4. Spieltag

VfL Bochum 1848
3: 3
SV Wehen WiesbadenSV Wehen Wiesbaden

Sa,  24.08.201913:00 Uhr2. Bundesliga

Im zehnten Anlauf hat es dann geklappt: Durch einen Sieg im Relegationsrückspiel gegen den FC Ingolstadt sicherte sich der SV Wehen Wiesbaden die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2007 stieg der Verein, damals noch als SV Wehen-Taunusstein, in die zweithöchste Spielklasse auf. Nach einem guten neunten Platz im ersten Jahr, folgte nach dem Umzug in die hessische Landeshauptstadt der Abstieg in die 3. Liga. Nun ist man wieder zurück - und trifft erstmals in der Vereinsgeschichte auf unseren VfL Bochum 1848.

Insgesamt drei Mal schrammte der SV Wehen Wiesbaden in der 3. Liga als Viertplatzierter am Aufstieg vorbei. Besonders bitter war es 2017/18, als man nach einer kleinen Schwächephase den Relegationsrang noch an den Karlsruher SC verlor. Im Folgejahr sicherte man sich dann aber Platz drei vor dem Halleschen FC. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel der Relegation gegen den FC Ingolstadt in der heimischen BRITA-Arena glaubte man nicht mehr so recht daran, dass es noch mit dem Aufstieg klappen könne. Doch drei Tore in der ersten Halbzeit des Rückspiels ebneten schließlich den Weg in Liga zwo, 3:2 hieß es am Ende für unseren kommenden Gegner.

Trainiert werden die Wiesbadener seit dem 13. Februar 2017 vom 40-jährigen Rüdiger Rehm. Nach sehr erfolgreichen Jahren mit der SG Sonnenhof Großaspach, inklusive Aufstieg in Liga drei und dortigem Klassenerhalt, versuchte sich Rehm als Teil des damaligen Trainer-Roulettes bei Arminia Bielefeld. Durch die Verpflichtung von Markus Weinzierl, der von Augsburg zum FC Schalke wechselte, löste sich zwischen Bundesliga und der sechsthöchsten Liga eine regelrechte Kettenreaktion an Wechseln aus. Augsburg holte Dirk Schuster vom SV Darmstadt, der sich Norbert Meier aus Bielefeld angelte. Rehm ging zur Arminia, wurde von Oliver Zapel von Regionalligist SV Eichede beerbt, der mittlerweile zum zweiten Mal den Drittligisten coacht. Am zehnten Spieltag der Saison 2016/17 allerdings war für Rehm schon wieder Schluss, er stand mit den Ostwestfalen mit nur fünf Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Im Wiesbaden übernahm Rehm schließlich die Nachfolge vom zurückgetretenen Torsten Fröhling.

Verein wird akzeptiert

Der Umzug von Wehen-Taunusstein nach Wiesbaden hatte nachvollziehbare Gründe. Das Stadion am Halberg war infrastrukturell nicht zweitligatauglich und hätte nicht die Auflagen der DFL erfüllt. So wurde in Wiesbaden ein Stadion mit rund 12.000 Plätzen in rund vier Monaten errichtet. In dieser Zeit wurde in die Frankfurter Commerzbank-Arena ausgewichen. Mittlerweile ist der SV Wehen Wiesbaden auch bei den Wiesbadenern als Verein akzeptiert. Denn der ortsansässige SV Wiesbaden spielt inzwischen nur noch siebtklassig.

Eine absolute Stütze in der 3. Liga war Torjäger Manuel Schäffler. Mit 16 Toren hatte der Knipser einen großen Anteil am dritten Platz des SVWW. In der Saison 2017/18 kam Schäffler sogar auf 22 Tore. Nach drei Spieltagen in der 2. Bundesliga ist Schäffler hingegen noch torlos.

Ein anderer Schlüsselspieler ist Daniel-Kofi Kyereh. Mit 15 Toren und fünf Vorlagen war Kyereh letztes Jahr der zweitbeste Scorer. Auch in der Relegation traf er sowohl im Hin- als auch im Rückspiel. Im Finale des Hessenpokals gegen unseren Pokal-Gegner KSV Baunatal netzte er doppelt (Endstand: 8:1). Am Samstag wird Stürmer allerdings aufgrund eines Muskelfaserrisses fehlen.

