24. Spieltag

SG Dynamo Dresden
2: 2
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  03.03.201913:30 Uhr2. Bundesliga


Der „Fußballgott“ übernimmt 

Cristian Fiél, der zuletzt die U17 der SG Dynamo Dresden coachte, wurde am vergangenen Sonntag als Nachfolger des beurlaubten Maik Walpurgis ernannt. Die notwendige Ausbildung zum Fußballlehrer schließt der ehemalige Profi am 1. März ab. Am Donnerstag wird er offiziell bei den Schwarz-Gelben vorgestellt und übernimmt dann auch den Trainingsbetrieb.

Einen Tag nach der 0:2-Niederlage beim SV Darmstadt 98 beurlaubte die SG Dynamo Dresden Cheftrainer Maik Walpurgis. Aus den zurückliegenden neun Pflichtspielen holten die Dresdener nur einen Sieg. Im Jahr 2019 sammelten die Ostdeutschen erst einen Punkt, als sie sich am 22. Spieltag torlos vom SSV Jahn Regensburg trennten. Walpurgis‘ Beurlaubung sei „für uns in dieser Situation alternativlos, weil nicht nur das Erreichen unserer Ziele in dieser Saison in große Gefahr geraten ist, sondern auch der Glaube verloren gegangen ist, gemeinsam in dieser Konstellation erfolgreich sein zu können“, begründete Sportgeschäftsführer Ralf Minge die Entscheidung. Durch die Niederlage in Darmstadt rangiert Dynamo derzeit auf dem 14. Tabellenrang, punktgleich mit dem FC Erzgebirge Aue und dem SV Darmstadt, die beide ein besseres Torverhältnis aufweisen können. 

Nachfolger ist Cristian Fiél, der auch in Bochum kein Unbekannter ist. Der ehemalige Profi spielt nach Stationen bei den Stuttgarter Kickers und dem FC Union Berlin zwischen 2003 und 2004 beim VfL. Der ganz große Durchbruch blieb unter Trainer Peter Neururer aus, nur sieben Einsatze konnte Fiél im blau-weißen Dress sammeln.  Nach sechs Jahren bei Alemannia Aachen zog es den früheren Mittelfeldakteur zu Dynamo Dresden. Im Osten der Republik wurde er zum Publikumsliebling, Aufstiegsheld und erhielt von den Fans den Beinamen „Fußballgott“. 2015 beendete er seine Karriere, blieb dem Verein aber als Jugendcoach erhalten. 

Verletzungssorgen bei Koné 

Nun folgt sein Aufstieg zum Cheftrainer und der Großteil der Dynamo-Fans ist von dieser Entscheidung begeistert: „Er ist Dynamo.“ oder „Unkonventionell, verrückt. Er ist mit Leib und Seele Dynamo, genau das, was wir jetzt brauchen“ las man in den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke. Auch Sportgeschäftsführer Minge freut sich: „Es war ein langgehegter Wunsch, ‚Fielo‘ eines Tages diese Verantwortung zu übertragen, darauf haben wir gemeinsam hingearbeitet. Er bringt alles mit, was man braucht, um als Trainer im Profi-Fußball erfolgreich zu sein.“ Es ist bereits der zweite Trainerwechsel der Dresdener in der laufenden Saison. Nach zwei Niederlagen in der Zweiten Bundesliga und dem Erstrundenaus im DFB-Pokal trennte sich der Klub gleich zu Saisonbeginn von Uwe Neuhaus. Fiél sprang nach der Beurlaubung bereits als Interimstrainer bei den Profis ein.   

Beim VfL siegten die Dresdener im Hinspiel nach einem verwandelten Handelfmeter von Moussa Koné mit 1:0. Der 22-Jährige ist mit neun Toren und sechs Vorlagen der beste Scorer der Dynamos, laboriert momentan allerdings an einer Bauchmuskelverletzung. Derzeit ist noch unklar, wie lange der Stürmer ausfallen wird. Fest steht, dass Kapitän Marco Hartmann (Oberschenkelverletzung) und Florian Ballas (Außenbandriss) die kommende Partie gegen den VfL verpassen werden, da sie sich noch in der Reha befinden. Auch für Patrick Ebert und Haris Duljevic (beide muskuläre Probleme) kommt ein Einsatz wohl noch zu früh. 

