21. Spieltag

SV Wehen Wiesbaden
0: 1
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  09.02.202013:30 Uhr2. Bundesliga

Klassisches Sechs-Punkte-Spiel: Wenn der VfL Bochum 1848 am Sonntag (13:30 Uhr) im Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden antritt, dann geht es um ganz wichtige Zähler im Abstiegskampf. Wir werfen einen Blick auf den kommenden Gegner.

HEIMAT

Am Sonntag sind die Blau-Weißen in der hessischen Landeshauptstadt zu Gast. Nach Einwohnern gemessen ist Wiesbaden allerdings nicht die größte Stadt Hessens, mit etwa 278.000 Bewohnern liegt die Landeshauptstadt im Ranking auf Platz zwei. Bekannt ist Wiesbaden unter anderem für seine zahlreichen Thermal- und Mineralquellen, was die Stadt zu einem der ältesten Kurbäder Europas macht.

STADION

Austragungsort der Heimspiele des SVWW ist die BRITA-Arena, die südöstlich der Wiesbadener Innenstadt liegt und normalerweise Platz für 12.566 Zuschauer bietet. Die Westkurve des reinen Fußballstadions befindet sich allerdings seit fast einem Jahr im Umbau, sodass die Kapazität derzeit noch eingeschränkt ist. Im März 2019 wurde mit dem Rückbau der Gegengerade begonnen, derzeit wird eine neue und moderne Tribüne an gleicher Stelle gebaut. Diese soll dann nicht nur auf den Plätzen für mehr Komfort für die Fans sorgen, auch neue Räumlichkeiten für die Fanbetreuung, Feuerwehr und Polizei sowie ein neuer Fanshop sind geplant. Durch die recht zentrale Lage in der hessischen Landeshauptstadt ist die BRITA-Arena zu Fuß, mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos und bequem zu erreichen.

TRAINER

Am 13. Februar 2020 wird SVWW-Coach Rüdiger Rehm bereits sein dreijähriges Dienstjubiläum beim hessischen Klub feiern. In der Rückrunde der Saison 2016/17 übernahm der 41-jährige Fußballlehrer die Geschicke der Wiesbadener in der 3. Liga, im vergangenen Sommer packte der gebürtige Heilbronner dann den Aufstieg in Liga zwei. Nach Stationen bei der SG Sonnenhof Großaspach und Arminia Bielefeld ist Wehen Wiesbaden sein dritter Klub, für den er als Cheftrainer aktiv ist. Mittlerweile stand er in 128 Pflichtspielen für den SVWW an der Seitenlinie, wobei seine Gesamtbilanz mit 68 Siegen und 19 Remis gegenüber 41 Niederlagen positiv ausfällt.

AUFSTEIGER

70 Punkte, 22 Siege aus 38 Spielen, mit 71 Treffern die beste Offensive der Liga – die Bilanz des SV Wehen Wiesbaden zum Ende der vergangenen Drittliga-Saison konnte sich sehen lassen. Dennoch musste der Klub aus der hessischen Landeshauptstadt für den Aufstieg ins deutsche Fußball-Unterhaus noch einen Umweg über die Relegation gehen, schließlich war die Punktausbeute des VfL Osnabrück und des Karlsruher SC noch besser gewesen. In den beiden Entscheidungsspielen ging es dann gegen den FC Ingolstadt, der als haushoher Favorit gehandelt wurde. Nach dem Relegatios-Hinspiel schien auch alles auf einen Verbleib des SVWW in der 3. Liga hinzudeuten, verlor man doch zuhause mit 1:2 gegen den FCI und verschaffte sich so nicht die beste Ausgangslage für das Rückspiel in Ingolstadt. Doch durch eine engagierte Leistung gewann die Mannschaft von Rüdiger Rehm dann mit 3:2 und sicherte sich den Aufstieg – was für eine Überraschung!

