Einen Tag nach der U19 legt auch die U17 des VfL Bochum 1848 wieder los: Dabei sind nicht nur die Voraussetzungen und der angepasste Modus gleich, sondern auch der Auftaktgegner in der B-Junioren Bundesliga West heißt SC Paderborn 07. Lediglich der Spielort unterscheidet sich, die U17 ist am Sonntag in Ostwestfalen gefordert. Zuvor haben wir die Vorbereitung unter die Lupe genommen. Ein Überblick:

Die Liga
Neue Erfahrung für Trainer und Spieler, es geht für Simon Schuchert und seine Jungs von der körperlicheren Westfalenliga in die B-Junioren Bundesliga. Wie bei den A-Junioren ist die Liga um drei Mannschaften auf 17 Teams aufgestockt worden, auch der Spielmodus mit einer einfachen Runde statt Hin- und Rückspielen ist derselbe. Selbst die drei Aufsteiger, die die Liga fortan bereichern, sind in Rot-Weiss Essen, dem SC Fortuna Köln und dem SC Paderborn 07, der parallel zur U19 auch hier der Auftaktgegner des VfL ist, sind identisch.

Die Einschätzung der Liga fällt dem Coach nicht so leicht: „Da wir die meisten Gegner im letzten Jahr nicht bespielt haben und alle natürlich im Sommer aktiv waren, ist das schwierig zu sagen. Ein Großteil der Mannschaften wird vermutlich gegen den Abstieg spielen, viele Gegner werden bis zum bitteren Ende über den Kampf kommen und um das nackte Ergebnis spielen. Ob es nun ein Vor- oder Nachteil ist, dass wir nur eine einfache Runde spielen, wird sich zeigen. Fakt ist, wir haben 16 Spiele Zeit, dass auf den Platz zu kriegen, was wir uns vorstellen. Wir gehen mit einem hohen Anspruch an uns selbst in die Saison und wollen natürlich viele Spiele gewinnen, aber auch die Art und Weise ist uns wichtig.“

Der Kader
Ein Trumpf für Schuchert und die U17 könnte die Eingespieltheit werden, 17 der 21 Akteure im Kader waren auch schon im Vorjahr im U16-Kader. Schuchert: „Die Jungs haben in der langen Vorbereitung einige Schritte nach vorn machen können. Klar mussten wir am Anfang nach so langer Pause erstmal wieder reinkommen, aber in vielen Bereichen haben wir tolle Fortschritte machen können.“ 

Zum bisherigen Stamm (Kader hier) kommen vier extern Neuzugänge: Younes Magrouda, Ramez Masry, Arnis Osmani und seit Mitte August auch Luca Fava. „Bei den Neuzugängen haben wir eine sehr gute Wahl getroffen, das hat man schnell gemerkt. Alle haben sich und ihre Stärken schon gut einbringen können und gezeigt, dass sie uns in jedem Fall weiterhelfen können.“ Auch an der Seitenlinie gibt es zusätzliche Unterstützung im zweiten Co-Trainer Benjamin Weigelt, der zuvor viele Jahre bei Rot-Weiß Oberhausen war.

Allgemein setzt Schuchert wie in den Vorjahren auf eine hohe Breite im Kader: „Das hat uns schon in den letzten beiden Saisons ausgezeichnet und wird auch dieses Jahr mitentscheidend werden. Wir brauchen den ganzen Kader, nicht nur elf Mann. Auch die Spieler, die momentan gefühlt hinten dran sind, sind enorm wichtig. Ich bin überzeugt, dass wir Spiele über unsere Qualität in der Breite gewinnen werden.“

Der Trainingsschwerpunkt
In einer langen Vorbereitung, in der eine Integrations- und Kennenlernphase im Großen und Ganzen weggefallen ist, konnten Schuchert und seine Co-Trainer Jan Helfers und Weigelt hervorragend mit den Jungs arbeiten, was sich auch bemerkbar gemacht hat. „Gerade im Spielaufbau haben wir ein neues Level erreicht, da wurden gute Entscheidungen mit der richtigen Balance getroffen. Auch das Pressing sowie das Umschaltverhalten konnten wir weiter voranbringen, da gibt es aber noch was zu tun. In Sachen Offensivstandards wollen wir noch mehr Durchschlagskraft entwickeln. Als Trainer ist man nie zufrieden, im Großen und Ganzen haben wir die Vorbereitung aber super nutzen können“, resümiert Schuchert.

Die Testspiele
Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele stimmt auf den ersten Blick positiv. Acht Siege aus zehn Spielen sehen super aus, zumal auch Top-Mannschaften wie die SG Eintracht Frankfurt (3:0), der Hamburger SV (4:1), der VfL Wolfsburg (1:0) und zuletzt in der Generalprobe der VfB Stuttgart (4:3) besiegt werden konnte. Auch das 8:1 gegen den VfL Osnabrück ließ aufhorchen, zwei Niederlagen gab es derweil gegen den SV Darmstadt 98 (2:3) und den FC St. Pauli (1:2). 

Der Trainer weist jedoch eindringlich darauf hin, dass dies nur Testspiele waren, deren Aussagekraft sicherlich überschaubar sind: „Mit den Resultaten bin ich weitestgehend zufrieden. Doch es waren auch Spiele dabei, die auch anders hätten laufen können, da denke ich an Frankfurt und Stuttgart. Doch gerade gegen die Top-Gegner haben wir eine starke Effektivität gezeigt. Darum wollen wir die Ergebnisse nicht zu hoch hängen. Wir freuen uns enorm auf den Start und wollen den erfolgreich meistern. Denn jetzt zählt es.“

Das Auftaktprogramm
Wie eingangs erwähnt geht es zunächst nach Paderborn, wo die ersten Punkte der Saison eingesammelt werden sollen. Die Partie beim Aufsteiger, die bekanntermaßen am ersten Spieltag immer ein undankbarer Gegner sind, wird aber kein Selbstläufer, wie Schuchert betont: „Natürlich fahren wir dorthin, um den Sieg und die Punkte zu holen. Das wird jedoch nicht nur wegen eines in allen Bereichen gut eingestellten Gegner eine große Aufgabe, sondern auch wegen der weichen Faktoren drum herum. So ein erster Spieltag ist immer etwas besonders. Wir haben aber die Qualität, um dort zu bestehen und das wollen wir zeigen.“

Im ersten Heimspiel wartet der Wuppertaler SV auf den VfL (26.10.), bevor das erste Derby-Highlight beim FC Schalke 04 ansteht (3.10.). Nach kurzer Pause geht es am 18.10. gegen Mitfavorit 1. FC Köln weiter. Zum Ende des Jahres warten die Derbies gegen Dortmund (5.12.) und in Essen (12.12.). Im neuen Jahr geht es gegen Aachen weiter (14.2.), zum Abschluss gastiert der VfL in Unterrath (20.03.).

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