12. Spieltag

VfL Bochum 1848
3: 1
1. FC Nürnberg1. FC Nürnberg

Mo,  04.11.201920:30 Uhr2. Bundesliga

Nächstes Duell mit einem Club aus dem Bundesland Bayern, genauer gesagt mit dem "Glubb" schlechthin. Am Montagabend gastiert der 1. FC Nürnberg anne Castroper. Wir haben uns den fränkischen Traditionsverein mal genauer angeschaut:

Heimat

Nürnberg ist mit über einer halben Millionen Einwohner die zweitgrößte Stadt Bayerns. Trotz der Größe besticht Nürnberg durch seine malerische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäuschen. Darüber hinaus ist die Stadt überregional bekannt für den weihnachtlichen Christkindlesmarkt, der jährlich im Advent in der Altstadt auf dem Hauptmarkt stattfindet. Mit über zwei Millionen Besuchern ist er einer der größten Weihnachtsmärkte in Deutschland und einer der bekanntesten in der Welt.

Stadion

Mitten im Volkspark Dutzendteich liegt das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg, das bis zu 50.000 Zuschauer fasst. Das Stadion, das unter anderem Mitaustragungsort der Weltmeisterschaft 2006 war, kann zudem auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken. 1928 wurde die Sportstätte nach nur zwei Jahren Bauzeit eröffnet. Diese resultierte aus einer Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt, das bis zu zehntausend Erwerbslose aus Nürnberg und dem Umland für Erd- und Gartenarbeit anheuerte.

Traditionsverein

Am 4. Mai 1900 schlossen sich 18 junge Männer zum 1. Fußball-Club Nürnberg von 1900 zusammen. Eigentlich mit dem Bestreben Rugby zu spielen, doch die bekamen nicht die notwendigen 30 Spieler zusammen. Aus diesem Grund beschlossen sie im Juni 1901, Fußball nach den Regeln des englischen Verbands zu spielen. Drei Monate später folgte das erste Fußballspiel des „Club“ gegen den 1. FC 01 Bamberg, in dem sich der FCN mit 2:0 durchsetzte.

Goldene Zeit

Die erfolgreichsten Zeiten des „Club“ mit insgesamt fünf deutschen Meisterschaften liegen zurück in den 1920er-Jahren. 1920, 1921, 1924, 1925 und 1927 sicherten sich die Nürnberger den Titel. Zu dieser Zeit stellte der FCN zudem die Hälfte aller deutschen Nationalspieler und prägten den deutschen Fußball so sehr, dass Kicker-Gründer Walther Bensemann den Sitz des Sportmagazins von Stuttgart nach Nürnberg verlegte.

Der Trainer

Damir Canadi ist seit dieser Spielzeit der Mann an der Seitenlinie beim 1. FC Nürnberg. Nachdem der Vertrag von Coach Boris Schommers von Vereinsseite nach dem Abstieg nicht verlängert wurde, heuerte der Österreicher an, um für frischen Wind zu sorgen und die Mannschaft auf den Kurs Aufstieg zu bringen. Vor seinem Engagement bei den Franken trainierte der 49-Jährige Atromitos Athen aus der ersten griechischen Liga. Zuvor war er bei mehreren österreichischen Klubs aktiv, holte unter anderem mit SC Rheindorf Altach 2013 die Meisterschaft und spielte mit SK Rapid Wien in der UEFA Europa League. 2015/16 wurde er zudem zum Trainer des Jahrs in Österreich gewählt.

Duelle

50 Duelle gab es bislang zwischen dem VfL und dem „Club“. 24-mal gingen die Blau-Weißen als Sieger vom Platz, zwölfmal gab es ein Remis und 14 Niederlagen mussten die Bochumer hinnehmen. Seit sechs Spielen ist der VfL nun zu Hause gegen den FCN ungeschlagen. Besonders in Erinnerungen geblieben sein, dürfte das Heimspiel aus der Saison 2016/17. 5:4 lautete der Endstand nach wilden 90 Minute, in denen es auf und ab ging. Nach einer schnellen 2:0-Führung durch Kevin Stöger (4.) und Felix Bastians (7.) erzielten die Gäste nach gut 20 Minuten den Anschlusstreffer. Auf das 3:1 von Peniel Mlapa antwortete der FCN in Form eines Doppelschlags: Dave Bulthuis und Edgar Salli stellten den Ausgleich noch vor der Pause wieder her. In Durchgang zwei ließ der VfL dann nichts mehr anbrennen. Mlapa und Nils Quaschner erhöhten auf 5:3, in der Nachspielzeit sorgten der Klub für den 5:4-Endstand.