BILANZ

Am Sonntag kommt es in der BRITA-Arena zum Duell zweier Tabellennachbarn: Während der VfL vor dem 21. Spieltag mit 20 Punkten auf Rang 16 liegt, hat der SVWW einen Zähler mehr auf dem Konto und steht direkt vor den Blau-Weißen auf Platz 15. Fünf Siege, sechs Unentschieden und neun Niederlagen wurden bisher erspielt, das Torverhältnis ist mit 24 geschossenen und 37 kassierten Toren (-13) deutlich schlechter als das des VfL (-6). Gerade der Saisonstart ging in Wiesbaden in die Hose, aus den ersten sieben Spielen nach dem Aufstieg holte die Rehm-Elf nur einen Punkt – ausgerechnet in Bochum. Inzwischen hat sich das Team aber in der neuen Liga akklimatisiert, aus den letzten drei Zweitliga-Partien holte Wiesbaden starke sieben Punkte. Auffällig außerdem: In der Statistik liegt der SVWW in Sachen Heimstärke auf dem letzten Rang, nur neun Punkte konnte man im heimischen Stadion sammeln. Hoffentlich ein gutes Omen aus Bochumer Sicht.

HINSPIEL

Es wurde bereits erwähnt: Den ersten Punktgewinn der Saison feierte der SV Wehen Wiesbaden am vierten Spieltag ausgerechnet im Vonovia Ruhrstadion – und wie! Nach drei sieglosen Partien zum Saisonstart legten die Gäste anne Castroper in Durchgang eins los wie die Feuerwehr, begünstigt aber durch eine extrem verunsicherte Bochumer Mannschaft. Nach 45 Minuten führten die Hessen mit 3:0, alles deutete für den VfL auf eine bittere Niederlage hin. Doch in Halbzeit zwei kämpfte sich der VfL zurück und konnte durch Treffer von Bapoh, Osei-Tutu und Ganvoula noch zu einem 3:3-Remis kommen. Dennoch führte die Partie dazu, dass Robin Dutt seinen Posten als Cheftrainer des VfL im Anschluss räumen musste.

Was für ein wichtiger Sieg an diesem windigen Sonntag! Der VfL Bochum 1848 hat das allererste Gastspiel überhaupt beim SV Wehen Wiesbaden mit 1:0 für sich entschieden. Simon Zoller gelang im ersten Durchgang der goldene Treffer. Die Blau-Weißen überstanden die Druckphase der Hausherren und konnten gemeinsam mit über 1.000 mitgereisten Fans den Premierenerfolg 2020 feiern!

Hochinteressantes Duell in der hessischen Landeshauptstadt. Der SV Wehen auf Rang 15, der VfL auf Platz 16. Thomas Reis ging die Partie mit zwei Änderungen an. Manuel Riemann kehrte nach abgesessener Sperre in den Kasten zurück, Robert Zulj feierte sein Startelfdebüt für die Blau-Weißen. Vor über 1.000 mitgereisten VfL-Fans entwickelte sich ein enges Spiel.

1. Los geht’s in Wiesbaden. Die Kugel rollt.

3. Sofort die Riesenchance zur Führung! Ganvoula verzieht blank vor dem Kasten der Gastgeber!

4. Kontern kann der SVWW! Ballverlust Losilla, Dittgen zieht aus spitzem Winkel ab. Aber Riemann ist zur Stelle!

6. Janelt unterbindet den nächsten Konter, frühe Gelbe Karte.

17. Wieder so ein schneller Gegenstoß. Flache Hereingabe, Aigner kommt ran, Riemann rettet!

19. Jetzt Kyereh - drüber! Man Leute, das ist teilweise zu einfach für die Gastgeber.

22. Aber wir haben es doch drauf! Zulj auf Ganvoula, knapp über den Kasten! Da wäre es fast gewesen!

28. NEEIN! Dickes Ding! Zulj ins Zentrum, da verpasst Janelt, dann trifft Ganvoula nur einen Gegner auf der Linie!

29. Reis tauscht. Der verwarnte Janelt geht, Tesche soll für mehr Ordnung sorgen.

33. Und wieder Ganvoula! Lindner hält stark. Wir sind jetzt näher dran an der Führung!

38.  TOOOOR! Zulj und Soares mit dem Doppelpass, starker Ball dann auf Ganvoula. Der prüft Lindner. Den Abpraller schiebt Zolli lässig in die Maschen!