Der VfL Bochum 1848 hat die Niederlagenserie gestoppt und bei Dynamo Dresden ein 2:2 geholt. Früh gingen die Blau-Weißen durch Lukas Hinterseer (11.) und Rückkehrer Milos Pantovic (14.) in Führung. Dynamo kam glücklich zum Anschluss durch Atik (33.), wollte im zweiten Durchgang aber unbedingt mehr. Nikolaou köpfte nach eine Stunde zum Ausgleich ein. Gleichzeitig der Endstand im Rudolf-Harbig-Stadion.

Keine einfache Aufgabe für den VfL Bochum 1848 am 24. Spieltag: Nach vier Niederlagen in Serie ging es für die Mannschaft von Cheftrainer Robin Dutt in der Elbflorenz gegen die SG Dynamo Dresden. Dutt setzte im Vergleich zur 1:3-Heimniederlage in der Vorwoche gegen Holstein Kiel auf einige Änderungen: Silvère Ganvoula und Dominik Baumgartner mussten in Bochum bleiben, Milos Pantovic kehrte nach seiner Kreuzbandverletzung erstmals wieder in den Kader zurück – und stand gleich in der Startelf. Gleiches galt für Anthony Losilla (Rückkehr nach Gelbsperre), Simon Zoller, Tom Weilandt und Patrick Fabian. Insgesamt fünf Änderungen in der ersten Elf also, im Vergleich zum Kiel-Spiel nahmen Lee, Tesche und Römling zunächst auf der Bank Platz. Sidney Sam musste kurzfristig verletzungsbedingt passen, sodass nur sechs VfL-Akteure auf der Bank saßen. Dynamos neuer Cheftrainer Cristian Fiél, ehemaliger Bochumer Profi, nahm vier Änderungen vor, nachdem die SGD in der Vorwoche mit 0:2 beim SV Darmstadt 98 verloren hatte: Duljevic, Ebert, Atik und Berko standen von Beginn an auf dem Rasen.

Vor 28.153 lautstarken Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion hatten die Gastgeber zu Beginn mehr Ballbesitz, ohne aber in die gefährliche Bochumer Zone gelangen zu können. Den ersten Torabschluss verzeichnete dann in der sechsten Minute VfL-Offensivmann Simon Zoller, der von Janelt in Szene gesetzt wurde. Sein Direktabschluss wurde aber von Hinterseer unglücklich zum SGD-Abstoß abgefälscht. Die Szene sollte dazu führen, dass nun etwas mehr Dampf im Spiel war – auf beiden Seiten. Nicht unbedingt schön herausgespielt, dafür aber umso wichtiger: Der 1:0-Führungstreffer für die Blau-Weißen nach zehn Minuten. Im Anschluss an einen ungefährlichen Standard drosch Fabian den Ball von der Mittellinie lang und weit nach vorne, wo zwar etliche VfL-Akteure im Abseits standen, ausgerechnet Lukas Hinterseer aber nicht. Und der nahm die Kugel gekonnt an, ging alleine noch einige Meter auf SGD-Keeper Schubert zu und schenkte eiskalt unten links ein. Und die Bochumer machten weiter! Nur vier Minuten später gelang der zweite Treffer! Nach einem langen Ball von Losilla hatte Zoller auf der linken Seite mächtig Platz und servierte für Hinterseer, der beinahe den Doppelpack schnürte. Doch Schubert konnte dieses Mal zunächst parieren, allerdings vor die Füße von Rückkehrer Pantovic, der nur noch einschieben musste – das 2:0 für die Gäste!

In der Folge merkte man deutlich, dass den Dresdenern dieser Doppelschlag zusetzte. Zwar verzeichneten die Gelb-Schwarzen wieder etwas mehr Ballbesitz als der VfL, doch einen Plan hatte die Fiél-Elf mit der Kugel nicht. Die komplett in blau spielenden Gäste machten es clever und präsentierten sich auch in den Zweikämpfen voll auf der Höhe. Die Riesenchance auf das dritte Tor bot sich der Dutt-Elf dann nach 27 Minuten. Nach starkem Ballgewinn von Hoogland führ Pantovic einen Konter und bediente den mitlaufenden Zoller, der eigentlich nur noch entscheiden musste ob er selbst einschiebt oder auf Hinterseer querlegt, dabei legte er sich den Ball aber soweit vor, dass Schubert aus seinem Tor eilen und die Kugel aufnehmen konnte. Auch die nächste Gelegenheit bot sich den Blau-Weißen: Nach einem Einwurf kam Weilandt an der Strafraumkante zentral vor dem Tor zum Schuss, dieser wurde aber zur Ecke geblockt. Auch diese wurde gefährlich, aber nach guter Hereingabe  von Pantovic drückte Hinterseer den Ball aus kurzer Distanz genau in die Arme von Schubert. Doppelt bitter, weil die SGD genau im Gegenzug den Anschlusstreffer markierte. Ein Fehler auf der rechten Abwehrseite gab Kreuzer Platz, sodass dieser unbedrängt in die Mitte flanken konnte. Dort kam Hoogland zwar an die Kugel, verlängerte diese aber so an den Kopf von Atik, dass der Ball im rechten Toreck einschlug – 1:2 aus Dresdener Sicht.

Jetzt ging es hin und her. Zunächst wieder der VfL im Vorwärtsgang, doch zunächst kam eine flache Hereingabe von Pantovic nicht am Ziel an, kurz darauf schlug der Torschütze eine Ecke herein, die Fabian mit Druck aufs Tor brachte, Zollers Fußspitze machte es noch gefährlicher, doch ein SGD-Abwehrbein klärte in höchster Not. Im Gegenzug wieder die Hausherren, die von ihren Fans nach vorne gepeitscht wurden, doch einen Flachschuss aus der Distanz von Kreuzer parierte Riemann ohne Probleme (38.). Eine Minute vor dem Pausenpfiff dann wieder das Duell Kreuzer gegen Riemann, dieses Mal versuchte es der SGD-Spieler per Freistoß aus spitzem Winkel, doch Bochums Keeper boxte die Kugel aus der Gefahrenzone (45.). So blieb es bei der knappen, aber hochverdienten 2:1-Pausenführung für den VfL.

Nach 15 Minuten Pause ging es in Dresden ohne personelle Wechsel auf beiden Seiten weiter. Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs gestalteten beide Teams dann offen, einzig ein abseitsverdächtiger Angriff über Zoller kurz nach Wiederanpfiff sorgte für etwas Gefahr, brachte den Bochumern aber nicht den dritten Treffer. In der 56. Minute dann Freistoß aus guter Position für die SGD, doch den Versuch von Kreuzer nahm Riemann sicher auf. Kurz darauf dann eine Schrecksekunde für Soares, der abseits des Geschehens von Berko weggecheckt wurde und sich im Gesicht verletzte, doch Schiedsrichter Michael Bacher ließ diese Aktion weiterlaufen – fragwürdige Entscheidung. Noch bitterer, weil es im Anschluss mit Ecke für die SGD statt Freistoß für den VfL weiterging – und dabei fiel der Ausgleich. Nach dem Standard von Kreuzer kam Nikolaou an die Kugel und drückte sie per Kopf über die Linie, das 2:2.

Soares konnte nach der Situation nicht weitermachen, er wurde durch Youngster Moritz Römling ersetzt. Auch Lee kam kurz darauf in die Partie, für ihn verließ der nicht nur aufgrund seines Treffers stark aufspielende Pantovic den Platz. Bacher, der Unparteiische, verlor in der Folge zunehmend seine Linie und die Souveränität aus dem ersten Durchgang. Einen fragwürdigen Freistoß für Dresden gab es so auch in der 71. Minute, doch Atik setzte diesen klar über das Tor. Danach passierte zunächst nichts mehr, auf VfL-Seiten kam mit Celozzi für Gyamerah der letzte Wechselspieler. Zwölf Minuten regulärer Spielzeit waren noch zu gehen, da kam ein langer Ball auf Zoller an, der aus weiterer Distanz den Heber über den herauslaufenden Schubert probierte, doch der Ball war zu hoch angesetzt. Erst in der 87. Minute wurde es dann wieder gefährlich: Celozzi verschätzte sich leicht bei einer Seitenverlagerung der SGD, sodass der eingewechselte Möschl zum Abschluss kam, doch Riemann packte im Nachfassen zu. Auch in der Nachspielzeit wieder die Bochumer Nummer 1: Nach einem Konter über die linke Seite war es wieder Möschl der abzog, Riemann riss den Arm hoch und klärte zur Ecke. Diese wurde nochmal gefährlich, doch ein Dresdener Kopfball rauschte über die Latte.

