8. Spieltag

1. FC Heidenheim 1846
3: 2
VfL Bochum 1848VfL Bochum 1848

Sa,  29.09.201813:00 Uhr2. Bundesliga

DIE ENGLISCHE WOCHE VERSÖHNLICH BEENDEN

Englische Woche, Teil drei: Am Samstagmittag (13 Uhr) trifft der VfL Bochum 1848 im beschaulichen Ostwürttemberg auf den 1. FC Heidenheim. In der Voith-Arena treffen dann zwei Mannschaften aufeinander, die ihr letztes Zweitligaspiel unter der Woche – wenn auch jeweils knapp – verloren haben. Während die Bochumer vor heimischer Kulisse trotz einer besonders im zweiten Durchgang deutlich sichtbaren Überlegenheit mit 0:1 gegen Dynamo Dresden unterlagen, gab es für die Heidenheimer von Kult-Trainer Frank Schmidt eine 1:2-Pleite beim Überraschungsteam SSV Jahn Regensburg. Immerhin hatten die Bayern wenige Tage zuvor auswärts den großen Hamburger SV mit 5:0 aus dem Volksparkstadion gefegt. Trotz der Niederlage gegen den Jahn bleibt es im Heidenheimer Umfeld wie gewohnt ruhig, steht man in der Tabelle mit bisher acht gesammelten Punkten ja auch mit Rang 13 noch recht solide da.

Es ist die fünfte Zweitligasaison für den FCH, und tatsächlich schnitt das Schmidt-Team in den bisher vier komplett absolvierten Spielzeiten im Fußball-Unterhaus nie schlechter ab als auf eben diesem 13. Tabellenplatz. Als der heutige Trainer Schmidt, 44 Jahre alt und sogar in Heidenheim an der Brenz geboren, die Verantwortung beim „kleinen“ FCH übernahm, da spielte der Klub noch in der Oberliga Baden-Württemberg. Amtsantritt war am 17. September 2007, sein Debüt an der Seitenlinie fünf Tage später war gleich mal ein 2:1-Sieg gegen den 1. FC Normannia Gmünd. Und es sollten viele, viele Siege folgen, in 401 Pflichtspielen auf der Bank der Rot-Blau-Weißen waren es für Schmidt bisher starke 180 Stück. Die sorgten dafür, dass der FCH im Sommer 2009 zunächst den Sprung in die 3. Liga, fünf Jahre später dann in die 2. Bundesliga schaffte. Interessante, aber für VfL-Fans unschöne Statistik zum Thema „Siege“ am Rande: Den höchsten Zweitliga-Erfolg feierten die Ostwürttemberger im September 2014 ausgerechnet gegen die Bochumer, aus der Voith-Arena wurde der VfL damals mit 0:5 wieder gen Ruhrgebiet geschickt.

Ein Mann, der genau wie Coach Schmidt seit Ewigkeiten dabei ist und den stetigen Erfolgsweg nicht nur mitgegangen ist, sondern ihn wie kein zweiter aktiver Akteur geebnet hat, ist Marc Schnatterer. Der 32-jährige Mannschaftskapitän, der bereits unzählige Male Angebote aus höheren Ligen und von größeren Klubs hat abblitzen lassen, gehört beim FCH zum festen Inventar und ist natürlich Rekordspieler des Vereins. 367 Pflichtspiele hat der in Heilbronn geborene Mittelfeldstratege bisher für seinen Arbeitgeber – wenn man das in seinem Falle überhaupt so salopp sagen kann - absolviert. 109 Tore und 108 Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache. Schnatterer ist Heidenheim, Heidenheim ist Schnatterer.

Dass es ohne ihn nicht läuft, bewies die jüngste 1:2-Niederlage am Mittwochabend bei Jahn Regensburg. Da hatte Schmidt sich wohl etwas verzockt, schließlich rotierte der Trainer im Vergleich zum 2:0-Erfolg über die SpVgg Greuther Fürth wenige Tage zuvor gleich sechs Mal, unter anderem Schnatterer musste zunächst einmal auf der Bank Platz nehmen. Und so kam es, dass Schmidt auf der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Abpfiff seinem Team „die mit Abstand schlechteste Saisonleistung“ attestieren musste. „Ich bin brutal enttäuscht, da wir früh ohne Gegenwehr in Rückstand geraten sind“, meinte der Fußball-Lehrer und fügte hinzu: „Ich erwarte von der Mannschaft am Samstag gegen Bochum eine deutliche Reaktion.“ Schmidts Unzufriedenheit hatte bereits in der Halbzeitpause, als das spätere Endergebnis bereits Bestand hatte, dazu geführt, dass alle drei möglichen Wechsel zum Seitenwechsel vollzogen wurden. Doch auch der Einsatz von Schnatterer sorgte am Ende nicht mehr dafür, dass die Heidenheimer etwas aus Regensburg mitbringen konnten.

