Bochumer Junge ist man oder wird man. Jürgen Köper ist ein waschechter Bochumer Junge. Am 29. August 1951 wurde „Ritchie“ in Bochum geboren, heute wird er 70 Jahre alt. Der Filigrantechniker galt als eines der größten Talente, die der VfL je hervorgebracht hat. Ein übles Foul eines Gegenspielers beendete die hoffnungsvolle Karriere, die somit „lediglich“ 143 Bundesligaspiele und 17 Tore umfasst. Der VfL gratuliert Jürgen Köper aufs Allerherzlichste zum runden Jubiläum!

Unter seinem Geburtsnamen Hans-Jürgen Köper hat ihn kaum jemand angesprochen, die Kurzform Jürgen reichte. Später kam noch der Spitzname „Ritchie“ dazu, doch das ist ein anderes Kapitel. Im Alter von 16 Jahren wechselte Köper vom Bochumer Stadtteilclub SV Ehrenfeld zum VfL, zwei Jahre später war er Teil jener Mannschaft, die den ersten deutschen Meistertitel im Fußball nach Bochum holen sollte. Die A-Jugend des VfL bezwang im Sommer 1969 im Finale um die Deutsche Meisterschaft den 1.FC Saarbrücken mit 5:3, Jürgen Köper mittendrin. Es folgten sogleich Angebote, u.a. von Eintracht Frankfurt, auch auf Anraten des damaligen Bundestrainers Helmut Schön, der dem angehenden Profi bessere Chancen bei einem renommierten Club einräumte. Köper blieb in Bochum.

Der überzeugte Bochumer machte im August 1970 sein erstes Spiel für die Profis, damals noch in der Regionalliga. 26 Mal lief der Jungspund in jener Spielzeit auf, an deren Ende der erfolgreiche Aufstieg in die Bundesliga stehen sollte. Es ließ sich gut an für den Edeltechniker, der sich gemeinsam mit den Ur-Bochumern Michael „Pudel“ Eggert, Heinz-Werner „Rakete“ Eggeling, Hermann „Tiger“ Gerland in der „Einheimischen“-Kabine umzog, während die „Zugereisten“ wie Werner „Eia“ Krämer, Hans Walitza oder Reinhard Majgl in der benachbarten „Millionärskabine“ hausten. Eines Tages schnappte sich Köper den „Tiger“, enterte die „Millionärskabine“, zog einen echten Revolver und ballerte in die Decke. Was heutzutage ein mediales Ereignis wäre, wurde damals von allen Anwesenden unter dem Teppich gehalten. Selbst der Platzwart hielt gegenüber den Vereinsoberen dicht. Erst Jahre später wurde die Geschichte publik, doch seit seiner eigenwilligen Demonstration („Mit einer 45er schoss ich aus Wut ein Loch in die Decke, um unseren Stürmern zu zeigen, wie man trifft“, so der lakonische Kommentar Köpers) hatte er den Spitznamen „Ritchie“ weg, in Anlehnung an zahllose Westernhelden.

Im Februar 1977 endete im Prinzip die hoffnungsvolle Karriere Köpers, Duisburgs Detlef Pirsig brach mit einem rüden Foul sein Bein. 15 Monate Pause, ein letzter Comeback-Versuch in der Saison 1978/79, dann war Schluss – mit 27 Jahren. Köper sattelte um, wurde Steuerberater und erfolgreicher Geschäftsmann, durch den Betrieb von Spielhallen.

Der VfL gratuliert Jürgen Köper zum 70. Geburtstag, wünscht ihm alles Gute, beste Gesundheit, eine schöne Feier und freut sich auf ein baldiges Wiedersehen „anne Castroper“!

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