäuschung nach vorne schauen.

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): Ich kann nicht in Worte fassen, was gerade passiert ist. Ich habe den Ball nicht gesehen und es gab Elfmeter, für den Schiedsrichter war es klar. Wir schaffen es nicht, über 90 Minuten konstant zu sein. Wir hatten alles im Griff und müssen dann doch zittern. Das muss besser werden. Wir haben zu viele Standards zugelassen, die haben am Ende den Ausschlag gegeben. Überhaupt kriegen wir zu viele Gegentore in der Schlussphase, das kann kein Zufall mehr sein. Vier Tore müssen eigentlich reichen und wir hätten sogar noch mehr machen können.