So kommt es, dass der Punkte-Abstand in der Tabelle vor dem Duell zwischen FCH und VfL am Samstagmittag in der Voith-Arena drei Punkte beträgt. Die Pflichtspiel-Bilanz spricht übrigens für die Bochumer: In neun Partien ging der VfL viermal als Sieger vom grünen Rasen, dreimal gelang dies den Süddeutschen, hinzu kommen zwei Punkteteilungen. Der Abschluss der Englischen Woche bietet da doch eine hervorragende Gelegenheit, die positive Bilanz weiter auszubauen…

Ganz bitterer Nachmittag für den VfL Bochum 1848. Nach verhaltenem Start gerieten die Blau-Weißen schnell in Rückstand. Doch Hinterseer (21.) und Hoogland (31.) drehten die Partie in eine Bochumer Führung. Unmittelbar nach dem zweiter Trefer sah Routinier Losilla die Ampelkarte. In Unterzahl hielt der VfL stark mit, hatte im zweiten Durchgang durch Celozzi und de eingewechselten Gyamerah sogar die besten Chancen. Doch der FCH kam durch Glatzel (79.) und Schnatterer (84.) noch zum Heimsieg.

Teil drei der Englischen Woche für den VfL Bochum 1848 beim 1. FC Heidenheim. Am Samstagmittag gastierte die Mannschaft von Cheftrainer Robin Dutt vor 10.600 Zuschauern in der Voith-Arena. Der Bochumer Coach musste dabei die Startelf im Vergleich zur bitteren Heimniederlage gegen Dynamo Dresden (0:1) unter der Woche notgedrungen etwas umbauen: Sebastian Maier fehlte kurzfristig aufgrund von muskulären Problemen im Hüftbereich, für den Spielmacher feierte Neuzugang Chung Yong Lee sein Startelf-Debüt für die Blau-Weißen. Silvère Ganvoula und Jan Gyamerah nahmen zunächst auf der Ersatzbank Platz, dafür rotierten Sidney Sam und Kapitän Stefano Celozzi in die erste Elf. FCH-Trainer Frank Schmidt, immerhin seit über elf Jahren an der Seitenlinie der Ostwürttemberger aktiv, änderte im Vergleich zur 1:2-Niederlage bei Jahn Regensburg am Mittwochabend vier Mal: Kapitän Schnatterer, Dorsch, Dovedan und Thiel standen von Beginn an auf dem Platz.

Dovedan war es auch, der nach einer Ecke in der vierten Spielminute die erste brandgefährliche Chance für die Gastgeber hatte. Schnatterers Standard wie so oft maßgeschneidert, am zweiten Pfosten lauerte der Heidenheimer Zehner, doch auf der Torlinie konnten Manuel Riemann und Anthony Losilla im Verbund in höchster Not klären. Der FCH nutzte den Rückenwind der ersten Gelegenheit und machte weiter Druck, nach einem weiteren Eckball drückte Mainka die Kugel aber weit über die Latte. Erst danach übernahm der VfL langsam das Spielgeschehen und setzte sich erstmals in der Heidenheimer Hälfte fest, ohne aber den Weg vors Tor zu finden. Besser machte es in der zehnten Minute die Schmidt-Elf – und ging prompt in Führung. Nach einem eigentlich harmlosen Befreiungsschlag verschätzte sich zunächst Hoogland, sodass Glatzel an der Mittellinie an den Ball kam. Dessen Steilpass in den Lauf von Dovedan wurde gefährlich, weil Leitsch als letzter Mann ausrutschte und so keine Abwehrchance hatte. Dovedan konnte so frei auf Riemann zulaufen und den Ball im Kasten versenken – 0:1.

