15. Spieltag

1. FC Magdeburg
0: 0
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

So,  02.12.201813:30 Uhr2. Bundesliga

FCM: „Das Herz in beide Hände nehmen“ 

Auch unter dem neuen Cheftrainer Michael Oenning musste der 1. FC Magdeburg trotz engagierter Leistung eine Niederlage hinnehmen. Der neue FCM-Coach ist dennoch zuversichtlich, dass er mit dem Aufsteiger das Saioson Klassenerhalt erreichen wird. Nicht nur der VfL gibt am Sonntag sein Debüt in der MDCC-Arena in Magdeburg. Auch Oenning wird seine Premiere vor heimischem Publikum feiern. Seit drei Wochen steht der 53-Jährige bei den Sachsen-Anhaltern an der Seitenlinie. Er übernahm das Amt von Jens Härtel, der nach fünf sieglosen Spielen in Folge vom Verein freigestellt wurde. 

Ein Punktgewinn im ersten Pflichtspiel blieb Oenning trotz guter Leistung seiner Mannschaft am zurückliegenden Wochenende verwehrt. Bei der SpVgg Greuther Fürth unterlag der FCM nach zwei Gegentreffern in den letzten Spielminuten mit 2:3. „Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison“, monierte Kapitän Christian Beck nach der Niederlage. „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und stehen am Ende wieder mit leeren Händen da, weil wir die letzten fünf, sechs Minuten gepennt haben. Das darf nicht passieren.“ 

Trotz der Pleite macht Oenning der Mannschaft keinen Vorwurf: „Ruhe und Traurigkeit lasse ich nur zu, wenn die Jungs was verbrochen haben. Aber jeder hat gesehen, dass diese Mannschaft lebt.“ Stattdessen appellierte er an die Spieler, positiv zu bleiben und den Ärger über die Niederlage „in positive Energie“ umzuwandeln. „Wir müssen diesen Weg weitergehen, müssen Fußball spielen“, sagte er und kündigt an: „Und zu Hause unser Herz in beide Hände nehmen.“

Ziel Klassenerhalt 

Der neue Chefcoach bringt reichlich Erfahrung mit und soll den Klassenerhalt mit dem FCM, der aktuell auf dem vorletzten Rang der Tabelle rangiert, schaffen. Neun Zähler holte der Aufsteiger aus den bisherigen 14 Ligaspielen. Einzig beim SV Sandhausen konnte der Drittligameister am achten Spieltag dreifach punkten. Auch zu Hause warteten die Magdeburger noch auf ihren ersten Sieg.

Ebenso wie den VfL erwarten auch den FCM im Schlussspurt bis zur Winterpause nur noch Gegner aus dem oberen Tabellenbereich. Nach dem Heimspiel gegen die Elf von Trainer Robin Dutt müssen die Magdeburger noch einmal zuhause, dann aber zweimal auswärts ran: Zunächst kommt der 1. FC Union Berlin nach Magdeburg, eine Woche später ist man beim 1. FC Köln und zu guter Letzt beim FC St. Pauli zu Gast. „Die Gegner werden nicht leichter“, gesteht Oennig und rät: „Wir müssen uns frei machen von Dingen, die passiert sind, und nur auf uns schauen.“  

Anne Castroper ist der neue FCM-Coach übrigens kein Unbekannter: Zwischen 2007 und 2008 war Oenning Trainer der U19 und großer Förderer von Ilkay Gündogan. Nach seiner Station in Bochum coachte der heute 53-Jährige unter anderem die Bundesligisten Hamburger SV und 1. FC Nürnberg. Zuletzt war Oenning bis Juni dieses Jahres beim ungarischen Erstliga-Absteiger Vasas Budapest unter Vertrag. 
 

Das allererste Duell überhaupt zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem VfL Bochum 1848 endete ohne Sieger. Der VfL dominierte vom Start weg, gegen Ende des ersten Durchgangs kamen die Hausherren besser in die Partie. Nach dem Seitenwechsel gestaltete sich das Spielgeschehen offener. Lukas Hinterseer vor und Tom Weilandt nach der Pause konnten die besten Bochumer Gelegenheiten nicht nutzen. Vor 22.252 Zuschauern endete die Partie folglich torlos. Die Dutt-Elf blieb somit im siebten Spiel in Folge unbesiegt.

VfL-Cheftrainer Robin Dutt ging die Partie in der MDCC-Arena mit dem gleichen Kader an wie beim 2:1-Heimsieg gegen Aue eine Woche zuvor, in der Startelf gab es jedoch eine Änderung: Chung Yong Lee stand für Görkem Saglam von Beginn an auf dem – ordentlich ramponierten – Platz. Magdeburgs Coach Michael Oenning, zwischen 2007 und 2008 mal als U19-Trainer beim VfL aktiv, begann ebenfalls mit einer Änderung in der Anfangsformation. Im Vergleich zur Last-Minute-Niederlage (2:3) in Fürth rotierte Laprévotte für Rother rein.