Die Bilanz

Punkte in den letzten Spielminuten herzuschenken, ist nicht nur ein Phänomen, dass der VfL kennt – auch der 1. FC Nürnberg musste in dieser Spielzeit späte Gegentreffer schlucken. Zuletzt sogar zweimal in Serie beim furiosen 3:4 beim FC Erzgebirge Aue und in der Vorwoche beim 1:1 gegen den SSV Jahn Regensburg. „Wir kriegen unglückliche Gegentore am Ende. Aber wir müssen auch den Sack besser zumachen“, kritisierte FCN-Keeper Andreas Lukse. Insgesamt läuft die bisherige Spielzeit für den „Club“ anders als erwartet. Nach elf Spielen findet sich die Elf von Trainer Damir Canadi aktuell im Mittelfeld der Tabelle wieder. Zudem gelang dem Bundesliga-Absteiger erst ein Sieg vor heimischen Publikum – am vierten Spieltag beim 1:0 gegen den VfL Osnabrück. „Wir haben wenig Erfolgserlebnisse vor allem zu Hause, das nagt schon ein bisschen“, sagte Lukse, argumentierte aber auch: „Wir sind immer dem Sieg näher, als der Niederlage.“

 

Lange mussten Fans und Mannschaft darauf warten, jetzt ist der erste Heimsieg endlich im Sack! Gegen den 1. FC Nürnberg zeigte sich die Reis-Elf in Durchgang eins in Torlaune, nach 45 Minuten stellten Danilo Soares (9.), Simon Lorenz (40.) und Manuel Wintzheimer (44.) auf 3:0. Es hätten sogar noch mehr Treffer sein können. Nach dem Seitenwechsel kam der FCN vor 16.064 Zuschauern nur noch zum Ehrentreffer (63.).

Keine Woche ist seit dem DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München vergangen, da heißt es schon wieder: Flutlichtspiel anne Castroper! Zum Abschluss des 12. Spieltags der 2. Bundesliga empfing der VfL Bochum 1848 am Montagabend den 1. FC Nürnberg vor 16.064 Zuschauern im heimischen Vonovia Ruhrstadion. Der starke Fight im Pokal ist zwar abgehakt, dennoch können Thomas Reis und sein Team Mut aus dem tollen Auftritt gegen den Rekordmeister schöpfen. Nur mit dieser Einstellung kann es auch gegen den Glubb, der nach dem Abstieg noch etwas den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt, klappen. Also volle Pulle vom Anpfiff weg!

Die Leistung gegen die Bayern schrie nicht unbedingt nach großartigen Änderungen in der Startelf, zu zwei Änderungen war VfL-Chefcoach Reis dennoch gezwungen: Saulo Decarli musste mit Hüftproblemen ebenso aussetzen wie der gelbgesperrte Silvère Ganvoula. Für diese beiden rückten Simon Lorenz und Manuel Wintzheimer in die erste Elf, zudem musste auch Sebastian Maier angeschlagen passen. Ansonsten beließ es unser Trainer beim gleichen Kader, der die Bayern um Haaresbreite aus dem Cup warf.

Nürnbergs Coach Damir Canadi musste auf der Torhüterposition umbauen, da die Torhüterriege um Christian Mathenia, Patric Klandt und Nachwuchstalent Jonas Wendlinger geschlossen ausfiel. Klandt hatte sich erst bei der Niederlage im Pokal beim 1. FC Kaiserslautern die Achillessehne gerissen, Feldspieler Enrico Valentini sprang bekanntlich ein. Da auch noch der vierte (!) Keeper Andreas Lukse passen musste, durfte sich in Bochum der 18-Jährige Benedikt Willert, der am vergangenen Wochenende noch beim 3:3 der Nürnberger Zweitvertretung in der Regionalliga gegen Aschaffenburg den Kasten hütete, versuchen. Zudem tauschte Canadi drei weitere Male: Für den angeschlagenen Valentini, Iuri Medeiros und Oliver Sorg starteten Fabian Nürnberger, Robin Hack und Nikola Dovedan.

3. Der erste Abschluss gehört den Gästen aus Nürnberg, Hanno Behrens Schlenzer stellt jedoch keine Prüfung für Manuel Riemann dar.

6. Da wird’s zum ersten Mal richtig brenzlig im VfL-Strafraum. Den wuchtigen Aufsetzer von Robin Hack lässt Riemann abklatschen, Stefano Celozzi ist gerade so vor den einschussbereiten Michael Frey und Nikola Dovedan zur Stelle und bereinigt das Ganze in allerhöchster Not. Durchatmen.

