Nach der U15 folgt die harte Schule der B-Junioren Westfalenliga, in der die U16 des VfL Bochum 1848 Saison für Saison auf größtenteils ein Jahr ältere und dementsprechend körperliche robustere Gegner trifft. Die Duelle mit anderen NLZ-Mannschaften im gleichen Jahrgang stellen die Seltenheit dar. Gut, dass die diesjährige Truppe der Blau-Weißen in David Siebers einen Trainer an die Seite gestellt bekommen hat, der nicht nur den Fußballlehrer-Lehrgang absolviert, sondern im Juniorenbereich auch schon quasi alles mitgemacht hat. Nun bereitet er eine an einigen Stellen umgebaute Mannschaft ein Jahr lang auf die B-Junioren Bundesliga vor.

Die Liga
Die U16 ist auf dem Weg in den Seniorenbereich immer wieder eine besondere Stufe, treffen unsere Teams doch regelmäßig auf U17-Mannschaften und damit Gegner, die körperlich schon ein Jahr weiter in ihrer Entwicklung sind. Neben den gleichaltrigen Teams von Schalke, dem BVB und Preußen Münster warten neun Gegner, die den VfL nochmals auf eine andere Probe stellen. Diese Erfahrungen sind aber natürlich wichtig, um sich neben dem Fußballerischen auch die Körperlichkeit mehr und mehr anzueignen. Denn zu verschenken hat in dieser Liga kein Gegner etwas und wenn ein spielerisch überlegenes Team wartet, geht es eben noch rustikaler zur Sache. Auch das gehört dazu und dem Umgang damit muss man lernen. Siebers bewertet die Lage folgendermaßen: „Ich erwarte eine recht ausgeglichene Liga, wo ich mich persönlich schwertue, Favoriten oder Abstiegskandidaten auszumachen. Ich denke, es herrscht ein sehr einheitliches Niveau, sodass Spiele durch Kleinigkeiten entschieden werden. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die jüngeren Teams immer ein Weilchen brauchen, um sich auf das körperliche und clevere Spiel der meisten Gegner einzustellen. Das haben wir ja in der Vorbereitung erfahren, daran wollen wir aber wachsen.“

Der Kader
14 Jungs aus der Vorjahres-U15 und neun externe Neuzugänge galt es, in relativ kurzer Zeit zu einer harmonierenden Mannschaft zu formen. Eine Sache, in der David Siebers bereits Erfahrungen sammeln konnte, um diesen Prozess zu beschleunigen. Dass das geglückt ist, daran hatte aber auch die Mannschaft einen großen Anteil: „Die Integration und Zusammenführung ging glücklicherweise schnell vonstatten, da auch die Spieler, die schon länger hier spielen, den Neuen besonders offen entgegengetreten sind. Das Trainerteam ist neu für die Jungs, so saßen wir ja doch alle irgendwo im selben Boot mit einigen neuen Gesichtern. Diese Phase des Gewöhnens lief aus meiner Sicht sehr gut ab.“ Am Ende ist diese Entwicklung nach einigen Wochen noch nicht, die Siebers-Truppe befindet sich jedoch auf einem sehr guten Weg. Gerade die Testspielfahrt nach Leipzig hat da sichtlich geholfen. Die Atmosphäre im Team ist spürbar gut.

Der Trainingsschwerpunkt
Die Ausbildung und die Entwicklung sind natürlich gerade im Jugendbereich ein fortlaufender Prozess, gerade wenn sich ein Team zunächst finden muss. Seine Idee vom Fußball hat Siebers seinen Jungs aber schon eingeimpft: „Wir haben natürlich alle Spielphasen in der Vorbereitung angeschnitten, das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Spiel gegen den Ball und dem darauffolgenden schnellen, zielgerichteten Umschalten. Für eine Bewertung des bisher Erarbeiteten ist es natürlich noch zu früh, in vielen Spielen konnte man für gewisse Phasen aber schon erkennen, dass die Mannschaft unseren Fußball zunehmend verinnerlicht.“ Auch hier befindet sich das Team auf dem richtigen Pfad, wie die letzten Testspielleistungen auch ergebnistechnisch zeigen.

Die Testspiele
Überall hatten die Trainer und Mannschaften damit zu kämpfen, dass die Wettkampfpraxis bei den Spielern nach einer für Fußballverhältnisse unheimlich langen Pause wieder reinbekommen werden musste – so auch bei der U16. „Zu Beginn war es klar, dass die neuformierte Mannschaft mit den Prinzipien vertraut gemacht werden muss und nicht alles sofort klappen kann. Von Spiel zu Spiel war eine Entwicklung zu erkennen, die Spieler haben die Prinzipien immer besser umgesetzt“, blickt Siebers auf die Vorbereitung zurück. „Mittlerweile bekommen die Jungs das, was wir fordern und sehen wollen, immer konstanter auf den Platz.“

Schwer zu bewerten war der Beginn der Testspielreihe, der einen 7:0-Erfolg über Rot-Weiss Essen hervorbrachte. Beide Teams standen ganz am Anfang, die Aussagekraft ist daher ziemlich begrenzt. Dies konnte man im nächsten Spiel gegen die U17 Schwarz-Weiß Essens beobachten, welches keineswegs schlecht war, aber mit 1:3 verloren ging. Es folgte ein 1:1 gegen den SV Darmstadt, ehe der Test gegen den MSV Duisburg die Sinne nochmal schärfte. Siebers: „Da haben wir eine gute Leistung geboten, die sich aber nicht im Ergebnis widerspiegelte. Wir haben 0:3 verloren, was die Jungs frustriert hat, denn das entsprach überhaupt nicht dem Spielverlauf. Eine wichtige Erfahrung war es aber, um eine bewusste Offenheit für gewisse Veränderungen bei jedem Einzelnen zu schaffen. Da kam das dann das Duell mit Leipzig genau richtig.“ 

Dort überzeugte das Team in extrem fordernden 4x25 Minuten und holte ein 2:2, wobei durchaus auch der Sieg drin gewesen wäre. Viel wichtiger als das Ergebnis: Selbstvertrauen und Selbstverständnis wurden enorm gestärkt. Dies zeigte sich in den weiteren Begegnungen: 5:0 gegen Wehen Wiesbaden nur einen Tag nach dem Leipzig-Spiel und der weiten Reise, 7:2 über den VfL Wolfsburg, 1:1 gegen Hannover 96 und als Generalprobe ein 4:1 über St. Pauli. Sieht aus, als wäre das Team bereit für den ersten Spieltag.

Das Auftaktprogramm
Der führt Siebers und sein Gefolge zum TSC Eintracht Dortmund, der als Aufsteiger selbstbewusst auftritt und eine gute Rolle spielen möchte. Die weiteren Gegner in chronologischer Reihenfolge: TSG Sprockhövel, Borussia Dortmund, SC Verl, Sportfreunde Siegen, Hombrucher SV, FC Iserlohn, TSV Marl-Hüls, 1. FC Gievenbeck, Preußen Münster, VfB Waltrop und zum Abschluss der Hinrunde Schalke 04.

Zurück