Der VfL Bochum 1848 gratuliert Rolf Blau zum runden Jubiläum, der ehemalige Mittelfeldspieler wird am 21. Mai nämlich 70 Jahre alt. 224 Spiele absolvierte Blau in der Bundesliga, hinzu kommen 133 Partien in der 2. Bundesliga. Blau für Blau-Weiß – das passte. 123 Mal lief Rolf Blau für den VfL auf, samt und sonders in der Bundesliga.

Die Kickerkarriere des Rolf Blau nahm in Rheinland-Pfalz ihren Anfang, beim inzwischen in Bochum bestens bekannten FV Engers 07. Über die Station Spvgg Andernach gelangte er zum VfL Neuwied, wo er bis 1971 vors runde Leder trat. Der Sprung in die Bundesliga war groß, Rolf Blau traute ihn sich dennoch zu. Erste Anlaufstelle: Hannover 96. Für die Niedersachsen lief er bis 1973 in 34 Spielen auf, wobei ihm drei Treffer vergönnt waren. Im Mai 1972, noch als 19-Jähriger, gelang ihm sein erstes Bundesligator, es war der 2:2-Ausgleich beim 3:2-Erfolg über den MSV Duisburg.

Die längste Zeit – vor seiner Bochumer Phase – spielte Blau bei Preußen Münster. In den vier Jahren zwischen 1973 und 1977 schaffte er mit den Preußen-Adlern den Sprung in die neugegründete 2. Bundesliga, wurde 1975 zu Münsters „Sportler des Jahres“ gekürt und bestritt in Summe 123 Spiele – genauso viele wie später für Bochum.

In der Saison 1977/78 wagte er sich erneut ans Abenteuer Bundesliga und heuerte beim Aufsteiger FC St. Pauli an. Die Mission beim Bundesliga-Neuling scheiterte, die Kiezkicker mussten nur ein Jahr später sofort wieder runter. Blau hingegen nicht, er blieb im Oberhaus und wechselte im Doppelpack mit Walter Oswald von der Hansestadt ins Revier, zum VfL. Vier Jahre lang schnürte der Mann mit dem markanten Schnauzer die Töppen für die Bochumer. Die Bilanz: 123 Bundesligaspiele, 14 Tore, dazu die Berufung in Deutschlands U21, im zarten Alter von 28 Jahren. Mit dem VfL erreichte er sogar einmal den 8. Platz, die bis dahin beste Platzierung der Bochumer Bundesligageschichte. 1982 dann der Abschied vonne Castroper, immerhin mit einem 3:1-Erfolg gegen Bayern München versüßt.

Privat war Rolf Blau zu dem Zeitpunkt bereits in Bochum verwurzelt, Anfang November 1978 hatte er im ehemaligen Kühlschiff der Brauerei Müser in Bochum-Langendreer eine Diskothek eröffnet. Das elfstöckige Gebäude prägt noch heute das Bild des Ortsteils, trägt als Location mittlerweile aber einen anderen Namen. Unter der Regie von Rolf Blau hieß der Club „Rockpalast“, bis 1998. Dann übergab Blau die Leitung einem ehemaligen Angestellten, seit 2000 ist an gleicher Stelle die „Matrix“ zu finden.

Die finale Station seiner fußballerischen Vita hieß Hertha BSC. Der Hauptstadtclub war just 1982 zurück in der Bundesliga, stieg aber sang- und klanglos sofort wieder ab. Die Mission Wiederaufstieg misslang, sodass Rolf Blau 1984 seine Karriere dort beendete – nach 347 Profi-Spielen, 61 Toren plus sechs Spielen in Deutschlands U21, unter dem damaligen Coach Berti Vogts und an der Seite der späteren Weltmeister Rudi Völler, Lothar Matthäus, Andi Brehme oder Pierre Littbarski.

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