19. Spieltag

DSC Arminia Bielefeld
2: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Di,  28.01.202018:30 Uhr2. Bundesliga

Endlich wieder Zweite Bundesliga! Am morgigen Dienstagabend ist die Winterpause endlich vorbei und auf den VfL wartet sogleich eine spannende Aufgabe: Es geht zum aktuellen Spitzenreiter nach Bielefeld. Wir blicken auf unseren kommenden Gegner.

HEIMAT
Bielefeld, die Stadt die es angeblich nicht gibt. Tatsächlich liegt sie im Nordosten von Nordrhein-Westfalen in der Nähe des Teutoburger Walds. Bielefeld gehört mit seinen 330.000 Einwohnern zu den 20 größten Städten Deutschlands und kann bereits auf eine Geschichte von über 800 Jahren zurückblicken. 

STADION
Die Schüco Arena der Bielefelder umfasst 26.515 Plätze, darunter 8.005 Stehplätze. In der vergangenen Saison besuchten im Schnitt 19.127 Zuschauer pro Heimspiel die Bielefelder Alm. Damit liegen die Arminen knapp vor dem VfL, der in der zurückliegenden Spielzeit im Schnitt rund 17.750 Anhänger ins Vonovia Ruhrstadion lockte und damit Platz acht im Zweitliga-Vergleich belegt. 

TRADITIONSVEREIN
Am 14. April 1905 trafen sich 14 Männer in einem Restaurant im alten Bielefelder Rathaus und beschlossen die Ausgliederung einer Fußballabteilung des Gesellschaftsvereins Terpsichore. Zuvor wurde 1904 ein Antrag auf Ausgliederung gestellt, der jedoch abgelehnt wurde, da Fußball zu dieser Zeit als ungehobelter Sport galt. Am 3. Mai 1905 wurde der 1. Bielefelder Fußballclub Arminia schließlich offiziell gegründet. 

DIE GOLDE ZEIT 
Die erfolgreichste Saison der Arminia liegt fast 40 Jahre zurück. 1980 bis 1985 spielte der Klub ununterbrochen in der Bundesliga. In den Jahren 1982 und 1983 erreichte man mit Platz sechs die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Danach verabschiedete sich der DSC für mehrere Jahre in die Zweite Bundesliga und die Oberliga Westfalen, damals die dritte Liga, ehe 1996/97 der erneute Aufstieg ins Oberhaus gelang. Nach etlichen Auf- und Abstiegen gelang es den Ostwestfalen von 2004 bis 2009 fünf Spielzeiten am Stück in der Bundesliga zu bestreiten. 

DER TRAINER
Als Spieler schaffte Uwe Neuhaus seinen Durchbruch, als er 1989 zur SG Wattenscheid 09 in die Zweite Bundesliga wechselte. Schon nach der ersten Saison gelang dem Klub der Aufstieg in die Bundesliga. Über vier Saisons hielt er mit den Wattenscheidern die Klasse. Nach dem Abstieg 1994 spielte Uwe Neuhaus noch eine weitere Saison in der Zweiten Bundesliga, ehe er die Fußballschuhe an den Nagel hing. Neuhaus blieb dem Verein erhalten und übernahm nach dem Ende seiner Spielerkarriere direkt das Traineramt der zweiten Mannschaft. Danach heuerte er beim VfB Hüls an, bevor er Co-Trainer bei Borussia Dortmund wurde. 2005 setzte Neuhaus seine Laufbahn bei Rot-Weiss Essen fort. Anschließend wurde er Trainer beim 1. FC Union Berlin. Mit den „Eisernen“ feierte er 2009 sogar die Drittligameisterschaft. Den Aufstieg in die Zweite Bundesliga feierte er auch mit Dynamo Dresden, für die er zwischen 2015 und 2018 116 Pflichtspiele coachte. Seit dem 10. Dezember 2018 ist der 59-Jährige Cheftrainer der Arminen – und kann derzeit einen beachtlichen Punkteschnitt von 1,87 vorweisen. Erst sieben Pflichtspiele verloren die Bielefelder unter seiner Leitung. 

