19. Spieltag

VfL Bochum 1848
2: 1
MSV DuisburgMSV Duisburg

Di,  29.01.201918:30 Uhr2. Bundesliga

Die verflixte 13

Ob es den Zebras bei ihrem Auswärtsspiel gegen den VfL dieses Mal gelingt den Sieg zu holen, bleibt abzuwarten. Allerdings musste der MSV Duisburg bereits ein paar Niederlagen im Vonovia Ruhrstadion einstecken: genau 13 an der Zahl.

Ebenfalls 13 lautet die Anzahl der Punkte, die in dieser Saison von den Zebras erspielt wurden. Entsprechend dieser eher mageren Ausbeute findet sich der Verein am unteren Ende der Tabelle wieder. Die Winterpause musste die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht sogar auf dem Relegationsplatz verbringen.

Schon zu Beginn der Spielzeit hatte der MSV mit einigen Problemen zu kämpfen. Nachdem die Duisburger in den ersten acht Spieltagen durch ein 2:2 bei Union Berlin und einem 3:3 beim 1.FC Magdeburg nur zwei Punkte ergattern konnten, folgte der erste Sieg am neunten Spieltag. Und das gegen keinen geringeren als den Bundesliga-Absteiger aus Köln. 2:1 siegten die Zebras beim 1. FC Köln.

Über einen Sieg mehr auf dem Konto würden sich die Duisburger Fans sicher auch am Dienstagabend freuen, denn in den vergangenen vier Spielen gegen Holstein Kiel (0:4), beim 1.FC Heidenheim (1:4), gegen den Hamburger SV (1:2) und Dynamo Dresden (1:3) blieben die ersehnten Punkte aus. Nun, frisch erholt und nach ordentlichem Kraft tanken in der Winterpause, wollen sie die Kehrtwende schaffen.

Um diese anzupacken lautete der erste Schritt im neuen Jahr: Verstärkung in der Defensive. Da Innenverteidiger Sebastian Neumann aufgrund einer Hüftverletzung voraussichtlich noch bis zum Sommer ausfällt, musste schnell Ersatz her. Gesagt, getan: Seit Beginn des Monats befindet sich Joseph Baffo im Kader des MSV. Der ehemalige schwedische Junioren-Nationalspieler spielte bis zum Sommer des vergangenen Jahres noch bei Eintracht Braunschweig und ist somit vertraut mit den Trainingsmethoden von Lieberknecht. Denn bevor der Zebra-Trainer im Oktober Ilija Gruew beim MSV ablöste, trainierte er zehn Jahre lang die Jungs von der Eintracht.

Ein Ausbau der Qualitäten in der Defensive ist wichtig, denn der MSV hat ebenso wie der SV Darmstadt 98 33 Gegentreffer hinnehmen müssen. Nur der 1. FC Magdeburg sowie der FC Ingolstadt (je 35 Gegentreffer) mussten mehr Gegentore hinnehmen. Für zusätzliche Unterstützung auf dem Platz sollen deshalb jetzt auch zwei Leihspieler von den Bundesligisten Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf sorgen. Sowohl Torhüter Felix Wiedwald (Torwart) als auch Havard Nielsen (Mittelstürmer) helfen bis zum Saisonende bei den Zebras aus. Unter den vielen neuen Gesichtern in den blau-weiß-gestreiften Trikots findet sich allerdings auch ein ehemaliger VfL-Spieler wieder: Richard Sukuta-Pasu. Der Mittelstürmer hat in der Saison 2013/14 für den VfL 34 Pflichtspiele absolviert, in denen er 6 Tore schoss.

Das letzte Gastspiel anne Castroper konnte der MSV dank eines Tores von Stanislav Iljuchenko und einem verwandelten Elfmeter von Kevin Wolze mit 2:0 für sich entscheiden. Auch in dieser Saison ist Wolze mit drei Toren und zwei Vorlagen einer der Top-Scorer der Mannschaft. Die Gesamtbilanz spricht allerdings für den VfL: Aus 61 Duellen gingen die Bochumer 23-mal als Sieger hervor, 19-mal blieb es bei einem Unentschieden und 19-mal entschied der MSV die Partie für sich.

Am Ende wurde es nochmal knackig anne Castroper, doch die drei Punkte blieben in der Heimat! Der VfL Bochum 1848 siegte zum Pflichtspielauftakt 2019 gegen den MSV Duisburg mit 2:1! Einen starken ersten Durchgang der Blau-Weißen krönten Simon Zoller mit seinem Premierentor (13.) und Urgestein Patrick Fabian (21.) mit ihren Treffern. Nach dem Seitenwechsel war der VfL dem dritten Treffer ganz nahe. Die Zebras profitierten jedoch von einem Riemann-Patzer, Nielsen staubte ab (79.). Am Ende setzten sich Losilla und Co. vor 17.810 Zuschauern aber verdientermaßen durch.