9.  TOOOR für den VfL – 1:0! Jawoll, so wollen wir das sehen. Robert Tesche wird rigoros, aber fair, vom Ball getrennt, Danilo Soares setzt nach, wurschtelt sich im Duett mit Tesche durch und steht plötzlich frei vor dem FCN-Tor – das lässt sich unser Brasilianer nicht nehmen und schweißt die Kugel rechts unten neben den Pfosten. Geil!

12. Auf der Gegenseite wieder der Glubb gefährlich. Dovedan wird über rechts auf die Reise geschickt und feuert auf die kurze Ecke – Riemann ist zur Stelle und pariert stark.

17. Freistoß auf der linken Seite, Danny Blum führt aus. Der schnittige Ball wird zunächst halbwegs und kerzengerade geklärt, Armel Bella Kotchap setzt zum Fallrückzieher an, setzt die Kugel aber aufs Tordach.

19. Bella Kotchap prügelt das Kunstleder nach vorne, Chung Yong Lee ist auf und davon und wird im Strafraum im Zweikampf mit zwei Nürnbergern von hinten gelegt. Die Pfeife von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck bleibt stumm, auch aus Köln kommt kein Signal. Etwas verwunderlich ist das schon, da gab’s einen Kontakt gegen Lee, für den Unparteiischen aber wohl nicht klar genug. Nürnberg hätte sich über einen Elfer aber zumindest nicht beschweren dürfen.

24. Interessante Eckballvariante von Blum. Mit reichlich Schnitt hämmert er die Kugel an den kurzen Pfosten, wo Simon Zoller reingeflogen kommt. Der verlängert die Kugel, leider kommt auch ein Nürnberger mit der Fußspitze noch dran, sonst hätte es wohl den Einschlag gegeben. Den abgefälschten Ball verpasst zudem Tesche am langen Pfosten nur knapp.

26. Auch der FCN spielt hier natürlich noch mit. Nach einer Ecke steigt Asger Sörensen hoch, wird aber bedrängt und kann den Ball daher nicht richtig drücken. Die Chance verpufft.

30. Nächste dicke Chance für den VfL. Langer Ball von Riemann, der von Lukas Mühl direkt in Lees Lauf verlängert wird. Der Blaue Drache zieht alleine vor dem Kasten ab, doch Debütant Willert taucht ab und wehrt stark zur Ecke ab.

40.  TOOOR für den VfL – 2:0. Der VfL belohnt sich für eine absolut geile Vorstellung – unter gütiger Mithilfe des jungen FCN-Keepers Willert. Blum zwirbelt den Freistoß von links wuchtig vor den Kasten, Willert greift daneben und legt unfreiwillig für Lorenz auf, der gar nicht mehr danebenschießen kann.

42. Der VfL wie an der Schnur gezogen. Diesmal wird Wintzheimer geschickt und kann kurz vor dem Strafraum von Mühl nur per Foul gestoppt werden. Der sieht dafür die Gelbe Karte, war auch nicht der letzte Mann. Den fälligen Freistoß zaubert Blum dann ans Lattenkreuz. Was ein Spiel.

44. TOOOR für den VfL – 3:0. Unfassbar, der VfL spielt sich hier förmlich in einen Rausch. Der wie aufgedreht spielende Blum marschiert nach feinem Chip von Soares über links und findet dann mit einer Sahnehereingabe den völlig blanken Wintzheimer, der die Kugel direkt nimmt und dem fast schon bemitleidenswerten Willert durch die Beine jagt.

Pause anne Castroper! Was für eine Wahnsinnshalbzeit des VfL, der den Franken hier in allen Belangen überlegen war und vollkommen verdient mit 3:0 führt. Vor allem die Endphase war bärenstark. Jetzt nur nicht nachlassen!

46. Canadi reagiert mit einem Doppelwechsel auf die desolate Leistung seiner Mannen. Dovedan und Sebastian Kerk gehen raus, Felix Lohkemper und Medeiros kommen rein. Reis lässt seine Elf unverändert.

47. Der VfL macht weiter, wo er aufgehört hat. Tesche kriegt das Spielgerät in zentraler Position serviert, legt es sich zurecht und visiert die linke Ecke an. Haarscharf rauscht sein Hammer vorbei.

52. Der FCN kommt mal über die linke Seite durch, die gefährliche Hereingabe von Medeiros schnappt sich Riemann.

56. Da klafft mal ein Loch in der VfL-Defensive, Lohkemper findet plötzlich reichlich Platz vor. Doch Riemann stürmt heraus und greift beherzt ein, wodurch Lohkemper nach außen abgetrieben wird. In der Folge kann Blau und Weiß die Situation bereinigen.

