Mitgliederversammlung 2021, Bericht der Geschäftsführung, Teil eins. Sebastian Schindzielorz sprach auf der Mitgliederversammlung über die sportlichen Themen anne Castroper. Dabei zog der Geschäftsführer Sport nochmals Bilanz zur erfolgreichen Spielzeit 2020/21, gab darüber hinaus aber auch einen Stand der Dinge zur aktuellen Saison mitsamt Ausblick auf die kommenden Monate ab.

Zentrales Thema des Berichts: Natürlich der Bundesliga-Aufstieg im vergangenen Sommer. Elf lange Jahre mussten Fans und Mitarbeiter auf die Rückkehr ins Oberhaus warten, im letzten Mai war es endlich soweit. Große Emotionen, die bei Schindzielorz u.a. auch nochmal beim Sieg gegen Mainz vor wenigen Wochen aufkamen: „Der erste Bundesligaheimsieg nach über elf Jahren. Das war ein emotionaler Höhepunkt, nicht nur für mich, sondern für gefühlt ganz Bochum.“ 4207 Tage mussten zurückgelegt werden, ehe es soweit war. Viel Frust und Wut, immer wieder aber auch der Glaube und die Hoffnung auf die Rückkehr. „Das war eine emotionale Achterbahnfahrt.“ Mit vielumjubeltem Ende.

Dabei bot gerade die letzte Spielzeit nochmal allerlei Herausforderungen. „Der Sonderspielbetrieb – ein Begriff, den man kaum noch hören kann – hatte enormen Einfluss auf die Emotionen und somit die Seele des Spiels. Da sind wir uns wohl alle einig.“ Gerade anne Castroper wurden die Fans schmerzlich vermisst. „Wir beim VfL definieren uns über die Gemeinschaft. Gerade das Vonovia Ruhrstadion mit seinem Charakter, seinen Fans und Emotionen sind ein über die Stadtgrenzen hinaus geschätzter Teil der deutschen Fußballkultur und immer ein großer Rückhalt für die Mannschaft. Sie alle, ihr alle, wurdet jedoch schmerzlich vermisst!“  

Dennoch war das Bewusstsein für die besondere Situation immer gegeben: „Auch wenn es ein deutlich veränderter Spielbetrieb war, konnten die ersten drei Profiligen ihren Beruf ausüben, eine privilegierte Situation. Den Breitensport und den Nachwuchs hat es bedeutend härter getroffen. Dies betraf während der Saison auch unsere Frauen- und Mädchenabteilung sowie das Talentwerk.“ Gerade mal fünf Spiele konnte die 1. Frauenmannschaft der Blau-Weißen absolvieren, alle wurden gewonnen. Der Sprung in die 2. Bundesliga wurde in der anschließenden Aufstiegsrunde knapp verpasst. „Dennoch Glückwunsch an die Mannschaft und das Trainerteam, auch angesichts einer erfolgreichen DFB-Pokalsaison.“ Infolge interner Umstrukturierungen – die Frauen- und Mädchenabteilung gehört nun wieder organisatorisch dem Talentwerk an – werden die Abläufe rund um die fünf Teams weiter professionalisiert.

Stichwort Talentwerk. Auch im blau-weißen Nachwuchsbereich spielte Corona eine prägende Rolle, die Spielzeiten der Talentwerk-Teams mussten vorzeitig abgebrochen werden. Dennoch hat sich selbstverständlich am Stellenwert des blau-weißen Nachwuchses nichts geändert: „Das Talentwerk ist weiterhin ein sehr wichtiges Puzzlestück unserer Gesamtstrategie. Historisch hat das Talentwerk für den Club eine wichtige Bedeutung. Auch in Zukunft werden wir versuchen, die Ausbildung auf TOP-Niveau zu halten und die Durchlässigkeit in die Lizenzspielermannschaft zu leben.“

Im Anschluss ging Schindzielorz nochmal ausführlich auf die sportliche Situation rund um das Profiteam ein. „Das Team – Trainer, Mannschaft, Staff – hat eine außergewöhnliche, eine herausragende Saison 2020/21 gespielt und durfte am Ende völlig verdient die Meisterschale in Empfang nehmen.“ Grundstein für den Aufstieg war u.a. die mutige Spielweise der Elf von Chefcoach Thomas Reis: „Um für die vorderen Plätze infrage zu kommen, muss man reichlich Punkte holen, man muss viele Tore erzielen und ist gezwungen, mutig hoch zu pressen, um Fehler zu erzwingen und um einen kurzen Weg zum Tor zu haben. Eine mit etwas Risiko behaftete Spielweise, die aber hervorragend funktioniert hat.“

Schon im Laufe der Vorsaison wurde dieser Ansatz gewählt und kontinuierlich ausgebaut. Mit Erfolg. Und das bei Voraussetzungen, die andernorts nachweislich besser waren. „Mit einem Personaletat von etwa 12,5 Millionen lagen wir im Mittelfeld der 2. Bundesliga. Wir haben den Aufstieg nicht erkauft, sondern ihn mit einer klaren Idee und Kontinuität, aus der Ruhe und Stabilität entstanden sind, sowie harter Arbeit erreicht. Ein großer Erfolg, für den ich mich bei der Bochumer Gemeinschaft bedanken möchte.“ Ausruhen auf Erfolgen kommt aber nicht in Frage, schließlich stehen in der Bundesliga Woche für Woche neue Herausforderungen an. „Im Fußball ist es wie im Leben: Es geht immer weiter. Eine neue Saison, eine neue Aufgabe und ein neues Ziel! Unseres lautet: Wir wollen die Klasse halten!“

Der Größe dieser Aufgabe ist sich Schindzielorz bewusst: „Ich glaube, uns allen ist klar, dass es eine überaus schwierige Saison ist, und bis zum Ende sein wird.“ In der 2. Bundesliga ging der VfL mit einem Mittelfeld-Etat an den Start, im Oberhaus hat sich dies nochmal deutlich nach unten verschoben. Und trotzdem betont Schindzielorz: „Wir sind nicht chancenlos! Wir suchen permanent Wege, um die Lücken zu schließen.“ Dabei spielt vor allem die große Unterstützung im blau-weißen Umfeld eine große Rolle. „Die ist einfach grandios, zuhause und auswärts. Die Euphorie ist spürbar. Wir werden alles daran setzen dies aufrecht zu erhalten und die Leute zufrieden und stolz auf den VfL schauen zu lassen.“

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