Dariusz Wosz, einer der VfL-Rekordspieler und Mitglied der Legendenelf, feiert heute seinen 50. Ehrentag. Grund genug, auf die bewegende Karriere der „Zaubermaus“ zurückzublicken. 

Der gebürtige Pole siedelte mit seiner Familie 1980 in die damalige DDR nach Halle über. Damals war „Woszi“ elf Jahre alt. Sogleich schloss er sich dem BSG Motor Halle an, doch seine fußballerische Karriere startete schon in Polen, wie er erzählt: „Ich habe als richtiger Straßenfußballer begonnen. In meinem polnischen Heimatdorf Piekary Śląskie haben wir in jeder freien Minute gekickt.“ Vier Jahre später ging es für ihn weiter zum Halleschen FC, wo er im Alter von 17 Jahren sein Debüt in der DDR-Oberliga gab, der damals höchsten ostdeutschen Spielklasse. In seinen sieben Jahren in Halle wurde Wosz zum DDR-Nationalspieler und sammelte erste Erfahrungen im UEFA-Cup gegen Torpedo Moskau.

Mit seinen Leistungen zog er in der Wendezeit schnell das Interesse etlicher Klubs im Westen auf sich. Den finalen Zuschlag bekam am Ende der VfL. In der Winterpause der Saison 1991/92 wechselte Wosz ins Ruhrgebiet. In Bochum wurde der 22-Jährige schnell zum Stammspieler. Ein Schicksal, das ihn auf seinem fußballerischen Weg stets begleitete. „Ich war kaum ein Einwechsel-Spieler. In den 20 Jahren meiner Karriere war ich meistens Stammspieler“, sagt er rückblickend. In seiner ersten Halbserie beim VfL kam er immer über die volle Spielzeit zum Einsatz und steuerte in 16 Partien vier Torvorlagen bei.  

Ein wahrer „Popstar“ im Ruhrgebiet

Medial gab es einen großen Rummel um den 1,69 Meter großen Mittelfeldmann. Schnell tauften ihn die Zeitungen „Zaubermaus“, aufgrund seiner quirligen Art, seinem schnellen Antritt und seines engen Dribblings. Selbst die Jugendzeitschrift „Bravo“ berichtet über Wosz. Auch spielte er sich schnell in die Herzen der Fans und begeisterte unter anderem mit seinem enormen „Biss“ in den Zweikämpfen.  

Mit dem VfL hielt er die Klasse, am Ende der Saison 1992/93 folgte der erste Abstieg in die 2. Bundesliga. Nur ein Jahr später kehrten die Jungs vonne Castroper ins Oberhaus zurück – natürlich mit tatkräftiger Unterstützung von Wosz, der nur vier Saisonspiele verpasste. Fortan war es ein Auf und Ab zwischen Erst- und Zweitligazugehörigkeit. Nach dem Aufstieg 1996 hielt der VfL drei Spielzeiten lang die Klasse, doch im Sommer 1998 kam es zum Abschied: Wosz wechselte in die Hauptstadt zu Hertha BSC.

Emotionale Rückkehr zum VfL 

Doch nicht lange waren der VfL und „Woszi“ getrennt. Bereits nach drei Spielzeiten kehrte der nun 32-Jährige im Juli 2001 nach Bochum zurück. Mit seiner Rückkehr kam auch der Erfolg zurück an die Castroper Straße. Als Mannschaftskapitän hatte er 2004 maßgeblichen Anteil daran, dass sich der VfL auf einen UEFA-Cup-Platz spielte. 

Am 19. Mai 2007 beendete Wosz im Alter von 38 Jahren seine Karriere. Am letzten Spieltag kam er zu seinem ersten Saisoneinsatz und feierte einen fulminanten Abschied. Erst in der 82. Minute eingewechselt, schoss er nur wenige Minuten später das 2:0 für den VfL bei Borussia Mönchengladbach. Insgesamt absolvierte Wosz 378 Pflichtspiele (45 Tore) für den VfL – damit ist er nach Ata Lameck (554), Lothar Woelk (414) und Walter Oswald (383) einer der Rekordspieler der Blau-Weißen. Doch Ehre, wem Ehre gebührt: Als einziger VfL-Spieler bislang bekam Wosz im September 2007 ein Abschiedsspiel. Ein würdiger Abschluss einer beeindruckenden Karriere. 

Doch auch nach seinem Karriereende hielt Wosz dem VfL stets die Treue: ob als Jugend-, Co- oder sogar Interimstrainer bei den Profis, Technik-Coach, Trainer in der VfL-FUSSBALLSCHULE oder VfL-Markenbotschafter – stets in den Farben Blau und Weiß. 

Der VfL Bochum 1848 wünscht dir alles erdenklich Gute zu deinem heutigen 50. Geburtstag, Darek!

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