Mit Dennis Gieseker steht in dieser Saison ein neues Gesicht an der Seitenlinie der U15 des VfL Bochum 1848. Bereits im vierten Jahr betreut der 29-Jährige nun seinen Jahrgang und will nach einer gelungenen Vorbereitung mit seinem eingespielten Team nun auch die C-Junioren Regionalliga West aufmischen. Im Vorjahr konnte die Mannschaft bereits in der U14 überzeugen und stand zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem hervorragenden dritten Rang – nur zwei Punkte hinter dem Platz an der Sonne. Gerade die torhungrige Offensive sorgte dafür, so dass der Fokus in der Vorbereitung auf der Defensive lag.

Die Liga
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich in jeder Liga und Altersklasse bemerkbar, insbesondere im U15-Bereich wartet dabei eine besondere Saison auf die Teams. Die Menge an Aufsteigern sorgte für eine zweigeteilte Staffel mit je 13 Teams. Nach einer „normalen“ Hinrunde mit Duellen gegen jeden Gegner wird ein Schnitt gemacht. Die besten Sechs jeder Staffel spielen in der Rückserie eine Meisterrunde aus, alle starten dabei bei Null – es können durch gute Hinrunden-Ergebnisse also keine Punkte mitgenommen werden. Die letzten Sieben jeder Staffel spielen nach dem gleichen Prinzip die Absteiger unter sich aus. Die Aufteilung ist nicht gerade NLZ-freundlich, da einige Vergleiche untereinander zunächst wegfallen – zum Beispiel die Duelle mit dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Diese könnten dann aber in der Meisterrunde anstehen, die Gieseker mit seiner Mannschaft auch anpeilt. „Unsere Aufgabe ist es, das bestmöglich anzunehmen und abzuschneiden. Wir wollen natürlich in die Meisterrunde kommen, um uns mit den stärksten Gegnern zu messen. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass wir uns Woche für Woche weiterentwickeln und unsere Prinzipien und die maximale Intensität gegen jeden Gegner auf den Platz bringen“, blickt Gieseker voraus.

Der Kader
Viel verändert hat sich nicht bei Gieseker und seinen Jungs. Vier externe Neuzugänge und eine hohe Übernahmequote aus der U14 zeigen, dass die Mannschaft bereits qualitativ hochwertig besetzt war. Der Coach ist daher zufrieden: „Die Jungs haben es in der letzten Saison sehr gut gemacht, das zeigt die Kontinuität im Team. Darüber bin ich natürlich sehr froh. Wir haben uns aber in jedem Mannschaftsteil nochmal verstärkt, um noch mehr Möglichkeiten zu haben und den Konkurrenzkampf zu erhöhen.“ Neu dabei sind Max von Bohlen für die dritte Planstelle im Tor, Ege Oruc für die Defensive, Jan Nzeba-Bost für das Mittelfeld und Rendon Mustafa ergänzt die Abteilung Attacke.

Der Trainingsschwerpunkt
Kontinuität auf der Trainerbank, aber auch im Kader, haben die etwas andere Vorbereitung für die U15 des Talentwerks erleichtert. Die Integrationsphase fiel eher schmal aus, es konnte also direkt in gewohntem Umfeld gearbeitet werden – trotz Corona. „Klar, waren die Umstände und die äußeren Einflüsse etwas anders. Aber das muss man eben annehmen und andere Lösungen finden, um zum Beispiel Besprechungen mit allen abzuhalten. Das Wichtigste, die Arbeit auf dem Platz, konnten wir aber ohne Einschränkungen absolvieren und das, was wir uns vorgenommen haben, auch durchziehen.“

Auffällig in der Vorsaison waren die vielen geschossenen Tore, die das Resultat einer mutigen, aber nicht übermütigen Spielweise waren. Im Gegenzug gab es naturgemäß aber auch das ein oder andere Gegentor mehr, als es dem Trainer lieb sein kann: „Durch unser offensiv ausgerichtetes Spiel und das gute, schnelle Umschaltspiel der Jungs haben wir im Verhältnis etwas mehr Gegentreffer kassiert, darauf lag in der Vorbereitung nun der Schwerpunkt. Bisher haben wir es auch sehr gut hinbekommen, dieses Verhältnis ausgewogener zu gestalten.“

Die Testspiele
Die lange Unterbrechung ist am Rhythmus der Mannschaft naturgemäß nicht spurlos vorbeigegangen, was man gerade am Anfang der Testspielreihe auch gemerkt hat. Aber das ist wohl jeder Mannschaft so ergangen. Giesekers Jungs haben die Abläufe aber schnell in den Griff bekommen und auch die gewünschte Balance zwischen Offensive und Defensive immer besser hergestellt. In acht Testspielen gab es lediglich vier Gegentore, drei davon in der Generalprobe gegen den starken VfL Wolfsburg, die nach zuvor sechs Siegen und einem Remis die einzige Niederlage hervorbrachte. „Wir konnten uns immer mehr steigern, mit zunehmender Vorbereitungsdauer ist auch die Torgefahr und Effektivität wieder viel besser geworden. Da haben wir nach der langen Pause von Woche zu Woche Schritte nach vorn gemacht. Auch defensiv sind wir kompakter und stabiler geworden. Auch wenn wir gegen Wolfsburg dann doch eine Niederlage hinnehmen mussten, war das genau der richtige Gegner zum Abschluss. Wir konnten ihnen Paroli bieten und zeigen, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt auch gegen Top-Mannschaften konkurrenzfähig sind, haben aber auch aufgezeigt bekommen, was wir noch verbessern müssen.“

Das Auftaktprogramm
Trotz der Spaltung und der (vorerst) wegfallenden Duelle mit mehreren starken NLZs wartet ein knackiger Auftakt auf die U15. Zum Start erwartet der VfL den Nachbarn Rot-Weiss Essen (Samstag, 15:15 Uhr) an der Hiltroper Straße, was immer ein heißumkämpftes Duell verspricht. Es folgen die Gastspiele bei Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, ehe Arminia Bielefeld nach Bochum kommt. Die weiteren Gegner der Staffel sind der Hombrucher SV, der Wuppertaler SV, der VfB Waltrop, der SV Rödinghausen, Bayer 04 Leverkusen, Preußen Münster, Viktoria Köln und die Spvg Schonnebeck. „Naturgemäß nähert sich im Übergang auf die U15 das Leistungsniveau aller Teams an, dementsprechend werden wir noch mehr als im letzten Jahr investieren müssen, um unsere Punkte zu holen.“ Na dann mal los!

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