Bestens bekannt an der Castroper Straße dürfte hingegen Gökhan Gül sein. Der mittlerweile 21-Jährige verließ den VfL im Winter 2017, um sich Fortuna Düsseldorf anzuschließen. Nach zwei Jahren in der Regionalligamannschaft wurde Gül im Januar 2019 zum SVWW verliehen. Im Mittelfeld half Gül dabei, für defensive Stabilität zu sorgen, sodass der SV Wehen noch von Platz sechs auf Platz drei klettern konnte. In der Relegation spielte Gül ebenfalls fast die komplette Spielzeit - in dieser Saison kam er allerdings erst auf 75 Minuten in der Liga. Im Pokalspiel gegen den 1. FC Köln wurde Gül in der 120. Minute eingewechselt und verschoss einen Elfmeter.

BO-bachtet - Das letzte Spiel des Gegners

Gegen den bis dahin ebenfalls sieglosen Erstliga-Absteiger Hannover 96 verlor der SV Wehen Wiesbaden in der heimischen BRITA-Arena vor 5.607 Zuschauern mit 0:3. Marvin Ducksch traf zur Pausenführung für die Niedersachsen, in Halbzeit zwei trafen Florent Muslija und erneut Ducksch per Elfmeter zum Endstand.

Bei den beiden ersten Toren boten die Wiesbadener den Hannoveranern riesige Räume an. Beim 0:1 reichte ein langer Ball des rechten Außenverteidigers Julian Korb aus, um Cedric Teuchert und Marvin Ducksch in eine 2 gegen 2-Situation mit den Innenverteidigern zu bringen. Die Außenverteidiger waren hierbei trotz geordneter Pressingformation zu hoch positioniert, um noch helfend eingreifen zu können. Beim 0:2 konterte Hannover die hoch aufgerückte Heimmannschaft aus, wobei diese in der Restverteidigung sogar eine 4 zu 2-Überzahl hat. Die verbliebenen Verteidiger konzentrierten sich jedoch alle auf Ducksch und übersahen Muslija im Rücken.

Wehen ist mit drei Niederlagen immer noch ohne Punkte und steht auf Tabellenplatz 18. Trainer Rüdiger Rehm ist sogar bereits 13 Spiele lang in Liga zwo sieglos. Im Pokal lieferten sich die Wiesbadener mit dem 1. FC Köln einen ebenbürtigen Fight und verloren nur knapp im Elfmeterschießen. Nach einem 3:3 nach 120 Minuten verschossen gleich drei SVWW-Akteure ihre Strafstöße, da konnte Watkowiak mit zwei gehaltenen Elfern auch nichts mehr ausrichten.

Rückblick: Fehlanzeige

Noch nie trafen der VfL und der SV Wehen Wiesbaden aufeinander. Als der SVWW in der 2. Bundesliga spielte, war unser VfL noch erstklassig. Immerhin hat Trainer Robin Dutt, damals noch als Trainer des SC Freiburg, bereits vier Duelle mit den Wiesbadenern bestritten. Die Bilanz: Zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage.

VfL-Cheftrainer Robin Dutt wählte folgende Startelf, die den ersten Dreier der Saison einfahren sollte: Manuel Riemann startete wie gewohnt zwischen den Pfosten. Vor ihm bildeten Armel Bella-Kotchap, Saulo Decarli, Simon Lorenz und Danilo Soares die variable Abwehrreihe, die sich auch gerne mal in eine Dreier- bzw- Fünferformation (dann mit Miloš Pantović) transformierte. Anthony Losilla, Vitaly Janelt und Sebastian Maier formten das Zentrum. Danny Blum, phasenweise auch als direkte Unterstützung vorne drin, und Pantović sollten auf außen wirbeln und Stoßstürmer Silvère Ganvoula unterstützen. Neu im Vergleich zur Partie in Hamburg sind Pantović und Blum, die für die verletzten Chung Yong Lee und Tom Weilandt starteten.

SVWW-Trainer Rüdiger Rehm tauschte nach der 0:3-Niederlage in Hannover zweimal das Personal: Neuzugang Tobias Schwede und Aufstiegsgarant Manuel Schäffler begannen anstelle von Benedikt Röcker und Nicklas Shipnoski.

Und so lief die Partie:

3. Erste Ecke, erste dicke Chance für den Gast aus Hessen. Schäffler steht nach einer Ecke ziemlich allein am Elfmeterpunkt, steigt hoch und köpft das Leder drüber. Zu viel sollte man davon nicht zulassen.