Am Ende blieb es bei dem 2:2-Unentschieden. Der VfL konnte das Endergebnis mit einem weinenden und einem lachenden Auge hinnehmen: Gerade aufgrund der vielen Chancen im ersten Durchgang und der Zwei-Tore-Führung wäre sicherlich mit etwas Glück mehr drin gewesen, am Ende bedeutet der Punktgewinn in Dresden aber auch einen wichtigen ersten Schritt aus der Negativ-Serie von zuletzt vier Niederlagen am Stück. Anne Castroper geht es für den VfL am kommenden Freitagabend (18:30 Uhr) weiter, dann ist der 1. FC Heidenheim zu Gast im Vonovia Ruhrstadion.

Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): In der ersten Halbzeit ging unser Plan lange richtig gut auf. Wir haben die Räume gut eng gemacht, um wieder Stabilität zu kriegen nach den letzten Ergebnissen. Wir hatten gute Balleroberungen und gute Umschaltaktionen, haben schnell nach vorne gespielt. So konnten wir den Gegner überraschen und sind mit 2:0 in Führung gegangen. Wir hatten dann durch Simon Zoller die Riesenchance auf das 3:0, als er allein auf das Tor zugelaufen ist. Dann kriegen wir über die rechte Seite das 1:2, was den Gegner natürlich wieder ins Spiel gebracht hat. Insgesamt hat der Gegner eine leidenschaftliche und aus meiner Sicht gute Leistung gezeigt. Mich ärgert das 2:2, für mich geht dem Treffer ein klares Foul an Danilo Soares voraus. Er liegt mit einer Gehirnerschütterung in der Kabine und kommt jetzt ins Krankenhaus. Leider hat der Schiedsrichter, der auf beiden Seiten keinen sicheren Eindruck gemacht hat, das nicht gesehen. Er war der Stimmung nicht ganz gewachsen. Danilo liegt dann draußen, sein Gegenspieler erzielt den Ausgleich. In einer solchen Phase braucht man auch das Glück, dass die Zweikämpfe entsprechend bewertet werden. Zum Schluss fand ich, dass Dresden richtig gut Druck gemacht hat. Dennoch hat Simon wieder die Chance zum Tor, leider lupft er den Ball über das Tor. Letztendlich geht das 2:2 nach den beiden Halbzeiten in Ordnung, auch wenn es für uns nach der 2:0-Führung bitter ist. Meinem neuen jungen Kollegen Cristian Fiel wünsche ich eine erfolgreiche Zeit in Dresden und eine erfolgreiche Trainerkarriere. Wir haben mit den Stuttgarter Kickers einen gemeinsamen ehemaligen Verein. Von außen aus gesehen passt es zwischen Dynamo Dresden und Cristian Fiel wohl ziemlich gut, außerdem ist es immer schön neue Gesichter zu sehen und einen Kollegen zu haben, der nach einer solchen hitzigen Situation auch danach wieder freundschaftlich abklatscht und sachlich miteinander umgeht.

Cristian Fiel (Cheftrainer SG Dynamo Dresden): Vielen Dank! Momentan bin ich noch aufgeregt, weil ich mir erstmal Gedanken machen musste, was hier passiert ist. Wenn man in seinem ersten Spiel nach 14 Minuten mit 0:2 zurückliegt, muss man erstmal in sich gehen. Wir hatten uns viel vorgenommen, das ist klar beim ersten Spiel unter einem neuen Trainer. Wir hatten uns ein paar klare Sachen zurecht gelegt, die wir umsetzen wollten. Auf einmal stehst du da und liegst 0:2 zurück. In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt, dass es keine Option ist aufzugeben und dass im Fußball, vor allem hier in Dresden, alles möglich ist. Ich glaube auch, dass wir auch in der zweiten Halbzeit immer noch den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht haben, dass aber die Mentalität und Leidenschaft, die man in meinen Augen braucht, absolut da war. Deshalb bin ich mit dem Unentschieden am Ende zufrieden. Bevor ihr mich für verrückt erklärt: Mir ist schon klar, dass es im Fußball darauf ankommt Punkte zu holen und Spiele zu gewinnen. Das steht außer Frage. Wenn man heute das ganze Spiel sieht, dann gehe ich für mich mit einem guten Gefühl nach Hause. Ich hoffe, dass die Jungs das auch machen. Eines steht außer Frage: Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, aber wir werden es angehen.