59. Eckball Nürnberg, in der Mitte kommt Jäger zum Kopfball. Zwar aus kurzer Distanz, aber nicht platziert genug für Riemann, der den Ball sogar fangen kann.

62. Das ist jetzt ein bisschen wenig von den Blau-Weißen. Diesmal darf Johannes Geis zum Schuss ansetzen – und der wird richtig gefährlich. Doch Riemann fischt die Kugel raus.

63. TOR für Nürnberg – 3:1. Das hatte sich angedeutet. Nach einer Flanke von rechts steigt Sörensen nahezu unbedrängt zum Kopfball hoch und wuchtet es rein. Riemann diesmal ohne Abwehrchance.

67. Erster Spielerwechsel beim VfL. Für Celozzi geht es nicht mehr weiter, Jordi Osei-Tutu ersetzt ihn auf der Rechtsverteidigerposition.

69. Der VfL mal wieder im gegnerischen Strafraum. Zoller bringt die Flanke auf den langen Pfosten, wo Blum mit allem, was er hat, ins Kopfballduell geht, seinen Kopfball aber in Bedrängnis neben den Kasten setzt.

70. Brutalo-Grätsche von Hanno Behrens gegen Lee, für die er vollkommen zurecht verwarnt wird. Und Behrens hätte für ein Trikotziehen eigentlich schon im ersten Durchgang verwarnt werden müssen. Dann wäre er aber wohl nicht mehr so reingegangen.

72. Der Videobeweis muss eine knifflige Abseitsszene auflösen. Medeiros flankt, Frey steht im Abseits und versucht aktiv zum Ball zu gehen. Der verpasst ihn aber und Lohkemper köpft hinter ihm ein. Zunächst geht die Fahne hoch, nach langem Warten bestätigt der Kölner Keller diese Entscheidung richtigerweise – auch wenn es hauchzart war.

76. Es wird immer kurioser. Frey verlängert für den im Abseits stehenden Lohkemper, der an Riemann scheitert und noch einen von Bella Kotchap mitbekommt. Und dann gibt es auf einmal den Einwurf für Nürnberg. Mh?

80. Die letzten zehn Minuten (plus vermutlich üppiger Nachspielzeit) laufen, Nürnberg glaubt hier noch an sich. Der VfL ist mit Verteidigen beschäftigt und findet nicht mehr allzu viel Entlastung.

82. Frische Kraft für den VfL. Wintzheimer, der seinen ersten Treffer im VfL-Dress markierte, macht Platz für Miloš Pantović. Und auch Nürnberg wechselt nochmal, Canadis letzter Joker ist Mikael Ishak. Hack muss vom Feld.

83. Blum mal wieder mit einem seiner brandgefährlichen Freistöße. Diesmal zischt sein Versuch rechts vorbei.

88. Pantović hält gegen Geis den Schlappen drüber und sieht die erste Gelbe Karte des VfL. Vertretbar.

90. Letzter Wechsel von Reis. Lee geht nach starkem Spiel runter, Tom Weilandt kommt zur Sicherung. Mit der ersten Aktion holt er sich dann auch gleich die Gelbe Karte auch.

90. Auch Jäger holt sich noch seinen wohlverdienten Gelben Karton ab. Trotz fünfminütiger Nachspielzeit riecht es hier nach erstem Heimsieg.

Ende! YES! Geschafft! Der erste Heimdreier ist eingefahren und das völlig verdient. Genießen können wir das Ganze aber nur kurz, am Freitagabend geht es schon am Millerntor beim FC St. Pauli weiter (18:30 Uhr).

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Jeder hat heute nach dem Spiel gemerkt, wie viel Druck von den Spielern abgefallen ist. Es war unheimlich wichtig, dass wir nach dem Bayern-Spiel eine weitere gute Reaktion zeigen. In den ersten Minuten sind wir nicht gut gestartet, haben es dann aber immer besser in den Griff bekommen. Man hat gesehen, wie die Jungs das Zweikampfverhalten angenommen haben und dann auch gleich das erste Tor erzielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es leider nicht mehr geschafft die Nadelstiche so zu setzen, wie wir es uns vorgenommen haben. Nach dem Anschlusstreffer hat man dann gemerkt, dass es noch nicht hundert Prozent sattelfest ist. Wir hatten eine Phase, in der wir ein bisschen schwammig waren. Die Truppe hat gezeigt, dass es gegen Bayern keine Eintagsfliege war. Wir wollen den Sieg jetzt genießen und dann wird der Fokus auf das Spiel gegen St. Pauli gerichtet.

