Bevor die Mannschaft morgen wieder auf dem Trainingsplatz zu Gange ist, haben wir die Gelegenheit genutzt, um mit Sebastian Schindzielorz über die geplante Vorbereitung zu sprechen. Der Geschäftsführer Sport gibt Einblicke in die erste Trainingswoche, spricht über die Neuzugänge und verrät, wieso Danilo Soares weiterhin ein VfLer ist. Das Interview als Video findet ihr hier.

Hallo Sesi, morgen rollt der Ball anne Castroper wieder: Die Mannschaft kehrt zurück und absolviert das erste Training. Wie froh bist du, dass es jetzt wieder losgeht?
Erst einmal glaube ich, dass die Pause sehr wichtig war. Die letzten Wochen der vergangenen Saison waren sehr intensiv – sowohl physisch als auch mental. Es war eine neue Situation, die die Jungs vor große Herausforderungen gestellt hat, deshalb war die große Pause jetzt sehr wichtig. Die Spieler haben ihre Hausaufgaben mitbekommen und sind natürlich jetzt wieder froh, wenn der Ball rollt.

Was steht für die Mannschaft in der ersten Trainingswoche auf dem Programm?
Wie auch schon beim Re-Start in der vergangenen Saison müssen wir die Vorbereitung mit Corona-Testungen beginnen. Den ersten Test haben wir am Samstag gehabt, der zweite erfolgt am Montag. Wenn beide Ergebnisse negativ sind, werden wir mit dem Mannschaftstraining starten. Darüber hinaus stehen in den ersten Tagen noch die Leistungstests an der Ruhr Universität auf dem Programm.

Der Sommer war und ist für dich natürlich sehr arbeitsintensiv. Alle Testspiele wurden nun aber festgezurrt: Im Gegensatz zu den Vorjahren spielt der VfL nicht gegen Bochumer Mannschaften, sondern gegen Teams aus der Bundesliga und 2. Liga. Wie ist es dazu gekommen?
Es ist leider so, denn wir haben die Spiele auf Bochumer Boden immer sehr genossen, weil wir dort unsere Fannähe auch ausleben konnten. Aufgrund der sehr strikten Vorgaben der DFL sind solche Spiele leider nicht möglich. Wir dürfen nur gegen Mannschaften spielen, die sich ebenfalls in den Corona-Testungen befinden. Dadurch reduziert sich die Auswahl der Testspielgegner auf Teams aus den ersten drei Ligen.

Dortmund, Köln und Schalke sind namenhafte Testspielgegner. Ist es hilfreich, in der Vorbereitung gegen höherklassige Team zu testen?
Normalerweise ist es so, dass man die Vorbereitung so strukturiert, dass man zu Beginn gegen eher tieferklassige Gegner spielt, um reinzukommen. Die Härtetests sind dann gewöhnlich am Ende geplant. Diese Saison ist es aufgrund der Vorgaben etwas anders. Es sind große Gegner dabei, aber wir freuen uns auf diese Aufgaben und nehmen die Herausforderungen gerne an.

Doch nicht nur Testspielgegner wurden in den vergangenen Wochen festgezurrt, auch neue Gesichter wurden an der Castroper begrüßt. Erklär uns doch kurz, was die Neuzugänge Tarsis Bonga und Herbert Bockhorn aus deiner Sicht auszeichnet und wie sie dem VfL weiterhelfen können?
Wir kennen beide Jungs schon sehr, sehr lange. Tarsis kommt aus der Jugend von Bayer Leverkusen und hat auch gegen unsere Teams im Nachwuchs gespielt, sodass wir uns schon früh ein Bild von ihm machen konnten. Er hat den Weg über die 3. Liga gewählt und dort viele Spiele absolviert. Seine Physis ist sehr stark und er ist schnell. Zudem kann er auf allen Positionen in der Offensive eingesetzt werden. Auch Herbert kennen wir schon lange. Er hat hier quasi vor der Haustür bei Borussia Dortmund II gespielt. Danach hat er sich für eine Station in England entscheiden, die jedoch nicht so verlaufen ist, wie er es sich gewünscht hätte. Wir geben ihm gerne die Chance, hier beim VfL wieder Fuß zu fassen. Auch er ist ein sehr schneller Spieler, der als Rechtsverteidiger sehr viel Drang nach vorne hat. Ich glaube, dass beide uns sehr gut helfen können.

Darüber hinaus können wir auch einen neuen Co-Trainer begrüßen. Wie kam es zu der Entscheidung noch jemanden dazu zu holen?
Der erste Stein, der das ganze ins Rollen gebracht hat, war der Wunsch von Matthias Lust, sich anders zu orientieren. Es hatte sportliche und private Gründe. Wir haben seiner Bitte entsprochen und zugestimmt. Die freie Stelle als U19-Coach haben wir dann intern mit Heiko Butscher neu vergeben. Heiko hat gerade seine letzten Prüfungen im Fußballlehrer-Lehrgang absolviert. Wir wollen beim VfL nicht nur Spieler, sondern auch Trainer weiterentwickeln, sodass er en nächsten Schritt als Cheftrainer der U19 machen wird. Er bleibt uns auch als Co-Trainer erhalten. Zudem kommt Markus Gellhaus hinzu, der sehr erfahren ist. Über 20 Jahre ist er schon im Profibereich als Co-Trainer tätig.  

Eine Frage, die die Fans natürlich brennend interessiert: Gibt es noch weitere Planungen im Bereich Personal?
Ja, auf jeden Fall. Ich denke schon, dass noch etwas passieren wird. Wir suchen aktuell noch in allen Mannschaftsteilen. Sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld und Sturm sind wir noch auf der Suche. Natürlich behandeln wir diese Dinge nach wie vor intern und verkünden erst etwas, wenn die Dinge offiziell sind.

 Eine Personalie hat in Fankreisen für Begeisterung gesorgt: Danilo Soares hat beim VfL einen neuen Vertrag bis 2024 unterschrieben. Wie konntest du Danilo überzeugen in Bochum zu bleiben und wie froh bist du, dass es geklappt hat?
Wir sind natürlich sehr, sehr froh. Danilo gehört aus meiner Sicht zu den besten Spielern der 2. Bundesliga. Es war ein langer Prozess: Wir haben über eineinhalb Jahre die Gespräche mit Danilo geführt und versucht, eine Vertragsverlängerung herbeizuführen. Ich glaube, man kann sagen, dass er sich nicht aus wirtschaftlichen Gründen für den VfL entschieden hat, sondern weil er eine gewisse Nähe und Vereinstreue entwickelt hat. Er kann sich nicht nur mit der Stadt identifizieren, sondern auch mit dem Klub. Seine Verlängerung war ein schönes Zeichen für die Fans – und für die Mannschaft ist er natürlich ein ungemein wichtiger Spieler.

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