Patrick Fabian (VfL Bochum 1848): Wenn man 2:0 führt und die Chance auf das 3:0 hat, dann fühlt es sich vielleicht an, als hätte man zwei Punkte verloren. Aber vom Spielverlauf her muss man schon sagen, dass Dynamo mehr Ballbesitz hatte und viel Druck gemacht hat, auch wenn sie nicht die ganz klaren Torchancen hatten. Vielleicht ist es keine ungerechte Punkteteilung. Die Gegentore passieren so leider manchmal. Wichtig war es für uns heute, wieder eine Stabilität hinzubekommen und daraus dann nach vorne umzuschalten. Das ist uns wunderbar gelungen. Dann muss man auch in so einem Spiel mal das Glück auf seiner Seite haben, das ist uns in der Situation vor dem 1:2 leider verwehrt geblieben. Dresden hatte hier eine große Euphorie durch den Trainerwechsel, das hat man auch schon vor dem Spiel gesehen. Dann kommen sie in dem Stadion natürlich nochmal zurück, das ist klar. Aber grundsätzlich, auch wenn der Gegner mehr Spielanteile hatte, haben wir es gut über die Zeit gebracht und hätten – das darf man nicht vergessen – auch noch das 3:2 machen können durch den Heber von Simon.

Milos Pantovic (VfL Bochum 1848): Von mir aus hätte ich mein Debüt auch um eine Woche verschoben, wenn wir heute die drei Punkte geholt hätten. Wir haben uns die ganze Woche über vorgenommen wieder kompakter zu stehen und wieder gemeinsam zu verteidigen. Wir wollten keine Bälle in die Tiefe zulassen, was uns auch größtenteils gelungen ist. Dann kriegen wir das unglückliche Gegentor, retten uns noch mit der Führung in die Halbzeit und bekommen dann aber wieder durch einen Standard das 2:2. Nach einer 2:0-Führung darf uns das eigentlich nicht passieren, aber in der aktuellen Situation ist es auch nicht einfach hier. Heute Morgen bei der Besprechung habe ich erfahren, dass ich ran darf. Es ist klar, dass es kräftemäßig noch nicht für 90 Minuten reicht nach der langen Pause. Aber ich habe alles rausgehauen, was ich konnte. Jetzt heißt es, für das nächste Spiel gegen Heidenheim gut zu regenerieren. Bei meinem Tor ist mir der Ball vor die Füße gesprungen, ich musste ihn nur noch reinmachen. Insgesamt habe ich trotzdem gemischte Gefühlte. Nach meiner ersten schwereren Verletzung war es eine lange Leidenszeit. Dass ich mich gleich mit einem Tor belohnt habe ist schön, aber insgesamt überwiegt die Enttäuschung, wir die Führung aus der Hand gegeben haben.

Lukas Hinterseer (VfL Bochum 1848): Ich finde, es war heute ein deutliches Lebenszeichen. Nach den letzten vier Spielen mit vier Niederlagen, bei denen wir nicht so gespielt haben wie wir es uns vorgestellt haben, wollten wir uns heute richtig gut präsentieren und mit viel Herz und Leidenschaft spielen. Das haben wir glaube ich geschafft und ich hoffe, dass es auch nach außen hin so gewirkt hat, dass wir alles gegeben haben. Natürlich hat es einen bitteren Beigeschmack, weil wir hier in Dresden mit 2:0 führen. Wir müssen es nochmal analysieren, wie die Gegentreffer am Ende zu Stande gekommen sind. Ich bin trotzdem zufrieden mit der Leistung und der Einstellung der Mannschaft und freue mich darauf, unseren Kampfgeist auch nächste Woche wieder vor eigenem Publikum zeigen zu können. Beim 1:0 habe ich darauf spekuliert, dass Patti den Ball direkt wieder nach vorne klärt, weil es war ein schwieriger Ball. Ich stand nicht im Abseits, da haben die Verteidiger geschlafen, was ich dankend angenommen habe. Hier in Dresden war die Stimmung besonders nach dem Anschlusstreffer riesig, es hat den Gegner nochmal gepusht. Wir haben sehr viel investiert, besonders in der ersten Halbzeit war es für uns alle ein sehr laufintensives Spiel. Irgendwann gehen dann die Körner auch aus. Wir haben trotzdem richtig viel Herz gezeigt. Vor einer Woche hätten wir so ein Spiel wahrscheinlich noch verloren. Wir haben uns generell als ganze Mannschaft und als gesamter Verein vorgenommen ein anderes Gesicht zu zeigen. Es gibt leider solche Phasen, aber heute war der erste kleine Schritt daraus. Mir persönlich gibt der Auftritt hier in Dresden einen Schub für die kommenden Wochen.