Einer der legendären UEFA-Cup-Helden des VfL feiert am 11. Januar (s)einen runden Geburtstag: Mirko Dickhaut wird 50 Jahre alt. Der gebürtige Kasseler spielte von 1997 bis 2002 für die Blau-Weißen, war Teil der UEA-Cup-Mannschaft, die bis ins Achtelfinale vorstieß und half zweimal mit, dass der VfL wieder in die Bundesliga zurückkehren konnte. Nach seiner aktiven Karriere hat Dickhaut die Trainerlaufbahn eingeschlagen, zuletzt stand er als Co-Trainer bei Hertha BSC unter Vertrag.

Der KSV Baunatal ist die erste dokumentierte Station von Dickhaut. Anfang der 90er-Jahre kickte er für den größten Club seiner Geburtsstadt, den KSV Hessen Kassel, in der Oberliga, damals die dritthöchste Spielklasse. Das Talent des emsigen Mittelfeldspielers fiel auf, Bundesligist Eintracht Frankfurt schlug zu und lotste den damals 22-Jährigen an den Riederwald. Unter Coach Klaus Toppmöller absolvierte Dickhaut gleich in seiner Premierensaison 34 Pflichtspiele, 28 in der Bundesliga, sechs im UEFA-Cup.

Toppmöller war es auch, der Dickhaut 1997 zum VfL holte. Die Eintracht, inzwischen in der 2. Bundesliga angekommen, hatte den direkten Wiederaufstieg verpasst. Bochums Chance, die „Toppi“ nutzte. Dickhaut, bei den Frankfurtern zwischenzeitlich zum Kapitän aufgestiegen, übernahm auch im VfL-Team gleich eine Führungsrolle und stand in 30 Bundesligapartien sowie allen sechs UEFA-Cup-Spielen (den ersten der Vereinsgeschichte) auf dem Platz. In der Liga gelangen ihm drei Tore, im UEFA-Cup nur eins – das war aber umso wichtiger: Im Rückspiel gegen Trabzonspor (Hinspiel 0:1), war sein Treffer zum 4:1 ein Wegbereiter zum am Ende beinahe märchenhaften 5:3-Erfolg in Unterzahl (Rote Karte für Waldoch). In der folgenden zweiten Runde, gegen den FC Brügge, gelang ihm die Vorarbeit zum vorentscheidenden 3:1 (Endstand 4:1).

Zwei Ab- und Wiederaufstiege später und nach insgesamt 128 Pflichtspielen für den VfL war für Dickhaut im Jahr 2002 Schluss in Bochum. Es folgte seine einzige Auslandsstation, bei Schwarz-Weiß Bregenz in Österreich, wo er es nochmal auf 52 Spiele in der dortigen Bundesliga brachte. In Deutschland hat Dickhaut 143 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele vorzuweisen. 24 internationale Einsätze (15-mal UEFA-Cup, fünfmal UI-Cup) mit Eintracht Frankfurt und dem VfL runden die Bilanz ab. Auch für die Nationalmannschaft war er interessant, im Vorfeld der Europameisterschaft 1996 in England hatte ihn Berti Vogts auf dem Schirm. Zu einer Berufung kam es aber nicht.

Parallel zum Karriereausklang beim KSV Hessen Kassel, übernahm er auch erste Trainerämter bei den „Löwen“. Die Zweite Mannschaft des KSV führte er als Coach in die Hessenliga, mit der „Ersten“ wurde er 2009 Vizemeister der Regionalliga Süd. Die meiste Zeit seiner Trainerlaufbahn verbrachte Dickhaut bei der SpVgg Greuther Fürth, wo er von 2013 bis 2015 und von 2016 bis 2018 als Co-Trainer fungierte, 2017 interimsweise sogar auch als Chefcoach. Sein jüngstes Engagement bei Hertha BSC war jedoch nur von kurzer Dauer, als „Co“ des neuen Hertha-Cheftrainers Ante Cović stieg er zu Saisonbeginn 2019/20 in der Hauptstadt ein, was im November aber bereits vorzeitig beendet wurde.

Mirko Dickhaut war nicht nur auf dem Platz – auch ob seiner Fairness (keine Rote Karte in über 300 Spielen) – beliebt, sondern speziell beim VfL auch wegen seines Interesses an außerfußballerischen Dingen. So brachte er sich zum Beispiel auch in die Fan-Arbeit mit ein.

Mirko Dickhaut darf am 11. Januar seinen 50. Geburtstag feiern. Und auch wenn das dieser Tage nichts Ausuferndes oder sogar Angemessenes sein kann und darf, wünscht ihm der VfL von Herzen alles Gute, viel Glück und vor allem beste Gesundheit!

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