42. Riesenglück für uns! Chato köpft nach einer Ecke an die Latte!

Pause: Ganz intensive 45 Minuten! Simon Zoller bestätigt seine aktuell starke Form und trifft schon wieder. Zwar hätte Wehen durch Chato beinahe noch den Ausgleich gemacht, diese Pausenführung tut aber richtig gut! Deutlich mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse.

46. Weiter geht’s. Bei Wehen kommt Knöll für die Offensive, wir gehen unverändert in den zweiten Durchgang.

55. Puh. Decarli wirft sich in einen Schuss von Knöll! Der wäre drin gewesen!

58. Wir schwimmen hier in dieser Anfangsviertelstunde! Riemann rettet gegen Schäffler!

60. Zweiter Wechsel: Robert Zulj geht vom Platz, Basti Maier neu dabei!

74. Dritter Tausch: Torschütze Zoller geht, Danny Blum kommt rein!

80. Die Uhr läuft runter, Wehen will, kann aber nicht. Die Führung hat weiter Bestand!

84. Kopfball Schäffler, aufs Tordach!

87. AHHH! Keine Vorentscheidung, Ganvoula per Dropkick über die Latte!

88. Und noch einer! Konter, Weilandt auf Losilla! Knapp drüber!

90. Vier Minuten Nachspielzeit hier. Ganz schön happig...

93. Ganvoula aus spitzem Winkel! Links vorbei! Aber das müsste doch hier reichen.

Ende: JAAA! SO WICHTIG! Wir gewinnen mit 1:0 bei Wehen Wiesbaden! Diese drei Zähler tun so verdammt gut. Da fällt ein dicker Brocken vom blau-weißen Herzen, auch wenn das hier natürlich nur ein erster Schritt war.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Es war heute ein sehr emotionales Spiel. Wir wussten, dass heute aufgrund der beiden Niederlagen zuletzt viel Druck auf dem Kessel war. Wir wollten heute zeigen, dass das Hamburg-Spiel von der Mentalität her keine Eintagsfliege war. Die Jungs haben verstanden worum es geht. Durch den gemeinsamen Fußballlehrer-Lehrgang kenne ich Rüdiger Rehm gut, sodass ich wusste, dass er seine Mannschaften immer mit viel Disziplin, Ordnung und Aggressivität einstellt. Wir sind gut ins Spiel gekommen, hätten in Führung gehen müssen. Danach haben wir etwas den Faden verloren, haben Bälle im Mittelfeld zu fahrlässig hergegeben und Wiesbaden hat uns durch gute Umschaltaktionen vor Probleme gestellt. Wir hatten einen gut aufgelegten Torwart, sonst hätten wir auch in Rückstand geraten können. Vor der Halbzeit wurde es besser, so sind wir auch in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit hat Wehen alles nach vorne geschmissen und hat versucht, uns das Leben mit langen Bällen schwer zu machen. Heute war aber das Spielglück auf unserer Seite. Am Ende ist es auch mal egal, wie wir das über die Zeit gerettet haben. Es zählen nur die drei Punkte. Vielen Dank an unsere Fans, die zahlreich aus Bochum hierhergekommen sind. Wir haben es schon gesagt: Es geht nur gemeinsam!