Auch in der Folge stimmte es in der Bochumer Hintermannschaft nicht wirklich. Wenige Minuten nach dem Gegentreffer durfte Griesbeck ungestört in den VfL-Strafraum eindringen, nach seinem Flankenball auf Thiel traf der Heidenheimer aber die Kugel nicht richtig, sodass diese im Fangnetz landete. Den ersten Schuss aufs FCH-Tor verzeichnete der VfL erst nach 20 Minuten: Nach einer Kombination über die rechte Seite und einer Seitenverlagerung war Perthel plötzlich in Schussposition, doch sein Versuch aus der Distanz war kein Problem für Müller. Besser machten es die Gäste nur eine Minute später: Nach einem langen Ball stand Celozzi plötzlich mutterseelenallein im Heidenheimer Strafraum, doch statt es selbst zu versuchen, behielt der Außenverteidiger die Übersicht und bediente per Flachpass den heranrauschenden Hinterseer, der aus wenigen Metern humorlos zum schnellen Ausgleich abschloss (21.). Fünf Minuten später wieder die Süddeutschen: Schnatterer versuchte es mit einem Knaller aus 25 Metern, der Ball wurde noch einmal gefährlich von Glatzel abgefälscht, der Stürmer stand dabei aber im Abseits.

Nach einer halben Stunde ging es dann rund! Erst durfte der VfL erneut jubeln, und dieser Treffer dürfte zumindest Außenseiter-Chancen in der Kategorie „Kacktor des Monats“ haben: Nach einem langen Ball von Riemann setzte sich Hinterseer stark gegen seinen Gegenspieler durch, vom Oberschenkel des Österreichers kullerte der Ball dann in Richtung Heidenheimer Tor. Hoogland, der aufgrund einer vorangegangenen Ecke noch im Strafraum lauerte, spritze vor dem herauseilenden FCH-Keeper Müller dazwischen und gab der Kugel mit der Fußspitze den entscheidenden Tick, sodass diese in Zeitlupe ins Netz rollte (31.). Doch nur drei Minuten später dann der Schock für den VfL: Losilla, der in der Anfangsphase bereits den Gelben Karton gesehen hatte, kam gegen Griesbeck zu spät und foulte diesen erneut gelbwürdig, sodass der Franzose mit der Ampelkarte frühzeitig duschen musste. Taktische Umstellung danach von Dutt: Sam musste seinen Platz auf dem linken Flügel räumen, für ihn kam zur Stabilisation des defensiven Mittelfelds Vitaly Janelt in die Partie (37.). Fünf Minuten vor der Pause hatte der VfL dann Glück, dass Schnatterer nicht den Ausgleich erzielte. Perthel hatte den Ball per Kopf unzureichend in die Füße des FCH-Kapitäns geklärt, dessen Direktabnahme rauschte Zentimeter am linken Pfosten vorbei (40.). Auf der anderen Seite hatte Leitsch nach mustergültiger Ecke von Weilandt die Möglichkeit, doch sein Kopfball war nicht platziert genug (41.). Bis zur Halbzeit passierte dann nichts mehr, sodass es mit der knappen und zugegebenermaßen etwas glücklichen Führung zum Pausentee ging.

Ohne personelle Wechsel auf beiden Seiten ging es bei spätsommerlichen Temperaturen in der Voith-Arena weiter. Genau 120 Sekunden waren gespielt, da ging es schon Richtung FCH-Tor: Nach einem Ballgewinn von Lee in der eigenen Hälfte spielte sich Hinterseer per Doppelpass mit Weilandt frei, sodass er mit Platz aufs gegnerische Tor zulaufen konnte. Da aber die Teamkollegen nicht schnell genug hinterherkamen, musste es der Torschütze zum 1:0 selbst versuchen – doch weder der erste Versuch noch der Nachschuss führten zum Ziel, schlussendlich konnte Müller parieren (47.). Vier Minuten später dann wieder die Gastgeber, doch nach Dovedans flacher Hereingabe von der rechten Seite und einem Hacken-Abschluss von Glatzel war Riemann auf der Hut und sicherte sich den Ball ohne Probleme. Die Bochumer spielten jetzt in Unterzahl abwartend und standen tief in der eigenen Hälfte, die Roten gaben das Tempo vor. Doch auch nach einer Viertelstunde im zweiten Durchgang blieb es vor dem VfL-Tor weitgehend ungefährlich, die Schmidt-Elf fand durch die dicht gestaffelte Defensive keinen Weg. Lediglich: Bei Ballgewinn dauerte es zu lange, bis genügend Bochumer Spieler anspielbereit waren, sodass viele Konterchancen bereits im Keim erstickt wurden.