Damir Canadi (Cheftrainer 1. FC Nürnberg): Wir sind natürlich sehr enttäuscht über das Ergebnis. In der ersten Halbzeit haben wir große und individuelle Fehler gemacht, durch die wir 0:3 in Rückstand geraten sind. Beim 0:1 müssen wir härter verteidigen und die Situation klären. Beim 0:2 ist es desolat, dass sich zwei in der Mauer wegducken. Unseren jungen Torhüter möchte ich da aus der Schuld nehmen, auch wenn es bei ihm schlecht ausschaut. Am Ende des Tages ist die Mauer indiskutabel. Das 0:3 war dann noch die Draufgabe. In der Halbzeit haben wir die Dinge angesprochen und es dann in der Halbzeit auch ein wenig besser gemacht. Insgesamt ist es aber nicht zufriedenstellen, wie wir heute agiert haben.

Simon Lorenz (VfL Bochum 1848): Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und drei Tore gemacht. Dann bekommen wir zwanzig Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer. Es ist klar, dass dann aufgrund unserer Vorgeschichte bei dem ein oder anderen die Gedanken in den Kopf kommen, dass es noch eng werden könnte. Doch ich finde, dass wir im Großen und Ganzen dann doch gut verteidigt haben und nicht so viele gute Chancen zugelassen haben. Wir hatten dann noch zwei Tore Vorsprung, sodass wir in den letzten Minuten nicht mehr zittern mussten.

Manuel Wintzheimer (VfL Bochum 1848): Das Wichtigste ist, dass wir heute gewonnen haben. Ich bin sehr froh, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor dabei helfen konnte. Es war heute eine gute Mannschaftsleistung. In der ersten Halbzeit haben wir gut nach vorne gespielt. In der zweiten haben wir dann gut verteidigt, obwohl es in diesem Durchgang ein schweres Spiel wurde. Wir haben das bestätigt, was wir schon gegen Bayern gezeigt haben. Es ist schön zu spielen, ich freue mich über jede Einsatzminute.

Sebastian Schindzielorz (Geschäftsführer Sport, VfL Bochum 1848): „Ich freue mich für die Zuschauer, die Erleichterung ist natürlich groß. Gegen Bayern haben wir den ersten Schritt gemacht, hier wieder als Einheit aufzutreten und heute war es wieder so, dass wir den Spirit vom Rasen auf die Tribüne, und andersrum, gebracht haben. Da müssen wir jetzt einfach so weitermachen. Wir hatten ein paar Ausfälle, aber haben gezeigt, dass wir auch eine gewissen Breite haben. Jetzt müssen wir die Dinge in kleinen Schritten fortsetzen und schauen, dass wir weiter punkten.“

Danilo Soares (VfL Bochum 1848): „Von der ganzen Mannschaft war es heute ein gutes Spiel, wir haben auch richtig stark Fußball gespielt. Fußball ist nicht so kompliziert. Wir haben gekämpft und die drei Punkte geholt, das war sehr wichtig für uns. Die Mentalität aus dem Bayernspiel haben wir genauso gebracht, daraus haben wir gelernt und heute hat es auch mit dem Sieg geklappt. Mein Tor ist schön, aber wichtiger sind die Punkte. Wir sind in einer schwierigen Situation und wollen nicht, dass das so bleibt. Jetzt gehen wir mit Vollgas in das Spiel gegen St. Pauli und versuchen, auch da drei Punkte zu holen.“

Manuel Riemann (VfL Bochum 1848): „Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Ich hätte zwar auch gerne mal zu Null gespielt, aber die drei Punkte sind mir da natürlich schon lieber. Dass es nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigeht, wenn man Woche für Woche gefühlt auf die Fresse kriegt, ist auch ganz normal. Da ist es umso wichtiger, dass uns das nicht auseinanderdividiert, sondern zusammenschweißt. Diesen Weg wollen wir zusammen weitergehen und dann glaube ich auch, dass wir da unten rauskommen werden. Bis jetzt haben wir oft nur eine Halbzeit gut gespielt, ob die erste oder zweite. Unterm Strich muss man aber immer 90 Minuten kämpfen und rackern. Wenn wir das tun, wirst du letzten Endes auch belohnt. Heute wurden wir das und das freut mich natürlich. Und in Hamburg werden wir wieder alles in die Waagschale werfen, das erwarten wir von uns und dann werden wir sehen, ob wir uns erneut belohnen können.“