9. Wieder Ecke, wieder Schäffler. Diesmal kommt der Sturmtank per Fuß zum Abschluss, platziert die Kugel aber zu zentral – Riemann kann problemlos zupacken. Dennoch: Kein guter Start des VfL.

10. Tor für Wehen – 0:1. Das hatte sich abgezeichnet. Der VfL ist noch gar nicht drin in der Partie, die dritte Gelegenheit nutzt Schäffler dann aus. Marvin Ajani wird auf der rechten Seite freigespielt und behält die Übersicht, Schäffler muss aus zehn Metern nur noch vollenden.

12. Bisher nur die Wiesbadener. Maximilian Dittgen wird nicht konsequent angegangen und zieht aus knapp 20 Metern ab. Drüber.

13. Jetzt auch die erste Chance für den VfL – und was für eine. Ganvoula bricht über rechts durch und versucht, in der Mitte Blum zu bedienen. Der Ball rutscht durch und plötzlich steht Soares völlig frei in ausgezeichneter Schussposition. Er zieht jedoch zu überhastet und unplatziert ab, Lukas Watkowiak im Wehen-Kasten kann parieren. Das muss das 1:1 sein…

18. Der VfL ist nach dem Rückstand etwas aufgewacht. Nun geht’s über links, wo Blum Platz hat und in die Mitte spielt. Janelt verpasst, der Ball rutscht durch und bringt Maier ins Spiel. Der wird jedoch gerade noch gestört und kann keinen Druck auf den Ball bringen. Chance vertan.

20. Tor für Wehen – 0:2. Auweia, das tut weh. Gerade schien der VfL Fahrt aufzunehmen, das schlägt der Gast eiskalt zu. Ajani wird im ersten Anlauf noch geblockt, doch Wehen holt wie so oft den zweiten Ball. Dittgen kommt ran, hat freie Schussbahn und versenkt aus der Drehung platziert oben links – Riemann wieder chancenlos.

23. Der VfL steckt nicht auf. Maier nimmt Pantovic, der sofort wuchtig flankt. In der Mitte kommt Blum herangerauscht und feuert mit vollem Risiko aus der Luft drauf. Der Ball saust knapp am Gehäuse vorbei.

24. Trinkpause – durchschnaufen. Da wartet noch ein hartes Stück Arbeit auf die Blau-Weißen. Dutt reagiert auf den missratenen Start und stellt frühzeitig um: Ulrich Bapoh soll mehr Offensivpower besorgen, Bella-Kotchap muss für ihn weichen.

31. Auch Wehen wechselt schon vor dem Seitenwechsel, allerdings verletzungsbedingt. Jeremias Lorch verlässt das Feld, Niklas Dams kommt dafür rein.

35. Viel gelingt den Hausherren nicht. Eine schöne Flanke von Blum verpassen zunächst Ganvoula und Bapoh, doch Pantović ist auch noch da. Der kann sich aber nicht zwischen Pass und Schuss entscheiden, letztlich kommt nur eine ungefährliche Rückgabe heraus.

37. Hinten ist das wirklich löchrig. Moritz Kuhn kann nach einem schlimmen Fehlpass von Soares die rechte Seite entlangspazieren und unbedrängt flanken. So findet er natürlich Schäffler, der vor Decarli zum Kopfball kommt und die Querlatte trifft. Puh…

42. Doppelchance vor der Pause, doch der Anschluss will nicht gelingen. Zunächst scheitert der durchgestartete Ganvoula nach Pass von Janelt allein vor Watkowiak, den Abpraller bringt Maier zu Joker Bapoh – doch auch er bleibt glücklos und findet in Wehens Schlussmann seine Meister. Das wäre so wichtig gewesen.

43. Wehen muss ein weites Mal verletzungsbedingt tauschen: Ajani geht vom Feld, Shipnoski fortan mit von der Partie.

45. Tor für Wehen – 0:3. Jetzt wird es richtig schmerzhaft, statt des Anschlusstreffers setzt es ein weiteres Gegentor. Nach einer schier endlosen Fehlerkette stibitzt Schwede Decarli im Strafraum das Spielgerät und lupft es aus spitzem Winkel zu Schäffler, der sich am langen Pfosten in der Luft gegen Soares durchsetzt und den Ball über die Linie bringt.