Geschlagene 50 Tage ist es her, dass das runde Leder anne Castroper letztmals rollte. Eine viel zu lange Zeit, zumal es im letzten Heimspiel des Jahres auch noch eine bittere 1:3-Niederlage gegen den FC St. Pauli zu verdauen gab. Dank des 3:2-Triumphes in Köln gingen Fans, Spieler und Verantwortliche des VfL Bochum 1848 dennoch mit gutem Gefühl in die Winterpause. Als Entschädigung für die Wartezeit eröffnete der VfL zum Auftakt ins Jahr 2019 den 19. Spieltag der 2. Bundesliga gleich mal mit dem kleinen Revierderby gegen den abstiegsbedrohten MSV Duisburg. Im Hinspiel am 2. Spieltag netzten Sidney Sam und Silvère Ganvoula zum ersten Saisonsieg, doch seither hat sich bei den Zebras einiges getan.

Thorsten Lieberknecht steht mittlerweile anstelle von Ilia Gruev an der Seitenlinie, zudem standen drei Winterneuzugänge in der Duisburger Startelf – Felix Wiedwald hütete das Tor, zudem waren Havard Nielsen im Sturmzentrum und Joseph-Claude Gyau neu dabei. Auch der VfL verpflichtete im Winter neues Personal, beide Neuzugänge durften direkt die Luft anne Castroper schnuppern. Dominik Baumgartner rückte dabei ins Abwehrzentrum für den gelbgesperrten Tim Hoogland, Simon Zoller rückte in die offensive Dreierreihe. Er ersetzte Asien-Cup-Teilnehmer Chung Yong Lee, der von Cheftrainer Robin Dutt genau wie Robbie Kruse eine Verschnaufpause verordnet bekam. Ansonsten war die Startelf des VfL unverändert gegenüber dem Sieg in Köln. Zusätzlich erfreulich: Sebastian Maier war wieder einsatzbereit und nahm auf der Ersatzbank Platz.

Auch die 22 Akteure auf dem Rasen hatten nach intensiver Vorbereitung wieder richtig Bock auf Fußball und verzichteten auf eine Phase des Abtastens. Den ersten Aufreger nach zuvor halbgaren Versuchen auf beiden Seiten verbuchte dann Zoller. Jan Gyamerah tankte sich die rechte Flanke entlang und suchte im Zentrum den Neuzugang, der aber einen Schritt zu spät heranrauschte (8.). Zoller blieb der Hauptdarsteller der Anfangsphase und hatte nach nicht mal 15 Minuten im Dress der Bochumer seinen ersten großen Auftritt. Sidney Sam kam zunächst auf Ablage Zollers in zentraler Position am Strafraum zum Abschluss, der geblockte Schuss murmelte über Umwege vor die Füße unseres Neuen, der sich nicht zweimal bitten ließ und das Leder flach an Wiedwald vorbei in die Maschen beförderte (13.) – daran kann man sich glatt gewöhnen.

Die Blau-Weißen, der MSV lief in Rot auf, wollten gleich nachlegen und der Ball zappelte wenig später auch erneut im Duisburger Netz. Kapitän Toto Losilla stand bei der punktgenauen Hereingabe von Jan Gyamerah aber laut Schiedsrichtergespann mit der Fußspitze im Abseits – eine hauchzarte Entscheidung (16.). Die Zebras wirkten angeknockt, die Hausherren ließen den Gast kaum mehr aus der eigenen Hälfte und blieb eiskalt. Lukas Hinterseer holte clever die Ecke raus, die Sam maßgeschneidert ins Zentrum brachte. Dort stieg der eingelaufene Patrick Fabian am höchsten und wuchtete das Spielgerät per Kopf zum 2:0 in den Kasten (21.). Besser hätte es im Vonovia Ruhrstadion vor 17.810 Zuschauern nicht losgehen können.

Auch das zweite Tor erwies sich als Wirkungstreffer, nach dem es Dutts Mannen jedoch etwas ruhiger angehen ließen. Der MSV kam so zu zwei Fernschüssen, die aber beide weit an Manuel Riemanns Gehäuse vorbeisegelten. Die Kontrolle über das Geschehen gab der VfL jedoch nicht her, nach gut 30 Minuten durfte aber auch der Gast am Spiel teilnehmen. Die nennenswerten Chancen blieben Bochum vorbehalten. Losilla kam nach einer Flanke Hinterseers über Umwege zum Abschluss, wurde aber im allerletzten Moment von Gerrit Nauber geblockt (36.). Im Gegenzug aber doch die bis dato beste Zebra-Möglichkeit. Kleine Unachtsamkeit von Gyamerah, die in letzter Konsequenz Gyau in Abschlussposition brachte – der Schuss kam dann aber zentral in Riemanns Handschuhe geflogen und stellte keine Gefahr da (38.). Vor der Pause wurde es nochmal etwas wilder. Auf der anderen Seite brachte Tom Weilandt Danilo Soares in Schussposition, den geblockten Schuss nahm Robert Tesche auf und hielt ebenso drauf – durch ein Abfälschen Sams wurde der eigentlich harmlose Ball beinahe richtig brenzlig für Wiedwald, der schon in die andere Ecke unterwegs war (40.). Dann war aber Pause und der VfL nahm eine hochverdiente 2:0-Führung mit in die Kabinen.