In Minute 64 dann mal wieder der FCH gefährlich: Zunächst wurde eine Schnatterer-Ecke geklärt, der zweite Ball landete erneut beim Heidenheimer Rekordspieler. Die Nummer 7 der Roten flankte in die Mitte, wo der kurz zuvor eingewechselte Thomalla zwar am höchsten sprang, den Ball per Kopf aber weit über das Gebälk drückte. Ein attraktives Fußballspiel war es jetzt nicht mehr, doch die Führung der Blau-Weißen hatte auch 20 Minuten vor dem Schluss noch Bestand, dafür sorgte eine konzentrierte Defensivleistung. Doch auch im Angriff wurde es noch einmal richtig gefährlich: Nach 75 Minuten kam der eingewechselte Gyamerah im Strafraum an den Ball, doch sein Schuss aus der Drehung wurde von Müller spektakulär zur Ecke geklärt. Die noch größere Möglichkeit hatte im Anschluss daran Celozzi: Der zweite Ball landete im Rückraum, wo der VfL-Kapitän mit vollem Risiko draufhämmerte, doch der Ball klatschte an den Pfosten (76.)!

Erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu! Im direkten Gegenzug gelang den Gastgebern dann nämlich der Ausgleich (78.). Busch hatte auf der rechten Seite zu viel Platz und durfte unbedrängt in die Mitte flanken, wo der zuletzt gut aufgelegte Glatzel lauerte und sich im Kopfballduell durchsetzte – 2:2. Ein bitterer Schlag für die Bochumer, die es in Unterzahl lange so gut gemacht hatten. Die letzten zehn Minuten sollten jetzt natürlich noch einmal ein ganz hartes Stück Arbeit werden. Und wie befürchtet kam es noch schlimmer: In der 83. Minute wusste sich Tesche kurz vor dem VfL-Strafraum nur mit einem Foul zu helfen, den fälligen Freistoß verwandelte Schnatterer dann zur Heidenheimer Führung (84.). Für die letzten fünf Minuten musste die Dutt-Elf jetzt noch einmal voll ins Risiko gehen, um doch noch etwas aus Ostwürttemberg mitzunehmen. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit hätte Dovedan nach einem Konter dann alles klar machen müssen, doch sein Versuch, den Ball über den aufgerückten Riemann zu schlenzen, misslang vollkommen, sodass Perthel die Kugel aufnehmen und wieder nach vorne treiben konnte (89.). Eine Minute später wieder Dovedan, der vollkommen freistehend aus fünf Metern Riemann in die Arme schoss. Drei Minuten gab Schiedsrichter René Rohde obendrauf, alle Bälle wurden jetzt postwendend in Richtung FCH-Tor befördert.

Weil der Ball aber nicht mehr gefährlich vor das Heidenheimer Tor kam, blieb es bei der bitteren Auswärtsniederlage des VfL. Weiter geht es für das Team von Trainer Robin Dutt am kommenden Freitagabend (18:30 Uhr), dann ist die DSC Arminia Bielefeld im Vonovia Ruhrstadion zu Gast.

Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Heidenheim ist etwas besser in dieses Spiel gekommen, natürlich auch aufgrund des frühen Führungstreffers, den sie erzielt haben. Der Gegner hat etwas tiefer gestanden, als wir uns das erhofft haben. Wir haben uns dann aber öfter befreien können mit Aktionen nach vorne und haben das Spiel auch gedreht. Nach dem 2:1 waren wir gut im Spiel drin. Dann war es eine unnötige Aktion von uns, in der wir versuchen kurz hinten rauszuspielen. Dabei holt sich ein bereits verwarnter Spieler die Gelb-Rote Karte ab, dann spielt man 60 Minuten in Unterzahl. Das hat die Mannschaft im 4-4-1 eigentlich ganz gut gemacht, hat den Gegner immer wieder nach Außen abgedrängt. Die Chancen von Heidenheim waren einigermaßen überschaubar, auch wenn der Druck groß war und wir immer auf der Hut sein mussten. Tatsächlich war es so, dass wir auch noch zwei Großchancen zum 3:1 hatten: Jan Gyamerah hat es schön gemacht und sich gut durchgesetzt, aber das war eine klasse Parade von Müller im FCH-Tor. Danach der Schuss von Celozzi an den Pfosten. Da war natürlich viel Pech dabei, da hätten wir den Sack zu gemacht. Danach lassen wir die Flanke zu, als wir nicht gut aufgepasst haben. Und den Freistoß zentral vor dem Tor sollte man, solange Marc Schnatterer in diesem Verein spielt, natürlich nicht zulassen. Das haben wir getan, so kam es so, wie es gekommen ist. Ich denke, dass ein Punkt verdient gewesen wäre aufgrund der kämpferischen Leistung in Unterzahl. Jetzt müssen wir aber mit der Niederlage leben, der Glückwunsch geht an Heidenheim.

