Antisemitismus ist und bleibt ein gesellschaftliches Problem. Der VfL Bochum 1848 setzt sich seit vielen Jahren gegen Antisemitismus, aber auch andere Formen der Diskriminierung ein. Diese Werte sind sowohl im VfL-Leitbild als auch der vereinseigenen Satzung integriert. In der Stadtwerke Bochum LOUNGE fand nun ein Workshop für die Talentwerk-Spieler der U19, U17 und U16 statt. Schlüsselthema: Prävention von Antisemitismus.

Seit August 2022 kooperiert der VfL mit „Zusammen1“. Die Initiative ist ein Präventionsprojekt von MAKKABI Deutschland e.V., dem jüdischen Dachsportverband in Deutschland mit rund 38 Ortsvereinen und insgesamt über 5.000 Mitgliedern. Mit dem Leitgedanken „Zusammen1 gegen Antisemitismus, Hass und Hetze“ hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, den organisierten Sport nachhaltig gegen jegliche Form des Antisemitismus zu stärken. Denn immer wieder offenbart sich Antisemitismus in verbaler, visueller oder physischer Diskriminierung. 

Rund 70 Nachwuchskicker aus dem hauseigenen Talentwerk nahmen am Workshop teil. Auch die Talentwerk-Leitung rund um Heiko Butscher und Dominik Horsch ließ sich die Veranstaltung nicht entgehen. 

„Was ist Antisemitismus überhaupt? Was kann jeder Einzelne dagegen tun?“ Grundsatzfragen und zentrale Definitionen, die die „Zusammen1“-Bildungsreferenten Lasse Müller und Mortimer Berger beantworteten. Um dieses Thema nahezubringen, war es ihr Anliegen, den Workshop als Präsenzveranstaltung auszutragen.

Es handelte sich keineswegs um einen trockenen Vortrag, ganz im Gegenteil: Interaktion stand im Mittelpunkt. Beim Meinungsbarometer mussten die Nachwuchsspieler Farbe bekennen. Ob der VfL den Bundesliga-Klassenerhalt schafft? „Natürlich“, die Antwort fiel allen noch leicht. Aber bei Aussagen wie „Profifußballer sind Vorbilder“ oder „Ich habe die WM in Katar geschaut und mich darüber gefreut“ gingen die Meinungen schon auseinander.

Beim nachfolgenden Quiz gab es die ein oder andere überraschende Erkenntnis. 93 Prozent der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden sind russischsprachig. Damit hatte nahezu keiner gerechnet. Die Talentwerk-Kicker haben beispielsweise auch erfahren, wie viele Mitglieder die jüdischen Gemeinden in Deutschland haben. Den Begriff Diskriminierung zu definieren, war keine Herausforderung: „Beleidigungen aufgrund der Religion“ oder „Ausschließung aufgrund der Hautfarbe“ sagten die 15- bis 18-Jährigen schlagfertig.

„Wir haben sofort gemerkt, dass sich die Spieler für gesellschaftspolitische Themen im und außerhalb des Fußballs interessieren und sie sich ihrer besonderen Verantwortung als Nachwuchsleistungsspieler bewusst sind. Die Absicht des VfL, den Nachwuchs für gegenwärtige Formen von Antisemitismus, aber auch für die Vielfalt des jüdischen Lebens in Deutschland zu sensibilisieren, ist beispielhaft: Wir hoffen, dass sich möglichst viele Profivereine in Deutschland anschließen“, sagen die „Zusammen1“-Bildungsreferenten Lasse Müller und Mortimer Berger.

Was bleibt: Aufklärung, Bildung, wichtige Erkenntnisse. Der Workshop zur Prävention von Antisemitismus bleibt den Jugendspielern nachhaltig in Erinnerung. Eine wichtige Aktion im Rahmen der Kooperation mit „Zusammen1“. Weitere Aktionen sind bereits in Planung.
 

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