Aus diesen kamen beide Mannschaften unverändert, es kam aber erstmals etwas Farbe ins Spiel. Lukas Fröde ging zu rabiat gegen Tesche zu Werke und bekam von Schiedsrichter Daniel Schlager den ersten gelben Karton verpasst (47.). Es blieb dabei, der VfL hatte vorerst alles im Griff, während die Zebras sich in Person von Wiegel, der Weilandt von hinten in die Haxen lief, die nächste Verwarnung abholten (54.). Lieberknecht wechselte im Anschluss erstmals und brachte den ehemaligen Bochumer Richard Sukuta-Pasu für Gyau in die Partie (55.). Statt Chancen bestimmten Fouls den Start des zweiten Abschnitts, auch Zoller wurde wegen eines Vergehens an Wiegel verwarnt (57.). Dann aber Fußball: Der MSV verzeichnete die erste Gelegenheit durch Moritz Stoppelkamp, der von rechts kräftig und zentral abzog, Riemann damit aber nicht in Bedrängnis bringen konnte (58.). Die Duisburger wurden nun aber zusehends mutiger, hatte nun mehr Ballbesitz und verlagerte das Spiel mehr in die Bochumer Spielhälfte.

Dutt reagierte und versuchte dieser Entwicklung mit der Hereinnahme von Comebacker Maier entgegenzuwirken. Torschütze Zoller räumte seinen Platz (64.). Das zeigte Wirkung. In seiner ersten Aktion bediente Maier in der Mitte Weilandt, der auf engstem Raum zum Tänzchen ansetzte und Wiedwald per Flachschuss zu einer Glanztat zwang (65.). Doch auch der Gast war noch nicht fertig Cauly Oliveira Souza prüfte Schnapper Riemann mit einem dankbaren halbhohen Ball (68.). Wirklich klare Möglichkeiten ließ der VfL aber weiterhin nicht zu, die Defensive um Neuzugang Baumgartner machte einen richtigen guten Job. Vorne sah Dutt aber die Notwendigkeit für einen weiteren Impuls und schickte Silvère Ganvoula anstelle von Hinterseer für die letzten 20 Minuten ins Rennen (71.).

Sam legte dann beinahe seine dritte Vorarbeit des heutigen Abends nach, beinahe feierte auch unser zweiter Wintereinkauf seinen Einstand mit einem Premierentor. Baumgartner setzte die präzise Flanke aber auf die Oberkante der Latte (74.). Es zeigte sich aber, dass Dutts Einwechslungen saßen. Der VfL diktierte wieder das Spiel, auch Ganvoula hatte seine Momente. Erst wühlte er sich frei, seinen Schuss blockte ein Zebra jedoch zur Ecke. Im Anschluss an diese setzte der Kongolese zum Fallrückzieher an, dieser zischte nicht allzu weit vorbei (76.). Es folgte die nächste dicke Chance, diesmal war Maier am Zug. Eine butterweiche Hereingabe von Weilandt verlängerte der kreative Kopf gefühlvoll mit rechts, das Leder strich wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei (77.). Das dritte Tor lag in der Luft und es fiel auch nur leider auf der falschen Seite. Lieberknecht brachte seinen letzten Joker in Ahmet Engin, der für Fröde ran durfte (79.), Augenblicke später war der MSV urplötzlich wieder im Spiel – unter gütiger Mithilfe Riemanns. Der Keeper faustete einen Kopfball-Querschläger von Baumgartner unbedrängt nach hinten, Nielsen bedankte sich und nickte zum Anschlusstreffer ein (79.). Riemann dachte wohl, ein Gegenspieler setzt ihn unter Druck.

Ganz unnötig sorgten die Bochumer hier also für eine ganz heiße Schlussphase, die Duisburger rochen Lunte und auch die zuvor lange nur durch Pyrotechnik auffällig gewordenen Gästefans waren wieder da. Nielsen verpasste eine gute Schusschance, indem er versuchte, uneigennützig den mitgelaufenen Sukuta-Pasu mitzunehmen (86.). Mithelfen, die Schlusssequenzen zu überstehen, sollte dann Stefano Celozzi, der den ausgelaugten Weilandt ersetzte (87.). Im Großen und Ganzen blieb der VfL ruhig und entwickelte genug Entlastung, doch durch das Geschenk zum 2:1 reichte nun mal eine Aktion aus. Einen vielversprechenden Konter über Losilla vereitelte dann Kevin Wolze, der den Franzosen legte, den Bochumern Zeit verschaffte und sich selbst die gelbe Karte holte (90.). Den fälligen Freistoß setzte Maier knapp vorbei. Auf der Gegenseite auch nochmal Duisburg, doch Dustin Bomheuers Kopfball war Futter für Riemann, der sich von seinem Malheur nicht verunsichern ließ.

Dann war es vollbracht, Dutts Mannen machten es sich zum Ende hin zwar selbst schwer, brachten den Vorsprung aber über die Zeit und starteten 2019 mit einem 2:1-Erfolg. So stockt der VfL sein Punktekonto nach 19 Spielen auf 30 Zähler auf, was vor den anderen Begegnungen zu Rang sieben langt. Drei weitere Punkte können am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) beim SV Sandhausen hinzukommen.