Frank Schmidt (Cheftrainer 1. FC Heidenheim): Vielen Dank dafür, Robin. Am Ende der Englischen Woche war heute noch einmal richtig was los. Die ersten 20 Minuten waren wir richtig gut im Spiel, hatten auch einige Standards und durch einen astrein gespielten Konter haben wir das 1:0 gemacht. Ohne, dass wir die ganz großen Chancen hatten, haben wir dann eigentlich gut verteidigt, aber dann gehen wir zu schnell vor dem 1:1 in den langen Spielaufbau. Die linke Seite war viel zu offen, sodass Celozzi Platz hat und Hinterseer den Ausgleich macht. Ich denke, das hat uns ins Mark getroffen. Deshalb haben wir auch noch das 1:2 bekommen. In dieser Phase waren wir schon raus aus dem Spiel. Auch nach der Gelb-Roten Karte hat man das spielerische Potenzial der Bochumer gesehen, sie hatten ein gutes Positionsspiel. Wir hatten wenige Aktionen nach vorne, aber in der Halbzeit haben wir uns gut auf die zweite Hälfte eingestellt. Wir haben dann verstanden, dass wir immer wieder schnell verlagern und über Außen den Durchbruch schaffen müssen. So haben wir versucht, den Druck hochzuhalten, bis es aufgeht. Das ging an die Kräfte, das war auch mental nicht einfach. Aber nach jeder vergebenen Chance haben wir die Köpfe nach oben gehoben und als Einheit weiter gespielt. Dann kommen wir nach einer super Flanke zum 2:2, danach wussten wir, dass wir das Spiel drehen können. Heute hatten wir auch das nötige Quäntchen Glück, mit dem Freistoß machen wir dann noch das Tor. Marc hat mit Sicherheit nach der Englischen Woche schwere Beine gehabt. Aber in einem solchen Moment kann man sich auf ihn verlassen. Ich möchte keinen herausheben, sondern die Mannschaft hat es mit 121 Kilometern und unzähligen Sprints gut gemacht. Ich weiß nicht, ob jeder dran geglaubt hat, dass wir heute nochmal zurück kommen, aber die Mannschaft hat es getan. Wir sind positiv geblieben, das war Leidenschaft pur, das war 2. Liga, das war so, wie ich mir das vorstelle. Durch Kampf, Leidenschaft und Zusammenhalt haben wir heute die drei Punkte geholt, das zeichnet uns aus.

Stefano Celozzi (Kapitän VfL Bochum 1848): Es ist natürlich extrem bitter und ärgerlich. Wir hatten sogar noch Chancen im zweiten Durchgang. Wenn wir da das dritte Tor machen, gewinnen wir hier das Ding. Wir haben das Alu getroffen, hatten Pech. Dann war irgendwann der Druck der Heidenheimer zu groß. Dass sie gut flanken können wissen wir, dass sie mit Schnatterer einen guten Freistoßschützen haben wussten wir auch. Dass wir dadurch zwei Gegentreffer kassieren, ist natürlich bitter. Wir betrachten die Tabelle aber nüchtern und wissen die Niederlage einzuordnen. Wir werden das aufarbeiten, die Mannschaft hat alles reingehauen. Es war schwer, hier mit zehn Mann zu verteidigen. Wir haben es eigentlich gut gemacht, am Ende darf uns das nicht mehr aus den Händen gleiten. Jetzt müssen wir uns wieder aufrichten und die nächsten Punkte einfahren.