DIE DUELLE
In 48 Spielen traf der VfL bereits auf die Arminen. 19-mal hatte Bochum die Nase vorn, 15-mal trennten sich die Klubs unentschieden und 14-mal musste sich der VfL geschlagen geben. Zuletzt gab es ein spektakuläres 3:3 im Hinspiel: Nach 0:2-Rückstand drehte der VfL die Partie und führte bis kurz vor Schluss 3:2. Ein unglückliches Eigentor von Kapitän Anthony Losilla sorget in der letzten Spielminute noch für den 3:3-Ausgleich.  

DIE BILANZ
Die Elf von Trainer Uwe Neuhaus ist für viele Fußballfans die Überraschungsmannschaft der Saison. Denn nicht der HSV, nicht der VfB, nicht der FCN grüßen von der Tabellenspitze, sondern Arminia Bielefeld. Mit einer beeindruckenden Hinrunden-Bilanz von neun Siegen, sieben Unentschieden und nur einer Niederlage hatten sich die Arminen vorzeitig die Herbstmeisterschaft gesichert. Da tat auch die 0:3-Niederlage beim FC St. Pauli am letzten Spieltag vor der Winterpause der guten Stimmung keinen Abbruch. Dabei wussten die Bielefelder bis dato besonders auswärts zu überzeugen: Stolze sieben Erfolge feierten sie in der Fremde – das war zuvor noch keiner anderen Mannschaft in der Zweiten Bundesliga gelungen. Zu Hause auf der „Alm“ läuft es hingegen noch nicht so rund wie auf den gegnerischen Plätzen: Erst zweimal konnten die Arminen daheim die volle Punkteausbeute holen, fünfmal spielten sie remis und einmal unterlagen sie dem VfB Stuttgart 0:1. 

Alles andere als ein guter Auftakt ins Fußballjahr 2020. Der VfL Bochum 1848 hat sein Gastspiel auf der Bielefelder Alm mit 0:2 verloren. Die Arminia-Torjäger Voglsammer (27.) und Klos (90.+3) erzielten die Treffer. Die Schlussminuten bestritten die Blau-Weißen in Unterzahl, nachdem Manuel Riemann den Gelb-Roten Karton gesehen hatte.

Flutlicht, Derby, Auftakt nach der Winterpause! Der VfL Bochum 1848 ist zu Gast beim Spitzenreiter DSC Arminia Bielefeld. VfL-Cheftrainer Thomas Reis setzte auf die gleiche Startelf, die schon beim letzten Testspiel gegen den KFC Uerdingen beginnen durfte: Vor Keeper Manuel Riemann postierten sich von rechts nach links Cristian Gamboa, Saulo Decarli, Patrick Fabian und Danilo Soares. Die Mittelfeldzentrale bildeten Robert Tesche, Anthony Losilla, Vitaly Janelt und Chung Yong Lee. Den Angriff übernahmen Danny Blum und Silvère Ganvoula.   

1.: Das Spiel läuft erst seit wenigen Sekunden und schon gibt es eine Behandlungspause: Soares hat es erwischt. Doch er kann zum Glück schnell weitermachen. Brunner sieht für das Foul Gelb. 

3.: Gamboa mit einem schönen weiten Ball von der rechten Außenbahn vor den Sechzehner. Decarli probiert es, doch kein Problem für Ortega. 

10.: Das sieht nicht schlecht aus, was der VfL hier auf den Platz bringt. Die Blau-Weißen haben viel Ballbesitz und lassen den Ball gut laufen. Nach einer Flanke von Soares steht Ganvoula allerdings im Abseits. 

13.: Ecke von der rechten Seite, Blum bringt die Kugel vor den Kasten, doch die Gastgeber klären. 

18.: Gute Möglichkeit für die Arminen: Zum Glück segelt die Flanke von Clauss – der sich gegen Fabian und Soares durchsetzt – knapp über die Latte. 

22.: Die erste Gelbe Karte des Spiels: Yabo sieht für ein Handspiel die Verwarnung.

27.: Tor. Die Gastgeber gehen in Führung. Hartel bringt einen Freistoß von der linken Seite in den Sechzehner. Dort rauscht Voglsammer heran und zimmert den Ball ins Netz. 

30.: Nächster Freistoß für Bielefeld nach einem Foul von Fabian, der dafür Gelb sieht. Hartherz legt sich den Ball gut 22 vor dem Tor zurecht – doch der bleibt zum Glück in der Mauer hängen.  

40.: Der VfL scheint sich ein wenig von dem Schock erholt zu haben und verzeichnet jetzt wieder mehr Ballbesitz. Weitere Tormöglichkeiten gab es nicht, es bleibt chancenarm. 

44.: Auch Lee sieht die Gelbe Karte, weil er gegen Nielsson zu spät kommt.

45.: Und die nächste Gelbe, dieses Mal für Gamboa. Der Coast-Ricaner wird für ein Foul an Voglsammer bestraft. 

45.: Vier Minuten gibt es im ersten Durchgang oben drauf.

45.+4: Freistoß für den VfL, Blum versucht es direkt. Doch Ortega pariert ohne Probleme. 

45.+5: Wieder sieht ein VfLer Gelb – dieses Mal Decarli. Arminia startet einen schnellen Konter, der Schweizer stoppt Klos am Rand des Sechzehners – gefährliche Position. Doch der Voglsammer-Schuss wird von der Mauer zur Ecke geklärt. 

Halbzeit: Lediglich eine Torchance gab es – und die nutzen die Arminen prompt zum 1:0. Trotz guter Ansätze konnten die Blau-Weißen bislang vorne nicht viel ausrichten. In Durchhang zwei muss da offensiv mehr vom VfL kommen. 

46.: Ohne personelle Wechsel geht es weiter mit dem zweiten Durchgang.

50.: Auch ein Bielefelder sieht jetzt mal Gelb: Prietl für ein Foul an Janelt. 

52.: Chance für Bielefeld: Klos gibt schnell weiter auf Clauss, der sich die kurze Ecke ausguckt – doch Riemann fischt den Ball heraus. 

53.: Gelb für Klos, der den durchstartenden Blum umnietet. 

55.: Dieses Mal bekommt Tesche Gelb. Grund: Er trifft Yabo am Fuß. Es ist bereits die neunte Gelbe Karte der Partie. 

59.: Bielefeld mit dem nächsten Angriff: Voglsammers Schuss rauscht jedoch über den Querbalken – das war knapp. 

62.: Cheftrainer Thomas Reis wechselt zum ersten Mal: Weilandt kommt für den verwarnten Tesche. 

63.: Auch Bielefeld wechselt: Edmundsson neu für Yabo.

65.: Wieder ein knappes Ding: Aus gut 15 Metern zieht Edmundsson aus der Drehung ab und verfehlt den VfL-Kasten nur knapp.

67.: Wieder Bielefeld, wieder Voglsammer, der uns gefährlich wird. Sein Schuss geht zwei Meter am Gehäuse vorbei.

68.: Zweiter VfL-Wechsel: Lee raus, Zoller rein. 

70.: Jetzt kommt auch der VfL mal vor das gegnerische Tor. Eine gute Aktion von Weilandt wird zur Ecke geklärt – die allerdings nichts einbringt. 

78.: Volle Offensiv-Power jetzt beim VfL: Gamboa macht Platz für Wintzheimer.

83.: Wahnsinn! Riemann meckert, sieht Gelb, hört nicht auf: Gelb-Rot. Für die letzten Minuten rückt jetzt Janelt zwischen die Pfosten, weil der VfL nicht mehr wechseln kann.

89.: Und Losilla sieht auch noch die Gelbe Karte.

90.: Sechs Minuten werden nachgespielt. 

90.+3.: 2:0 für Bielefeld – Klos hat’s gemacht. 

Abpfiff: Der VfL verliert sein erstes Pflichtspiel im Jahr 2020 auf der Bielefelder Alm mit 0:2. Besonders bitter: Die Ampelkarte für Keeper Manuel Riemann, der den Blau-Weißen somit vorerst fehlen wird. 

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch nach Bielefeld. Es ist für uns enttäuschend. In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass wir es dem Gegner sehr schwer gemacht haben. Wir geraten durch eine Standardsituation in Rückstand, ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass Bielefeld aus dem Spiel heraus weitere Chancen kreieren konnte. Darunter hat natürlich unsere Offensive gelitten, weil wir es kompakt halten wollten. Das ist uns in Halbzeit eins gut gelungen. Nach der Pause wollten wir mutiger sein was das Spiel mit dem Ball angeht. Ich hatte das Gefühl, dass wir in Pressingsituationen gekommen sind, wir konnten mehr Spielkontrolle bekommen. Es war aber auch klar, dass sich der Gegner in der Schlussphase mehr Chancen herausspielen können würde. Wir hatten trotzdem die Hoffnung, noch mit einem Punkt nach Hause fahren zu können. Das ist uns leider nicht gelungen. Am Ende muss man anerkennen, dass Bielefeld sicher nicht unverdient gewonnen hat. Die gelb-rote Karte für Manuel Riemann hat uns da natürlich nicht geholfen, das weiß er auch selber. Er hat sich bei der Mannschaft entschuldigt.

Uwe Neuhaus (Cheftrainer DSC Arminia Bielefeld): Ich bin natürlich sehr zufrieden. Ich denke, dass wir in Halbzeit eins ein typisches Spiel gesehen haben, in dem beide Teams nach der Winterpause nicht genau wissen, wo sie stehen. Bochum war sehr konzentriert, gerade die Defensivarbeit war besser organisiert als in der Hinserie. Wir haben das Spiel zwar kontrolliert, konnten uns aber ganz wenige Torchancen herausspielen. Deswegen war das 1:0 sehr wichtig für uns. Wir durften nicht unruhig werden, auch wenn es noch 0:0 stand. In der zweiten Halbzeit hat Bochum offensiver agiert, sie haben durch zwei Wechsel Offensivkräfte gebracht. Trotzdem haben wir in den zweiten 45 Minuten keine richtige Chance zugelassen. Die konzentrierte Leistung meiner Mannschaft war beeindruckend, sie war sehr fokussiert und laufstark. Ich hatte das Gefühl, dass wir immer präsent waren und immer noch einen Fuß dazwischen hatten. Für uns war es ein gelungener Auftakt. Ich wünsche dem VfL für die kommenden Wochen alles Gute.

Vitaly Janelt: Wir haben das Auftaktspiel verloren und haben jetzt noch ein hartes Programm vor uns. Wir müssen jetzt alle zusammenhalten, wir haben es schon oft genug gesagt, doch es ganz wichtig. Wir müssen in jedem Spiel über 90 Minuten Vollgas geben. Es war das erste Mal für mich heute, dass ich ins Tor musste. Mir wäre es natürlich lieber gewesene, wenn Manu mit Gelb davon gekommen wäre und wir mit elf Spielern das Spiel beenden hätten können, um noch den ein oder anderen Nadelstich zu setzen.  

Patrick Fabian: Mein Fazit: Das Spiel heute hätten wir nicht verlieren müssen. In der ersten Halbzeit haben sich beide Mannschaften weitestgehend neutralisiert. Bielefeld hatte sicherlich mehr Spielanteile, aber aus dem Spiel heraus auch keine Chancen. Die Standardsituation, dieses Ping-Pong-Tor bricht uns dann das Genick. Wir laufen dem Rückstand hinterher. In unserem Spiel nach vorne ging nicht viel, wir waren körperlich nicht präsent genug.