Halbzeit: Ein erschreckender Auftritt der Hausherren, das muss man schonungslos so sagen. Nach vorne werden die wenigen klaren Gelegenheiten kläglich vergeben, in der Defensive ist es phasenweise vogelwild. Wehen macht es dagegen clever, ist brutal effektiv und hat kaum Schwierigkeiten, die Offensivbemühungen des VfL einzudämmen. Das Gute: Schlimmer kann es kaum werden…

46. Weiter geht`s ohne personelle Wechsel. Alles andere darf sich ruhig um 180 Grad wenden.

50. Der VfL fordert Elfmeter, nachdem Bapoh zu Boden gegangen ist. Den gibt’s von Schiri Schlager nicht, auf der Gegenseite bringt ein verunglückter Kopfball von Maier den SVWW ins Spiel. Am Ende ist es Shipnoski, der draufhält, Riemann taucht ab und hat den Ball im Nachfassen.

56.  TOR für den VfL – 1:3. Vielleicht geht ja doch noch was. Blum bringt die Ecke an den kurzen Pfosten, Janelt verlängert (oder auch nicht) und die Kugel flutscht zu Bapoh durch, der aus kürzester Distanz die Hoffnung aufleben lässt. Das Stadion ist wieder wach!

59. Da hätte man Elfmeter geben können. Blum ist im Laufduell mit Kuhn schneller, der Wiesbadener geht mit ausgetrecktem Arm nur in den Bochumer, doch Schlager winkt ab. Auch aus Köln kommt kein Signal.

60. Der VfL mit neuem Schwung. Blum haut volley drauf, trifft die Kugel jedoch nicht richtig. Doch die Blau-Weißen nun am Drücker, Wehen im absoluten Verwaltungsmodus. Eine halbe Stunde bleibt zur Versöhnung.

63. Dann traut sich Wehen mal wieder nach vorn. Schäffler flankt zu Dittgen, Riemann ist beim zentralen Kopfball auf dem Posten.

67. Der Schwung ebbt etwas ab, Dutt will einen neuen Impuls setzen. Für Janelt kommt der schnelle Jordi Osei-Tutu in die Begegnung.

70. Auch Rehm will noch etwas verändern und zieht seinen letzten Joker. Neuzugang Törles Knöll nun für Neuzugang Schwede drin.

74. Mal wieder ein Angriff. Blum kriegt die Flanke an den langen Pfosten, sein abgeblockter Schuss landet bei Soares, der über den Fangzaun schießt.

87.  TOOOOR für den VfL – 2:3! Oha, geht da doch noch was? Der nächste Joker sticht nämlich. Weiter Einwurf von Soares, Ganvoula verlängert und Osei-Tutu verwertet am langen Pfosten technisch hochwertig. Ein paar Minuten bleiben hier noch.

90.  TOOOOOOOOR für den VfL – 3:3. OH MEIN GOTT! Riemann, du GEILER Typ! Der Keeper fängt das Leder ab, legt es sich vor und zieht bis zur Mittellinie (!!!) durch. Dort nimmt er rechts Osei-Tutu mit, der gleich Bapoh in Szene setzte. Watkowiak stürmt aus dem Kasten, Bapoh ist vorher dran und wird vom Keeper der Wiesbadener gefällt. Ganvoula tritt zum fälligen Strafstoß an und trifft zum 3:3. Das ganze Stadion steht

90.+2. Jetzt will der VfL alles und drängt mit aller Macht. Blum haut drauf, Watkowiak reißt die Arme hoch – Ecke!

90.+3 Pantović unterbindet den Konter und sieht eine Verwarnung.

90.+4. Rote Karte für Bapoh – und das ist viel zu hart. Er wird von Dams bearbeitet und reißt sich etwas los. Dams spielt den sterbenden Schwan, der Schiri fällt drauf rein. Auch Dams sieht Gelb, ebenso wie der diskutierende Ganvoula. Danach ist Feierabend.

Unglaubliches Spiel mal wieder… nach einer unterirdischen ersten Halbzeit, einem 0:3 sowie einem gellenden Pfeifkonzert, raffte sich der VfL in den zweiten 45 Minuten auf und schafft das tatsächlich noch den Last-Minute-Ausgleich. Für die Herzen der VfL-Anhänger wird es bei solchen Heimspielen jedoch auf Dauer keine schonende Saison. Trotz aller Unzulänglichkeiten, vor allem vor der Pause, lässt sich aber festhalten: Die Mannschaft lebt. Am kommenden Spieltag gastiert der VfL beim Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart (Mo., 20:30 Uhr).

Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Mir liegt es am Herzen, dass ich mich bei allen Menschen hier in Bochum für die erste Halbzeit entschuldige. Ich bin nach 18 Monaten sehr verbunden mit diesem Verein und fühle mich auch ein Stück weit für die momentane Situation verantwortlich. Ich bin allen dankbar, dass ich hier Wertschätzung spüre. Ich werde morgen, nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, das Gespräch mit Sebastian Schindzielorz suchen. Wir müssen uns grundlegend und auch über meine Position hier austauschen. Die momentane Situation dürfen wir nicht unterschätzen. Es hilft nichts, mit einem angezählten Trainer in die nächsten Wochen zu gehen. Ich mag diesen Verein und will das Beste für ihn.

Rüdiger Rehm (Cheftrainer SV Wehen Wiesbaden): Wir haben heute ein brutal mitreißendes Spiel erlebt. Beide Mannschaften haben alles abgerufen. Ich glaube, dass wir eine sehr gute erste Halbzeit erwischt haben. Wir haben den Gegner immer in den richtigen Momenten gepackt, haben Bälle erobert und gut umgeschaltet. Mit hoher Effizienz haben wir unsere Tore gemacht, hatten auf der anderen Seite aber auch einen exzellenten Torhüter, der einige Situationen geklärt hat. Wir wollten das Ergebnis nicht verwalten, sondern das vierte Tor nachlegen. Das der VfL mir Frust und Wut im Bauch aus der Kabine kommen wird, war uns bewusst. Wir hatten dann mehrere Situationen, die wir besser hätten ausspielen müssen, um das vierte Tor zu machen. Dass uns dann in der 80. Minute mit Moritz Kuhn unser Außenverteidiger wegbricht und wir in Unterzahl agieren müssen, das hat uns ein bisschen das Genick gebrochen.

Sebastian Maier: Ich muss mich bei allen entschuldigen, die heute im Stadion waren. Das war nicht VfL-würdig. Ich kann das Spiel auch nur schwer in Worte fassen. Ich bin einfach sehr froh über unsere zweite Halbzeit. Die Marschroute für den zweiten Durchgang war klar: Die Bälle in den Sechzehner bringen und versuchen, die Tore zu machen. Wir wollten Wiesbaden unter Druck setzen und das ist uns mit langen Bällen besser gelungen. Es waren heute zwei brutal unterschiedliche Hälften von uns. Aber die Mannschaft hat Moral, sonst könnte man einen Rückstand nicht in mehreren Spielen aufholen.

Anthony Losilla: Es fällt mir schwer, nach so einer schlechten ersten Halbzeit die richtigen Worte zu finden. Nichts hat gepasst, es war eine Katastrophe. Zum Glück konnten wir das Spiel in der zweiten Halbzeit drehen und so noch einen Punkt einfahren. Die erste Hälfte des Spiels ist zum Vergessen. In der zweiten Halbzeit hatten wir nichts mehr zu verlieren. Zum Glück konnten wir drei Tore schießen, um noch einen Punkt mitzunehmen – doch das wird uns nicht jede Woche gelingen, einen Rückstand aufzuholen.

Vitaly Janelt: Es ist natürlich eine Katastrophe in der Halbzeit Zuhause 0:3 zurückzuliegen. Wir hatten unsere eins, zwei hundertprozentigen Chancen im ersten Durchgang, die wir nicht genutzt haben. Die Pfiffe der Fans waren in der Halbzeit absolut berechtigt. Wir haben uns dann zusammengesetzt und gesagt, dass wir alles nach vorne werfen wollen. Das haben wir getan und nehmen einen Punkt mit.

Manuel Riemann: Wir haben uns in der Halbzeit zurecht ein paar Takte anhören dürfen. Auch auf dem Platz haben wir uns nochmal zusammengefunden. Wir haben uns vorgenommen, mehr mit langen Bällen zu agieren. Wiesbaden hatte uns in der zweiten Halbzeit nichts mehr entgegen zu setzen. Fakt ist, dass wir anfangen müssen, von Beginn an so zu spielen, sonst wird es schwer. Wir können nicht jedes Mal einen Rückstand aufholen