Als „Nordwestdeutscher Meister“ und Gewinner der VBL CC Division Nord-West ging unser eSports-Team am vergangenen Wochenende als einer der Favoriten ins Finalturnier der „Virtual Bundesliga Club Championship“ by bevestor. Zwei Vierergruppen, in denen alle Teams einmal gegeneinander antreten mussten und pro Partie wieder neun Punkte zu vergeben waren. Drei an der PS4, drei an der Xbox One und drei im 2 vs 2. Der VfL befand sich in Gruppe A, gemeinsam mit dem Süd-Ost-Vize 1. FC Heidenheim, dem FC St. Pauli sowie dem VfL Wolfsburg. Eine schwere Gruppe, denn St. Pauli war das beste Team der Rückrunde und gegen Wolfsburg hatten wir in der regulären Saison zwei Niederlagen hinnehmen müssen.

Nach einer intensiven Vorbereitung mit einem dreitätigen Trainingslager in der Vonovia eSports-WG ging es gleich im ersten Match gegen unseren Angstgegner aus Wolfsburg. Dieser hatte allerdings mit positiven Corona-Tests zu kämpfen, so dass PS4-Spieler Timo Siep eine Ausnahmegenehmigung benötigte, um von Zuhause zu spielen. Siep hatte unseren PS4-Spieler Cihan Yasarlar mit 1:0 und 2:0 in den Saisonspielen geschlagen, doch das wollte unser Routinier nicht auf sich sitzen lassen. Doch nach früher Führung nutzte Siep seine Chance eiskalt und war plötzlich mit 2:1 vorne. Cihan hatte aber schon öfter in dieser Spielzeit Comeback-Qualitäten gezeigt, erneut schaffte er die Wende. Beim Schlusspfiff stand es 3:2 für den VfL, wir hatten die ersten drei Punkte auf dem Konto.

Auch an der Xbox One war Benedict Bauer für Ali „PredatorFIFA“ Oskoui Rad bisher ein Angstgegner. Doch der frisch gebackene „European Xbox Champion“ wollte endlich seinen ersten Sieg gegen BeneCR7x. Er ging auch früh in Führung, aber irgendwann kam einer der langen Pässe des Wolfsburgers durch und sein freistehender Stürmer konnte zum 1:1 ausgleichen. Bei dem Ergebnis blieb es auch. Im 2 vs 2 neutralisierten sich beide Doppel weitestgehend, doch in der 77. Minute gelang den Wölfen aus dem Nichts die Führung. Cihan und Ali warfen alles nach vorne, in der Nachspielzeit gelang ihnen mit einem starken Skillspielzug der Ausgleich. 5:2 gegen den VfL Wolfsburg, ein guter Start ins Turnier.

Der FC St. Pauli war der nächste Gegner. Sie hatten um ersten Spieltag den 1.FC Heidenheim mit 6-3 bezwungen. Auf der PS4 zeigte sich Cihan Yasarlar weiter „on fire“. Auch ein Rückstand gegen Tom Köst störte ihn nicht, denn er zeigte seine mentale Stärke und fuhr einen 2:1 Sieg nach Hause. An der anderen Konsole kam es zum Duell zwischen zwei europäischen Xbox-Champions, XMusti19 und PredatorFIFA. Wie so oft in diesen Top-Duellen war es ein taktieren auf höchstem Niveau, ohne viele Torgelegenheit. Ein 0:0 war die logische Konsequenz. Mit einer 4:1-Führung nach Punkten gingen wir ins 2 vs 2, schon ein Unentschieden hätte uns für den letzten Spieltag in eine gute Ausgangslage gebracht. Es wurde ein zerfahrenes Spiel mit vielen Fehlpässen und wenigen Torszenen. In der 84. Minute hatte Pauli eine Ecke, die nach einigen Abprallern einem Stürmer der Kiezkicker vor die Füße fiel. Davon erholten sich Cihan und Ali nicht mehr, eine bittere Niederlage.  

Da parallel der 1. FC Heidenheim gegen den VfL Wolfsburg ein in dieser Höhe überraschendes 9:0 erzielte, rutschten wir auf den dritten Platz ab und brauchten unbedingt einen Sieg gegen die Heidenheimer, um noch in das Halbfinale einziehen zu können. Cihan Yasarlar zeigte einmal mehr seine Top-Verfassung und fertigte Denis Müller, immerhin zurzeit der beste deutsche PS4-Spieler in der Weltrangliste, mit 4:1 ab. Tolle Vorlage für Ali Oskoui Rad an der Xbox One, der mit Deniel Mutic den Spieltrainer vom FCH als Kontrahenten hatten. Der erfahrene und taktisch hervorragend agierende Mutic stellte PredatorFIFA dann auch vor große Probleme. Dennoch schaffte Ali mit dem Halbzeitpfiff die 1:0-Führung. Mit diesem Ergebnis wären wir im Halbfinale gewesen. Die Führung hatte auch bis zur 73. Minute Bestand, doch dann gelang dem FCH der Ausgleich. Selbst das Unentschieden hätte uns noch eine gute Ausgangslage fürs 2 vs 2 gebracht, doch in der 87. Minute nahm das Drama seinen Lauf, Mutic konnte tatsächlich den 2:1-Siegtreffer erzielen.

Damit mussten wir unbedingt das Doppel gewinnen, um noch in die Runde der letzten Vier zu kommen. Yasarlar und Oskoui Rad kamen gut ins Spiel, schafften nach 23 Minuten das 1:0. Doch in der 36. Minute gelangen Serhatinho01 und Denis der Ausgleich. Ein Treffer, der unseren Jungs irgendwie den Stecker zog. Im Anschluss gelang nichts mehr, im Laufe der zweiten Halbzeit kassierten wir zwei weitere Tore und unterlagen mit 1:3. Das war umso bitterer, da Wolfsburg überraschend St. Pauli geschlagen hatte und so auch schon ein Remis für uns zum Weiterkommen gereicht hätte.

Eine großartige Saison ging so für uns unglücklich und bitter zu Ende. Die Liga souverän nach 26 Spieltagen gewonnen und dann beim Finalturnier mit etwas Pech und schlechterer Tagesform bereits in der Gruppenphase raus. Das wird das Team einige Tage verarbeiten müssen. Auch der Süd-Ost-Meister RB Leipzig scheiterte am darauffolgenden Tag am FC St. Pauli, die das Finale wieder gegen den 1. FC Heidenheim bestreiten mussten. Die Süddeutschen, für die im Rahmen einer Kooperation das eSports-Team von Fußballnationalspieler Bernd Leno komplett ins Rennen gibt, gewannen dieses Aufeinandertreffen und krönten sich damit zum Deutschen Club-Meister 20/21. Herzlichen Glückwunsch dazu.

Für unsere eSportler steht am 10. April der letzte internationale Qualifier an, bevor es am 06./07.05.2021 im DFB-ePokal eine weitere Titelchance gibt. Die Deutsche Einzelmeisterschaft, für die Ali Oskoui Rad und Cihan Yasarlar direkt qualifiziert sind, findet am ersten Juni-Wochenende statt.

Alle Infos zur „Virtual Bundesliga Club Championship“ by bevestor sind hier zu finden.

 

Zurück