Rüdiger Rehm (Cheftrainer SV Wehen Wiesbaden): Nach der ersten frühen Chance der Bochumer haben wir das Spiel unter Kontrolle gekriegt und müssen da auch in Führung gehen. Wir hatten viele Gelegenheiten, viele Eckbälle. Trotzdem ist uns kein Tor gelungen. Kurz vor der Pause haben wir ein paar Geschenke verteilt und waren in den Zweikämpfen nicht mehr so präsent. Wir haben gehofft, dass wir über diese Phase hinweg kommen, das ist uns mit dem Gegentor nicht gelungen. In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal alles versucht und haben uns sowohl mit langen Bällen als auch über die Außen viele Situationen erarbeitet. Es wurde immer wieder gefährlich, leider konnten wir den Treffer nicht erzielen. Das tut uns heute extrem weh, wir sind hart getroffen, weil wir für eine gute Leistung nicht belohnt wurden. Wir haben den Gegner gut und aktiv angelaufen und attackiert, wir hatten selten so viele Chancen wie heute. Aber das gehört zum Fußball dazu, wir werden den Schmerz heute ertragen und weiter arbeiten. Heute haben wir verloren, aber wir senken nicht die Köpfe und machen weiter.

Anthony Losilla (Kapitän VfL Bochum 1848): Es war heute ein Sieg des Willens. Aber das ist auch völlig egal, wir haben heute drei Punkte geholt und das ist das Wichtigste. Es war brutal, gefühlt wurden nur Zweikämpfe geführt. Das war ein ekliges Spiel, aber egal. Vielleicht ist es in unserer Situation auch mal gut so zu gewinnen. Wir müssen Manuel Riemann ein großes Kompliment machen, er hat uns in mehreren Situationen am Leben gehalten. Wir brauchen ihn genau so, er ist sehr wichtig für uns. Wiesbaden hat am Ende richtig Druck gemacht, wir haben aber alles getan um den Gegentreffer zu verhindern und haben zusammen gekämpft. Ich nehme das 1:0 gerne mit.

Simon Zoller (VfL Bochum 1848): Am Ende haben wir drei Punkte geholt, nur darum geht es für uns. Es war heute kein Leckerbissen. In der ersten Halbzeit haben wir es besser gemacht als in Durchgang zwei. Aber das „Wie“ ist heute auch egal. Es ist vielleicht eine meiner Stärken auf den zweiten Ball zu lauern und dahin zu gehen, wo es gefährlich werden könnte. Ich bin sehr glücklich, dass die Kugel mir vor die Füße gefallen ist. Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass es heute ein großer Schritt war. Für müssen Step by Step weitermachen und alles in die Waagschale werfen. Es ging für uns darum die Bedingungen hier anzunehmen, es ist immer eklig hier.

Saulo Decarli (VfL Bochum 1848): Es war heute ein richtiger Arbeitssieg, die drei extrem wichtigen Punkte nehmen wir mit, das haben wir uns verdient. Wir haben den Kampf angenommen, den Ball auch einfach mal weggehauen. Es war ein wichtiger Sieg, aber es ist noch immer sehr eng, jeder kann die Tabelle lesen. Für uns geht es jetzt weiter, wir haben die Null gehalten, jetzt geht der Blick wieder nach vorne.

Sebastian Schindzielorz (Geschäftsführer Sport VfL Bochum 1848): Der Sieg hat heute einige Nerven gekostet. Es gab auf beiden Seiten viele gute Chancen, es war schon glücklich, dass wir heute kein Gegentor kassiert haben. Manuel Riemann war aber auch brutal stark heute. Wir haben es am Ende gut und leidenschaftlich verteidigt. Ich freue mich nicht nur für die Mannschaft, sondern auch und vor allem für die zahlreichen Fans, die hierher gekommen sind und uns von der ersten Sekunde an, schon beim Aufwärmen, unterstützt haben. Das muss unser Weg sein. Ich finde, dass man in dieser Konstellation mit der Bezeichnung „Grottenkick“ vorsichtig sein muss: Es spielen zwei Teams gegeneinander, die um den Abstieg und die Existenz kämpfen. Da spielt die Psyche auch eine entscheidende Rolle, man geht da nicht einfach auf den Platz und spielt die Partie frei von der Leber. Da geht es um Stress und Druck, das hat man heute gesehen. Jetzt freue ich mich auf die Aufgabe gegen Stuttgart zuhause.