Die Partie begann vor einer leeren Magdeburger Fankurve, viele  Anhänger der Gastgeber blieben aufgrund der Liga-übergreifenden Proteste zunächst außerhalb des Stadions. Auf dem Platz übernahm die Mannschaft von Robin Dutt gleich das Zepter, die erste Möglichkeit bot sich allerdings FCM-Mittelfeldmann Laprévotte, dessen Distanzschuss nach vier Minuten aber weit über Manuel Riemanns Kasten flog. Zwei Zeigerumdrehungen später wäre Weilandt beinahe frei vor Magdeburgs Keeper Alexander Brunst aufgetaucht, doch Schiedsrichter Robert Kempter pfiff einen Zweikampf des Bochumers mit Dennis Erdmann ab. Wenig später dann die erste Riesenchance für VfL-Stürmer Hinterseer: Nach Stationen über die rechte Seite spielte Sam auf den Österreicher, der direkt in Richtung rechte obere Torecke abzog, aber Brust faustete die Kugel zur Ecke (8.). Als sich nach zehn Minuten auch die FCM-Fankurve füllte, gab es die zweite Chance für die Gastgeber: Beck legte auf Türpitz ab, dessen Direktabnahme aus 20 Metern aber klar links am Tor vorbeiflog. Hinterseers zweite gute Möglichkeit folgte kurz darauf: Gyamerah hatte von der Grundlinie in die Mitte geflankt, wo der Torjäger den Ball annahm und dann aus der Drehung abzog – knapp drüber! Gleiches galt auch für Hooglands Schuss nach 18 Minuten im Anschluss an eine Ecke.

In der Folge flachte die Partie etwas ab, der nächste Hochkaräter bot sich nach 28 Minuten Gyamerah: Eine Ecke von Lee verlängerte Tesche am ersten Pfosten, doch der VfL-Innenverteidiger köpfte im Anschluss knapp über den Querbalken. Vier Minuten später sah Lee nach einem Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte. Seine fünfte, er fehlt damit im Heimspiel am kommenden Montag gegen den FC St. Pauli. Auf dem Platz, der bereits vor dem Pausenpfiff ordentlich umgepflügt war, hatte Beck fünf Minuten vor dem Gang in die Kabinen die bis dahin beste Magdeburger Chance: Nach Vorlage von Türpitz wurde der Schuss des Kapitäns noch von Soares geblockt, der Ball rauschte ans Außennetz. Die anschließende Ecke bugsierte ein FCM-Spieler dann zwar auf Riemanns Kasten, doch der Bochumer Schlussmann packte sicher zu (40.). Auch zwei Minuten später stand Riemann im Fokus: Nach einem Schuss von Weil aus 18 Metern bekam der VfL-Torhüter gerade noch so die Fingerspitzen an den Ball, sodass es Eckball für die Gastgeber gab. Diese erarbeiteten sich in der Phase kurz vor der Pause ein spielerisches Übergewicht, konnten dieses aber nicht ummünzen. So ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit.

Personelle Wechsel gab auf beiden Seiten nicht zur zweiten Hälfte. Fünf Minuten waren rum, da wurde es zum ersten Mal wieder gefährlich für dem FCM: Nach einem Freistoß von Lee aus dem Halbfeld angelte sich Hoogland an der Strafraumkante den Ball und zog ab, doch der präzise Schuss konnte zur Ecke abgefälscht werden. Noch größer die Chance für Weilandt nach 58 Minuten: Nach einer tollen Kombination bediente Lee den zuletzt so erfolgreichen Torschützen per Steckpass, frei vor Brunst schoss „Hille“ aber ans Außennetz – so knapp! Nur kurz darauf dann die Riesen-Konterchance für die Gastgeber: Müller hatte einen zu kurzen Pass von Celozzi abgefangen und nach vorne getrieben, am Ende flog eine Flanke von Lohkemper aber hinter Riemanns Kasten. Da wäre mehr drin gewesen für den FCM.

Rund um die 70. Minute belagerte der VfL die Magdeburger Hälfte immer mehr, ohne aber glasklare Chancen herauszuspielen. Am gefährlichsten wurde noch ein Schuss von Gyamerah (71.) im Anschluss an eine Ecke. Sechs Minuten später dann mal wieder eine Gelegenheit für den FCM, als eine Konter-Flanke bei Beck landete, der aus der Drehung einen Bochumer Verteidiger anschoss (77.). Beck bot sich auch vier Minuten später die Riesenchance zur Führung, als er am zweiten Pfosten den Ball annehmen und sich zurechtlegen konnte, am Ende schoss der FCM-Kapitän aber aus aussichtsreicher Position klar drüber. Dutt hatte kurz zuvor die Schlussoffensive eingeläutet, indem er Ganvoula für Sam brachte. In der letzten regulären Spielminute flog dann ein Flankenball von Ganvoula durch den Magdeburger Strafraum, über die Station Lee kam dann Hinterseer an die Kugel, sein Schuss aus spitzem Winkel wurde aber erneut geblockt. Weitere Chancen boten sich beiden Mannschaften nicht, sodass es beim torlosen Remis blieb.

Weiter geht es für den VfL am kommenden Montagabend (10. Dezember, 20:30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli.